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	<title>Jan Schejbal</title>
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	<description>&#34;Es lebe die Freiheit!&#34;</description>
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		<title>Der Telekom entkommen &#8211; günstig Telefonieren ohne Sparvorwahlen</title>
		<link>http://janschejbal.wordpress.com/2013/05/02/der-telekom-entkommen-gunstig-telefonieren-ohne-sparvorwahlen/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 May 2013 09:20:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Viele Nutzer sind an die Telekom gebunden, weil bei anderen Anbietern kein Call-by-Call (&#8220;Sparvorwahlen&#8221;) möglich ist, und mit dem normalen Tarif des jeweiligen Anbieters ins Ausland oder aufs Handys zu telefonieren meist schweineteuer ist. Da die Telekom der Netzneutralität endgültig den Krieg erklärt hat, möchte ich gerne dabei helfen, der Telekom den Rücken zu kehren. [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1643&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Viele Nutzer sind an die Telekom gebunden, weil bei anderen Anbietern kein Call-by-Call (&#8220;Sparvorwahlen&#8221;) möglich ist, und mit dem normalen Tarif des jeweiligen Anbieters ins Ausland oder aufs Handys zu telefonieren meist schweineteuer ist. Da die Telekom <a href="http://www.golem.de/news/deutsche-telekom-wenn-youtube-zahlt-werden-sie-nicht-gedrosselt-1305-99043.html">der Netzneutralität endgültig den Krieg erklärt hat</a>, möchte ich gerne dabei helfen, der Telekom den Rücken zu kehren.</p>
<p>Daher stelle ich hier die Lösung vor, die mir geholfen hat, von der Telekom loszukommen: Internettelefonie. Das klingt nach einer unpraktikablen Nerdlösung mit Headset und Computer, in Wirklichkeit ist es aber ziemlich einfach und bis auf die Einrichtung auch Anfängertauglich. Als zufriedener Kunde von 1&amp;1 habe ich eine Fritz!Box, an welche auch die Telefone angeschlossen sind. Darin kann man problemlos weitere SIP-Provider (Internettelefonieanbieter) und Wahlregeln definieren. Wenn man einen günstigen SIP-Provider gefunden und einmal eingerichtet hat, kann man die Fritz!Box so einstellen, dass Anrufe ins Ausland oder aufs Handy automatisch über diesen Anbieter laufen. Sobald das einmal gemacht wurde, kann man idiotensicher und einfach günstig telefonieren &#8211; ganz normal am Telefon die Nummer wählen, die Fritz!Box erledigt den Rest, ohne dass man überhaupt etwas mitbekommt. Das lästige Raussuchen und Vorwählen aktueller Sparvorwahlen entfällt.</p>
<p>Die Preise hängen vom gewählten Anbieter ab. Ich nutze einen der zahlreichen Ableger von Dellmont und bin dort zufrieden &#8211; welcher davon am Besten ist, hängt davon ab, wohin man am meisten telefoniert, technisch dürften die meisten davon gleich sein. Die Preise sind mit günstigen Call-by-Call-Anbietern vergleichbar, teilweise niedriger. Die meisten der Ableger bieten für jede Guthabenaufladung einige Monate kostenlose Anrufe in viele ausländische Festnetze (Beschränkt auf wenige Stunden/Woche). Vorsicht, bei einigen kommen Verbindungsentgelte dazu. Bei allen muss man zu den angezeigten Preisen etwa 25-30% für Steuern und Transaktionsgebühren dazurechnen. Guthaben kaufen kann man vorab (Prepaid) mit Paypal, Kreditkarte, Überweisung oder einer der vielen anderen Zahlungsarten. Bei Kreditkartenzahlung kann man eine automatische Aufladung bei Verbrauch des Guthabens einstellen. Einen groben Vergleich (der viele Sachen unberücksichtigt lässt, aber einen Anfang bietet) gibts <a href="http://progx.ch/home-voip-prixbetamax-3-1-2.html">hier</a>.</p>
<p>Aktuell scheint <a href="https://www.freevoipdeal.com/calling-rates.html">Freevoipdeal.com</a> die besten Kondition zu haben &#8211; <strong>unter 1 Cent pro Minute ins dt. Handynetz</strong> (nicht kostendeckend, also nicht enttäuscht sein falls der Preis irgendwann erhöht wird), knapp 1.5 Cent zu den &#8220;Gratis&#8221;-Zielen wenn das Freikontingent (120 Tage mit nicht näher definierter &#8220;Fair Use&#8221;-Regelung) verbraucht ist. <strong>Die Preise können sich jederzeit ändern</strong>, aber bisher sind sogar die dt. Handypreise seit min. 2 Monaten stabil und mehr als das aufgeladene Guthaben riskiert man nicht. Über die Qualität oder Zuverlässigkeit kann ich mich bisher nicht im Geringsten beschweren, die ausgehende Rufnummernanzeige (der bestehenden Festnetznummer) funktioniert (wenn eingerichtet), Rufnummernunterdrückung allerdings nicht.</p>
<p>Die Einrichtung in der Fritzbox erfolgt (zumindest wenn die Profiansicht aktiv ist) unter Telefonie -&gt; Eigene Rufnummern, als &#8220;Internetrufnummer&#8221; gibt man einfach einen Platzhalter wie &#8220;0000001&#8243; ein. Nach der Einrichtung nochmal Bearbeiten und beim Rufnummernformat die &#8220;00&#8243;, &#8220;49&#8243;, und die Ortskennzahl ankreuzen, nicht aber die Null zwischen der &#8220;49&#8243; und der Ortskennzahl. Anschließend unter &#8220;Wahlregeln&#8221; neue Wahlregeln für &#8220;Ausland&#8221; und &#8220;Mobilfunk&#8221; anlegen, testen und schauen, ob die Anrufe mit einigen Minuten Verzögerung in der Übersicht im Kundenkonto des jeweiligen Anbieters auftauchen. Mit vielen anderen Routern/SIP-Adaptern dürfte das auch gehen, aber ich nutze eben die Fritz!Box und kenne das daher nur damit. Eingehende Gespräche und Festnetzgespräche gehen weiter über den normalen VoIP-Anschluss des Internetanbieters.</p>
<p>Damit steht einem Wechsel von der Telekom weg selbst dann nichts mehr im Wege, wenn man nicht-technikaffine Familienmitglieder hat, die oft ins Ausland telefonieren. Alternative Anbieter gibt es genug.</p>
<p>Bevor jetzt jeder, der beim Providerwechsel schlechte Erfahrungen gemacht hat oder macht, in den Kommentaren aufschlägt: Bei allen Anbietern, ohne Ausnahme, kann dabei was schiefgehen, und es passiert auch regelmäßig, überall. In der Mehrzahl der Fälle läuft es aber relativ unproblematisch ab. Immer dran denken, das &#8220;Sicherheitspaket&#8221; zu kündigen, was einem die meisten Provider &#8220;kostenlos&#8221; (Sternchen: in den ersten drei Monaten) dazubuchen. Zu jedem Anbieter gibt es unzählige Horrorstories, und noch viel mehr zufriedene Kunden.</p>
<p>Ich persönlich bin seit Jahren bei 1&amp;1 und mit denen zufrieden. Die Hauptvorteile sehe ich darin, dass es vernünftige Hardware gibt (AVM Fritz!Box, darf man auch nach Vertragsende behalten), die Preise vernünftig sind und bis zu 4 SIM-Karten mit Festnetzflat dabei sind (gratis bis auf die Einrichtungsgebühr). Außerdem gibt es einen UMTS-Stick bis zur erfolgreichen Schaltung, sodass man auch bei Problemen ins Internet kommt. Eine Drosselung gibts nur, wenn man ausdrücklich den einen gedrosselten Tarif bestellt (&#8220;Surf &amp; Phone Flat Special&#8221;). Natives IPv6 gibt es leider <strong>nicht</strong>. Die VDSL-Verträge (DSL 50.000) laufen anscheinend im Hintergrund über die Telekom &#8211; von der Drosselung ist man da zwar nicht betroffen, aber das schlechte Peering macht sich gelegentlich bei einem kleinen Teil der Youtube-Videos bemerkbar (sonst eigentlich nicht). Ist bei der Telekom aber natürlich auch nicht besser. Eine <a href="http://profiseller.de/shop1/mega/index.php3?ps_id=P8660876&amp;shop=10">Übersicht über die 1&amp;1-DSL-Tarife gibt es hier</a>*.</p>
<p>Von den DSL-Anbietern möchte ich hier noch <a href="http://www.easybell.de/">EasyBell</a> erwähnen. Mit diesen habe ich selbst keine Erfahrung und kenne auch keine Kunden von denen, sie scheinen aber viel Wert auf Service und Fairness zu legen und schneiden unter anderem beim <a href="http://www.wieistmeineip.de/dsl-anbieter/vergleich.html">DSL-Vergleich von WieIstMeineIP.de</a> am Besten von allen bundesweiten Anbietern ab. EasyBell bietet auch <a href="http://www.easybell.de/voice-over-ip/call-basic.html">halbwegs günstiges SIP ins Ausland an</a> &#8211; wer statt Dellmont und deren etwas seltsamer Tarifstruktur lieber eine deutsche Firma haben will, für den könnte das interessant sein.</p>
<p>Für Internet mit extrem hohen Geschwindigkeiten und <a href="http://blog.unitymedia.de/eine-volumengrenze-auch-bei-unitymedia/">ohne Drosselung</a> wird mir regelmäßig <a href="http://www.unitymedia.de/">Unitymedia</a> genannt, wo viele Leute anscheinend zufrieden sind. Dort gibt es auch natives IPv6 &#8211; leider aber für viele Kunden <a href="http://www.dsl-forum.de/unitymedia_kabel_dsl_ohne_ipv4_t21773.html">kein direktes IPv4, nur NAT</a> (selbst bei Bekannten gesehen). Wem das nichts sagt, dem kann es vermutlich egal sein. Die Fritz!Boxen sind Mietgeräte, bei denen Updates nur vom Provider eingespielt werden können (was zu Verzögerungen führen kann), und generell könnten die Kabel-Fritzboxen weniger ausgereift sein. Manche Kunden bekommen man auch D-Link-<a href="http://www.heise.de/security/meldung/D-Link-schliesst-hochkritische-Router-Luecken-1799260.html">Schrott</a> statt Fritz!Boxen, das kann man in den Filialen möglicherweise besser als online beeinflussen.</p>
<p><small>*) Offenlegung: Der 1&amp;1-Link ist ein Partnerprogramm-Link, d.h. ich erhalte Provisionen für darüber erfolgte Bestellungen. Ich empfehle 1&amp;1 nicht wegen der Provision &#8211; solche Provisionsprogramme bieten die meisten Internetanbieter an &#8211; sondern weil ich zufriedener Kunde bin. Weil ich das öfter tue, habe ich mich für das Partnerprogramm angemeldet. Für die anderen Links wie Freevoipdeal, Easybell und Unitymedia bekomme ich nix.</small></p>
<p><small>Alle Angaben nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne Gewähr. Stand Mai 2013.</small></p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/anleitungen/'>Anleitungen</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/internet/'>Internet</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/piraten/'>Piraten</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/sonstiges/'>Sonstiges</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/'>Statische Tags</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/technik/'>Technik</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/verbraucherrechte/'>Verbraucherrechte</a> Tagged: <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/11/'>1&amp;1</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/1und1/'>1und1</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/call-by-call/'>call-by-call</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/dellmont/'>dellmont</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/drossel/'>drossel</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/drosselkom/'>drosselkom</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/drosselung/'>drosselung</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/fritzbox/'>fritzbox</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/internettelefonie/'>internettelefonie</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/netzneutralitat/'>netzneutralität</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/sip/'>sip</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/t-com/'>t-com</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/telekom/'>telekom</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/voip/'>voip</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/janschejbal.wordpress.com/1643/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/janschejbal.wordpress.com/1643/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1643&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Bestandsdatenauskunft &#8211; neues Überwachungsgesetz und Demos dagegen</title>
		<link>http://janschejbal.wordpress.com/2013/04/10/bestandsdatenauskunft-neues-uberwachungsgesetz-und-demos-dagegen/</link>
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		<pubDate>Wed, 10 Apr 2013 12:28:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Bundesregierung hat sich mal wieder ein neues Überwachungsgesetz ausgedacht: Die Bestandsdatenauskunft. Nachdem das BVerfG (mal wieder) ausufernde und schwammig formulierte Überwachungsbefugnisse kassiert hatte, musste &#8220;natürlich&#8221; gleich ein neues Gesetz her, um die kassierten Befugnisse wieder einzuführen und noch weiter auszuweiten. Worum geht es dabei? Eine Kurzzusammenfassung gibt es bei bestandsdatenauskunft.de, wo auch noch weitere [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1635&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Bundesregierung hat sich mal wieder ein neues Überwachungsgesetz ausgedacht: Die Bestandsdatenauskunft. Nachdem das BVerfG (mal wieder) ausufernde und schwammig formulierte Überwachungsbefugnisse kassiert hatte, musste &#8220;natürlich&#8221; gleich ein neues Gesetz her, um die kassierten Befugnisse wieder einzuführen und noch weiter auszuweiten.</p>
<p>Worum geht es dabei? Eine Kurzzusammenfassung gibt es <a href="http://bestandsdatenauskunft.de/?page_id=40">bei bestandsdatenauskunft.de</a>, wo auch noch weitere Probleme aufgezeigt werden. Etwas ausführlicher:</p>
<p>Ermittlungsbehörden und Geheimdienste werden ermächtigt, auf sogenannte &#8220;Bestandsdaten&#8221; zuzugreifen. Was das ist, ist zwar schwammig formuliert, aber sicherheitshalber wird sehr deutlich erwähnt, dass dazu auch <strong>Passwörter</strong> zählen, und die Abfrage auch anhand von IP-Adressen möglich sein soll. Ein Richtervorbehalt ist nur beim Zugriff auf Passwörter vorgesehen. Die anderen Abfragen, insbesondere also die <strong>Identifizierung von Internetnutzern anhand der IP-Adresse</strong>, sollen bei größeren Providern sogar über eine automatisierte Schnittstelle ablaufen. Hierfür reicht es, wenn die abfragende Stelle der Meinung ist, &#8220;für die Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben&#8221; diese Daten zu benötigen, und eine Rechtsgrundlage dafür vorweisen kann.</p>
<p>Die Rechtsgrundlage wird gleich mitgeschaffen, indem z. B. das BKA-Gesetz geändert wird (Art. 3 des Entwurfs). Danach darf das BKA Daten erheben, wenn es sie für seine Aufgaben gem. § 2 Abs. 2 Nr. 1 BKAG braucht. Dort steht &#8220;genau&#8221;, welche Daten das BKA braucht: &#8220;alle hierfür [gemeint: für Verfolgung und Prävention bestimmter Straftaten] erforderlichen Informationen&#8221; &#8211; auf gut Deutsch: <strong>Alle Daten, auf die es gerade Lust hat und sie für &#8220;erforderlich&#8221; hält.</strong></p>
<p>Das ist nur ein Beispiel, es werden auch noch die Befugnisse anderer Behörden auf ähnliche Art und Weise ausgeweitet. Auf Grundrechte wurde nicht im Geringsten Rücksicht genommen. Die Verhältnismäßigkeit wird nirgendwo geprüft, in den meisten Fällen ist nicht einmal ein Richtervorbehalt gefordert (nicht dass der viel bringen würde).</p>
<p>Mit den Passwörtern z. B. für Facebook, Google- und E-Mail-Accounts können die Behörden dann weitere Überwachungsmaßnahmen durchführen, z. B. über Facebook den Freundeskreis ausforschen, E-Mails mitlesen, eine Onlinedurchsuchung bei Online-Speicherdiensten machen,  über den Play-Store Schadsoftware auf Android-Geräte installieren, mit der PUK die auf einer SIM-Karte hinterlegten Kontakte und SMSen lesen, mit dem Google-Accountpasswort die Bildschirmsperre eines Android-Handies aufheben. Ob sie das dürfen, dürfte die Behörden nicht interessieren. (Siehe z. B. <a href="http://ijure.org/wp/wp-content/uploads/2011/01/LG_Landshut_4_Qs_346-101.pdf">illegaler Einsatz des Bayerntrojaners</a>). Die strengeren rechtlichen Anforderungen für Überwachungsmaßnahmen wie die TKÜ werden somit komplett unterlaufen.</p>
<p>Durch die Massenabfrage von IP-Adressen können Massen-Überwachungsaktionen durchgeführt werden. Die rechtswidrige, aber trotzdem regelmäßig durchgeführte <a href="https://netzpolitik.org/2012/homepageuberwachung-bundeskriminalamt-hat-mehr-als-150-fahndungsseiten-uberwacht/">Überwachung und Zurückverfolgung von Internetnutzern, die Behördenseiten besuchen</a>, wird damit viel einfacher und dürfte massenhaft eingesetzt werden. Bei solchen Aktionen gilt für viele Behörden sowieso das Motto &#8220;Legal, illegal, scheißegal&#8221; &#8211; die Überwachung in NRW <a href="https://netzpolitik.org/2012/homepageuberwachung-polizei-nrw-rasterte-jahrelang-besucher-ihrer-webseiten-womoglich-auch-rechtswidrig/">fand auch statt</a>, nachdem das ausdrücklich für rechtswidrig erklärt worden war. Dank automatischer Schnittstelle wird massenhafter Missbrauch ala Dresdner Handydatenskandal viel leichter und unauffälliger.</p>
<p>Wer es selbst nachlesen will: Das Gesetz wurde nach anfänglicher Kritik geändert, sodass jetzt ein <a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/120/1712034.pdf">Originalentwurf</a> und ein <a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/17/128/1712879.pdf">Änderungstext</a> existiert, falls ich eine zusammengefasste Version finde, werde ich den Link hier nachtragen. (Edit: <a href="https://pad.foebud.org/ep/pad/view/ro.EenwjjmyBMTa9w/latest">hier</a> findet sich eine von Freiwilligen erstellte Version &#8211; Danke!)</p>
<p>Es handelt sich um ein Zustimmungsgesetz (das erkennt man übrigens an der Formulierung &#8220;Der Bundestag hat <em>mit Zustimmung des Bundesrates</em>&#8230;&#8221; im Gesetzesentwurf). Ohne die Zustimmung im Bundesrat kann die Bundesregierung das Gesetz also nicht beschließen, und dort hat sie keine Mehrheit. Leider hat die SPD bereits versprochen, das Gesetz und damit diesen eklatanten Grundrechteabbau zu unterstützen, und verkauft das als &#8220;<a href="http://blogs.spdfraktion.de/netzpolitik/2013/03/20/schwieriger-kompromiss/">wichtigen Kompromiss</a>&#8220;, weil sie es geschafft haben, einige kleine Verbesserungen einzubringen. <strong>Das ändert aber nichts daran, dass die Bestandsdatenauskunft inakzeptabel ist, und die SPD diesen Grundrechteabbau ohne Not und freiwillig mitträgt.</strong> Vielleicht überlegen sich einige Landes-SPDs ja noch, ob sie da mitmachen wollen, wenn sie merken, dass die Öffentlichkeit zuschaut.</p>
<p><strong>Deswegen finden bundesweit friedliche Demos in über 25 Städten statt.</strong> Los geht es bereits dieses Wochenende (bundesweiter Aktionstag ist der 14.4., einige Städte fangen schon früher an), die zweite Runde gibt es am 27.4. (auch hier machen einige Städte die Demos schon früher). Die genauen Orte finden sich z. B. im <a href="http://bda.protestwiki.de/wiki/Orte">Protestwiki</a>. In Frankfurt am Main fängt die Demo am 14.4. um 13:00 Uhr am Römer an. (Nazis sind bei den Demos übrigens ausdrücklich nicht willkommen.)</p>
<p><strong>Kommt nicht nur zu den Demos, sondern weist auch andere Leute auf die Bestandsdatenauskunft und die Demos hin</strong>, und fordert sie auf, ebenfalls Leute mitzubringen und auf die BDA hinzuweisen! Aktuell ist das Thema selbst unter politisch aktiven Informatikern viel zu wenig bekannt, da die Medien bisher kaum darüber berichtet haben.</p>
<h3>Bestandsdatenauskunft ist Scheiße &#8211; und nun?</h3>
<p>Es gibt einige Leute, die der Meinung sind, wir müssten Alternativen zur BDA aufzeigen, um sie kritisieren zu dürfen, und die Ermittlungsbehörden würden solche Befugnisse brauchen, um uns vor Kriminalität zu schützen. Das ist im Fall der Bestandsdatenauskunft reiner <strong>Unsinn</strong>. Die Bestandsdatenauskunft in der jetztigen Form missachtet sämtliche rechtsstaatlichen Grundsätze, pfeift auf Verhältnismäßigkeit, und erlaubt nahezu beliebigen Behörden, nahezu beliebige Bestandsdaten inkl. Passwörtern abzugreifen &#8211; außer bei den Passwörtern sogar ohne jegliche richterliche Kontrolle!</p>
<p>Als Piraten und Bürgerrechtsaktivisten ist es nicht unsere Aufgabe oder Pflicht, Vorschläge für &#8220;bessere&#8221; Überwachungsgesetze zu schreiben, und ich bin maßlos enttäuscht von jedem, der ohne das Problem wirklich verstanden zu haben, die darin enthaltenen Überwachungsbefugnisse kleinredet und das Gesetz verharmlost (ja, <a href="http://tarzun.de/archives/572-Bestandsdatenauskunft-ist-Scheisse.-Und-nun.html">tarzun</a>, das gilt insbesondere für Leute die im Piratenvorstand sitzen) und so die Salamitaktik des stetigen Grundrechteabbaus unterstützt.</p>
<p>Wir brauchen aktuell keine weiteren Erweiterung der Rechte der Ermittlungsbehörden, sondern erstmal ein Freiheitspaket, was die katastrophalen Änderungen der letzten 20 Jahre rückgängig macht. Weiterhin brauchen wir Ermittlungsbehörden, die Befugnisse und Möglichkeiten nicht missbrauchen, und bei denen Missbrauch ernsthaft geahndet wird. Wenn wir Ermittlungsbehörden haben, die sich zuverlässig an geltendes Recht halten, dann und erst dann können wir darüber nachdenken, ihnen die und nur die Befugnisse zu geben, die sie zur Erfüllung ihrer Aufgaben zwingend benötigen, unter Einhaltung aller machbaren Vorsichtsmaßnahmen. Eine automatische Identifizierung von Internetnutzern ist unnötig, und es gibt keine Rechtfertigung dafür, irgendeine derartige Maßnahme ohne wirksamen Richtervorbehalt einzuführen.</p>
<p>Die BDA wäre auch dann abzulehnen, wenn Passwörter nur bei Verdacht auf bestimmte Straftaten abgefragt werden dürften, denn wer verdächtig ist, ist noch nicht schuldig. Ein Verdacht hebt das Grundrecht auf Privatsphäre nicht auf. Natürlich wäre es für die Behörden hilfreich, wenn sie alles dürften. Das darf in einem Rechtsstaat aber nicht das Kriterium sein.</p>
<p>Selbst wenn eine Erweiterung der Befugnisse der Behörden für sinnvoll erachten würde, kann die Diskussion darüber nicht auf Basis eines völlig überzogenen, verfassungswidrigen Gesetzes geschehen. Denn das ist die übliche Taktik &#8220;das zehnfache des Sinnvollen fordern, um am Ende das doppelte zu bekommen&#8221;. Das kann man sich etwa so vorstellen:</p>
<blockquote><p>Regierung: &#8220;Hey, ich werde dir zehn Backsteine in den Arsch schieben&#8221;<br />
Bürger: &#8220;WTF? NEIN! WAS FÄLLT DIR EIN!&#8221;<br />
Regierung: &#8220;Ok, du hast gewonnen. Zwei sind ein fairer Kompromiss!&#8221;<br />
Bürger: &#8220;Hm, immer noch scheiße, aber naja&#8230;&#8221; *bück*</p></blockquote>
