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Archive for 2006-05-17

Selbsterkenntnis…

…soll ja bekanntlich der erste Schritt zur Besserung sein. Ob das allerdings immer etwas bringt, ist fraglich. Der Versuch von Starforce kommt nun etwas spät. Denn wenn Starforce nun schon selbst zugibt, dass der eigene Kopierschutz vor allem die ehrlichen Kunden vergrault, dürfte da etwas dran sein. Und da es ca. 3 Jahre gedauert hat, dieses schlechte Image aufzubauen, dürfte es "etwas" länger dauern, bis das wieder hingebogen wird. Und da vermutlich noch nicht alle negativen Seiten des Kopierschutzes bekannt sein dürften, wird es noch länger dauern. Hoffentlich kommen mehr Firmen zur Vernunft und hören endlich auf, Software einzusetzen, von der vermutet wird, dass sie sogar Hardwareschäden hervorrufen kann, zumindest aber das System unsicher macht und vor allem auch die legitimen Käufer deutlich zu stark einschränkt. Zumal die Wirksamkeit ja auch nicht bewiesen ist, Spiele ohne Kopierschutz verkaufen sich auch gut – selbst wenn Starforce versucht, Raubkopierern zu helfen, um ein Exempel zu statuieren, wie wichtig (Starforce-)Kopierschutz doch sei.

Die Zukunft wird schön – spätestens wenn die ersten Klagen wegen Computersabotage und ähnlichem gegen Starforce und die Spielehersteller, die den Schutz einsetzen anfangen. Erst dann wird vieleicht klar, das zufriedene Kunden wichtiger sind als unzufriedene Raubkopierer. Und die Kunden werden unzufrieden: Gamestar-Artikel: Petition gegen Starforce
Petition gegen Kopierschutz bei Gothic 3
Ubisoft findet StarForce doch nicht so toll
Frei nach dem Motto: "Erst wenn das letzte Recht genommen und der letzte Kunde vergrault ist, werden die Unternehmen merken, dass es auch nix bringt, wenn keiner die Software raubkopieren kann." Denn Raubkopierer würden sich die teure Software meist vermutlich eh nicht kaufen – schon weil sie nicht genug Geld haben. Und nur von "nicht Raubkopierter" Software hat die Firma nichts. Wenn man Raubkopien verhinden möchte, gibt es da eine todsichere Method: nichts herstellen. Wo der Nachteil liegt, dürfte hier deutlicher sein als beim Einsatz restriktiver Kopierschutzmechanismen. Aber ob sich keiner die Software kauft, weil es sie nicht gibt, oder weil er keine Lust hat, für jedes Spiel einen neuen Rechner zu kaufen, macht keinen großen Unterschied.

Tipp: Es gibt auch kostenlose Spiele. Sogar Open Source. Und die sind oft besser als so manches kommerzielles Vorbild (auch wenn sie an die Topspiele natürlich nur selten rankommen, vor allem von der Grafik her – der Spielspaß kann dennoch höher sein!).

UPDATE: Und was für einen kleinen Nachteil Starforce auch hat, kann man heute bei Golem lesen: Die Spiele laufen bis zum Update nicht unter Vista. Viel Spaß mit dem gekauften (!) Spiel dann, wenn der Publisher nicht mehr existiert oder keine Patches rausbringen will.

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