Plagiatsdoktor-Count: Neun

Langsam wirds zu viel für mein Linkblog, deswegen habe ich die Sammlung hierher verschoben. Das wären schon vier fünf neun Doktortitel, die wegen Plagiaten weg (aberkannt, zurückgegeben, …) oder in Gefahr sind:

Mehr Infos gibts übrigens beim VroniPlag Wiki.

UPDATE:Die ganzen Fälle inkl. der vier Neuen habe ich mal im Piratenwiki in eine schicke Liste eingepflegt. Man könnte fast sagen, dass die Parteien- und Fachbereichstendenz sich bestätigt.

Der Fall von Matthias Pröfrock war mir neu, als ich die Liste erstellt hab. Kurz darauf gabs schon den Fall von Jorgo Chatzimarkakis – und der ärgert mich besonders ob der Dreistigkeit, mit der das Plagiieren verteidigt wird: Auf seiner Website weist er darauf hin, dass er verschiedene “Zitierweisen” benutzt habe, unter anderem “Zitate im Fließtext, nicht eingerückt und ohne Anführungszeichen, ausgewiesen durch Fußnote”. Um sicherzugehen, dass ich ihm kein Unrecht tue, habe ich mir die “Zitate” mal angeschaut, die Arbeit ist online verfügbar, die Plagiateliste auch. Und da werden ganze Seiten en bloc “zitiert”, mit einer Fußnote am Ende (Beispiel: Seite 55-56, Fußnote 115), ohne dass zu erkennen wäre wo das “Zitat” anfängt (böse Zungen würden sagen: Dort, wo das Ende des vorherigen durch die Fußnote erkennbar ist). Besonders schön ist, dass eines der “Zitate” wiederum einen (gekennzeichnet) zitierten Satz enthält, und die Fußnote dann passend bei diesem steht (Seite 54, Fußnote 113).

Interessant vielleicht auch die beteiligten Unis und Fachbereiche:

  • Guttenberg: Bayreuth, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften
  • Koch-Mehrin: Heidelberg, Philosophie
  • Pröfrock: Tübingen, Juristische Fakultät
  • Saß: Konstanz, Rechtswissenschaft
  • Chatzimarkakis: Bonn, Philosophische Fakultät

Ob der große Anteil der Jura-Fachbereiche (+ Rest Philosophie) damit zusammenhängt, dass Politiker oft Jura studieren, oder damit, dass im Jura- und Philo-Bereich überdurchschnittlich viele Studenten unterwegs sind die es mit ehrlicher Arbeit nicht so haben, weiß ich nicht.
Für eine statistisch fundierte Aussage reicht es ja (noch) nicht aus. Vielleicht ja beides und ggf. ist ja das eine auch die Ursache für das andere ;-)

Für die auffällige Häufung bestimmter Parteien könnte man das mit dem überduchschnittlichen Anteil natürlich auch…

  1. M.
    2011-05-15 um 17:06 UTC | #1

    Die Politik ist halt die institutionalisierte Lüge.
    Daher verwundert diese Häufung überhaupt nicht.

  2. stardust
    2011-05-15 um 22:44 UTC | #2

    nicht zu vergessen, der verdacht gegen rösler !!!

    • Jan
      2011-05-15 um 23:33 UTC | #3

      Wenn es da um die Geschichte geht, dass er nicht genug selbstständige wissenschaftlich neue Forschung betrieben hat, passt das erstens nicht ganz hier rein, und zweitens habe ich bei der Geschichte gewisse Zweifel (um es höflich auszudrücken).

      • Jan
        2011-05-20 um 03:27 UTC | #4

        Hier wird zu dem Thema alles gesagt, was ich dazu sagen würde: http://cspecht.wordpress.com/2011/05/19/zur-kritik-an-herrn-roslers-doktorarbeit/

  1. 2011-05-15 um 17:21 UTC | #1

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