<p>Deswegen kann es über die Bestandsdatenauskunft keinerlei Debatte geben, außer die Forderung nach kompletter Ablehnung. Wir müssen auch keinen &#8220;Gegenvorschlag&#8221; für weitere Überwachungsgesetze machen. Unser Gegenvorschlag lautet: Die Grundrechte achten und bewahren!</p>
<p>Wenn wir nicht für unsere Grundrechte kämpfen, wenn wir dieses Gesetz ohne massiven Widerstand durchgehen lassen, dann war das nur der Anfang &#8211; dann folgen noch dreistere Gesetze, bis &#8220;Privatsphäre&#8221; nur noch in Geschichtsbüchern zu finden ist.</p>
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		<title>Verified by Visa &#8211; Unsicherheit mit System</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Jan 2013 12:24:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Früher konnte man mit einer Kreditkarte einfach online zahlen, indem man Kreditkartennummer und Gültigkeitsdatum (und später noch CVV2) eingegeben hat. Das hatte den Nachteil, dass ein Betrüger, der diese Angaben erfahren hat, auch mit der Karte einkaufen konnte. Besonders einfach ist es natürlich, wenn ein Händler selbst der Betrüger ist oder mit Betrügern zusammenarbeitet. Deswegen [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1633&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Früher konnte man mit einer Kreditkarte einfach online zahlen, indem man Kreditkartennummer und Gültigkeitsdatum (und später noch CVV2) eingegeben hat. Das hatte den Nachteil, dass ein Betrüger, der diese Angaben erfahren hat, auch mit der Karte einkaufen konnte. Besonders einfach ist es natürlich, wenn ein Händler selbst der Betrüger ist oder mit Betrügern zusammenarbeitet.</p>
<p>Deswegen haben sich die Kartenherausgeber ein System ausgedacht, was dieses Problem lösen sollte: Der Händler leitet einen auf die Seite der Bank um, dort meldet man sich mit einem Kennwort an, was nur dem Karteninhaber und der Bank bekannt ist, und die Bank bestätigt, dass der Karteninhaber sich angemeldet hat. Visa nennt das &#8220;Verified by Visa&#8221;, Mastercard nennt es &#8220;Mastercard SecureCode&#8221;, und allgemein werden diese Verfahren als 3-D-Secure-Verfahren bezeichnet. Da das Passwort im Gegensatz zu den Kreditkartendaten immer nur zwischen Kunde und Bank (verschlüsselt) ausgetauscht wird, ist es für Betrüger deutlich schwerer, an dieses Passwort zu gelangen. Eigentlich genial.</p>
<p>Eigentlich. Wenn der Nutzer auch tatsächlich das Passwort nur auf der Bankseite eingibt. Dafür muss er wissen, wie er die Bankseite erkennt, und auch darauf achten. Idealerweise, indem die Verifikationsseite, auf der der Kunde sein Verified-by-Visa-Passwort eingibt, auf der dem Kunden bekannten Domain seiner Bank betrieben wird. Aus unerklärlichen Gründen passiert genau das leider oft nicht, und ein Kunde kann nicht wissen, ob die Seite wirklich zu seiner Bank gehört oder nicht. Auch dafür gibt es eine Lösung: Mit EV-Zertifikaten wird der Name des Webseitenbetreibers neben der Adresszeile angezeigt (<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/File:Extendedvalidation.PNG">Beispiel</a>). Darauf könnte man die Kunden trainieren, und Kunden mit Ahnung von IT-Sicherheit hätten etwas, worauf sie sich verlassen könnten.</p>
<p>Das setzt aber voraus, dass die Kunden wirklich auf die Bankseite umgeleitet werden, und somit sehen können, auf welcher Seite sie sind. Immer mehr Händler binden die Bankwebsite aber per IFrame in ihre eigene Website ein, statt den Kunden auf die Bankwebsite umzuleiten. Ohne den Quelltext der Seite auseinanderzunehmen, kann der Kunde nicht sehen, ob das Eingabeformular wirklich von seiner Bank stammt, oder einfach das Passwort einem betrügerischen Onlineshop (oder einem Hacker, der einen echten Onlineshop manipuliert hat) ausliefert. Was eigentlich ein untrügliches Zeichen für Phishing ist (Eingabeformular für Bankpasswort auf Nicht-Bank-Website), ist bei Verified-by-Visa/3D-Secure nicht nur völlig normal, sondern sogar die ausdrücklich empfohlene Art, das 3D Secure-Verfahren umzusetzen.</p>
<p>Um dem Kunden die Echtheit der Seite zu bestätigen, gibt es daher eine &#8220;persönliche Begrüßung&#8221;, die nach der Eingabe der Kreditkartennummer, aber vor der Eingabe des Passworts, angezeigt wird. Dieses auch auf anderen Seiten beliebte Verfahren ist völlig wirkungslose Scheinsicherheit: Eine bösartige Website, die das Passwort abgreifen will, kann per Software die Website der Bank besuchen, die Kreditkartennummer des Kunden dort eingeben, und bekommt daraufhin die persönliche Begrüßung mitgeteilt. Diese kann sie nun dem Kunden anzeigen und sich so als besonders echt ausweisen. Theoretisch könnte das gegen &#8220;dumme&#8221; Phishingseiten schützen, die sich diese Mühe nicht machen wollen, praktisch wird dort das Fehlen der Begrüßung aber den meisten Kunden nicht auffallen.</p>
<p>Das Verfahren mit Kreditkartennummer, Gültigkeitsdatum und später CVV2 war auch notorisch unsicher, führte zu Missbrauch, aber es war bequem. Die Kartenherausgeber nahmen das bewusst in Kauf und übernahmen die Schäden, weil die Kreditkarten gerade durch ihre Bequemlichkeit attraktiv waren &#8211; den Kunden konnte die Unsicherheit egal sein, da die Kreditkartenherausgeber die Schäden übernahmen. Mit der Einführung von Verified by Visa/3-D Secure könnte sich das ändern. Mit dem Argument, das Verfahren sei sicher und jeder Missbrauch sei auf Fahrlässigkeit des Kunden zurückzuführen, könnten Banken nun versuchen, die Schäden auf Kunden abzuwälzen. Insbesondere das sinnlose Verfahren mit der persönlichen Begrüßung stinkt förmlich danach, dass das System als deutlich sicherer dargestellt werden soll, als es ist.</p>
<p>Deswegen schreibe ich diesen Beitrag: Das Verfahren ist unsicherer Murks, aber der Kunde hat keine andere Wahl, als es zu benutzen, wenn er seine Kreditkarte nutzen will. Solange die Bank dafür haftet, ist das auch völlig OK. Sollte eine Bank aber versuchen, die Folgen ihrer eigenen Fahrlässigkeit auf die Kunden abzuwälzen, ist dies inakzeptabel. Ich hoffe, dieses Posting trägt dazu bei, dass die Unsicherheit von Verified-by-Visa/3-D Secure besser bekannt wird, und es Banken dadurch schwerer wird, die Schäden unrechtmäßig auf ihre Kunden abzuwälzen.</p>
<p>Das Problem ist übrigens nicht neu und es haben schon zig Leute darüber geschrieben &#8211; siehe z. B. das Paper von <a href="http://www.cl.cam.ac.uk/~rja14/Papers/fc10vbvsecurecode.pdf">Steven J. Murdoch und Ross Anderson</a>, die regelmäßig vermurkste Bank-Sicherheitssysteme auseinandernehmen. Von Ross Anderson ist auch <a href="http://www.cl.cam.ac.uk/~rja14/Papers/ukca.pdf">dieser herrliche offene Brief</a> (Leseempfehlung!) an einen Kartenherausgeber-Verband, der die Publikation unangenehmer Forschungsergebnisse mit rechtlichen Drohungen verhindern wollte. Anderson findet in seinem vor Sarkasmus triefenden Meisterwerk  sehr deutliche Worte für das Abwälzen von Schäden durch unsichere Systeme auf die Kunden, indem behauptet wird, die Systeme seien sicher.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Es gibt noch einen weiteren, viel banaleren Grund, warum ich Verified by Visa hasse: Es ist lästig. Da man in Deutschland Kreditkarten online meist ca. einmal im Jahr braucht, kann ich mir das Passwort nie merken (speichern/aufschreiben darf man es natürlich auch nicht, und die sinnlosen Beschränkungen auf 8-10 Zeichen, die die Comdirect einem aufzwingt, tun ihr übriges). So besteht eine Kreditkartenzahlung für mich immer daraus, dass ich mich bei meiner Bank einloggen und dort mittls PIN+iTAN ein neues Kennwort setzen muss. Sehr komfortabel. Insbesondere, wenn die Bank wie gerade eben Wartungsarbeiten hat, und ich meine Kreditkarte deswegen nicht nutzen kann, oder wenn man dringend unterwegs ein Zugticket per Kreditkarte online bezahlen muss, aber die TAN-Liste zu Hause liegt. Die Kreditkarte ist so vom bequemsten Online-Zahlungsverfahren zum Umständlichsten geworden, ohne auch nur ansatzweise vergleichbare Sicherheit zu bieten. Herzlichen Glückwunsch.</p>
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		<title>Besuch bei der Bundesdruckerei</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Nov 2012 15:41:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bernd Schlömer und ich sind Anfang November einer Einladung der Bundesdruckerei gefolgt und haben sie in Berlin besucht. Dabei ging es vor allem um den elektronischen Personalausweis (weswegen ich dabei war). Hier möchte ich euch kurz von dem Besuch berichten und auch an einigen Stellen meine Meinung dazugeben. Wir bekamen eine kurze Vorstellung der Bundesdruckerei, [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1628&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Bernd Schlömer und ich sind Anfang November einer Einladung der Bundesdruckerei gefolgt und haben sie in Berlin besucht. Dabei ging es vor allem um den elektronischen Personalausweis (weswegen ich dabei war). Hier möchte ich euch kurz von dem Besuch berichten und auch an einigen Stellen meine Meinung dazugeben.</p>
<p>Wir bekamen eine kurze Vorstellung der Bundesdruckerei, eine Führung durch die ePerso-Produktion (ein paar Infos zum Aufbau des Ausweises siehe <a href="http://www.personalausweisportal.de/DE/Buergerinnen-und-Buerger/Der-neue-Ausweis/Steckbrief/steckbrief_node.html">hier</a>, <a href="http://www.personalausweisportal.de/SharedDocs/Downloads/DE/Flyer-und-Broschueren/Flyer_Bundesdruckerei_Sicherheitsmerkmale_nPA.pdf?__blob=publicationFile">hier</a> und <a href="http://www.cio.bund.de/DE/Strategische-Themen/IT-Investitionsprogramm/Aktivitaeten/CeBIT-2011/Vortraege/bka_dr_seidel_physikalische_sicherheitsmerkmale_des_npa_download.pdf?__blob=publicationFile">hier</a> <strong>Edit</strong>: und <a href="http://www.behoerden-spiegel.de/icc/Internet/sub/60b/60b705bd-2515-fa31-997b-8fb407b988f2,,,aaaaaaaa-aaaa-aaaa-bbbb-000000000003&amp;uMen=1f75009d-e07d-f011-4e64-494f59a5fb42.htm">hier</a>) und haben anschließend sachlich über unsere Kritik am eID-Verfahren diskutiert.</p>
<p>Die Bundesdruckerei ist eine GmbH in Staatsbesitz, also ein gewinnorientiertes Unternehmen. Sie handelt somit nach wirtschaftlichen Kriterien; Behörden sind entsprechend Kunden der Firma. Die Bundesdruckerei bedient auch ausländische Kunden. Die Bundesdruckerei-Gruppe umfasst neben der eigentlichen Bundesdruckerei GmbH noch weitere Firmen, unter anderem auch die Zertifizierungsstelle D-Trust.</p>
<p>Die Bundesdruckerei sieht in eID eine große und für die Zukunft auch extrem wichtige Chance. Die sichere Authentifizierung im Internet ist ein wichtiges Problem, welches der ePerso löst. Die Sicherheitsprobleme, die sich im Umfeld der eID-Anwendung (hauptsächlich AusweisApp) finden, seien lösbar und daher kein Argument gegen die eID-Lösung. (Ich bin da eher der Meinung, dass die Sicherheitsprobleme mit der Zeit mehr werden, da mit der Zeit attraktive, aber unsichere Nutzungsweisen eingeführt werden. Beispielsweise ist geplant, den ePerso auch an Automaten einzusetzen, was weitere erhebliche und prinzipbedingte Gefahren birgt.)</p>
<p>Die Bundesdruckerei ist ein wenig enttäuscht darüber, dass wir als moderne Technikpartei den ePerso so vehement ablehnen, und dass die Diskussion teilweise unsachlich geführt wird.</p>
<p>eID biete große Vorteile für Bürger und Unternehmen. Beispielsweise könnte man mit eID Konten online eröffnen, ohne zwecks Postident zur Post rennen zu müssen. Das sehe ich übrigens genauso &#8211; bin aber der Meinung, dass sich das mit normalen Signaturkarten gut machen lässt.</p>
<p>Wir haben daher auch darüber gesprochen, warum auf eine neue Technik (das eID-Verfahren) statt auf das gewöhnliche, alte Signaturverfahren gesetzt wurde. Diese Vorgaben kamen vom BSI bzw. BMI. Die Bundesdruckerei war zwar beratend tätig, die Kernentscheidungen wurden aber von BSI/BMI getroffen. Die von mir geäußerte Vermutung, dass auch wirtschaftliche Interessen (der Wunsch nach einem neuen, international exportierbaren Standard) bei den Designentscheidungen eine Rolle gespielt haben könnten, wurde entschieden verneint &#8211; das BSI würde sowas nicht mit berücksichtigen. Es kann natürlich auch sein, dass das BSI einfach eine eigene Technologie haben wollte.</p>
<p>Die eID-Technologie hat gegenüber von gewöhnlichen Signaturkarten einige Vorteile. Beispielsweise weist sich nicht nur der Ausweisinhaber gegenüber einer Website (dem Diensteanbieter) aus, sondern es findet eine beidseitige Authentifizierung statt. Nur Diensteanbieter, die zertifiziert sind, auf geeigneten Datenschutz geprüft wurden, die Daten auch wirklich benötigen, vertrauenswürdig sind etc. bekommen ein Berechtigungszertifikat, was zum Auslesen des elektronischen Personalausweises nötig ist. Gleichzeitig dürfen sie nur die Daten auslesen, die sie benötigen, und der Nutzer kann Daten einzeln freigeben. Das wäre mit gewöhnlichen Signaturkarten nur eingeschränkt möglich.</p>
<p>Weiterhin gibt es die Möglichkeit, z. B. anonym das Alter zu beweisen oder sich mit einem karten- und seitenspezifischen Pseudonym zu identifizieren. Das ist in der Tat eine Funktion, die mit Signaturkarten gar nicht geht. Die Pseudonyme gehen allerdings verloren, wenn man einen neuen Ausweis bekommt, was die Nutzbarkeit einschränkt. (Das ist eine -meiner Meinung nach korrekt getroffene- Designentscheidung.)</p>
<p>Ich konnte bei dem Gespräch auch einige Fragen zum Thema klären.</p>
<p>Die Personalausweise enthalten bei der Ausgabe keine Signaturzertifikate &#8211; um die sichere und sinnvolle Signaturfunktion zu nutzen, muss der Bürger sich neben einem teuren Lesegerät also noch ein solches Zertifikat kaufen, was ihn ca. 40 EUR pro Gültigkeitsjahr kostet. Technisch wäre es kein Problem, die Zertifikate von vorne herein aufzuspielen, und die zur Bundesdruckerei-Gruppe gehörende D-Trust GmbH kann solche Zertifikate ausstellen. Die Entscheidung, die Zertifikate nicht mit aufzuspielen, war eine politische Entscheidung, von der die Leute von der Bundesdruckerei auch nicht wirklich begeistert sind. Ein Argument für diese Entscheidung, was mir an anderer Stelle genannt wurde, war, dass das ja ein Eingriff in den freien Markt wäre und deswegen nicht gemacht wurde. Leider hat das zur Folge, dass eine der wirklich guten Funktionen des Ausweises für die Bürger nur mit zusätzlichem Aufwand und Kosten erreichbar ist.</p>
<p>Die Entscheidung, auf drahtlose Technik (NFC/RFID) statt normale kontaktbehaftete Technik zu setzen, hat mehrere Gründe. Einmal die Haltbarkeit, die Tests zufolge deutlich besser sein soll &#8211; auch gegenüber mechanischen Belastungen wie &#8220;10 Jahre lang in der Hosentasche rumtragen&#8221; und die damit verbundenen Biege-Belastungen. Die Karten sollten also die 10 Jahre durchhalten. Zudem haben moderne Handies zum Teil NFC, aber keine kontaktbehafteten Schnittstellen. Mit einer kontaktbehafteten Karte wären mobile Nutzungen so ausgeschlossen, deswegen wurde NFC als Technologie der Zukunft gewählt. Weiterhin soll der ePerso kompatibel mit den elektronischen Reisepässen sein, die kontaktlos gelesen werden.</p>
<p>Es ist davon auszugehen, dass die Lesereichweite von wenigen Zentimetern sich nicht deutlich ausweiten lässt. Für &#8220;dumme&#8221; Karten existieren zwar <a href="http://static.usenix.org/event/sec06/tech/full_papers/kirschenbaum/kirschenbaum.pdf">Experimente</a>, die mit großen Antennen eine Ausweitung auf rund 25 cm hinbekommen. Der ePerso-Chip ist aber deutlich komplexer und hat damit einen höheren Stromverbrauch. Daher sei es unwahrscheinlich, dass man aus 10 cm eine benutzbare Verbindung hinbekommt, die auch stabil bleibt, wenn das eID-Verfahren anläuft und die Kryptoprozessoren anfangen Strom zu ziehen. Die <a href="https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/ElektronischeAusweise/RadioFrequencyIdentification/MARSStudie/marsstudie_node.html">MARS-Studie</a> des BSI, auf die ich hingewiesen wurde, ist leider noch nicht abgeschlossen, dürfte dazu aber weitere Erkenntnisse bringen.</p>
<p>Zum Thema RFID-Fingerprinting hatte die Bundesdruckerei leider auch keine weiterführenden Informationen.</p>
<p>Für die pseudonyme Identifikationsfunktion haben zahlreiche Personalausweise den gleichen privaten Schlüssel (&#8220;Generationenschlüssel&#8221;). Dieser Schlüssel ist in jedem Ausweischip gespeichert und verlässt den Chip nicht. Würde es jemand schaffen, den Schlüssel auszulesen (z. B. über Seitenkanalangriffe oder Öffnen des Chips mittels FIB), wäre das ein ziemliches Sicherheitsproblem. Die Chips sind natürlich gegen solche Angriffe gesichert &#8211; aber eine Garantie dafür, dass das 10 Jahre lang hält, trauen sich auch die Hersteller der Chips nicht abzugeben. (Die Chips stellt die Bundesdruckerei nicht selbst her, sondern kauft sie von externen Herstellern ein.) Die genauen Folgen, die ein solcher Angriff hätte, sind noch nicht ganz klar. Es gibt eine Möglichkeit, auf einen zweiten, chipindividuellen Schlüssel zurückzugreifen. Das zerstört die Anonymität bzw. starke Pseudonymität, löst aber das Sicherheitsproblem. Weiterhin sollen die unveränderlichen Daten abweichend von dem was in der <a href="https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Downloads/DE/BSI/Publikationen/TechnischeRichtlinien/TR03127/BSI-TR-03127_pdf.pdf?__blob=publicationFile">TR 3127 des BSI</a>  steht (S. 14 oben) mittels eIDSecurityInfo gemäß <a href="https://www.bsi.bund.de/SharedDocs/Downloads/EN/BSI/Publications/TechGuidelines/TR03110/TR-03110_v2.1_P3pdf.pdf?__blob=publicationFile">BSI-TR 3110</a> A.1.1.6 signiert sein. Das dürfte viele Angriffe verhindern, selbst wenn die Schlüssel leaken. (Möglicherweise sind diese Signaturen auch erst dann abrufbar, wenn die chipindividuellen Schlüssel freigeschaltet werden.)</p>
<p>Das Nachladen von Zertifikaten für die Qualifizierte Elektronische Signatur erfordert derzeit einen Medienbruch (Aktivierungscode per Post). Das ist gut, könnte sich aber noch ändern. Eine starke Sitzungsbindung an den Ausweis soll beim Nachladen vorhanden sein (das ist gut).</p>
<p><strong>FAZIT</strong><br />
Ich bin immer noch kein Freund von ePerso und eID. Die eID-Funktion kann meiner Meinung nach nicht das Sicherheitsniveau bieten, auf welches viele vertrauen. Die millionenfach verteilten Basisleser sind unsicher, und die neuen Anwendungsszenarien sorgen für weitere Gefahren. Durch diesen Widerspruch zwischen angenommenem und tatsächlichem Sicherheitsniveau ergeben sich Gefahren für den Bürger &#8211; wenn er einem Angriff auf eID zum Opfer fällt, steht er einer erdrückenden Beweislast des &#8220;sicheren&#8221; Systems gegenüber, die er wiederlegen muss (und nicht kann).</p>
<p>Eine elektronische Identifikationsfunktion im Internet halte ich für sinnvoll &#8211; zumindest solange man davon ausgehen kann, dass Bundestag und BVerfG die diversen Unionspolitiker unter Kontrolle halten können, die dann wieder ihre Idee mit dem Realnamenzwang im Internet aufwärmen. Die zusätzlichen Funktionen von eID sind aber meiner Meinung nach nicht nützlich genug, um die Inkompatibilität und Sicherheitsprobleme in Kauf zu nehmen. Die wechselseitige Authentifizierung mittels Berechtigungszertifikat des Diensteanbieters wird eher eine bürokratische und teure Hürde sein, als ein nützliches Feature.</p>
<p>Den Verdacht, dass es sich beim ePerso (auch) um eine Wirtschaftsförderungsmaßnahme handelt und dieser Aspekt oft zu stark in den Vordergrund gerückt ist, werde ich trotz der gegenteiligen Beteuerungen leider auch nicht ganz los.</p>
<p>Elektronisch auslesbare Ausweisdokumente (Perso und Pass) laden außerdem zu zusätzlicher automatisierter Datensammlung und mehr (z. B. auch automatisierten) Kontrollen ein.</p>
<p>Daher bin ich weiterhin der Meinung: Den neuen Perso in Zukunft ohne Chip ausgeben, und davon getrennte, ggf. staatlich geförderte und vorzugsweise kontaktbehaftete Signaturkarten ausgeben, die auf bewährten internationalen Standards basieren. Die QES-Infrastruktur ist bereits teilweise vorhanden, und da sie auf bewährte Standards setzt, ist die Technik auch für Betreiber leicht einzurichten. Entsprechende signaturfähige Lesegeräte (Sicherheitsklasse 3) für kontaktbehaftete Signaturkarten sind für knapp<a href="https://www.sparkassen-shop.de/home/shop/startseite,1/kaan-tribank,2858/"> 36 EUR inkl. Versand</a> zu bekommen, die vergleichbaren Komfortleser beim ePerso kosten ab rund 100 EUR aufwärts. (Einen Standardleser mit Display, mit dem man nicht mittels ePerso signieren, aber eID halbwegs sicher nutzen kann, bekommt man schon ab <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B004FQL8RY/?tag=jansche-21">rund 55 EUR</a>. Mit einer normalen Signaturkarte kann dieser Leser übrigens signieren!)</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/datenschutz/'>Datenschutz</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/internet/'>Internet</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/piraten/'>Piraten</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/politik/'>Politik</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/sicherheit-statische-tags/'>Sicherheit</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/sonstiges/'>Sonstiges</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/'>Statische Tags</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/technik/'>Technik</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/verbraucherrechte/'>Verbraucherrechte</a> Tagged: <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/berlin/'>berlin</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/bsi/'>BSI</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/bundesdruckerei/'>bundesdruckerei</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/eid/'>eID</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/elektronische-signatur/'>elektronische Signatur</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/elektronischer-personalausweis/'>elektronischer personalausweis</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/epa/'>epa</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/eperso/'>eperso</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/neuer-personalausweis/'>neuer personalausweis</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/nfc/'>nfc</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/npa/'>nPa</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/piratenpartei/'>piratenpartei</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/qes/'>QES</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/qualifizierte-elektronische-signatur/'>Qualifizierte Elektronische Signatur</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/rfid/'>rfid</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/janschejbal.wordpress.com/1628/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/janschejbal.wordpress.com/1628/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1628&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Android: Löschfunktion löscht nicht richtig</title>
