Jan Schejbal

“Es lebe die Freiheit!”

Wer im Glashaus sitzt…

Verfasst von Jan am 2006-06-15

Links gehören zum Internet. Jeder darf beliebig Links setzen, genauso wie ich in einem Buch auf ein anderes Buch verweisen kann. Einige Seiten sind allerdings der Meinung, dies sei nicht so. Naja, wayne.

Schade nur, dass es sich gerade um die Seite des Bundesministeriums für Gesundheit, also einer staatlichen Stelle handelt. Und wenn schon derart provoziert wird, da schau ich noch genauer nach. Sieht jemand auf der Seite ein Impressum? Ich nicht. Ein Screenshot ist hier zu sehen: (bitte nicht auf dumme Ideen kommen. Zitatrecht! Quelle steht in der Adressleiste auf dem Screenie.)

Screenshot
Jedenfalls habe ich, wie zu sehen ist, nach dem Wort “Impressum” gesucht, Firefox hat es anscheinend gefunden und ausgewählt (sonst wäre das Feld rot), und mit einem Druck auf “Enter” wurde das Impressum auch geöffnet. Inzwischen scheint es auch ein Impressum zu enthalten, was jedoch laut einem Blogeintrag auf Telegehirn, über den ich auf die ganze Sache erst aufmerksam wurde, nicht immer der Fall war. UPS, jetzt weiß ich wo das Impressum ist: Versteckt unter “Ministerium”. Wunderbar. Dass kein offensichtlicher Impressumslink vorhanden ist, ist auf dem Screenshot dennoch sichtbar. Und ein versteckter Link gilt glaub ich nicht. Wer jedenfalls noch nicht mal ein richtiges Impressum hat, sollte nicht auch noch Links zu verbieten versuchen.

Der Fall scheint ziemliche Wogen zu schlagen, und sehr viele Seiten und Blogs scheinen ebenfalls darüber berichtet zu haben, sodass ich nicht jedes Wort dieses Satzes verlinke wie sonst üblich, sondern jeden einzelnen Buchstaben.

8 Antworten zu “Wer im Glashaus sitzt…”

  1. Henning sagte

    Ich kaufe ein i. Wobei, ich hab’s ja schon. ;-)

  2. Cyberdroid sagte

    Ein kleines a? Ich will ein großes R kaufen!

  3. fs sagte

    sodass ich nicht jedes Wort dieses Satzes zu verlinke wie sonst üblich, sondern jeden einzelnen Buchstaben.

    … wobei ich schon die “sonst übliche” Vorgehensweise für eine Unverschämtheit halte, die mit einer der grundlegendsten Design-Regeln bricht – der Nutzer sollte ohne Umschweife erfahren wohin ihn ein Link führt. Die Buchstabenidee ist ja goldig, aber jedes Anklicken ist ja ein Zufallstreffer. Das ist ja fast genauso wie das versteckte Impressum des Ministeriums.

  4. Jan sagte

    @Fs:
    Mit den Design-Regeln hast du natürlich recht. Andererseits ist die Methode, Teile eines Satzes einzeln zu verlinken, die einzige Möglichkeit, vernünftig auf eine größere Zahl anderer Blogs hinzuweisen, die über das Thema schreiben. Dass es sich um “Zufallstreffer” handelt, ist dabei klar, allerdings sehe ich nicht, was es bringen würde, wenn ich die Blogs einzeln auflisten würde – nur die wenigsten Leser werden einen nennenswerten Anteil der Blogs kennen. Außerdem würde die Liste nicht auf eine Bildschirmseite passen. Es ist nicht schön, aber geht nicht anders.
    Dem Vergleich mit dem Impressum kann ich aber nicht zustimmen, da es keine gesetzliche Verpflichtung gibt, den Linktext so zu gestalten, dass klar ist, wo der Link hingeht. Ein gut erreichbares Impressum ist hingegen verpflichtend.

  5. Andreas sagte

    Ulla, also vielmehr ihre Ministeriumsabteilung für Verlinkungsaufgaben, hat mir geantwortet. Die Befürchtung, dass diese Leute dort wirklich nicht so recht wissen, was “das Internet” ist, hat sich dadurch erhärtet. Jetzt kommen sie schon mit dem Argument, “die Fifa macht das auch so”. Die Fifa! Ja sind denn jetzt alle Fußball-WM?

    http://www.streim.de/2006/06/17/post-von-ulla/

  6. Jan sagte

    Danke für den Hinweis. Hab nichts anderes erwartet, aber eigentlich hätten die schon aufgrund der ganzen Aufregung in den Blogs das Ganze kapieren sollen…

  7. telegehirn sagte

    Das liegt dann aber auch am Browser. Mit Firefox sehe ich unten links die Adresse des Links. Beim IE u.a. ist das wohl nicht so.

  8. Jan sagte

    Ich dachte eigentlich, das sei in allen Browsern gleich, und zumindest bei Mozilla und IE ist dem auch so. Wie gesagt, unabhängig davon ist diese Lösung nicht toll, aber wohl das Beste (einzig machbare) für diesen Fall. Bei wenigen Links schreib ich natürlich schon, wohin der Link geht.

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