Übersetzungshilfe
Verfasst von Jan am 2007-10-15
Immer wieder fallen mir blumige, unsinnige Formulierungen in Nachrichtenartikeln auf, die sehr schlechte Dinge schönreden wollen:
So forderte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Konrad Freiberg, dass Schäuble noch mit seinem Bundestrojaner warten soll: “[Es] müsste zunächst eine intensive Aufklärung der Bevölkerung erfolgen, um eine breit angelegte Willensbildung zu ermöglichen.” – übersetzt in Klartext: “Wir müssen noch abwarten, bis wir durch Propaganda die Massen ausreichend beeinflusst haben, und wir sowas problemlos durchbekommen.”
Oder Johannes Singhammer (CSU, was sonst bei so einem Vorschlag), fordert für mehr Jugendschutz “das Internet stärker in den Schutzumfang einzubeziehen” -hier ist die Übersetzung nicht ganz klar: entweder “Ich habe keine Ahnung vom Internet” oder “Wir müssen das Internet zensieren”, wobei letzteres auch aus ersterem entstehen kann. Beide Optionen sind ähnlich wahrscheinlich – CSU-Leute haben meist keine Ahnung vom Internet – außer “das ist neu und (daher) böse”, und für ihr “Demokratieverständnis” (”Wer braucht sowas wie Demokratie?”) sind sie ebenfalls hinreichend bekannt.
Dieser Eintrag wurde erstellt am 2007-10-15 um 21:03 UTC und ist abgelegt unter Datenschutz, Demokratie, Grundrechte, Internet, Jugendschutz, Newskommentare, Piraten, Politik, Polizeistaat, Statische Tags, Verbraucherrechte, Zensur, Überwachungsstaat. Verschlagwortet mit : bundestrojaner, csu, gehirnwäsche, idioten, killerspiele, lügen, propaganda, umschreibungen. Du kannst alle Antworten auf diesen Eintrag mitverfolgen über den RSS 2.0 Feed. Du kannst einen Kommentar hinterlassen, oder Trackback von deiner eigenen Seite.