		<link>http://janschejbal.wordpress.com/2012/03/19/android-loschfunktion-loscht-nicht-richtig/</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Mar 2012 10:23:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[(For english version, see the post on the Hatforce site) Für einen Hatforce-Test musste ich ein gebrauchtes Android-Handy zurücksetzen, um die privaten Daten zu löschen, bevor ich mit dem Test loslege. Dafür hat Android eine eingebaute Löschfunktion: &#8220;Factory Data Reset&#8221; oder auf deutsch &#8220;Auf Werkszustand zurücksetzen&#8221;. Zahlreiche Webseiten empfehlen, diese zu nutzen, bevor man das [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1614&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>(For english version, see the <a href="https://www.hatforce.com/blog/android/wipe">post on the Hatforce site</a>)</p>
<p>Für einen <a href="http://hatforce.com/">Hatforce</a>-Test musste ich ein gebrauchtes Android-Handy zurücksetzen, um die privaten Daten zu löschen, bevor ich mit dem Test loslege. Dafür hat Android eine eingebaute Löschfunktion: &#8220;Factory Data Reset&#8221; oder auf deutsch &#8220;Auf Werkszustand zurücksetzen&#8221;. Zahlreiche Webseiten empfehlen, diese zu nutzen, bevor man das Gerät verkauft &#8211; wie ich feststellen musste, löscht diese aber nicht immer zuverlässig.</p>
<p>Vorher dem Löschen wollte ich natürlich meine Daten sichern, und zwar auf meinem PC und nicht bei Google. Das geht mit Titanium Backup relativ einfach (<a href="http://janschejbal.wordpress.com/2012/03/13/android-apps-konnen-nicht-nur-fotos-lesen-titaniumbackup-user-aufgepasst/">führt aber zu Gefahren</a>!), dafür braucht man allerdings root-Rechte auf dem Gerät. Um die auf dem offiziellen Weg zu bekommen, muss man den Bootloader entsperren &#8211; und dabei werden die Daten gelöscht. Mittels des <a href="https://github.com/revolutionary/zergRush/">zergRush</a>-Exploits geht das aber auch ohne Datenverlust. Im Anschluss hat man vollen Zugriff auf das Gerät.</p>
<p>Nachdem ich meine Daten gesichert und das Gerät mit der oben genannten Funktion gelöscht hatte, habe ich die Gelegenheit genutzt und getestet, ob die Löschfunktion sauber funktioniert. Mit<br />
<code><br />
    cat /dev/block/platform/s3c-sdhci.0/by-name/userdata | strings<br />
</code><br />
habe ich die Rohdaten des Speichers ausgelesen und mir lesbare Zeichenketten anzeigen lassen &#8211; und siehe da, jede Menge persönlicher Daten! Mittels netcat lässt sich die Rohversion des Speichers auf den PC übertragen und dort in Ruhe mit photorec und ähnlichen Tools bearbeiten, um noch mehr (wie z. B. Fotos) zu Tage zu fördern.</p>
<p>Zumindest auf dem Samsung/Google Nexus S mit Android 2.3.6 taugt die eingebaute Löschfunktion also nichts. <strong>Mit geringem Aufwand und öffentlich verfügbaren Tools können große Teil der Daten, wie Fotos und evtl. auch Passwörter, wiederhergestellt werden.</strong> Auch das Löschen über das versteckte Recovery-Menü hat nichts gebracht. Beim Unlocken des Bootloaders hingegen wurde der Speicher genullt, sodass nichts mehr wiederherstellbar war. Ab Android 3.0 scheint das Problem laut Sourcecode behoben zu sein, getestet habe ich es aber mangels Testgerät nicht. (<a href="http://developer.android.com/resources/dashboard/platform-versions.html">95%</a> der Geräte laufen aber derzeit auf älteren Versionen.) Ob/welche anderen Geräte betroffen sind oder ob die Hersteller Anpassungen gemacht haben, um das Problem zu beheben, weiß ich natürlich nicht.</p>
<p>Da man das Gerät auch nach einem Wipe rooten und die Daten wiederherstellen kann, betrifft das auch Geräte, die in gesperrtem Zustand verloren werden. Zunächst kommt der Finder/Dieb nicht an die Daten heran (weil er das Gerät nicht entsperren kann, und damit weder den USB-Speicher noch das für das Rooten nötige USB-Debugging einschalten kann). Wenn er es aber über den Recovery-Modus löscht, wird die Sperre ebenfalls entfernt, und er kann die Daten wiederherstellen. Ob das Gerät vorher gerootet war, spielt dementsprechend keine Rolle.</p>
<p>Wenn ich ein Android-Gerät verkaufen müsste, würde ich es vermutlich wipen, die Partitionen (inkl. Datenpartition) über eine Rootshell mit Datenmüll vollschreiben, und es wieder wipen. Wie das System darauf reagiert, wenn man die Blockdevices direkt überschriebt (was eigentlich besser wäre), habe ich lieber nicht ausprobiert.</p>
<p>(Auf Englisch ist es etwas ausführlicher im <a href="https://www.hatforce.com/blog/android/wipe">Hatforce-Blogeintrag</a> erklärt.)</p>
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		<item>
		<title>Android: Apps können nicht nur Fotos lesen (TitaniumBackup-User aufgepasst!)</title>
		<link>http://janschejbal.wordpress.com/2012/03/13/android-apps-konnen-nicht-nur-fotos-lesen-titaniumbackup-user-aufgepasst/</link>
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		<pubDate>Tue, 13 Mar 2012 13:53:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor einigen Tagen wurde in der Presse berichtet, dass Android-Apps ohne besondere Berechtigungen auf die Fotos des Nutzers zugreifen können. Da ich mich gewundert habe, warum es nur die Fotos betreffen soll, hab ich mal genauer nachgeschaut. Apps können nicht nur &#8220;Fotos&#8221; lesen. Apps können, ohne dafür irgendwelche Berechtigungen anfordern zu müssen, den Inhalt des [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1606&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Vor einigen Tagen wurde in der Presse <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Android-Apps-haben-vollen-Zugriff-auf-Nutzer-Fotos-1446702.html">berichtet</a>, dass Android-Apps ohne besondere Berechtigungen auf die Fotos des Nutzers zugreifen können. Da ich mich gewundert habe, warum es nur die Fotos betreffen soll, hab ich mal genauer nachgeschaut. Apps können nicht nur &#8220;Fotos&#8221; lesen. <strong>Apps können, ohne dafür irgendwelche Berechtigungen anfordern zu müssen, den Inhalt des USB-Speichers (/sdcard/) lesen</strong> &#8211; nur für das Schreiben wird eine Berechtigung gefordert. Das ist laut Android Security Team übrigens kein Bug, soondern ein <a href="http://developer.android.com/guide/practices/security.html#Data">gut dokumentiertes</a> Feature. Glücklicherweise ist trotzdem geplant, dafür eine Permission einzuführen.</p>
<p>Das bedeutet übrigens, dass derzeit jedes werbefinanzierte Spiel (welches wegen der Werbung immer Internet-Permissions hat), genug Rechte hat, um den gesamten Inhalt des USB-Speichers über das Internet zu verschicken. Das wird insbesondere dann ein großes Problem, wenn man dort z. B. mittels TitaniumBackup auch Backups der App-Daten (die normalerweise vor Zugriff geschützt sind) ablegt.</p>
<p>Nochmal: <strong>Wenn man Titanium Backup nutzt, legt man seine App-Daten in einen Ordner, der von <u>jeder</u> App gelesen werden kann!</strong></p>
<p>Ich hab in meinem Handy keine externe SD-Karte, deswegen kann ich nicht prüfen, ob es schwieriger ist, auf dort (/sdcard/external_sd) gespeicherte Daten zuzugreifen, ich glaube aber, dass es damit genauso aussieht.</p>
<p>Ein &#8220;chmod 770 /mnt/sdcard/&#8221; funktioniert auf meinem (gerooteten) Galaxy Nexus übrigens nicht. Vermutlich müsste man den Speicher dafür irgendwie mit rootmode=770 remounten. Wenn das überhaupt klappt, dürfte mit Nebenwirkungen zu rechnen sein &#8211; Experimentieren auf eigene Gefahr!</p>
<p>In den nächsten Tagen wird es hier noch 1-2 weitere Postings zur Android-Sicherheit geben &#8211; während eines Sicherheitstests für <a href="https://www.hatforce.com/">Hatforce</a> sind mir nämlich noch andere Dinge aufgefallen.</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/datenschutz/'>Datenschutz</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/newskommentare/'>Newskommentare</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/piraten/'>Piraten</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/sicherheit-statische-tags/'>Sicherheit</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/sonstiges/'>Sonstiges</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/'>Statische Tags</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/technik/'>Technik</a> Tagged: <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/android/'>android</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/android-security/'>android security</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/app/'>app</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/apps/'>apps</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/external-storage/'>external storage</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/fotos/'>fotos</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/hatforce/'>hatforce</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/lesen/'>lesen</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/sd-card/'>sd card</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/sd-karte/'>sd-karte</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/sdcard/'>sdcard</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/security/'>security</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/titaniumbackup/'>titaniumbackup</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/janschejbal.wordpress.com/1606/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/janschejbal.wordpress.com/1606/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1606&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Massenüberwachung des Internets dürfte ein Fakt sein</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 00:31:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine Firma hat laut Golem ein Storage-System gebaut, was 10.000.000 Terabyte (!) speichern kann. Wir reden hier nebenbei von ca. 5 Mio. Festplatten nach Angaben der Firma. Der wirklich interessante Teil sind aber folgende Aussagen: Angesichts des steigenden Internettraffics geht Cleversafe davon aus, dass es 2015 Unternehmen geben wird, die Datenmengen von 80 Exabyte pro [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1589&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Firma hat <a href="http://www.golem.de/1201/89375.html">laut Golem</a> ein Storage-System gebaut, was 10.000.000 Terabyte (!) speichern kann. Wir reden hier nebenbei von ca. 5 Mio. Festplatten nach <a href="http://www.cleversafe.com/news-reviews/press-releases/153-cleversafe-announces-10-exabyte-storage-system-configuration">Angaben</a> der Firma. Der wirklich interessante Teil sind aber folgende Aussagen:</p>
<blockquote><p>Angesichts des steigenden Internettraffics geht Cleversafe davon aus, dass es 2015 Unternehmen geben wird, die Datenmengen von 80 Exabyte pro Monat analysieren müssen.</p></blockquote>
<p>sowie der Schlusssatz</p>
<blockquote><p>Zu den Investoren von Cleversafe gehört unter anderem auch die CIA-Tochter In-Q-Tel.</p></blockquote>
<p>Im Prinzip steht da unverblümt, dass es &#8220;Unternehmen&#8221; gibt, die Internettraffic in großen Massen analysieren. Cisco <a href="http://www.cisco.com/en/US/solutions/collateral/ns341/ns525/ns537/ns705/ns827/white_paper_c11-481360_ns827_Networking_Solutions_White_Paper.html">prognostiziert</a>, dass Ende 2015 der Internettraffic pro Monat <em><small>*trommelwirbel*</small></em> 80 Exabyte betragen wird. Es deutet also vieles darauf hin, dass die CIA <em>sämtlichen </em>Traffic global überwacht oder überwachen will, und sich nicht mal sonderlich bemüht, das geheimzuhalten. </p>
<p><em>Das</em> massiv geschnüffelt wird, ist seit <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Echelon_%28signals_intelligence%29">ECHELON</a> eigentlich öffentlich und unbestritten bekannt, auch wenn man es immer wieder gerne verdrängt. Dieses Ausmaß könnte aber vielleicht doch überraschen.</p>
<p>Gleichzeitig gibt es eine Firma namens <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/D-Wave_Systems">D-Wave Systems</a>, die behauptet, einen 128-Qbit-Quantencomputer kommerziell anzubieten. Die Behauptung ist natürlich kontrovers und kann durchaus sein, dass es sich dabei um einen Fake handelt. Wären aber derartige Quantencomputer tatsächlich auf dem zivilen Markt erhältlich, wäre meiner Meinung nach davon auszugehen, dass Geheimdienste bereits jetzt leistungsfähige Quantencomputer mit genug Qbits haben, um gängige Schlüssellängen bei RSA und Diffie-Hellman zu brechen. Damit dürften alle gängigen Verbindungen, die asymmetrische Kryptographie nutzen, inklusive solcher, die eigentlich Perfect Forward Secrecy haben, gebrochen sein, auch rückwirkend bezogen auf den in der Vergangenheit gesammelten Traffic.</p>
<p>Als Sahnehäubchen könnte man jetzt noch die Fortschritte bei der Spracherkennungstechnologie nennen, die bereits im zivilen Bereich <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Visual_voicemail">Transkripte von Anrufbeantworternachrichten</a> erstellt. Das kann man natürlich auch wunderbar verwenden, um Transkripte von abgehörten Gesprächen zu erstellen und sie so maschinenlesbar zu machen.</p>
<p>Schöne neue Welt, nicht?</p>
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		<item>
		<title>Karten, Apps und Löcher &#8211; Ein Rückblick zum ePerso</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Nov 2011 10:16:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor knapp über einem Jahr wurde der neue, elektronische Personalausweis eingeführt. Vor einem Jahr und einem Tag wurde die erste Version der AusweisApp veröffentlicht &#8211; und vor genau einem Jahr habe ich die massive Sicherheitslücke in der AusweisApp aufgedeckt. Diesen Tag möchte ich daher für einen Rückblick nutzen, und laientauglich die wichtigsten Dinge zum ePerso [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1572&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Vor knapp über einem Jahr wurde der neue, elektronische Personalausweis eingeführt. Vor einem Jahr und einem Tag wurde die erste Version der AusweisApp veröffentlicht &#8211; und vor genau einem Jahr habe ich die <a href="http://janschejbal.wordpress.com/2010/11/09/ausweisapp-gehackt-malware-uber-autoupdate/">massive Sicherheitslücke in der AusweisApp aufgedeckt</a>. Diesen Tag möchte ich daher für einen Rückblick nutzen, und laientauglich die wichtigsten Dinge zum ePerso erläutern: Was ist der ePerso eigentlich? Wie sicher ist er? Wem soll er nutzen? Wer profitiert wirklich davon? Und was ist daraus eigentlich geworden?</p>
<h3 style="border-bottom:1px solid #ddd;margin-bottom:7px;padding-bottom:3px;padding-top:30px;">Inhalt</h3>
<ol>
<li><a href="#epersovorstellung">Was ist der ePerso?</a></li>
<li><a href="#epersogefahren">Sicherheit und Gefahren</a></li>
<li><a href="#epersoausweisapp">Die AusweisApp und ihre Lücke</a></li>
<li><a href="#epersonutzen">Der Nutzen des Ausweises</a></li>
<li><a href="#epersowirtschaft">Kosten und Wirtschaftsförderung</a></li>
<li><a href="#epersofazit">Fazit</a></li>
</ol>
<h3 id="epersovorstellung" style="border-bottom:1px solid #ddd;margin-bottom:7px;padding-bottom:3px;padding-top:30px;">Was ist der ePerso?</h3>
<p>Zum 1. November 2010 hat der „neue Personalausweis“, kurz nPA, den bisherigen Ausweis ersetzt. Der auffälligste Unterschied zum alten Personalausweis ist das von den meisten Bürgern als praktischer empfundene Kreditkartenformat. Der wichtigere Unterschied jedoch ist im Inneren der Plastikkarte versteckt: In der rechten oberen Ecke ist ein Chip eingebaut, mit dem der Ausweis elektronisch genutzt werden kann. Deswegen <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Der-ePA-ist-tot-es-lebe-der-neue-Personalausweis-908287.html">hieß</a> er auch „elektronischer Personalausweis“, kurz „ePerso“ oder „ePA“, bevor die Regierung merkte, dass dieser Name durch die Kritik am Projekt zu unbeliebt geworden war.</p>
<p>Der Personalausweis ist eine sogenannte kontaktlose Chipkarte. Das bedeutet, dass er per Funk mit dem Lesegerät Kontakt aufnimmt (und von ihm drahtlos mit Strom versorgt wird). Die drahtlose Technik (RFID/NFC) wurde gewählt, weil sich dabei keine Kontakte abnutzen und die Karten und Lesegeräte somit haltbarer sein sollen. (Vielleicht spielte die Idee, einen neuen Standard zu schaffen und die Wirtschaft durch die Einführung von viel neuer Technik zu fördern, auch eine gewisse Rolle.)</p>
<p>Der Chip im Personalausweis ist ein kleiner Computer – mit einem Prozessor, etwas Speicher und der Fähigkeit, Berechnungen durchzuführen. Das soll eine ganze Reihe neuer Möglichkeiten öffnen, denn der Chip unterstützt gleich mehrere Funktionen: Mit der hoheitlichen Ausweisfunktion können Behörden über den Chip die Echtheit des Ausweises prüfen. Mit der eID-Funktion soll der Nutzer mit dem Ausweis online seine Identität beweisen können. Und zu guter Letzt soll es mit dem Ausweis auch möglich sein Dokumente (wie z. B. Verträge) digital zu unterschreiben. Letzteres ist allerdings schon seit Jahren mit gewöhnlichen und bewährten Signaturkarten möglich.</p>
<h4 style="color:inherit;margin-bottom:5px;margin-top:15px;">Hoheitliche Ausweisfunktion</h4>
<p>Die auf dem Ausweis aufgedruckten Daten, das Passfoto sowie (falls abgegeben) der Fingerabdruck sind auf dem Chip noch einmal elektronisch gespeichert und können von befugten Behörden gelesen werden. Das soll die Fälschungssicherheit erhöhen, da die Daten auf dem Chip gegen unbefugte Veränderung sehr gut gesichert sind. Die hoheitliche Ausweisfunktion ist immer aktiv und kann nicht ausgeschaltet werden.</p>
<h4 style="color:inherit;margin-bottom:5px;margin-top:15px;">eID-Funktion</h4>
<p>Mit der eID-Funktion soll es möglich sein, mit dem Ausweis gegenüber einer Website die Identität (oder auch nur das Alter) zu belegen oder sich einzuloggen. Dazu benötigt man ein Lesegerät sowie eine Software, die „AusweisApp“. Über die AusweisApp kommuniziert die Website mit dem Ausweis, und in der App wird auch angezeigt, welche Daten an welchen Empfänger übertragen werden sollen. Damit ein verlorener Ausweis nicht missbraucht werden kann, muss man jedes Mal eine sechsstellige PIN eingeben. Die eID-Funktion kann auf Wunsch ein- und ausgeschaltet werden.</p>
<h4 style="color:inherit;margin-bottom:5px;margin-top:15px;">Elektronische Signaturfunktion</h4>
<p>Mit einem Lesegerät der höchsten Sicherheitsstufe soll es möglich sein, den Personalausweis für die sogenannte „qualifizierte elektronische Signatur“ zu benutzen. Damit kann man Dokumente mit einer rechtlich verbindlichen digitalen Unterschrift versehen. Da dies mit gewöhnlichen Signaturkarten schon lange möglich ist, spart man lediglich eine Karte ein, wenn die Funktion vom Ausweis mit unterstützt wird.</p>
<p>Derzeit ist die elektronische Signatur mit dem Personalausweis noch nicht möglich.</p>
<h3 id="epersogefahren" style="border-bottom:1px solid #ddd;margin-bottom:7px;padding-bottom:3px;padding-top:30px;">Sicherheit und Gefahren</h3>
<p>Wie sieht es um die Sicherheit des neuen elektronischen Personalausweises aus? Dazu muss man zunächst überlegen, wo überall Probleme lauern könnten: Einerseits ist da natürlich der Ausweis selbst bzw. der Chip darin sowie die Funkverbindung, über die mit dem Ausweis kommuniziert wird. Hier sind starke Sicherheitsmaßnahmen eingebaut. Andererseits spielen aber gerade bei der eID-Funktion auch das Lesegerät, die AusweisApp, der Rechner, auf dem diese läuft, und schließlich der Nutzer selbst eine große Rolle – und hier gibt es zahlreiche Probleme.</p>
<h4 style="color:inherit;margin-bottom:5px;margin-top:15px;">Sicherheit der Funkverbindung</h4>
<p>Bei einem Ausweis, mit dem berührungslos per Funk kommuniziert werden kann, auch während er in der Geldbörse versteckt ist, stellt sich natürlich als erstes die Frage: Kann der Ausweis unbefugt benutzt oder ausgelesen werden? Kann man mich mit dem Ausweis verfolgen?</p>
<p>Zunächst einmal zur Beruhigung: Die Funkverbindung ist natürlich verschlüsselt. Normale Lesegeräte können mit dem Ausweis nur auf höchstens 10 Zentimeter Entfernung kommunizieren. Speziell gebaute Geräte werden diese Reichweite vermutlich etwas erhöhen können, ein Auslesen aus mehreren Metern ist jedoch rein physikalisch kaum möglich. Der Ausweis ist passiv, das heißt, ohne ein Lesegerät in unmittelbarer Nähe hat er gar keine Stromversorgung. Sorgen, der Ausweis könnte als GPS-Peilsender jederzeit seine Position an irgendwelche Behörden senden, sind also unbegründet.</p>
<p>Selbst wenn ein Lesegerät mit dem Ausweis kommuniziert, soll dieser aber nichts verraten, was den Eigentümer identifizieren könnte – nicht einmal eine Seriennummer, über die man den Ausweis wiedererkennen könnte. Um Daten auszulesen, muss eine der drei Funktionen genutzt werden, auf die im Folgenden genauer eingegangen wird. Es ist aber nicht auszuschließen, dass früher oder später ein Verfahren entdeckt wird, mit dem die Ausweise doch unterschieden und so wiedererkannt werden können.</p>
<h4 style="color:inherit;margin-bottom:5px;margin-top:15px;">Sicherheit der hoheitlichen Ausweisfunktion</h4>
<p>Das Auslesen der Daten über die hoheitliche Ausweisfunktion soll nur mit einem dazu berechtigten Gerät möglich sein, und auch dann nur, wenn die auf dem Ausweis angegebene sechsstellige Nummer eingegeben wird. So soll sichergestellt sein, dass der Ausweis nie unbemerkt ausgelesen werden kann. Ob ein Zugriff auf den Ausweis tatsächlich nur mit diesen Sicherheitsmaßnahmen möglich ist, kann man jedoch nicht nachprüfen – man muss sich auf die Angaben der Regierung verlassen. Hintertüren, die das unbemerkte Auslesen erlauben, wären problemlos möglich und kaum zu entdecken. Die Reichweite wäre hierbei allerdings immer noch wie oben beschrieben stark beschränkt.</p>
<h4 style="color:inherit;margin-bottom:5px;margin-top:15px;">Sicherheit der eID-Funktion</h4>
<p>Die Sicherheit der eID-Funktion hängt von zahlreichen Komponenten ab. Neben dem Lesegerät benötigt der Nutzer eine spezielle Software, die AusweisApp, um diese Funktion nutzen zu können. Die erste Version der AusweisApp war aufgrund einer direkt nach der Veröffentlichung entdeckten Sicherheitslücke ein offenes Einfallstor für Computerviren.</p>
<p>Es gibt drei Arten von Lesegeräten: Die „Basisleser“, die steuerfinanziert in großer Zahl verteilt wurden, die „Standardleser“ und die „Komfortleser“. Die Komfortleser bieten hierbei die größte Sicherheit, müssen aber vom Nutzer selbst gekauft werden (und waren zum Start des Ausweises noch nicht verfügbar). Die billigen Basisleser hingegen haben keine eigenen Sicherheitsfunktionen. Insbesondere muss die PIN des Ausweises auf dem Computer eingegeben werden – wo sie z. B. von Viren abgefangen werden kann.</p>
<p>Da die AusweisApp normalerweise von einer Website gestartet wird, ist es für den Nutzer schwierig, ein gefälschtes AusweisApp-Fenster zu erkennen – wenn er dort seine PIN eingibt, wird sie dem Angreifer, z. B. Kriminellen, bekannt. Der Angreifer benötigt jedoch noch Zugriff auf das Lesegerät, um den Ausweis mit der PIN missbrauchen zu können. Eine Zusatzsoftware, die zu einem der „Starter-Kits“ mit Basisleser gehört, ermöglicht diesen Zugang – und somit den <a href="http://janschejbal.wordpress.com/2011/08/08/eperso-kann-remote-missbraucht-werden/">Ausweismissbrauch</a>.</p>
<p>Bei den Komfortlesern wird die PIN am Lesegerät eingegeben, wo sie von Viren nicht mehr abgefangen werden kann. Erst mit einem solchen Gerät wäre eine halbwegs sichere Nutzung des Personalausweises wirklich möglich. Leider wurden gerade die unsicheren Basisleser in großer Zahl verteilt – die Sicherheit wurde in den Hintergrund gerückt, um möglichst viele Geräte verteilen zu können.</p>
<p>Für die eID-Funktion gilt ein niedrigeres Sicherheitsniveau als für die Signaturfunktion. Deswegen kann darüber zwar z. B. bei einer Onlinebestellung die Identität des Käufers geprüft werden, aber eigentlich dient die Prüfung <em>nicht</em> dazu, eine Transaktion wie z. B. den Kauf zu bestätigen – offiziell zumindest nicht. Wenn aber der Händler zeigen kann, dass sich der Käufer mit dem eID-Verfahren  ausgewiesen hat, wird der Ausweisinhaber kaum in der Lage sein, den Kauf zu bestreiten – auch im Fall eines Missbrauchs der eID-Funktion. Dieser <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/ePerso-liefert-Anscheinsbeweis-bei-Online-Bestellung-1150484.html">Anscheinsbeweis</a> über die Ausweisfunktion wird in der Praxis so zur Signatur – obwohl die Funktion dafür nie gedacht war und das Sicherheitsniveau daher auch nicht ausreichend hoch ist.</p>
<p>Dem Ausweisnutzer bietet der Ausweis in dieser Hinsicht also nicht mehr, sondern weniger Sicherheit: Bisher lag die Beweislast beim Händler, bei einer missbräuchlichen Bestellung unter falschem Namen blieb er auf dem Schaden sitzen. Mit dem ePerso wird ein Missbrauch zwar schwieriger, das Risiko wird aber auf den Ausweisinhaber abgewälzt.</p>
<p>Innenministerium und BSI werden nicht müde, nach jedem Angriff auf die eID-Funktion zu betonen, dass der Ausweis selbst sicher sei. Das ist jedoch ungefähr so sinnvoll, wie die Sicherheit einer Panzertür zu betonen, neben der ein offener Dienstboteneingang steht, der in den gleichen Raum führt.</p>
<h4 style="color:inherit;margin-bottom:5px;margin-top:15px;">Sicherheit der Signaturfunktion</h4>
<p>Die Signaturfunktion kann man aktuell wohl als die sicherste Funktion des Ausweises bezeichnen – sie existiert schlichtweg noch nicht. Geht man davon aus, dass die Kommunikationsprotokolle ordnungsgemäß funktionieren, dürfte die Sicherheit mit gewöhnlichen Signaturkarten vergleichbar sein. Für die Nutzung der Signaturfunktion wird zwingend ein „Komfortleser“, also ein Lesegerät der höchsten Sicherheitsstufe benötigt, wodurch ein recht hohes Sicherheitsniveau erreicht wird.</p>
<p>Derzeit gibt es widersprüchliche Angaben, ob das sogenannte Signaturzertifikat über die eID-Funktion beantragt werden kann. Wäre dies möglich, würde die hohe Sicherheit der qualifizierten elektronischen Signatur untergraben: Wer die schwächer geschützte eID-Funktion knackt, könnte sich auf den Namen des Opfers ein Signaturzertifikat ausstellen lassen und damit dann falsche Signaturen erzeugen.</p>
<h4 style="color:inherit;margin-bottom:5px;margin-top:15px;">Politische Missbrauchsgefahr</h4>
<p>Nicht zu unterschätzen ist beim ePerso auch die Missbrauchsgefahr auf politischer Ebene. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Axel E. Fischer, der auch Vorsitzender der Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ ist, hat beispielsweise <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/CDU-Politiker-fuer-Vermummungsverbot-im-Internet-2-Update-1136033.html">gefordert</a>, anonyme Diskussionen im Internet zu verbieten – und den Personalausweis zur Durchsetzung der Klarnamenspflicht zu verwenden. Das ist leider keine verirrte Einzelmeinung: In einem öffentlich gewordenen internen Positionspapier der Unionsfraktion <a href="http://netzpolitik.org/2011/eine-anonyme-teilhabe-am-politischen-meinungs-und-willensbildungsprozess-ist-abzulehnen/">findet</a> sich die Aussage: „Eine anonyme Teilhabe am politischen Meinungs- und Willensbildungsprozess ist abzulehnen.“</p>
<p>In vielen Fällen ist die Möglichkeit, sich anonym zu äußern, aber Voraussetzung dafür, dass man sich überhaupt frei und unbeschwert äußern kann. Sei es, weil man in einem erzkonservativen bayrischen Dorf lebt und die katholische Kirche kritisieren will, oder weil man (ob begründet oder unbegründet spielt keine Rolle!) Angst hat, wegen seiner Meinung zukünftig staatlichen Repressalien ausgesetzt zu werden. Eine solche Forderung untergräbt daher massiv die Meinungsfreiheit. Der ePerso schafft die Voraussetzung dafür, eine solche Regelung umzusetzen.</p>
<p>Solange solche Forderungen regelmäßig aufkommen, muss man überlegen, ob die Möglichkeiten, die der ePerso bietet, nicht zu gefährlich sind.</p>
<h3 id="epersoausweisapp" style="border-bottom:1px solid #ddd;margin-bottom:7px;padding-bottom:3px;padding-top:30px;">Die AusweisApp und ihre Lücke</h3>
<p>Anfangs noch „Bürgerclient“ genannt, bekam das Programm, welches den elektronischen Personalausweis mit dem Internet verbinden soll, bald wie auch der ePerso selbst einen „moderneren“ Namen: „AusweisApp“. Das soll die Akzeptanz erhöhen. Aber was ist diese AusweisApp eigentlich?</p>
<p>Der ePerso soll auch im Internet einsetzbar sein – man soll sich damit auch gegenüber Webseiten ausweisen können. Dazu muss der Ausweis irgendwie mit der Website Kontakt aufnehmen können. Die AusweisApp vermittelt zwischen Website und Lesegerät und erlaubt es dem Nutzer auch, beispielsweise seine PIN zu ändern oder die Identität einer Website anzuzeigen, die Ausweisdaten anfordert.</p>
<p>Auch wenn viele denken, die AusweisApp sei vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) entwickelt worden, wurde die Software von der Firma OpenLimit  <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/AusweisApp-zum-neuen-Personalausweis-ausgeliefert-1128433.html">programmiert</a>. Unter anderem um Vorwürfe zu entkräften, die AusweisApp würde den „Bundestrojaner“ beinhalten, also eine Spionagesoftware für die Durchführung von Onlinedurchsuchungen, wurde zunächst zugesichert, den Quellcode des Programms offenzulegen. Dadurch könnten zumindest IT-Fachleute sich die inneren Funktionsweisen der Software anschauen. Gleichzeitig trägt eine solche Vorgehensweise auch dazu bei, dass Fehler schneller entdeckt werden, weil die Software von mehr Menschen unter die Lupe genommen wird. Das wurde beim Erscheinen der AusweisApp allerdings auf „später“ verschoben.  In einer Antwort auf eine Bürgeranfrage gab das BSI inzwischen zu, den Quellcode <a href="http://lockerz.com/s/148197124">nicht einmal selbst geprüft</a> zu haben – dies sei auch „nicht Bestandteil der Zertifizierung“.</p>
<p>Nachdem man das rund 50 MB große Paket heruntergeladen und installiert hat, verbraucht das Programm im Leerlauf üppige 130 MB Arbeitsspeicher, sobald es gestartet wurde (was auch eine ganze Weile dauert).</p>
<h4 style="color:inherit;margin-bottom:5px;margin-top:15px;">Der „AusweisApp-Hack“</h4>
<p>Wie genau funktioniert aber der Angriff auf die AusweisApp, der einen Tag nach dem Erscheinen bekannt wurde?</p>
<p>Weil Software sich schnell weiterentwickelt und oft Fehler nachträglich korrigiert werden müssen, hat die AusweisApp eine eingebaute Updatefunktion. Bei jedem Start fragt die Anwendung bei einem Server nach, ob neue Updates zur Verfügung stehen. Wenn ja, werden diese heruntergeladen und zur Installation angeboten. Damit auf diesem Wege nur echte Updates und nicht z. B. Viren auf den Rechner des Nutzers gelangen, wird für die Update-Prüfung eine gesicherte Verbindung verwendet – die gleiche Technik, die auch beim Onlinebanking genutzt wird und eigentlich sicher ist.</p>
<p>Beim Aufbau einer solchen Verbindung muss der Server ein Zertifikat vorlegen. Die AusweisApp prüft nun, ob das Zertifikat gültig ist, von einer vertrauenswürdigen Stelle ausgestellt wurde und ob es tatsächlich dem Server gehört, mit dem die AusweisApp spricht – aber in der ersten Version prüfte sie nicht den Servernamen, der darin steht. Das kann man sich etwa so vorstellen, dass ein Pförtner den Auftrag hat, nur eine bestimmte Person ins Gebäude zu lassen. Kommt nun jemand an, prüft der Pförtner zwar, ob sein Ausweis echt und noch gültig ist und ob das Foto zur Person vor ihm passt – aber nicht, ob der Name im Ausweis mit dem Namen der Person übereinstimmt, die herein darf. (Der Vergleich mit dem Ausweis ist bildlich gemeint – das Zertifikat hat nichts mit der Ausweisfunktion des ePerso zu tun!)</p>
<p>Ein Angreifer, dem es gelingt, die Verbindung auf seinen eigenen Server umzulenken, kann sich somit gegenüber der AusweisApp in der ersten Version mit seinem eigenen Zertifikat „vorstellen“, und die AusweisApp akzeptiert dies anstandslos. So eine Umleitung ist auf viele Arten möglich, und sobald die Verbindung steht, kann ein Angreifer ein gefälschtes Update übertragen.</p>
<p>Das ist ein Programmierfehler, der zwar vergleichsweise leicht passiert, bei einem solchen Programm aber eigentlich nicht passieren bzw. es zumindest nicht in die fertige Version schaffen sollte. Überraschenderweise hatten die Entwickler jedoch noch eine zweite Sicherheitsebene eingebaut. Die Updates werden in Form einer ZIP-Datei heruntergeladen. Diese wird zunächst entpackt, und im Anschluss wird geprüft, ob das darin enthaltene Installationsprogramm ein gültiges „digitales Siegel“ (eine sogenannte Signatur) trägt. Ist dies nicht der Fall, wird das Paket sofort wieder gelöscht.</p>
<p>Hier schlägt aber ein zweiter Fehler zu: Wer schon einmal mit ZIP-Dateien gearbeitet hat, weiß, dass diese Ordner enthalten können. Der Ordnername „..“ hat im Computer eine besondere Bedeutung – er steht für „eine Ebene höher“. Beim Auspacken der ZIP-Datei bemerkt die AusweisApp nicht, wenn ein Ordner mit einem solchen Namen enthalten ist, und packt den Inhalt entsprechend an einen Ort aus, wo der Angreifer ihn haben will, er aber nicht hingehört. Gelöscht wird auch nur der Inhalt des Verzeichnisses, in welches die Dateien eigentlich entpackt werden sollen. Wenn der Angreifer also eine passende ZIP-Datei liefert, landet  seine Datei, z. B. ein Virus, auf Wunsch im Autostartordner des Computers – und wird, wie der Name schon sagt, beim nächsten Start des Computers automatisch gestartet.</p>
<p>Hat ein Angreifer erst einmal einen Virus auf dem Rechner installiert, befindet sich das System unter vollständiger Kontrolle des Angreifers. Er kann sämtliche Daten kopieren, verändern oder löschen, Onlinebanking-Verbindungen angreifen, Tastatureingaben und Passwörter stehlen und schließlich auch die PIN des Ausweises erfassen, falls der Nutzer diese am Computer eingibt. Die Bildschirmtastatur der AusweisApp vermittelt hier ein trügerisches Gefühl der Sicherheit – genauso wie ein Virus Tastatureingaben protokollieren kann, kann er auch Mausklicks und Bildschirminhalte erfassen.</p>
<p>Auch wenn das BSI <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Elektronischer-Personalausweis-Neue-AusweisApp-kommt-in-Kuerze-1134599.html">behauptet</a>, dass durch diesen Angriff die AusweisApp selbst und die persönlichen Daten auf dem Ausweis nicht gefährdet seien &#8211; mit der gestohlenen PIN kann der Angreifer dann selbstverständlich auch den Ausweis nutzen, wenn dieser auf dem Lesegerät liegt, und selbstverständlich kann ein Virus beliebige Software auf dem infizierten Rechner verändern – auch die AusweisApp. Diese Möglichkeiten sind bekannt, seit der CCC im September 2010 einen entsprechenden Angriff <a href="http://www.ccc.de/de/updates/2010/sicherheitsprobleme-bei-suisseid-und-epa">vorgestellt</a> hatte. Die Voraussetzung für die sichere Nutzung des Personalausweises ist ein sicherer Rechner – und genau diese Sicherheit hat die erste Version der AusweisApp untergraben.</p>
<p>Der Hinweis, den Ausweis nur aufzulegen, wenn man ihn benutzen möchte, ist ebenfalls Augenwischerei: Für eine missbräuchliche Transaktion braucht ein Virus nur Sekunden.</p>
<p>In der aktualisierten Version der AusweisApp wurde übrigens nicht nur die Lücke geschlossen: Gleichzeitig wurde – im direkten Widerspruch zu den Open-Source-Versprechungen – die Analyse erschwert, indem Teile des Programmcodes verschleiert und unzugänglich gemacht wurden.  Aus welchem Grund das geschah, ist unklar – vielleicht, weil noch andere peinliche Lücken behoben wurden und einen Vergleich der alten und neuen Version verhindern werden soll, vielleicht, um die Aufdeckung weiterer Lücken zu erschweren, oder vielleicht aus ganz anderen Gründen. Die Befürchtung, die AusweisApp könnte einen Bundestrojaner beinhalten, wird diese Maßnahme sicherlich weiter schüren. Wer kein Windows hat, musste sich sowieso noch gedulden: Die aktualisierte Version der AusweisApp für Linux <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/AusweisApp-fuer-Linux-ist-da-1262363.html">erschien</a> erst über ein halbes Jahr später. Eine Version für MacOS ist für Ende 2011 angekündigt.</p>
<h3 id="epersonutzen" style="border-bottom:1px solid #ddd;margin-bottom:7px;padding-bottom:3px;padding-top:30px;">Der Nutzen des Ausweises</h3>
<p>Was der Ausweis bringen soll, ist bekannt – doch was bringt er tatsächlich?</p>
<p>Der Hauptvorteil für die meisten Bürger dürfte das handlichere Format sein. Das wäre allerdings auch ohne Funkchip, biometrisches Passfoto und (derzeit noch freiwillige) Erfassung der Fingerabdrücke möglich. Für den ePerso ist es also kein Argument.</p>
<p>Die hoheitliche Ausweisfunktion soll die Fälschungssicherheit erhöhen. Allerdings sind Fälschungen deutscher Ausweisdokumente aufgrund der ganz normalen Sicherheitsmerkmale wie Wasserzeichen, Hologramme und Spezialfarben bereits jetzt extrem selten: In der Zeit von Januar 2001 bis September 2007 – also in über fünf Jahren – weist die Polizeistatistik gerade mal 216 Fälle von Fälschungen oder Verfälschungen von Personalausweisen auf, wie die Regierung in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linkspartei <a href="http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/16/070/1607073.pdf">zugeben</a> musste.</p>
<p>Der zusätzliche Schutz kann außerdem nur dann wirken, wenn der Ausweis zusätzlich zur Sichtkontrolle auch elektronisch geprüft wird. Auch die Fälschungssicherheit ist also kein wirkliches Argument für den ePerso.</p>
<p>Als Hauptvorteil wird meist die Internet-Ausweisfunktion genannt. Damit ein Seitenbetreiber diese nutzen kann, muss er jährlich rund <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bundes-CIO-von-designiertem-Innenminister-ueberrascht-1200775.html">6000-8000 Euro</a> für die nötigen Systeme zahlen. Je nach dem, was benötigt wird, kann er nun die Identität oder das Alter der Besucher prüfen oder den Besuchern erlauben, sich über den ePerso einzuloggen. Zumindest bei den Nutzern, die einen neuen Ausweis haben, ihre PIN kennen, ein Lesegerät besitzen, eine funktionierende AusweisApp installiert haben und bereit sind, dieses Verfahren auch tatsächlich zu nutzen – andere werden abgeschreckt oder abgewiesen.</p>
<p>Auch wenn eine Identitätsprüfung für den Anbieter natürlich wünschenswert ist, überwiegen doch die Nachteile. Der Kunde hat aus der Nutzung der für ihn umständlichen Identitätsprüfung über den Ausweis gar keinen Vorteil. Im Gegenteil: Im Falle eines Missbrauchs muss er für den Schaden haften.</p>
<p>In einem Bereich macht die eID-Funktion hingegen Sinn: Bei einigen Behörden lassen sich Informationen nun online einholen und Anträge online abgeben, für die man sonst die Behörde besuchen müsste. (Böse Zungen würden sagen, dass der Ausweis nur dort eingesetzt werden kann, wo der „Kunde“ keine Wahl hat.)</p>
<p>Ein Login über den ePerso hätte für den Nutzer den Vorteil, dass er sich keine Passwörter merken muss und gegenüber einem einfachen Login mit Passwort die Sicherheit tatsächlich leicht erhöht wird. Wenn der Ausweis kaputt geht, verloren wird, die AusweisApp nicht richtig funktioniert oder ähnliches, wird aber der Nutzer ausgesperrt – und der Anbieter verliert möglicherweise einen Kunden.</p>
<p>Daher ist auch diese Anwendungsmöglichkeit weit weniger attraktiv, als sie klingt. Außerdem wäre sie – ohne die mit einer staatlichen Lösung verbundene Bürokratie – mit existierenden und bewährten Systemen zu einem Bruchteil des Preises umsetzbar gewesen. Banken haben mit dem ChipTAN-Verfahren sowieso längst ein Verfahren entwickelt, was günstiger, einfacher und sicherer ist.</p>
<p>Eine weitere Anwendung des ePerso ist noch erwähnenswert: Die Altersverifikation. Wie bereits erwähnt kann man über die eID-Funktion nicht nur die Identität, sondern auch nur das Alter belegen – und zwar anonym. Das ist deswegen interessant, weil das deutsche Jugendschutzrecht für nicht jugendfreie Inhalte eine Altersverifikation zwingend vorschreibt. Deutschen (Erotik-)Anbietern ist es so bisher nur schwer möglich, solche Inhalte bereitzustellen. Das soll sich mit dem Ausweis ändern. Angesichts der bereits erwähnten Kosten für den Anbieter ist jedoch fraglich, ob die Situation dadurch wirklich verbessert wird. Statt mit dem ePerso ließe sich das Problem schließlich auch lösen, indem die Jugendschutzregelungen auf ein vernünftiges Niveau zurückgefahren werden. Dem Jugendschutz im Netz würde das nicht schaden – ausländische Anbieter bieten nicht jugendfreie Inhalte schon immer ohne besondere Altersüberprüfung an.</p>
<p>Die Anzahl der Anbieter, die eID nutzen, ist dementsprechend gering: Derzeit sind es laut <a href="http://www.ccepa.de/onlineanwendungen">offizieller Website</a> gerade einmal 30 Stück. Damit ist der Ausweis auch für die Bürger relativ nutzlos, da man ihn nur an wenigen Stellen einsetzen kann. Auch wo der ePerso genutzt werden kann, nimmt kaum jemand die Möglichkeit wahr: Im ersten Jahr nach der Einführung der neuen Ausweise haben bei der deutschen Rentenversicherung <a href="http://www.golem.de/1111/87444.html">gerade einmal 300 Nutzer</a> die eID-Funktion genutzt. Nur <a href="http://www.golem.de/1111/87444.html">ein Drittel der Ausweise</a> ist überhaupt für diese Funktion freigeschaltet.</p>
<p>Die Signaturfunktion wäre zwar nützlich, ist aber einerseits noch nicht nutzbar und kann andererseits auch genauso gut oder besser mit regulären Signaturkarten realisiert werden. Das ELENA-Verfahren, bei welchem zahlreiche Daten über die Tätigkeit von Angestellten zentral erfasst werden, sollte ursprünglich die digitale Signatur zur Abfrage der Daten nutzen. Inzwischen hat die Regierung jedoch eingesehen, dass das Projekt mehr schadet als nutzt und beschlossen, es demnächst einzustellen. Damit haben die meisten Bürger keinen Grund, die elektronische Signatur zu nutzen.</p>
<p>Ohne die anonyme/pseudonyme Altersverifikations- und Loginfunktion hätte man die Ausweisfunktion übrigens auch mit bestehender, günstiger und bewährter Technik (Zertifikatskarten) umsetzen können. Für den wichtigsten Zweck (Identitätsbestätigung, insbesondere gegenüber Behörden) wäre dies völlig ausreichend, das System wäre weltweit kompatibel und es wären kaum Neuentwicklungen nötig. Aber vielleicht ist letzteres ja gerade der Grund, warum dieser Weg nicht gewählt wurde:</p>
<p>Den größten Nutzen vom neuen Personalausweis haben nämlich immer noch die Firmen, die an der Herstellung der Ausweise und der dafür nötigen Geräte beteiligt sind.</p>
<h3 id="epersowirtschaft" style="border-bottom:1px solid #ddd;margin-bottom:7px;padding-bottom:3px;padding-top:30px;">Kosten und Wirtschaftsförderung</h3>
<p>Vollmundig hat die Regierung angekündigt, dass der neue elektronische Personalausweis den Bürgern endlich Sicherheit im Netz bringen würde. Wenn man sich allerdings im Bekanntenkreis umhört, interessieren sich die Menschen mehr für das handliche Kreditkartenformat.</p>
<p>Der entscheidende „Vorteil“ des Chip-Perso ist jedoch ein anderer: Die Einführung der neuen Technik kommt der Wirtschaft zugute. Die Bundesdruckerei, eine <a href="http://www.bundesdruckerei.de/de/unternehmen/untern_chronik/untern_chronik_2009.html">privatisierte GmbH</a> die erst seit 2009 wieder in Staatsbesitz ist, stellt zwar die Ausweise her, die Chips werden aber von der niederländischen Firma <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/nxp-schnappt-sich-auftrag-deutscher-personalausweis-spricht-niederlaendisch-1.990137">NXP</a> sowie dem deutschen Chiphersteller <a href="http://www.n-tv.de/wirtschaft/Infineon-beliefert-Berlin-article2090546.html">Infineon</a> geliefert. Billig sind solche Chips natürlich nicht, und der Bürger darf zahlen: Statt wie bisher 8 Euro kostet ein Personalausweis nun 28,80 Euro – was bei <a href="http://www.karrieretrends.de/mitteldeutschland/mitteldeutschland-news/infineon-dresden-liefert-chips-fuer-neuen-personalausweis/">6,5 Millionen neuen Ausweisen pro Jahr</a> insgesamt rund 187 Millionen jährlich sind – und somit pro Jahr rund 135 Millionen mehr als bisher.</p>
<p>Die Lesegeräte werden hauptsächlich von den zwei deutschen Unternehmen REINER SCT und SCM Microsystems hergestellt. Um den Einsatz des ePerso zu fördern, hat die Regierung Steuergelder in Höhe von <a href="http://www.bmi.bund.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2010/06/it_sicherheitskits.html?nn=294838">24 Millionen</a> dafür ausgegeben, rund 1,5 Millionen „Sicherheitskits“ an Unternehmen wie Versicherungen und Zeitschriftenverlage zu verschenken oder verbilligt abzugeben. Diese können die „Sicherheitskits“ dann mit ihren Produkten bündeln und so – mit  Steuergeldern – Werbung für sich machen. Dazu kommen nochmal rund <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Stotterstart-des-neuen-Personalausweises-1145554.html">16 Millionen Einführungskosten</a>, zusammen also 40 Millionen Euro.</p>
<p>Bei den so geförderten Geräten handelt es sich allerdings um die „Basisleser“, welche so unsicher sind, dass Experten von der Nutzung abraten. Diese Geräte in dieser Stückzahl unters Volk zu bringen war also nicht nur eine gigantische Geldverschwendung, sondern auch noch höchst gefährlich. Die Signaturfunktion („qualifizierte elektronische Signatur“) kann auch erst mit den Lesegeräten der höheren Sicherheitsstufe genutzt werden. Diese sogenannten „Komfortlesegeräte“, mit denen der Ausweis erst vollständig genutzt werden kann, <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,723061,00.html">haben</a> eine unverbindliche Preisempfehlung von schlappen 159 EUR pro Stück. (Zum Vergleich: Lesegeräte der entsprechenden Sicherheitsklasse für klassische Kontakt-Chipkarten, die nicht per Funk arbeiten, gibt es schon für <a href="https://www.sparkassen-shop.de/home/shop/startseite,1/kaan-tribank,2858/">knapp 40 Euro</a>.)</p>
<p>Apropos Signaturfunktion: Für diese benötigt man ein Signaturzertifikat, welches von einer vertrauenswürdigen Stelle ausgestellt werden muss. Technisch ist das ein relativ anspruchsloser Vorgang – man benötigt lediglich eine sichere Umgebung, in der die verwendeten digitalen Schlüssel nicht gestohlen werden können, und die Identität des Inhabers muss geprüft werden. Das könnte also alles mit minimalem Zusatzaufwand bei der Bundesdruckerei (Erstellung in sicherer Umgebung) und den Bürgerämtern (Identitätsprüfung und Aushändigung) gemacht werden. Könnte – die Ausweise werden ohne Signaturzertifikat ausgeliefert. Dieses kann sich der Bürger dann – für rund 20 Euro <em>pro Jahr</em> – bei einer privaten Zertifizierungsstelle ausstellen lassen. Wahlweise auch auf einer normalen Kontakt-Chipkarte, ein ePerso ist dafür nämlich eigentlich gar nicht nötig.</p>
<p>Eine der größten Hoffnungen im Bezug auf den ePerso ist es jedoch, einen neuen Standard <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/EU-will-interoperable-eID-Systeme-in-Europa-1172367.html">international zu etablieren</a> – in der Hoffnung, dass deutsche Unternehmen dann die entsprechenden Produkte im Ausland anbieten können. Es ist zu befürchten, dass einige Entscheidungen auch mit Blick auf diese Möglichkeit getroffen wurden – auf Kosten der Sicherheit und statt auf existierende und bewährte Lösungen zu setzen. Kontaktlose Chipkarten bieten zwar auch einige Vorteile, bringen dafür aber einiges an Risiken und Komplexität mit sich – und damit natürlich auch Forschung und wirtschaftliches Potential.</p>
<h3 id="epersofazit" style="border-bottom:1px solid #ddd;margin-bottom:7px;padding-bottom:3px;padding-top:30px;">Fazit</h3>
<p>Wie viele staatliche IT-Großprojekte ist auch der elektronische Personalausweis gescheitert. Die Sicherheit entspricht nicht den Anforderungen, die ein solches Projekt erfüllen müsste – was man auch an der erheblichen Sicherheitslücke in der AusweisApp sieht, die direkt nach der Veröffentlichung aufgedeckt wurde.</p>
<p>Der elektronische Ausweis bietet Lösungen, wo es keine Probleme gibt: Er soll die Fälschungssicherheit eines Dokuments erhöhen, was als eines der fälschungssichersten weltweit gilt. Er soll die elektronische Signatur ermöglichen, die längst möglich ist. Lediglich die Ausweisfunktion ist neu – und die Teile davon, die wirklich nötig wären, hätte man auch mit bestehender Technik einfacher haben können.</p>
<p>Der Nutzen für die Bürger hält sich in Grenzen: Behördengänge sind bei einigen wenigen Behörden online möglich, ansonsten kann der Ausweis kaum irgendwo genutzt werden. Die Akzeptanz ist gering, selbst wo der Ausweis genutzt werden kann, tun das nur sehr wenige Nutzer. Neben den bekannt gewordenen Sicherheitslücken verursacht der Ausweis neue Gefahren. Bei Onlineeinkäufen könnte er das Risiko vom Händler auf die Kunden verlagern, und er bietet gegenwärtigen und zukünftigen Regierungen ein mächtiges Instrument, um anonyme Meinungsäußerung im Internet zu unterdrücken – entsprechende Wünsche werden vor allem aus Reihen der Union auch regelmäßig geäußert.</p>
<p>Die Einführung des neuen elektronischen Personalausweises hat viel Geld gekostet. Angesichts der offensichtlichen Wünsche, ein exportierbares Produkt zu entwickeln, wird deutlich, dass Wirtschaftsförderung zumindest ein Grund für die Einführung war – wenn nicht sogar der Hauptgrund, hinter dem andere Aspekte zurücktreten mussten. Der Großteil der Kosten aber fällt ständig mit der Ausstellung neuer Ausweise an – und muss über die Ausstellungsgebühren direkt von den Bürgern getragen werden. Da die jährlichen Kosten die Einführungskosten massiv übersteigen, ist es nie zu spät, das Projekt einzustampfen, und wieder chipfreie Ausweise auszugeben. Den für die Bürger größten Vorteil des neuen Personalausweises kann man dabei sogar beibehalten: Das handliche Kreditkartenformat.</p>
<p>Für die Wirtschaft bleibt ja noch der ePass, die elektronische Gesundheitskarte, DE-Mail, ggf. eine Neuauflage von ELENA, und sicher noch andere &#8220;sinnvolle&#8221; Projekte&#8230;</p>
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		<title>Schlechte Nachrichten für Bürgerrechte</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Nov 2011 10:22:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Leider bin ich nicht direkt dazu gekommen, diese Zusammenfassung zu schreiben, aber vielleicht ist es ja auch besser, diese &#8220;tollen&#8221; Beschlüsse unserer Regierung mal gesammelt zu sehen, nachdem man sie schon vergessen wollte. Um den folgenden Mist zu beschließen, haben die Parlamente übrigens nur zwei Tage (27. und 28.10.) gebraucht.</p>
<p>Fangen wir an mit dem Beschluss, dass das Erststudium nicht als Werbungskosten absetzbar ist. Über den Sinn dieser Änderung kann man sich streiten, aber der wirkliche Hammer kommt zum Schluss: Um die armen Besserverdiener unter den Studierenden nicht zu überlasten, können z. B. teure Privatunis jetzt <a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,794644,00.html#ref=rss">besser abgesetzt</a> werden. Unsere Regierung kann wohl nichts beschließen, ohne der FDP-Klientel noch ein paar Geschenke mit einzupacken.</p>
<p>Weiter gehts mit dem &#8220;Schuldenschnitt&#8221; für Griechenland. Statt einem wirklichen Schuldenschnitt (ein Teil der Schulden verfällt) sollen die (wertlosen) Griechenland-Anleihen zu 50% des Nennwerts (also deutlich über dem tatsächlichen Wert) in europäische oder von der EU garantierte Anleihen <a href="http://www.spiegelfechter.com/wordpress/7111">umgetauscht werden</a>. Statt einem Schuldenschnitt gibt es also auch hier Geschenke, diesmal vor allem für die Banken.</p>
<p>Dafür wollte unsere Regierung auch mal was dem Volk schenken, zum Beispiel kostenlose Warteschleifen und ein Ende des Abofallenbetrugs im Internet. In der entsprechenden <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bundestag-verabschiedet-Reform-des-Telekommunikationsgesetzes-1367636.html">Reform des Telekommunikationsgesetzes</a> hat sie leider &#8220;vergessen&#8221;, Breitband-Internet zum <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Universaldienst">Universaldienst</a> zu machen (womit die Anbieter wie bei Trinkwasser und Telefon verpflichtet wären, es überall bereit zu stellen). Auch die Netzneutralität, die eigentlich in die Reform rein sollte, ist wohl nicht so ganz verankert worden. <strong>Dafür wurde in dem netten Paket mal eben die <a href="http://www.golem.de/1110/87336.html">Vorratsdatenspeicherung versteckt</a></strong>  &#8211; und zwar <a href="http://www.teltarif.de/tkg-novelle-opposition-bundesrat-vorratsdatenspeicherung/news/44436.html">in letzter Sekunde und dann schnell beschlossen</a>, damit das Parlament ja nicht merkt, worüber es gerade abstimmt.Zwar ist die neue Vorratsdatenspeicherung nicht verpflichtend, aber dafür dürfen die Provider jetzt freiwillig speichern. Angesichts dessen, dass viele das schon bisher <a href="http://netzpolitik.org/2011/vorratsdatenspeicherung-wird-verfassungswidrig-fortgefuhrt/">(illegal!) getan haben</a>, dürfte sich ein großer Datenberg ansammeln, aus dem sich die Ermittlungsbehörden bedienen können. Somit hat die Regierung zwar mal wieder &#8220;Für unsere Bürger&#8221; auf das Paket draufgeschrieben, mit dem Inhalt spielen werden aber vor allem die Ermittlungsbehörden. Einige populäre Verbesserungen beim Verbraucherschutz (die durchaus dringend nötig waren!) hat die Regierung aber doch reingepackt &#8211; vermutlich, um es dem Bundesrat schwerer zu machen, das Gesamtpaket abzulehnen. Der Bundesrat ist nämlich fest in der Hand der Opposition, und dort muss das Gesetz noch durch. Hier ist die Hoffnung also noch nicht ganz verloren &#8211; auch wenn man davon ausgehen kann, dass die Verräterpartei ihrem Namen wieder gerecht wird, obwohl sie im Bundestag dagegen gestimmt hat.</p>
<p>Aber wo wir bei Überwachungsgeschenken sind: Die Linke hat beantragt, jemandem etwas wegzunehmen. Nämlich der Polizei das Recht, den Bundestrojaner zu nutzen, nachdem diese gezeigt hat, wie &#8220;verantwortungsvoll&#8221; sie damit umgehen kann (<a href="http://janschejbal.wordpress.com/2011/10/11/oft-ubersehene-lugen-zum-bundestrojaner/">zur Erinnerung</a>). Dass der Antrag gegen die Stimmen von Union und FDP keine Chance hat, war klar. Dennoch konnte die SPD (als Oppositionspartei!) sich nicht nehmen lassen, gegen den Antrag und somit <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Bundestag-will-den-Bundestrojaner-behalten-1368575.html">für den Bundestrojaner zu stimmen</a>. Würde jeder Missbrauch eines Überwachungsrechts dazu führen, dass es eingeschränkt oder zurückgenommen wird, würden die Ermittlungsbehörden vielleicht lernen, damit verantwortungsvoller umzugehen. Schade, dass diese Chance, hier den Anfang zu machen, verpasst wurde.</p>
<p>Stattdessen hat die Bundesregierung lieber mal die <a href="http://www.tagesschau.de/inland/antiterrorgesetz102.html">Anti-Terror-Gesetze verlängert</a> &#8211; und nebenbei noch ein wenig verschärft, indem sie z. B. Geheimdiensten die <a href="http://piratenpartei-wiesbaden.de/gedanke/anti-terror-gesetze-verlaengert.aspx">&#8220;Selbstbedienung&#8221; an den Flugreisedaten erlaubt</a> haben. Auch hier hat die SPD sich wieder einmal als Verräterpartei betätigt und trotz Oppositionsrolle gegen Bürgerrechte und für die Verlängerung gestimmt. Ach, und wo wir schon bei &#8220;Anti-Terror&#8221; sind, hier noch ein alter, aber guter Artikel von heise/c&#8217;t zur Anti-Terror-Datenbank, wo man sieht, <a href="http://www.heise.de/ct/artikel/Von-der-Anti-Terror-Gesetzgebung-ueber-die-Anti-Terror-Datei-zum-Schaeuble-Katalog-302578.html">was da so alles gespeichert wird</a>. Die Lobby, die dafür sorgt, dass solche &#8220;Sicherheits&#8221;gesetze produziert werden, hat übrigens Jörg Tauss für Gulli <a href="http://www.gulli.com/news/17409-die-strippenzieher-wenn-zusammen-kommt-was-nicht-zusammen-gehoert-2011-10-27">aufgedeckt</a>.</p>
<p>Das Europäische Parlament hat sich natürlich nicht lumpen lassen und gleichzeitig ein <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/EU-Parlament-nickt-Fluggastdaten-Abkommen-ab-1367894.html">Abkommen beschlossen</a>, nach dem Australien die Flugreisedaten erhält und fünfeinhalb Jahre speichern darf. Mit 463 zu 96 Stimmen übrigens, falls noch irgendwelche Hoffnungen bestanden, das EU-Parlament würde sich für Datenschutz und Bürgerrechte einsetzen. Die übermittelten Daten enthalten unter anderem Kreditkarten- und Telefonnummern, IP-Adressen und besondere Essenswünsche (aus denen vermutlich auf die Religion geschlossen werden soll, die nicht explizit übermittelt wird). Auch ein nettes Geschenkpaket, oder?</p>
<p>Das einzig halbwegs Erfreuliche waren die Nachrichten über den ePerso ein paar Tage später. Schade um die verschwendeten Steuergelder, aber gut für die Bürgerrechte &#8211; wie erwartet folgte der ePerso dem Schicksal der meisten IT-Großprojekte von Bundesregierungen und wurde ein grandioser Fehlschlag: <a href="http://janschejbal.wordpress.com/2010/11/09/ausweisapp-gehackt-malware-uber-autoupdate/">Sicherheitslücken</a> <a href="http://janschejbal.wordpress.com/2011/01/17/eperso-pin-diebstahl-ohne-malware/">ohne</a> <a href="https://janschejbal.wordpress.com/2011/08/08/eperso-kann-remote-missbraucht-werden/">Ende</a>, <a href="http://www.golem.de/1110/87374.html">kaum Angebote</a>, <a href="http://www.golem.de/1111/87444.html">kaum Nutzer bei bestehenden Angeboten</a>, <a href="http://www.teltarif.de/elektronischer-personalausweis-eperso/news/44469.html">nicht einmal die Hälfte der Ausweise mit aktiver eID-Funktion</a> &#8211; aber leider auch schon wieder <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Ein-Jahr-neuer-Personalausweis-die-Bilanz-1369360.html">Ideen, wie man den Perso z. B. mit einer DNA-Datenbank &#8220;verbessern&#8221;</a> könnte.</p>
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		<title>Oft übersehene Lügen zum Bundestrojaner</title>
		<link>http://janschejbal.wordpress.com/2011/10/11/oft-ubersehene-lugen-zum-bundestrojaner/</link>
		<comments>http://janschejbal.wordpress.com/2011/10/11/oft-ubersehene-lugen-zum-bundestrojaner/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 11 Oct 2011 16:27:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In der derzeitigen Debatte zum Bundestrojaner werden ein paar Dinge oft von der Presse übersehen und von den Verantwortlichen falsch dargestellt. Die zwei Wichtigsten nehme ich hier mal auseinander (Liste wird ggf. noch ergänzt): Behauptung: &#8220;Beim Einsatz der Trojaner wurden alle rechtlichen Vorgaben eingehalten&#8221; GELOGEN In Bayern hat einer der Trojaner Screenshots angefertigt. Das war [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1536&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>In der derzeitigen Debatte zum Bundestrojaner werden ein paar Dinge oft von der Presse übersehen und von den Verantwortlichen falsch dargestellt. Die zwei Wichtigsten nehme ich hier mal auseinander (Liste wird ggf. noch ergänzt):</p>
<p><strong>Behauptung</strong>:<br />
<em>&#8220;Beim Einsatz der Trojaner wurden alle rechtlichen Vorgaben eingehalten&#8221;</em></p>
<p style="padding-left:30px;"><strong><span style="color:red;">GELOGEN</span></strong> In Bayern hat einer der Trojaner Screenshots angefertigt. Das war nach <strong>rechtskräftigem</strong> Beschluss des Landgerichts <a href="http://ijure.org/wp/archives/476">rechtswidrig</a>. Illegal, verboten, gegen die gesetzlichen Vorgaben verstoßend. Unbestreitbar, ohne wenn und aber. Die (leider von der Presse oft übernommene) Behauptung, die rechtlichen Vorgaben seien eingehalten worden, ist also eine <strong>dreiste Lüge</strong>. Konkret hatte das Bayrische Innenministerium <a href="http://www.stmi.bayern.de/presse/archiv/2011/385.php">behauptet</a>:</p>
<blockquote style="padding-left:30px;"><p>Nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Online-Durchsuchung 2008 ist eine Quellen-TKÜ zulässig, wenn sich die Überwachung ausschließlich auf Daten aus einem laufenden Telekommunikationsvorgang beschränkt und dies durch technische Vorkehrungen und rechtliche Vorgaben sichergestellt wird. Nichts anderes ist in Bayern bisher praktiziert worden.</p></blockquote>
<p style="padding-left:30px;">Auf Unwissenheit wird man sich hier angesichts der Bekanntheit des Urteils kaum berufen können.</p>
<p><strong>Behauptung</strong>:<br />
<em>&#8220;Trojaner werden nur zur Verfolgung schwerer Straftaten wie Terrorismus verwendet&#8221;</em></p>
<p style="padding-left:30px;"><strong><span style="color:red;">GELOGEN</span></strong> In den bekannten Fällen handelt es sich einmal um Drogenhandel, einmal um möglicherweise nach Betäubungsmittelgesetz illegale <a href="http://www.heise.de/tp/artikel/34/34289/1.html">Ausfuhr</a> von zugelassenen Medikamenten und einmal um Diebstahl, siehe <a href="http://blog.fefe.de/?ts=b06ae70c">Fefe</a>.</p>
<p>Noch Ärgerlicher ist allerdings, dass die Gelegenheit genutzt wird, Forderungen nach mehr (!) Überwachungsbefugnissen zu stellen. Die GDP (Gewerkschaft der Polizei, nicht zu verwechseln mit der DPolG oder dem BDK) <a href="http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1575515/">fordert</a> einen &#8220;sauberen rechtlichen Rahmen&#8221;, will also ein Gesetz, was die Überwachung erlaubt.</p>
<p><strong>Wenn jemand gegen ein Gesetz verstößt, dann ist die richtige Reaktion darauf in der Regel, ihn <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/BJNR001270871.html#BJNR001270871BJNG005202307">in den Knast zu stecken</a>, und nicht, den Gesetzesbruch zu legalisieren!</strong> Wenn Vertrauen und bestehende Privilegien missbraucht werden, dann gehören diese Privilegien entzogen, nicht ausgeweitet.</p>
<p>Meiner Meinung nach müssten:</p>
<ul>
<li>Sämtliche Verantwortlichen (und nicht nur ein paar Bauernopfer) zur Rechenschaft gezogen werden. Das beinhaltet insbesondere eine Entlassung und Strafverfahren, und wir reden hier sicher von Dutzenden von Verantwortlichen.</li>
<li>Die Überwachungsbefugnisse der Behörden massiv zusammengestrichen werden. Nicht nur muss die Verwendung von Spionagesoftware unmissverständlich untersagt werden, auch die sonstigen Befugnisse dürfen nicht unangetastet bleiben. Der Richtervorbehalt muss gestärkt werden, eine ausführliche Begründung sollte Pflicht werden. Wenn Richter pro Fall erstmal 1-2 Seiten individuelle, nicht aus Textbausteinen bestehende Begründung selbst abfassen müssten, wäre schon viel gegen ausufernde Überwachung ohne richtige Prüfung getan. Wenn der Richter überlastet ist, bleiben die Anträge halt so lange liegen, bis die Behörden gelernt haben, die Maßnahmen nur in Fällen anzuwenden, wo sie wirklich nötig sind.</li>
<li>Sämtliche Überwachungsmaßnahmen nachträglich geprüft und bei Verstößen sofort empfindliche Strafen verhängt werden.</li>
</ul>
<p>Wird natürlich nicht passieren, solange die CDU an der Regierung ist. Vermutlich wird es vielmehr ein Alibi-Gesetz geben, was 1-2 Überwachungsbefugnisse reduziert und dafür an anderer Stelle zahlreiche andere ausweitet, und vielleicht müssen 1-2 Leute mit großzügigen Pensionen gehen, natürlich ohne Strafverfolgung befürchten zu müssen.</p>
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		<item>
		<title>Beschäftigug für lästige Bürger</title>
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		<pubDate>Tue, 04 Oct 2011 23:41:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Online-Petitionsplattform des Bundestages klang nach einer tollen Idee für mehr Bürgerbeteiligung. Nach einer Weile wurde sie aber bekannt und beliebt, und es kamen die ersten Mega-Petitionen &#8211; und mit ihnen die Abstürze, wenn zu viele Bürger mitzeichnen wollten. Eine neue Software wurde beschafft, womit man sich umständlich registrieren musste, um mitzeichnen zu können. Als [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1533&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Online-Petitionsplattform des Bundestages klang nach einer tollen Idee für mehr Bürgerbeteiligung. Nach einer Weile wurde sie aber bekannt und beliebt, und es kamen die ersten Mega-Petitionen &#8211; und mit ihnen die Abstürze, wenn zu viele Bürger mitzeichnen wollten. Eine neue Software wurde beschafft, womit man sich umständlich registrieren musste, um mitzeichnen zu können. Als sich auch davon nicht genug Bürger abschrecken ließen, brach das System wieder zusammen. Dennoch kamen immer wieder große Petitionen zustande &#8211; und wurden, egal wie viele mitzeichneten, vom Bundestag kaum beachtet.</p>
<p>Um dafür zu sorgen, dass das Portal nicht durch Massen von Unfug unbenutzbar wird, gibt es dort eigentlich <a href="https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=policy">Richtlinien</a>. Diese besagen unter anderem:</p>
<blockquote><p>Voraussetzung für eine öffentliche Petition ist, dass die Bitte oder Beschwerde inhaltlich ein Anliegen von allgemeinem Interesse zum Gegenstand hat und das Anliegen und dessen Darstellung für eine sachliche öffentliche Diskussion geeignet sind. [...] Eine öffentliche Petition einschließlich ihrer Begründung wird nicht zugelassen, wenn sie [...] offensichtlich unsachlich ist oder der Verfasser offensichtlich von falschen Voraussetzungen ausgeht [...]
</p></blockquote>
<p>Trotzdem kamen immer mehr Petitionen durch, wo das &#8220;allgemeine Interesse&#8221; sehr fragwürdig war. Ärgerlicher als das waren allerdings die völlig unsinnigen Petitionen, die bereits existierende Dinge forderten &#8211; also nach den Richtlinien hätten ausgeschlossen werden müssen. Auch diese häuften sich. Wenn mehrere Petitionen zum gleichen Thema eintrafen, wurde ein Text ausgewählt (was ja auch sinnvoll ist) und nur dieser als öffentliche Petition behandelt. Da die Texte jedoch oft auffallend schlecht waren, drängte sich der Verdacht auf, dass hier absichtlich eine der schlechtesten Petitionen als &#8220;Muster&#8221; gewählt wurde, um die Zustimmung und Beteiligung zu senken.</p>
<p>Viel schlimmer aber ist, dass gleichzeitig gut ausgearbeitete Petitionen zu tatsächlich relevanten Themen nicht als öffentliche Petition behandelt wurden &#8211; wodurch das Sammeln von Unterschriften massiv erschwert wurde. Im Fall der &#8220;<a href="http://108e.de/">108e-Petition</a>&#8221; gegen Abgeordnetenbestechung habe ich davon erfahren: Diese wurde (auch auf Nachfrage)<a href="http://www.tauss-gezwitscher.de/?p=727">ohne nähere Begründung</a> abgelehnt. Wie viele sinnvolle Petitionen so unter den Teppich gekehrt worden sind, weiß man nicht.</p>
<p>Man könnte jetzt schon Absicht unterstellen, aber dazu gibt es einen <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Hanlon%27s_razor">schönen Grundsatz</a>: &#8220;Never attribute to malice that which is adequately explained by stupidity.&#8221; (Gehe nicht von Vorsatz aus, wenn etwas durch Dummheit ausreichend erklärt werden kann). Gerade zu den Zeiten, wo das Portal sehr aktiv war, wäre die schlechte Sortierung der Petitionen durch Überlastung erklärbar. Auch schlichte Inkompetenz wäre eine denkbare Erklärung. Eine Absicht kann man also nicht direkt unterstellen. Oder?</p>
<p>Dieser Zustand hält jetzt schon seit Jahren an. Wenn die Arbeit des Petitionsausschusses ernst genommen würde, wäre es für den Bundestag ein leichtes, eine ausreichende Menge an kompetentem Personal dafür einzustellen. Da das nicht geschehen ist, ist klar, dass echte Bürgerbeteiligung nicht gewünscht ist. Entweder es werden bewusst gute Petitionen unterdrückt, oder es wird bewusst nichts getan, damit der Petitionsausschuss seine Arbeit ordentlich macht/machen kann. So oder so ist klar, dass diese Plattform nur dazu dient und dienen soll, Bürger ihre Wünsche irgendwo äußern zu lassen, wo man sie bequem ignorieren kann, und die Zeit von engagierten Bürgern zu verschwenden.</p>
<p>Das Fass zum Überlaufen brachte eine Petition, die die Wiedereinführung einer Regelung im Personalausweisgesetz forderte: Wer einen Pass besitzt, soll keinen zusätzlichen Perso brauchen. Dummerweise steht das immer noch genau so im <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/pauswg/__1.html">Gesetz</a> (§ 1 Abs. 2) und wäre dort auch einfach zu finden gewesen. Die Petition ist inzwischen <a href="https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=19954">nicht mehr verfügbar</a>, nachdem es im Forum massiv <a href="https://epetitionen.bundestag.de/index.php?board=3858.0">Kritik hagelte</a>. (Mein <a href="https://epetitionen.bundestag.de/index.php?topic=10294.0">Beitrag</a>, der auch die Arbeitsweise des Ausschusses kritisierte, wurde auch verschwunden).</p>
<p>Deswegen ist der Petitionsfeed aus meinem Newsreader geflogen, und von mir gibts auch keine Werbung oder Mitzeichnung für Petitionen, die über dieses Portal laufen, solange es sich nicht um eine der &#8220;großen&#8221;, hauptsächlich außerhalb des Portals ablaufenden Petitionen handelt &#8211; egal wie sinnvoll der Text aussehen mag. Ohne massiven Öffentlichkeitsdruck sind die Petitionen sowieso sinnlos &#8211; außer als Zeitbinder für politisch engagierte Bürger.</p>
<p>Wenn ihr das genauso seht, und es irgendwo erklären wollt &#8211; dafür ist dieser Text da, ein Link sagt mehr als tausend Worte und ist schneller gesetzt als eine langwierige Erklärung&#8230;</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/demokratie/'>Demokratie</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/grundrechte/'>Grundrechte</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/internet/'>Internet</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/lobbyismus/'>Lobbyismus</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/piraten/'>Piraten</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/politik/'>Politik</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/sonstiges/'>Sonstiges</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/'>Statische Tags</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/unfair/'>Unfair</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/zensur/'>Zensur</a> Tagged: <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/burger/'>bürger</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/burgerbeteiligung/'>bürgerbeteiligung</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/bundestag/'>bundestag</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/e-petition/'>e-petition</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/e-petitionen/'>e-petitionen</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/online-petitionen/'>online-petitionen</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/petitionen/'>petitionen</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/petitionsausschuss/'>petitionsausschuss</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/zeitbinder/'>zeitbinder</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/zeitmanagement/'>zeitmanagement</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/janschejbal.wordpress.com/1533/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/janschejbal.wordpress.com/1533/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1533&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Firefox 6 benutzbar machen</title>
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		<pubDate>Sun, 25 Sep 2011 20:37:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich bin lange auf dem 3.6.x-er-Zweig von Firefox geblieben (der zum Glück weiterhin gepflegt wird), weil ich Angst hatte, dass mir das Update wieder mal alle Extensions zerschießt und es keine einfache Möglichkeit gibt, das vorher zu prüfen. Außerdem hat die 4er-Reihe (also 4, 5, 6, &#8230;) auch ein &#8220;Feature&#8221; durch das alle Texte unscharf [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1527&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin lange auf dem 3.6.x-er-Zweig von Firefox geblieben (der zum Glück weiterhin gepflegt wird), weil ich Angst hatte, dass mir das Update wieder mal alle Extensions zerschießt und es keine einfache Möglichkeit gibt, das vorher zu prüfen. Außerdem hat die 4er-Reihe (also 4, 5, 6, &#8230;) auch ein &#8220;Feature&#8221; durch das alle Texte unscharf gerendert werden und einige andere nette Sachen.</p>
<p>Nun hab ich endlich mal die paar Stunden investiert, eine Kopie meines Profils in einen portablem Firefox 6 gepflanzt und geschaut, ob man das Teil brauchbar bekommt. Hier die Schritt-für-Schritt-Anleitung für Leute, die das gleiche Problem haben:</p>
<p><strong>Menüleiste wiederherstellen</strong><br />
&#8220;Firefox&#8221;-Knopf -&gt; auf &#8220;Einstellungen&#8221; zeigen -&gt; &#8220;Menüleiste&#8221;</p>
<p><strong>Schrift lesbar machen</strong><br />
Linuxnutzer sind so eine augenfolternd-verwaschene Schrift wohl gewöhnt, die man bei Firefox ab Version 4 gratis dazubekommt, ich aber nicht (einer der Gründe, warum ich noch Windows hab). Viele stellen in about:config die Grafikbeschleunigung ganz aus (gfx.direct2d.disabled), um die Schrift wieder ordentlich hinzubekommen, aber es reicht, die Einstellung <strong>&#8220;gfx.font_rendering.cleartype_params.rendering_mode&#8221; auf 2</strong> zu setzen. Mit den anderen &#8220;gfx.*&#8221;-Einstellungen spiel ich irgendwann später mal rum, vielleicht bekommt man damit ja sogar die Webfonts (downloadbare Schriften) so hingebogen, dass einem die Augen beim Lesen nicht mehr wehtun.</p>
<p><strong>Statusleiste wiederherstellen</strong><br />
Irgendwer hielt es für eine geniale Idee, die Statusleiste zwecks Platzersparnis auszublenden bzw. durch eine Add-on-Leiste zu ersetzen, und Link-URLs auf Einblendungen (mal links, mal rechts) am unteren Bildschrimrand zu präsentieren. Um dieses &#8220;Feature&#8221; loszuwerden, braucht man das Addon <a href="https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/status-4-evar/">Status-4-Evar</a>. Das muss auch noch sinnvoll konfiguriert werden, weil die Defaultwerte z. T. idiotisch sind: Die Verzögerungen für die Linkdarstellung habe ich auf 0 gesetzt, und im erweiterten Editor für den Ladeindikator im Adresszeilen-Hintergrund (Fill-Mode) hab ich &#8220;rgba(128, 128, 128, 0.075)&#8221; eingetragen, damit auch farbige Adresszeilen (SSL-Indikator, aus Firefox 2 mit einem User-CSS gerettet) ordentlich aussehen.</p>
<p><strong>Mouse Gestures Redox wieder lauffähig machen</strong><br />
Die Mausgestenerweiterung &#8220;Mouse Gestures Redox&#8221; ist für mich eine der wichtigsten Extensions und wird nicht mehr (bzw. nicht mehr so wirklich) gewartet. Zum Glück gibt es eine <a href="http://www.mousegestures.org/dev/nightly/">Nightly/Beta-Version</a>, die mit Firefox 6 läuft.</p>
<p><strong>Verlorene Addons retten</strong><br />
Die Addons, die durch das Upgrade inkompatibel geworden sind und für die es keine Updates gibt (bei mir nur Google Toolbar und SSL Blacklist) kann man versuchen zu retten, indem man den <a href="https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/add-on-compatibility-reporter/">Add-on compatibility reporter</a> installiert. Ob sie dann wirklich funktionieren, ist natürlich nicht garantiert, zumindest die Grundfunktionen scheinen bei mir aber zu laufen.</p>
<p><strong>Menühöhe korrigieren (Update)</strong><br />
Nach Erstellung dieses Beitrags ist mir noch ein Ärgenis aufgefallen: Die Menüeinträge (Kontextmenü etc.) sind durch zusätzliche Zwischenräume plötzlich etwas höher. Die minimalen Unterschide summieren sind und so passen plötzlich deutlich weniger Einträge auf den Bildschirm, wie man auch am folgenden Screenshot sehen kann (gleichzeitig sieht man den Unterschied zwischen korrigiertem Schriftrendering links und dem Original rechts). Obwohl das rechte Menü einen Menüpunkt und eine Trennlinie weniger hat, ist es fast genauso lang wie das linke:</p>
<p><a href="http://janschejbal.files.wordpress.com/2011/10/menu-regression-fx4-fx6.png"><img src="http://janschejbal.files.wordpress.com/2011/10/menu-regression-fx4-fx6.png?w=595" alt="" title="menu regression fx4 vs fx6"   class="aligncenter size-full wp-image-1564" /></a></p>
<p>Wie ich jetzt merke, ist das wahrscheinlich der zweite Punkt, weswegen Linux-GUIs mir subjektiv massiv missfallen. Auch hierfür gibt es beim Firefox jedoch eine Lösung: In die userChrome.css (im Ordner &#8220;chrome&#8221; im Profilordner, ggf. erst erstellen) wird der folgende Code eingetragen (angepasst nach <a href="http://forums.mozillazine.org/viewtopic.php?p=9552005#p9552005">diesem Post</a>):</p>
<pre class="brush: css; gutter: false; title: ; notranslate">
/* unfuck firefox7 menu item height */
.menu-accel, .menu-iconic-accel, .menu-text, .menu-iconic-text {
  margin-top: 0px !important;
  margin-bottom: 0px !important;
  padding-top: 0px !important;
  padding-bottom: 0px !important;
}
</pre>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/anleitungen/'>Anleitungen</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/internet/'>Internet</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/piraten/'>Piraten</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/'>Statische Tags</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/technik/'>Technik</a> Tagged: <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/blurry/'>blurry</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/firefox/'>firefox</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/firefox-4/'>firefox 4</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/firefox-6/'>firefox 6</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/fonts/'>fonts</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/menu/'>menü</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/menuleiste/'>menüleiste</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/mozilla/'>mozilla</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/mozilla-firefox/'>mozilla firefox</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/schrift/'>schrift</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/schriften/'>schriften</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/statusleiste/'>statusleiste</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/text/'>text</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/unscharf/'>unscharf</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/janschejbal.wordpress.com/1527/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/janschejbal.wordpress.com/1527/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1527&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">menu regression fx4 vs fx6</media:title>
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		<title>FDP-Stimme für den Gully</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Sep 2011 19:33:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Guido Westerwelle hatte im Bundestagswahlkampf 2009 Angst, dass seine FDP viele Wähler an die Piratenpartei verliert, weil diese im Bezug auf Bürgerrechte um einiges glaubwürdiger ist. Deswegen versuchte er, mit dem Hinweis auf die 5%-Hürde Wähler von der Piratenpartei abzuschrecken und brachte in einem Interview den Spruch: &#8220;Die Piratenpartei kann man ja wählen, aber die [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1520&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Guido Westerwelle hatte im Bundestagswahlkampf 2009 Angst, dass seine FDP viele Wähler an die Piratenpartei verliert, weil diese im Bezug auf Bürgerrechte um einiges glaubwürdiger ist. Deswegen versuchte er, mit dem Hinweis auf die 5%-Hürde Wähler von der Piratenpartei abzuschrecken und brachte in einem <a href="http://www.youtube.com/watch?v=aC4phBkladQ">Interview</a> den Spruch: &#8220;Die Piratenpartei kann man ja wählen, aber die Stimme ist natürlich dann im Gully&#8221;</p>
<p>Die Zeiten ändern sich, und nun ist (<a href="http://www.wahlen-berlin.de/">nach aktuellen Hochrechnungen</a>) in Berlin die FDP zu Recht mit unter 2% tief unter der 5%-Hürde versunken, während die Piraten mit ca. 9% ins Parlament einziehen. Neben dem selbstverständlichen <a href="https://janschejballinks.wordpress.com/2011/09/18/tja-das-war-dann-wohl-projekt-18-in/">Hinweis auf den Erfolg von Projekt 1,8</a> daher hier die wohlverdiente Häme für die FDP:</p>
<p><a href="http://janschejbal.files.wordpress.com/2011/09/fdpgully.jpg"><img src="http://janschejbal.files.wordpress.com/2011/09/fdpgully.jpg?w=595" alt="" title="Welche Stimme ist denn jetzt für den Gully?"   class="aligncenter size-full wp-image-1521" /></a></p>
<div style="float:right;"><a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/"><img alt="Creative Commons Lizenzvertrag" style="border-width:0;" src="https://i.creativecommons.org/l/by-nc-nd/3.0/de/88x31.png"/></a></div>
<p>Dieses Werk von <strong><a href="http://janschejbal.wordpress.com/">Jan Schejbal</a></strong> steht unter einer <a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/">Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Deutschland Lizenz</a>. Klick für größere Auflösung, verlinken selbstverständlich erwünscht, andere Formate und noch größere Auflösung auf Anfrage.</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/newskommentare/'>Newskommentare</a> Tagged: <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/5-prozent-hurde/'>5-prozent-hürde</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/berlin/'>berlin</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/fdp/'>fdp</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/gulli/'>gulli</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/gully/'>gully</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/piraten/'>Piraten</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/piratenpartei/'>piratenpartei</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/stimme/'>stimme</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/wahl/'>wahl</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/wahlergebnisse/'>wahlergebnisse</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/westerwelle/'>westerwelle</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/janschejbal.wordpress.com/1520/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/janschejbal.wordpress.com/1520/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1520&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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			<media:title type="html">jan</media:title>
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			<media:title type="html">Welche Stimme ist denn jetzt für den Gully?</media:title>
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			<media:title type="html">Creative Commons Lizenzvertrag</media:title>
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		<title>Billigfachkräftemangel</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Aug 2011 09:19:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Bisher erhalten Menschen, die im Alter von mindestens 58 Jahren arbeitslos werden, zwei Jahre lang Arbeitslosengeld. Das will die FDP jetzt ändern, weil die älteren Arbeitskräfte ja wegen des schrecklichen Fachkräftemangels als Fachkräfte benötigt werden. Nur: Das Arbeitslosengeld liegt laut Wikipedia bei ca. 2/3 des alten Einkommens. Wenn die Firmen die ach so dringend benötigten [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1517&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Bisher erhalten Menschen, die im Alter von mindestens 58 Jahren arbeitslos werden, zwei Jahre lang <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitslosengeld_(Deutschland)">Arbeitslosengeld</a>. Das will die FDP jetzt <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,779368,00.html#ref=rss">ändern</a>, weil die älteren Arbeitskräfte ja wegen des schrecklichen Fachkräftemangels als Fachkräfte benötigt werden. Nur: Das Arbeitslosengeld liegt laut Wikipedia bei ca. 2/3 des alten Einkommens. Wenn die Firmen die ach so dringend benötigten Fachkräfte also tatsächlich haben wollten und auch angemessen bezahlen würden, dürfte sich durchaus der ein oder andere ältere Arbeitnehmer darüber freuen, doch noch einen Job zu bekommen.</p>
<p>Solange älteren &#8220;wertvollen Fachkräften&#8221; für ihre oft jahrzentelange Berufserfahrung Gehälter geboten werden, die unter den Gehältern für junge Berufseinsteiger liegen, muss man sich nicht wundern, wenn manche lieber etwas länger nach einem angemessen bezahlten Job suchen, wenn sie es sich leisten können. Durch die Drohung mit der Hartz-4-Keule kann man diese Leute natürlich dazu bewegen, schnell einen Job anzunehmen, der &#8211; eben weil die Arbeitgeber wissen, dass ältere Arbeitssuchende kaum eine Wahl haben &#8211; nicht angemessen bezahlt wird.</p>
<p>Wenn die von der FDP vorgeschlagene Maßnahme also irgendetwas bekämpfen würde, dann eher nicht den Fachkräftemangel, sondern den Billigfachkräftemangel. <em>Billige</em> Fachkräfte kann die Wirtschaft nämlich nie genug kriegen&#8230;</p>
<p>Was die FDP gerne &#8220;übersieht&#8221; ist natürlich auch, dass nicht alle älteren Arbeitnehmer dringend gesuchte Fachkräfte sind (und auch diese nicht unbedingt schnell einen Job finden). Neben der Ausweitung des Lohndumpings auf höher qualifizierte Arbeit wird damit natürlich auch das in den letzten Jahren immer erfolgreichere Lohndumping im Niedriglohnsektor weiter verschärft.</p>
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		<title>ePerso kann remote missbraucht werden</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Aug 2011 09:45:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Überwachungsstaat]]></category>
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		<description><![CDATA[In meinem letzten Artikel zum ePerso (PIN-Diebstahl ohne Malware) stellte ich eine Möglichkeit vor, wie ein Angreifer an die PIN des ePerso gelangen kann, indem er eine falsche AusweisApp vortäuscht. Wie ich erwartet hatte gab es daran viel Kritik: Einerseits sei das ja kein richtiger Angriff, weil &#8220;nur&#8221; der Nutzer getäuscht wird, andererseits hätte der [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1467&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div style="float:right;padding:10px;"><a href="http://flattr.com/thing/369137/ePerso-kann-remote-missbraucht-werden" target="_blank"><br />
<img src="http://janschejbal.files.wordpress.com/2011/08/flattrbutton.jpg?w=595" /></a></div>
<p>In meinem letzten Artikel zum ePerso (<a href="http://janschejbal.wordpress.com/2011/01/17/eperso-pin-diebstahl-ohne-malware/">PIN-Diebstahl ohne Malware</a>) stellte ich eine Möglichkeit vor, wie ein Angreifer an die PIN des ePerso gelangen kann, indem er eine falsche AusweisApp vortäuscht.</p>
<p>Wie ich erwartet hatte gab es daran viel Kritik: Einerseits sei das ja kein richtiger Angriff, weil &#8220;nur&#8221; der Nutzer getäuscht wird, andererseits hätte der Angreifer ja &#8220;nur&#8221; die PIN, mit der er nichts anfangen könne, weil er ja keinen Zugriff auf den Personalausweis selbst hätte.</p>
<p>Ersteres spielt für das Ergebnis keine Rolle: Der Angriff funktioniert gegen durchschnittliche Nutzer sehr gut, und der Angreifer hat am Ende die PIN. Damit wären wir beim zweiten Einwand: Die Authentifikation mit dem Ausweis ist eine sogenannte Zwei-Faktor-Authentifikation &#8211; man benötigt PIN <strong>und</strong> Ausweis. Mit der PIN alleine kann der Angreifer somit tatsächlich noch nicht direkt einen Angriff durchführen &#8211; aber er hat einen der beiden Faktoren überwunden. Das wird interessant, sobald ein Angriff den anderen Faktor überwindet. Alleine wäre auch dieser neue Angriff &#8220;wertlos&#8221;, verbunden mit der gestohlenen PIN ermöglicht er jedoch den Missbrauch des Ausweises.</p>
<p>Genau einen solchen zweiten Angriff habe ich nun gefunden. (Nachtrag: <a href="http://www.heise.de/security/meldung/Weitere-Sicherheitsluecke-beim-elektronischen-Personalausweis-1319432.html">Wurde von Heise verifiziert</a>.) Dadurch kann der Angreifer, wenn die im Folgenden erklärten Bedingungen zutreffen, <strong>sich mit dem Personalausweis des Opfers ausweisen</strong>. (Ich denke, jetzt sieht man auch, warum der PIN-Angriff sehr wohl ein Problem war!)</p>
<p>Weil das Missverständnis öfter aufkam: Der PIN-Diebstahl-Angriff ist <strong>kein</strong> simpler Phishing-Angriff. Bei einem Phishing-Angriff wird das Opfer auf die Seite des Angreifers gelockt, aber im Glauben gelassen, dass es z. B. die Seite seiner Bank besucht &#8211; denn nur dort dürfen die Bank-Zugangsdaten eingegeben werden. Auf den falschen Link reinzufallen ist ein vermeidbarer Fehler des Opfers. Hier jedoch kennt das Opfer die Identität der Seite. Ein legitimer Ausweisevorgang beginnt mit dem Besuch einer fremden Seite, wo dann die AusweisApp aufpoppt &#8211; genau wie beim Angriff. Dieser Angriff ist also deutlich schwerer erkennbar als Phishing &#8211; vor allem, weil Banken etc. dem Nutzer erklären, wie er sich schützen soll (Bank-Website manuell aufrufen), während auf die wenigen Warnzeichen für eine falsche AusweisApp nirgendwo hingewiesen wird.</p>
<p><span class='embed-youtube' style='text-align:center; display: block;'><iframe class='youtube-player' type='text/html' width='595' height='365' src='http://www.youtube.com/embed/uOyKIQvqYDU?version=3&#038;rel=1&#038;fs=1&#038;showsearch=0&#038;showinfo=1&#038;iv_load_policy=1&#038;wmode=transparent' frameborder='0'></iframe></span><br />
<a href="http://www.youtube.com/watch?v=uOyKIQvqYDU">Demo des Angriffs auf YouTube</a></p>
<p>Die von der ComputerBild als Beilage verteilten Starterkits bestehen aus einem Reiner SCT-Basislesegerät sowie einer LoginCard, mit der man sich Online einloggen können soll. Dazu muss eine Software (Browserplugin) von ReinerSCT installiert werden, die Websites Zugriff auf das Lesegerät gibt.</p>
<p>Über dieses sogenannte OWOK-Plugin kann eine Website (nach Bestätigung, siehe unten) frei mit der Karte kommunizieren. Die OWOK-Software habe ich als erstes untersucht, weil der Nutzer bei den Computerbild-Starterkits zur Installation aufgefordert wird, sie also bei vielen Ausweisinhabern vorhanden sein dürfte. Die Software nutzt dafür anscheinend das von den Sparkassen entwickelte <a href="http://sizchip.siz.de/cms/SIZCHIP/">SIZCHIP</a>-Plugin &#8211; d.h. das gleiche Problem dürfte mit vielen anderen Plugins, z. B. mit dem Geldkarten-Plugin, bestehen.</p>
<p>Pro Website wird der Benutzer einmal gefragt, ob er diesen Zugriff zulassen soll. Diese Frage sollte eigentlich vor dem Angriff schützen, da der Nutzer ja darauf aufmerksam gemacht wird und zustimmen muss. Dabei gibt es jedoch mehrere Probleme:</p>
<ol>
<li>Der Nutzer erwartet beim oben erwähnten PIN-Diebstahl-Angriff, dass der ePerso benutzt wird. Die Frage nach dem Zugriff auf dem Chipkartenleser dürfte den meisten Nutzern daher logisch vorkommen und meist bejaht werden. Nutzer mit gutem Hintergrundwissen über die Technik könnten an dieser Stelle aufmerksam werden &#8211; diese zählen jedoch zu einer kleinen Minderheit.</li>
<p></p>
<li>Sobald der Nutzer einmal die Entscheidung getroffen hat, scheint diese dauerhaft gespeichert zu werden. Indem der Angreifer das Plugin unter einem Vorwand einige Zeit vor dem Angriff das erste mal aktiviert, kann er verhindern, dass der Nutzer beim eigentlichen Angriff misstrauisch wird.</li>
<p></p>
<li>Die Anfrage besteht aus einem Dialogfenster, was an einer vorhersehbaren Position (Bildschirmmitte) auftaucht, sobald das Plugin geladen wird. Das kann sich der Angreifer zunutze machen, indem er den Nutzer animiert, wiederholt schnell auf die &#8220;richtige&#8221; Stelle zu klicken (z. B. durch ein Spiel), und dann erst das Dialogfenster auslöst. Viele sicherheitskritische Dialogfenster in Browsern aktivieren die Schaltflächen inzwischen erst nach einer kurzen Verzögerung, um solche Angriffe zu verhindern.</li>
<p></p>
<li>Einige im Plugin vordefinierte Seiten können ohne diese Sicherheitsabfrage zugreifen. Gelingt es, in einer dieser Seiten z. B. eine XSS-Lücke zu finden, kann man die Sicherheitsabfrage umgehen, indem man den Angriff im Kontext der Seite durchführt. <strong>Eine solche Lücke habe ich gefunden &#8211; die Sicherheitsabfrage kann also umgangen werden.</strong></li>
</ol>
<p>Dieser Angriff setzt also voraus:</p>
<ul>
<li>Das Opfer hat z. B. das von der ComputerBild verteilte Starterset nach Anleitung installiert</li>
<p></p>
<li>Das Opfer fällt auf den PIN-Diebstahl-Angriff mit einer falschen AusweisApp herein</li>
<p></p>
<li>Das Opfer bestätigt dabei (oder irgendwann vorher!) die Sicherheitsabfrage &#8220;Darf von (Seitenname) auf Chipkartenleser zugegriffen werden?&#8221; <strong>oder</strong> der Angreifer umgeht die Sicherheitsabfrage über eine XSS-Lücke (siehe oben)</li>
<p></p>
<li>Der Ausweis liegt auf dem Lesegerät (folgt bereits aus dem Hereinfallen auf den PIN-Diebstahl-Angriff)</li>
</ul>
<p>Sobald diese Voraussetzungen erfüllt sind, hat der Angreifer über das Plugin Zugriff auf den Kartenleser und den darauf liegenden Ausweis, und befindet sich im Besitz der PIN. Damit gilt:</p>
<ul>
<li><strong>Der Angreifer kann mit der Identität des Ausweisinhabers Aktionen durchführen, und diese mit dem fremden Ausweis bestätigen.</strong></li>
<p></p>
<li>Der Angreifer kann sich auch in Benutzerkonten des Ausweisinhabers, die Login via Ausweis zulassen, einloggen, und dort z. B. Daten ausspähen oder weitere Aktionen durchführen.</li>
</ul>
<p>Der Angreifer braucht also insbesondere weder Malware auf dem Rechner des Nutzers, noch muss er man-in-the-middle-Attacken fahren. Er muss lediglich Besucher auf seine Seite locken und dort mit der falschen AusweisApp täuschen!</p>
<h3>Folgen</h3>
<p>Der Angreifer kann den Ausweis und somit die bestätigte Identität des Opfers missbrauchen. Das Opfer bekommt dies nicht mit, da ihm z. B. eine erfolgreiche Altersverifikation vorgetäuscht wird. Da die Identitätsbestätigung über den Ausweis einen sehr starken <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/ePerso-liefert-Anscheinsbeweis-bei-Online-Bestellung-1150484.html">Anscheinsbeweis liefert</a>, wird das Opfer nur sehr schwer belegen können, dass eine Aktion von einem Angreifer und nicht vom Opfer selbst durchgeführt wurde.</p>
<p>Dabei wäre beispielsweise ein Szenario denkbar, bei dem ein Onlineshop Lieferung auf Rechnung anbietet, wenn der Käufer sich per Ausweis identifiziert &#8211; soweit ich weiß eines der öfter genannten Beispiele für eine mögliche Anwendung des ePersos. Würde ein Angreifer mit der Identität des Opfers eine Bestellung tätigen, würde der Händler sein Geld beim Opfer einfordern &#8211; und hätte vor Gericht dank der Ausweisprüfung gute Chancen, dies auch durchzusetzen. Auch wäre denkbar, dass der Angreifer ein Konto im Namen des Kunden eröffnet und für Betrügereien missbraucht &#8211; mit der Folge, dass das Opfer für diese Taten verantwortlich gemacht wird.</p>
<h3>Totalversagen</h3>
<p>Zum Glück gibt es eh kaum Dienste, die wirklich mit dem ePerso genutzt werden können. SCHUFA und die Flensburg-Punkteauskunft schicken die Zugangsdaten bzw. Infos separat per Post, sodass der Ausweis hauptsächlich als Formularausfüllhilfe dient, und ansonsten kann man damit <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Online-Petitionen-mit-dem-neuen-Personalausweis-zeichnen-1317452.html">Onlinepetitionen unterschreiben</a> und kommt vielleicht bei ein paar Versicherungen ins Kundenmenü. Kurz: Unabhängig von den Sicherheitsproblemen hat das Projekt <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/article13463921/Elektronischer-Ausweis-wird-zum-Totalausfall.html">versagt</a>.</p>
<p>Wie in <a href="http://janschejbal.wordpress.com/2010/11/14/wie-man-leute-zum-gegner-des-eperso-macht/">diesem Beitrag</a> erklärt, bin ich der Meinung, dass der ePerso vor allem als Instrument zur Zerstörung der Freiheit und Anonymität im Netz taugt und früher oder später auch dafür verwendet werden wird. Entsprechende Forderungen hat der Bundesinnenminister Friedrich erst gestern wieder <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,778803,00.html#ref=rss">gebracht</a>. Wie das aussehen wird, sobald die Mehrheit der Bevölkerung einen ePerso besitzt, ist also absehbar. Wenn Kritik nicht mehr Anonym geäußert werden darf, leidet die Meinungsfreiheit massiv, da viele sich aus Angst vor möglichen Folgen nicht trauen, ihre Meinung zu sagen.</p>
<p>Davon abgesehen ist der ePerso eine sinnlose Wirtschaftsförderungsmaßnahme auf Steuerzahlerkosten. Neben den subventionierten Starterkits sieht man das am Besten daran, dass die Bürger ihre Signaturzertifikate von privaten Unternehmen kaufen müssen (für rund 20 Euro <strong>pro Jahr</strong>), statt sie zusammen mit dem Personalausweis direkt zu erhalten.</p>
<p>Die Entwicklung und Einführung des Ausweises sollen &#8220;nur&#8221; rund 50 Millionen <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/article13463921/Elektronischer-Ausweis-wird-zum-Totalausfall.html">gekostet haben</a>. Gegenüber dem alten Ausweis müssen die Bürger für den ePerso rund 20 Euro mehr zahlen. Bei <a href="http://www.karrieretrends.de/mitteldeutschland/mitteldeutschland-news/infineon-dresden-liefert-chips-fuer-neuen-personalausweis/">6,5 Millionen neuen Ausweisen pro Jahr</a> kommen auf die Bürger jährliche Mehrkosten von 130 Millionen zu. <strong>Es ist also <u>nie</u> zu spät, das Projekt noch einzustampfen!</strong></p>
<p>Apropos Signatur: Die geht mit dem Ausweis immer noch nicht, weil die entsprechende Version der AusweisApp auf sich warten lässt. Genauso übrigens, wie eine auf MacOS lauffähige Version.</p>
<h3>Gegenmaßnahmen</h3>
<p>Folgende Dinge können getan werden, um den Angriff zu erschweren bzw. zu verhindern:</p>
<p><strong>Nutzer</strong> können:</p>
<ul>
<li>Den neuen Ausweis nicht im Internet nutzen, niemals an Lesegeräte halten und ggf. in einer abschirmenden Hülle transportieren</li>
<li>Wenn sie den Ausweis im Netz nutzen wollen, ausschließlich Lesegeräte der höheren Sicherheitsstufen (eigenes PIN-Pad) einsetzen <u>und die PIN ausschließlich auf dem Lesegerät eingeben</u>. Weiterhin muss das eigene System sicher und virenfrei gehalten werden!</li>
<li>Ihren alten Ausweis solange es geht behalten</li>
<li>Plugins, die Chipkartenzugriffe erlauben, deinstallieren.</li>
</ul>
<p><strong>Reiner SCT</strong> (bzw. die für den Kern des Plugins verantwortliche Firma) kann:</p>
<ul>
<li>Die Sicherheitsabfrage vor jedem Zugriff auf das Lesegerät stellen (sollte nur bei Loginvorgängen nötig sein) und sie deutlicher formulieren</li>
<li>Die APIs des Plugins einschränken, sodass Websites nur noch vordefinierte Funktionen der Karten auslösen können</li>
</ul>
<p>Das hilft aber nur, wenn alle Hersteller vergleichbarer Plugins das auch tun.</p>
<p><strong>Die Projektverantwortlichen</strong> können:</p>
<ul>
<li>Die unsicheren Basislesegeräte endlich abschaffen (nicht mehr für die Nutzung mit dem ePerso zulassen). Das ist die einzige Möglichkeit, die das Problem wirklich löst. Allerdings sind die besseren Geräte teuer und somit nicht gerade gut für die Akzeptanz.</li>
<li>Das Projekt begraben und nicht noch mehr Geld verschwenden</li>
<li>Die AusweisApp so umbauen, dass sie exklusiven Zugriff auf den Leser nimmt und ihn so für andere Anwendungen sperrt. Das würde Angriffe erschweren oder verhindern, allerdings nur, solange die AusweisApp auch läuft.</li>
</ul>
<p>Aufgrund der Reaktion des BMI auf meinen ersten Angriff (falsche <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/ePerso-liefert-Anscheinsbeweis-bei-Online-Bestellung-1150484.html">Behauptung</a>, ich hätte den Angriff länger gekannt und absichtlich zurückgehalten) musste ich leider mit Versuchen rechnen, diese Angriffsmöglichkeit zu vertuschen. Daher habe ich mich entschieden, die Hersteller vor der Veröffentlichung nicht zu benachrichtigen (außer im Fall der XSS-Lücke). Am Besten vor dem Angriff schützen kann sich immer noch der Nutzer allein (durch Deinstallation der Browserplugins), sodass möglichst schnelle öffentliche Aufklärung über diese Gefahr meiner Meinung nach sinnvoll ist.</p>
<p>Die Schuld an dieser Lücke sehe ich übrigens weniger bei den Pluginentwicklern, auch wenn es keine gute Idee und ziemlich unnötig ist, Websites uneingeschränkten Low-Level-Zugriff auf Chipkarten zu geben. Das Hauptproblem ist die bescheuerte Idee, für eine derart sicherheitsrelevante Anwendung unsichere Lesegeräte (Basisleser/Klasse-1-Leser) nicht nur zu verwenden, sondern auch noch aus Steuergeldern zu fördern.</p>
<h3>Technische Details</h3>
<p>Das OWOK/SIZCHIP-Plugin erlaubt es der Website, per JavaScript einen Kanal zur Chipkarte zu öffnen und darüber beliebige Befehle (APDUs) zu schicken (und die Antworten zu lesen). Ein Angreifer würde diese Befehle von einem Server abholen, auf welchem eine AusweisApp (oder eine äquvivalente Software) läuft. Statt an ein echtes Lesegerät würden die APDUs, die die AusweisApp an die Karte schicken will, über AJAX zum JavaScript im Browser des Opfers geschickt. Dort würden sie über das Plugin an den Ausweis gesendet, und die Antwort würde auf dem umgekehrten Weg wieder zur AusweisApp kommen.</p>
<p>Ich habe hierzu zwei Proof-of-concepts erstellt. Für beide muss ein Lesegerät, das OWOK-Plugin sowie eine kompatible Karte (nicht unbedingt ein Ausweis) vorhanden sein.</p>
<p>Einer (attackwebsite) basiert auf der falschen AusweisApp (die bereits im <a href="https://fsk18.piratenpartei.de/">&#8220;FSK18-Bereich&#8221; der Piratenpartei</a> zu sehen war). Er demonstriert, wie ein kompletter Angriff ablaufen würde. An den Ausweis (bzw. die Karte) wird hier nur der Befehl zum Auswählen der ePass-Anwendung geschickt, sodass man die unterschiedlichen Antworten von Ausweisen im Vergleich zu anderen Karten sehen kann.</p>
<p>Der zweite PoC (shellserver) implementiert das Abholen der Befehle über AJAX. Es kann entweder zum einfachen Testen ein fest im Server eingetragener Befehl an das Opfer geschickt werden, oder aber die Karte auf dem Lesegerät des Opfers wird an eine modifizierte <a href="https://github.com/henryk/cyberflex-shell/">cyberflex-shell</a> angeschlossen, von wo dann beliebige Anfragen gestellt werden können.</p>
<p>Die PoCs kann man <a href="http://www.janschejbal.de/projekte/eperso/eperso-owok.zip">hier</a> herunterladen, den ersten davon gibt es auch live unter <a href="https://fsk21.piratenpartei.de">https://fsk21.piratenpartei.de</a>.</p>
<p>Den XSS-Angriff habe ich an Heise mit Bitte um Verifikation und anschließende Weiterleitung an den Seitenbetreiber gemeldet. Die Redaktion konnte ihn nachvollziehen.</p>
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		<title>Argumente gegen (Anti-)Terrorgesetze</title>
		<link>http://janschejbal.wordpress.com/2011/07/25/argumente-gege-anti-terrorgesetze/</link>
		<comments>http://janschejbal.wordpress.com/2011/07/25/argumente-gege-anti-terrorgesetze/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 25 Jul 2011 09:12:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auf einer Mailingliste innerhalb der Piratenpartei wurde vor kurzem über allgemeine Argumente gegen neue bürgerrechtsfeindliche (Anti-)Terrorgesetze diskutiert. Meinen Beitrag möchte ich auch hier etwas breiter publizieren: Verhältnismäßigkeit Auch wenn dies zweifelslos die Zahl der Verkehrstoten reduzieren würde, käme niemand auf die Idee, deutschlandweit eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h einzuführen &#8211; denn das wäre völlig überzogen, [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1451&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Auf einer Mailingliste innerhalb der Piratenpartei wurde vor kurzem über allgemeine Argumente gegen neue bürgerrechtsfeindliche (Anti-)Terrorgesetze diskutiert. Meinen Beitrag möchte ich auch hier etwas breiter publizieren:</p>
<h3>Verhältnismäßigkeit</h3>
<p>Auch wenn dies zweifelslos die Zahl der Verkehrstoten reduzieren würde, käme niemand auf die Idee, deutschlandweit eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h einzuführen &#8211; denn das wäre völlig überzogen, die Schäden, die daraus resultieren würden, stehen in keinem Verhältnis.</p>
<p>Bei Anti-Terror-Maßnahmen, deren Wirkung im Vergleich zum Tempolimit überdies zweifelhaft ist, wird diese Abwägung leider gerne übersehen. Selbst wenn diese Maßnahmen tatsächlich Terroranschläge verhindern könnten, stehen die damit verbundenen Schäden, die an unserer Freiheit, an unseren Grundwerten entstehen, in keinem Verhältnis dazu.</p>
<p>Leider sind Einschränkungen der Bürgerrechte nicht so direkt spürbar, wie ein Tempolimit &#8211; doch wenn wir nach und nach unsere Bürgerrechte aufgeben, zerstören wir unsere freiheitliche Gesellschaft. Wir würden genau das tun, was die Terroristen möchten, aber mit ihren Bombenanschlägen ohne unsere &#8216;Hilfe&#8217; nie erreichen würden.</p>
<p>Zum Vergleich sollte man sich vor Augen führen, dass wir trotz 50.000 Toten im deutschen Straßenverkehr von 2001 bis 2010 nicht in blinden Aktionismus verfallen. Genau wie wir uns im Straßenverkehr auf sinnvolle und zurückhaltende Sicherheitsmaßnahmen beschränken, müssen wir dies auch bei der Bekämpfung von Terrorismus tun.</p>
<p>Genausowenig, wie wir auch auf diese riesige Anzahl Verkehrstoter mit einem Verbot des Straßenverkehrs oder einer bundesweiten Tempo-30-Zone reagieren, dürfen wir auf die bloße Gefahr von Terroranschlägen mit überzogenen Maßnahmen wie der Überwachung aller Bürger reagieren.</p>
<p>Terroristen können bloß töten. Nur überreagierende Politiker können unsere Gesellschaft zerstören. Von ihnen geht die wirkliche Gefahr aus &#8211; und gegen diese Gefahr wenden wir uns.</p>
<p>(Siehe auch <a href="http://www.youtube.com/watch?v=hjUe6_-wszA&amp;feature=player_embedded">dieser Beitrag von &#8220;Nano&#8221;</a>)</p>
<h3>Ursachen</h3>
<p>Wir könnten auch aufhören, uns in jeden internationalen Konflikt einzumischen. Damit dürfte die Terrorgefahr deutlich stärker sinken, als durch die Einführung irgendwelcher Terrorgesetze. Ganz verschwinden wird sie jedoch nie &#8211; genauso, wie man selbst mit den strengsten Gesetzen nie alle Anschläge verhindern können wird.</p>
<p>Selbstverständlich ist es wünschenswert, die Freiheit von Menschen in anderen Ländern zu schützen und zu fördern. Wir dürfen aber nicht zulassen, dass die Folgen dieser Einsätze unsere eigene Freiheit gefährden. Solange die einzige Antwort, die wir auf eine leicht gesteigerte, abstrakte Terrorgefahr kennen, ein drastischer Abbau unserer Bürgerrechte ist, können wir uns solche Einsätze einfach nicht leisten.</p>
<h3>Wirkungen und Nebenwirkungen</h3>
<p>&#8220;Herr Nachbar, was machen Sie da in ihrem Garten?&#8221;<br />
<em>&#8220;Ich streue Pulver gegen Elefanten.&#8221;</em><br />
&#8220;Aber hier gibt es doch gar keine Elefanten!&#8221;<br />
<em>&#8220;Na dann sehen Sie mal, wie das Pulver wirkt!&#8221;</em></p>
<p>Genauso wie der Nachbar sein Elefantenpulver streuen Innenminister gerne (Anti-)Terrorgesetze, deren Wirkung recht zweifelhaft ist. Wenn es dann gar keine Terroranschläge gibt, wird das als Zeichen gewertet, dass die Gesetze wirken, und man ganz dringend noch mehr davon braucht. Über Nebenwirkungen, wie den Abbau unserer Freiheitsrechte, macht man sich hierbei keine Gedanken.</p>
<p>Die wenigen versuchten Terroranschläge, die es in Deutschland gab, hatten meist von vorne herein wenig Aussicht auf Erfolg &#8211; und wurden meist nicht mit Hilfe der neuen Befugnisse aus den Terrorgesetzen aufgedeckt, sondern durch andere Mittel.</p>
<p>Die Mittel aus den Terrorgesetzen hingegen werden immer wieder eingesetzt, um unschuldige Bürger auszuspähen &#8211; wie man am zum Beispiel <a href="http://www.taz.de/Weitere-Entwicklung-Dresdner-Handyskandal/!74992/">Handydatenskandal in Dresden</a> sehen konnte. </p>
<p><small><br />
Der Begriff &#8220;Antiterrorgesetze&#8221; wurde in den Medien ab und zu als &#8220;Terrorgesetze&#8221; abgekürzt. Eines Tages fiel jemandem auf, dass diese Bezeichnung eigentlich viel passender ist, weil erst diese Gesetze die eigentliche Wirkung des Terrors entfalten und sie durch die Einschränkungen der Bürgerrechte die Bevölkerung terrorisieren. Daher steht auch bei mir das &#8220;Anti&#8221; in Klammern (und manchmal gar nicht) da.<br />
</small></p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/uberwachungsstaat/'>Überwachungsstaat</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/datenschutz/'>Datenschutz</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/demokratie/'>Demokratie</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/grundrechte/'>Grundrechte</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/piraten/'>Piraten</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/politik/'>Politik</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/polizeistaat/'>Polizeistaat</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/sicherheit-statische-tags/'>Sicherheit</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/sonstiges/'>Sonstiges</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/'>Statische Tags</a> Tagged: <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/anti-terror-gesetze/'>anti-terror-gesetze</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/argumente/'>argumente</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/auslandseinsatze/'>auslandseinsätze</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/elefantenpulver/'>elefantenpulver</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/terrorgesetze/'>terrorgesetze</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/terrorismus/'>terrorismus</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/verkehrstote/'>verkehrstote</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/janschejbal.wordpress.com/1451/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/janschejbal.wordpress.com/1451/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1451&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Bundes-un-freiwilligendienst</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Jul 2011 19:00:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Regierung ist überrascht &#8211; ohne Pflicht findet sich kaum noch jemand, der gerne Zivildienst machen möchte. Das hat sicher nichts damit zu tun, dass in der heutigen Gesellschaft alles schnell-schnell gehen muss, vor allem der Einstieg ins Berufsleben, nachdem man Turbo-Abi und Bologna-Studium in höchstens der vorgesehenen Zeit abgeschlossen zu haben hat. Seltsam, dass [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1436&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Regierung ist <a href="http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/kaum-einer-will-bufdi-werden/">überrascht</a> &#8211; ohne Pflicht findet sich kaum noch jemand, der gerne Zivildienst machen möchte. Das hat sicher nichts damit zu tun, dass in der heutigen Gesellschaft alles schnell-schnell gehen muss, vor allem der Einstieg ins Berufsleben, nachdem man Turbo-Abi und Bologna-Studium in höchstens der vorgesehenen Zeit abgeschlossen zu haben hat.</p>
<p>Seltsam, dass der &#8220;Bundesfreiwilligendienst&#8221; nicht genug Freiwillige findet, um Massen von zwangsweise verpflichteten Billigarbeitskräften zu ersetzen, oder? Sicherlich gab es Leute, die sich bewusst für den Zivildienst entschieden haben. Den Großteil dürften aber diejenigen bilden, die nicht durch den Schlamm robben und sich anbrüllen lassen wollen. Wer sich wirklich sozial engagieren möchte, dürfte das an anderer Stelle tun, statt freiwillig umsonst reguläre Arbeitsplätze zu ersetzen. Da hilft auch kein Gerede davon, wie wichtig (formal nachweisbares!) soziales Engagement im Lebenslauf ist.</p>
<p>Ich sehe drei Möglichkeiten, wozu das Ganze führen kann:</p>
<p>Im Idealfall würden die Zivi-Jobs durch reguläre, bezahlte Arbeitsplätze ersetzt. Das würde aber das Gesundheitswesen verteuern und das Geld müsste irgendwo herkommen. Da mal wieder Bundestagswahl ansteht und somit die FDP mal wieder Steuersenkungen braucht, ist das unwahrscheinlich.</p>
<p>Alternativ kann man natürlich das Gesundheits- und Pflegesystem noch weiter den Bach runtergehen lassen, indem die Stellen nicht ersetzt werden. Kranke und Pflegebedürftige bringen ja wirtschaftlich nichts, also kann man dort ja genausogut einfach sparen &#8211; so eine Denkweise würde zumindest zur Einstellung der schwarz-gelben Regierung passen. Aber die dritte Option ist viel verlockender:</p>
<p>Der Bundesfreiwilligendienst wird unfreiwillig. Diesmal nicht für Jugendliche, die man dringend über Turbo-Abi und Turbostudium schnellstmöglich zu wertvollen Arbeitskräften verarbeiten will, sondern für diejenigen, die gerade viele Anhänger der Regierungsparteien als wertlosen, asozialen, faulen Abschaum sehen: Arbeitslose. Diese Variante halte ich für sehr wahrscheinlich, denn die Regierung würde damit viele Fliegen mit einer Klappe schlagen.</p>
<p>Die &#8220;faulen asozialen Schmarotzer&#8221; bekommen unter allgemeinem Applaus der typischen Klientel von CDU/FDP endlich was zu tun, und können sich nicht in der &#8220;sozialen Hängematte ausruhen&#8221;. Indem ALG2-Empfänger zur Zwangsarbeit abkommandiert werden, gewinnen die Regierungsparteien unter ihrer Klientel deutlich an Zustimmung.</p>
<p>Wo der Staat ansonsten Geld für Arbeitskräfte ausgeben musste, kann künftig umso mehr gespart werden, während die &#8220;Freiwilligen&#8221; diese Arbeiten übernehmen. Besser wird das Gesundheitswesen dadurch nicht (auch wenn man das natürlich gut behaupten kann, um Pluspunkte zu sammeln), aber vielleicht billiger. Die <a href="https://janschejbal.wordpress.com/2010/01/18/es-gibt-parteien-die-kann-man-nicht-kaufen/">Mehrwertsteuern für Hoteliers</a> sind ja immer noch viel zu hoch, oder?</p>
<p>Gleichzeitig &#8220;löst&#8221; man das selbstgeschaffene Problem mit dem Mangel an Freiwilligen. Der Dienst wird weiter Bundesfreiwilligendienst heißen, aber er mehr zu einem Bundes(zwangs)arbeitsdienst verkommt. Verkauft wird das Ganze natürlich als Wiedereingliederungsmaßnahme o.ä., da mangelt es ja nicht an Kreativität. Vielleicht bleibt der Dienst auf dem Papier weiter freiwillig, aber die Teilnahme wird für viele Arbeitslose als Wiedereingliederungsmaßnahme angeordnet, oder als &#8220;freiwillige&#8221; Möglichkeit angeboten, um ein niedriges Zusatzeinkommen zu erhalten und das ALG2 auf menschenwürdiges Niveau zu bringen. Alternativ wäre es auch denkbar, dass der Dienst das ALG2 weitgehend ersetzt, oder sich auch ohne direkte Intervention durch die ARGEn als schlecht, aber immerhin etwas bezahlte &#8220;Ersatzarbeit&#8221; für Arbeitslose etabliert.</p>
<p>Das mag zwar alles nach einer guten Idee klingen. Die immer stärkere Einführung von Billigarbeit über 1-EUR-Jobs, Aufstocker, Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und ähnliche Geschichten hat aber eher zu mehr Lohndumping und größerer Armut denn zu besseren Lebensbedingungen geführt. Für Menschen, die z. B. aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten können, dürfte das eine weitere Verschlechterung der Situation darstellen. Darunter fallen auch die, die durch die immer stärkere Beschleunigung (Turbo-Abi, Turbo-Studium) oder ihre Arbeit psychisch krank gemacht wurden (z. B. Burnout). Zudem dürften die Betroffenen kaum mit angemessenen Arbeitsbedingungen rechnen &#8211; schließlich hätten die un-freiwilligen Arbeiter keine Wahl und auch keine Mittel, sich gegen unmenschliche Behandlung zu wehren.</p>
<p>Der freiwillige Bundesfreiwilligendienst dürfte keine Chance haben. Das unausweichliche Scheitern, vielleicht von vorne herein einkalkuliert, wird hingegen eine willkommene Gelegenheit darstellen, Zwangsarbeit zu schaffen und den Sozialstaat weiter auszuhöhlen.</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/grundrechte/'>Grundrechte</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/newskommentare/'>Newskommentare</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/piraten/'>Piraten</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/politik/'>Politik</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/sonstiges/'>Sonstiges</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/'>Statische Tags</a> Tagged: <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/alg2/'>alg2</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/arbeitsmarkt/'>arbeitsmarkt</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/arbeitspflicht/'>arbeitspflicht</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/bundesfreiwilligendienst/'>bundesfreiwilligendienst</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/hartz-4/'>hartz 4</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/lohndumping/'>lohndumping</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/soziales/'>soziales</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/sozialhilfe/'>sozialhilfe</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/sozialstaat/'>sozialstaat</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/vorhersage/'>vorhersage</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/wehrdienst/'>wehrdienst</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/zivildienst/'>zivildienst</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/zwangsarbeit/'>zwangsarbeit</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/janschejbal.wordpress.com/1436/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/janschejbal.wordpress.com/1436/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1436&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Probleme bei BitCoin &#8211; gesellschaftstheoretisch und technisch</title>
		<link>http://janschejbal.wordpress.com/2011/06/16/probleme-bei-bitcoin-gesellschaftstheoretisch-und-technisch/</link>
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		<pubDate>Thu, 16 Jun 2011 11:49:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Das komplett dezentrale auf kryptographie basierende Zahlungssystem BitCoin hat es in letzter Zeit zu einiger Berühmtheit gebracht. Das Konzept werde ich hier nicht nochmal erklären, das ist z. B. in der Wikipedia nachzulesen. Die für diese Betrachtung relevanten Haupteigenschaften von Bitcoin sind: Das System ist dezentral und völlig unkontrollierbar Zahlungen sind nicht umkehrbar Neues Geld [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1428&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Das komplett dezentrale auf kryptographie basierende Zahlungssystem <a href="http://www.bitcoin.org/">BitCoin</a> hat es in letzter Zeit zu einiger Berühmtheit gebracht. Das Konzept werde ich hier nicht nochmal erklären, das ist z. B. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bitcoin">in der Wikipedia</a> nachzulesen.</p>
<p>Die für diese Betrachtung relevanten Haupteigenschaften von Bitcoin sind:</p>
<ul>
<li>Das System ist dezentral und völlig unkontrollierbar</li>
<li>Zahlungen sind nicht umkehrbar</li>
<li>Neues Geld wird (beschränkt) ständig erstellt und anteilig nach beteiligter Rechenleistung an die aktiven Teilnehmer verteilt</li>
</ul>
<p>Die Unkontrollierbarkeit wird als Vorteil gesehen &#8211; kein Staat kann willkürlich Konten oder Guthaben einfrieren, auch kann kein Staat einfach so Geld drucken. Bitcoins verhalten sich in einigen Aspekten wie Bargeld &#8211; insbesondere sind sie weg, wenn sie mal gestohlen werden.</p>
<h3 id="btc-gesellschaft">Gesellschaftstheoretisch</h3>
<p>Die Unkontrollierbarkeit kann gesellschaftstheoretisch aber auch als Problem gesehen werden: Anonymität und Unkontrollierbarkeit für Kommunikation und Meinungsäußerung finde ich generell gut, auch wenn sie missbraucht werden kann, einfach weil der Nutzen überwiegt und die Gefahren nicht soo groß sind. Bei der Aufklärung von Straftaten sehe ich &#8220;follow the money&#8221; statt Kommunikationsüberwachung als guten Ansatz an. Man kann sich natürlich auf den Standpunkt stellen, dass der Staat möglichst wenig Macht haben soll, und es daher gut ist, wenn seine Macht beschränkt wird. Hier wird aber eine sehr wichtige Aufgabe des Staates übersehen: Er soll eine demokratische Kontrolle von Macht sicherstellen und wo nötig &#8220;schwache&#8221; vor &#8220;starken&#8221; schützen. Verurteilt ein Gericht jemanden, einem anderen z. B. eine Entschädigung für etwas zu zahlen, kann dieser es entweder tun, oder der Gerichtsvollzieher kommt und pfändet. Das &#8211; und damit die Durchsetzung des Rechts! &#8211; würde deutlich schwieriger, wenn Geld nicht mehr auf Bankkonten sondern auf verschlüsselten und redundanten USB-Sticks liegen würde.</p>
<p>Nimmt man dem Staat jede Macht, hat man zunächst eine Anarchie, letztlich herrschen diejenigen, die Ressourcen kontrollieren oder die Macht haben, andere Menschen unter Druck zu setzen. Mit anderen Worten: Warlords, die in der Lage sind, sich genug Söldner zu mieten und/oder genug Waffen haben. Irgendwo habe ich ein &#8220;interessantes&#8221; Szenario gelesen &#8211; was, wenn jemand eine Plattform anbietet, wo man per Bitcoin Kopfgelder auf Personen ausschreiben kann? Oder Belohnungen für terroristische Anschläge? Das geht mit &#8220;normalem&#8221; Geld nur sehr eingeschränkt, wäre mit Bitcoin aber anonym umsetzbar. Auch wenn reiche Menschen auch in westlichen Demokratien deutlich mehr Macht haben, bietet ein demokratischer Staat eine gewisse Kontrolle. Gibt man diese auf, hat man eine reine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Plutokratie">Plutokratie</a> &#8211; das will man eigentlich nicht.</p>
<p>Die Einführung von Bitcoin als Zahlungsmittel würde den Staat nicht abschaffen, aber seine Position schwächen. Das hat auch Vorteile, man kann es befürworten, und eine abschließende Meinung dazu habe ich nicht &#8211; aber es hat eben auch Nachteile, die oft vergessen werden, und die ich daher hier nennen wollte.</p>
<h3 id="btc-technik">Technisch</h3>
<p>Die weiteren Probleme sind technischer Art. Das Gesamtkonzept sieht solide aus und da bisher noch keiner einen Fehler darin gefunden hat, dürfte es auch relativ solide sein. Das Geld, was einem gehört, ist über private Schlüssel gesichert &#8211; wer diese Schlüssel hat, kann es ausgeben. IT-Kriminalität wird dadurch ein ganz neues Tor geöffnet: Bisher mussten Kriminelle eine Online-Überweisung manipulieren, um ein Bankkonto leerzuräumen. Bei Bitcoin reicht ein simpler Trojaner auf dem Rechner des Opfers. Experten haben gewisse Chancen, ihre Maschinen sicher zu halten &#8211; 95% der Computernutzer dürften aber mit IT-Sicherheit hoffnungslos überfordert sein und viele handeln sich regelmäßig Schadsoftware ein. <em><strong>Ergänzung</strong>: <a href="http://www.heise.de/meldung/Bitcoin-Diebstahl-Eine-halbe-Million-US-Dollar-weg-1261046.html">Dieser Fall</a>, wo genau das mit Bitcoins im Wert von 500.000 USD passiert sein soll, war Anlass für diesen Artikel. Ich gehe davon aus, dass der (Ex-)Besitzer in Sachen Computersicherheit noch auf jeden Fall zu den Top 10% zählt, auch wenn er sehr sehr viel falsch gemacht hat.</em> <strong>Update</strong>: <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Trojaner-stiehlt-virtuelle-Waehrung-1262760.html">Heise über Bitcoin-Trojaner</a>.</p>
<p>BitCoin basiert auf einem P2P-Netzwerk. Sollte es jemand schaffen, eine Sicherheitslücke, welche Code Execution (d.h. das Einschleusen von Malware) erlaubt, im Bitcoin-Client zu finden, kann er einen Wurm schreiben, der sich über das Bitcoin-Netz selbst verbreitet und so innerhalb kürzester Zeit alle zu dem Zeitpunkt aktiven Bitcoin-Teilnehmer gleichzeitig hacken und ihre Konten leerräumen. Aber auch wenn die Software selbst sicher sein sollte, kann ein Angreifer über das P2P-Netz herausfinden, wer alles an Bitcoin teilnimmt, inklusive deren IP-Adressen. Sollten die Systeme andere, von außen erreichbare Schwachstellen haben, kann er diese nutzen, um in die Systeme einzubrechen und die privaten Schlüssel zu stehlen &#8211; mit denen er dann die Bitcoins an sich überweisen kann.</p>
<p>Ein weiteres Problem ist, dass der Besitz von Bitcoins durch den (alleinigen) Besitz des privaten Schlüssels gekennzeichnet ist. Das Verfahren gilt als sicher, d.h. es ist nicht möglich diese Schlüssel zu knacken &#8211; noch. Was aber, wenn in 20 Jahren Quantencomputer existieren oder das Verfahren auf andere Art und Weise geknackt wird? Man kann Bitcoin mit ein paar Schwierigkeiten auf ein neues Verfahren migrieren, aber das muss passieren bevor das alte Verfahren angegriffen wird. Wird das Verschlüsselungsverfahren was in Bitcoin eingesetzt wird geknackt, hat der Angreifer, dem das gelungen ist, die Möglichkeit, Geld aus beliebigen Bitcoin-Konten zu überweisen, und es gibt keine Möglichkeit, Angreifer und legitimen Besitzer mehr zu unterscheiden (wie auch in anderen Fällen, wo der Angreifer den private key gestohlen hat).</p>
<p>Durch das Investieren von Rechenzeit (&#8220;Mining&#8221;) kann man Bitcoins generieren, allerdings ist das ein Zufallsprozess &#8211; ein normaler Mensch mit einer einzelnen normalen Grafikkarte (Grafikprozessoren können die nötigen Operationen schneller ausführen als CPUs, mit CPUs rechnen ist nahezu sinnlos) dürfte sehr lange rechnen, bis er Bitcoins sieht. Daher gibt es sogenannte Mining-Pools, bei denen mehrere Menschen zugleich minen und im Erfolgsfall der Gewinn dann auf die Beteiligten aufgeteilt wird. Diese Mining-Pools konzentrieren große Mengen an Rechenleistung. Das ist insofern ein Problem, als dass die Sicherheit des Netzes darauf basiert, dass die Mehrheit der beteiligten Rechenleistung von ehrlichen Teilnehmern kontrolliert wird. Die Pools kontrollieren jeweils über ihre Teilnehmer sehr viel Rechenleistung, und die einzelnen Teilnehmer können nicht (direkt) prüfen, ob der Pool &#8220;ehrlich&#8221; arbeitet. Falls einer der großen Pools die Mehrheit der Rechenleistung kontrolliert, könnte er diese missbrauchen. Soweit ich sehe ermöglicht das jedoch &#8220;nur&#8221; das doppelte ausgeben von Bitcoins, und es dürfte laut dem Konzept von Bitcoin lohnenswerter sein, die Leistung wie vorgesehen für die Unterstützung des Netzes zu nutzen statt sie zu missbrauchen. Dieses Problem dürfte also nicht allzu groß sein. Sollte allerdings eine Lücke in den Mining-Clients gefunden werden, könnte einer der Pool-Betreiber (oder jemand, der ihn hackt!) die Kontrolle über zahlreiche beteiligte Rechner übernehmen und deren Bitcoin-Börsen plündern.</p>
<p>Da es Geld für Rechenleistung gibt, wird es sicherlich früher oder später Schadsoftware geben, die fremde (übernommene) Rechner benutzt, um Bitcoins zu erzeugen (falls es das nicht schon längst gibt). Wenn Firmen mit großen Rechenzentren wie Amazon, Google oder Facebook sich entscheiden würden, bei Bitcoin einzusteigen, könnten sie wohl allein mit unbenutzten Servern in kürzester Zeit (bevor der Algorithmus die Erzeugung bremst) riesige Mengen an Bitcoins erzeugen (oder das Netzwerk zerstören, wovon sie aber nichts hätten). Diese Möglichkeit könnte gerade in einem Krisenfall die Stabilität der Währung massiv gefährden.</p>
<p>In den Zeiten, wo das Bitcoin-Netz noch klein war, konnten einzelne Personen große Mengen an Bitcoins erzeugen &#8211; dadurch haben einige &#8220;early adopter&#8221; unglaublich große Geldmengen, und könnten dadurch vermutlich den Kurs massiv beeinflussen. Außerdem ist Bitcoin Ziel von zahlreichen Spekulanten. Der aktuelle Wert der Bitcoins, meist definiert über den Umtauschkurs in USD bei <a href="https://mtgox.com/">MtGox</a>, kann sich also sehr schnell ändern und ist soweit ich weiß vor einiger Zeit innerhalb eines Tages von 30 USD auf 15 USD gefallen.</p>
<p><a name="btc-anon"></a>Auch die vielgerühmte Anonymität bei Bitcoin ist keineswegs so toll, wie viele glauben &#8211; im Gegenteil: Bedingt durch die Dezentralität des Netzes sind alle Transaktionen komplett öffentlich, mit Sender, Betrag und Empfänger. Sender und Empfänger sind jedoch keine Personen, sondern Bitcoin-Konten, und es wird empfohlen, für jede Transaktion ein neues Konto anzulegen. Selbst wenn jemand dieser Empfehlung folgt &#8211; wenn ich jemandem Geld schicke, sehe ich, was er damit weiter macht und kann der Spur weiter folgen. Er kann das Geld natürlich an ein weiteres Konto überweisen, und ich weiß nicht, ob es noch ihm oder jemandem anderen gehört. Aber angenommen ich führe meine Überweisung an einen mir bekannten Empfänger X auf Konto 1 durch, und sehe, dass innerhalb von Minuten mein ganzes überwiesenes Geld auf Konto 2 geht, dort drei Tage liegen bleibt, dann ein bestimmter Betrag auf Konto 3 geht und von dort auf ein Sammelkonto 4, was wie bekannt ist einem Pornohändler gehört: Dann kann ich davon ausgehen, dass in einem Versuch, das Geld zu anonymisieren, der Empfänger X sein Geld auf ein zweites Konto (Konto 2) von sich verschoben hat, und sich später davon bei besagtem Pornohändler Pornos zu kaufen, indem er das Geld an die für ihn erstellte  Bezahladresse des Händlers (Konto 3) überweist &#8211; bevor der Händler es auf sein bekanntes Hauptkonto (Konto 4) zieht. Anhand des Betrages und der Preisliste des Händlers kann ich vielleicht ja sogar sehen, was genau der Kunde gekauft hat. Anonymisierungsdienste (bzw. Geldwäschedienste) sind möglich und existieren, man kann also mit etwas Aufwand Bitcoin anonym nutzen. Bitcoin als &#8220;anonym&#8221; zu bezeichnen ist jedoch schlicht falsch. Um die Anonymität muss man sich selbst kümmern, und dafür dürften 95% der Nutzer zu unerfahren sein, viele wissen nicht einmal, dass es eigentlich nötig ist, geschweige denn, wie es geht.</p>
<h3 id="btc-summary">Zusammenfassung</h3>
<p>Bitcoin ist also sowohl extrem anfällig für IT-Kriminalität und kann vor allem schlagartig zusammenbrechen, plötzlicher und heftiger als die &#8220;schlechten, instabilen, altmodischen&#8221; Währungen und Geldsysteme. Die Halbwertszeit dürfte sogar darunter liegen. Als Zahlungssystem könnte Bitcoin, sobald sich der Wert etwas stabilisiert hat, sogar taugen, als alternatives Weltwährungssystem eher nicht. Bei einem Zusammenbruch westlicher Währungen könnte es natürlich sein, dass Menschen anfangen, es als Ersatz zu nutzen, weil man außer Naturalien nichts anderes hat (und darauf dürften auch einige der Bitcoin-Spekulanten spekulieren). Eine langfristige Lösung ist das aber nicht.</p>
<p>An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass ich Bitcoin unter theoretischen Gesichtspunkten extrem gut finde: Technisch ist es eine bemerkenswerte Leistung &#8211; in einem dezentralen Netzwerk ohne zentrale vertrauenswürdige Stelle ein System mit solchen Sicherheitseigenschaften und darauf basierend ein Zahlungssystem aufzubauen, was das doppelte Ausgeben von Geld verhindert, kontrollierte Inflation beinhaltet, einen gewissen Grad an Anonymität bietet und zumindest vom Konzept her sicher ist, ist schlicht und einfach eine reife Leistung. Das Konzept ist solide und hat sogar praktische Anwendungen. Nur der darin gesetzte Hype ist übertrieben und man sollte sich davor hüten, die Probleme auszublenden und ein solches System als die ultimative Lösung für die Geldsystemproblematik anzusehen.</p>
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		<title>Einschätzung des SCHUFA-Hacks</title>
		<link>http://janschejbal.wordpress.com/2011/06/13/einschatzung-des-schufa-hacks/</link>
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		<pubDate>Mon, 13 Jun 2011 08:49:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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				<content:encoded><![CDATA[<p>Wie <a href="http://www.gulli.com/news/datenklau-webseite-der-schufa-unsicher-2011-06-11">Gulli berichtet</a> und die <a href="http://www.piratenpartei.de/Pressemitteilung/schufa-gehackt">Piratenpartei kommentiert</a> hat, wurde die SCHUFA gehackt (in den Kommentaren bei Gulli gibts/gab es Details). Zunächst betraf das &#8220;nur&#8221; den Webserver. Die Lücke bestand laut Beschreibung im Gulli-Forum darin, dass das Skript, was Dateien wie Formulare zum Download ausgeliefert hat, den Download beliebiger Dateien von der Platte des Servers erlaubte. Da die eigentliche SCHUFA-Datenbank <strike>natürlich</strike> hoffentlich nicht auf diesem Webserver liegen dürfte, ist in der Theorie erstmal keine unmittelbare Gefahr gegeben, weil man über die Lücke ja &#8220;nur&#8221; Dateien auf diesem Server herunterladen kann. Diese Position vertritt natürlich auch die SCHUFA, ein Datenleck zuzugeben wäre für ihr Geschäft nicht gerade förderlich.</p>
<p>Der Angreifer konnte also mehr oder weniger beliebige Dateien vom Server herunterladen. So ein Fehler in einer Webanwendung ist ein ziemlicher Anfängerfehler, der auf so einem kritischen Server eigentlich nicht passieren darf. (Das sieht der Experte der Tagesschau übrigens <a href="http://www.tagesschau.de/inland/schufa116.html">genauso</a>.) Wie schon bei der kaputten SSL-Implementierung bei der AusweisApp sieht man, dass die Annahme &#8220;so doof können die nicht sein&#8221; keine Garantie dafür ist, dass in einer kritischen Anwendung solche dummen Fehler wirklich nicht vorhanden sind. Dass es dem kaputten Skript wohl auch möglich war, auf Dateien außerhalb des eigentlichen Websiteverzeichnisses zuzugreifen, deutet außerdem darauf hin, dass mit der Rechte- und Benutzerkontenverwaltung auf dem Server auch eher &#8220;locker&#8221; (lies: schlampig und ohne wirklich auf Sicherheit Wert zu legen) umgegangen wurde. Daran, dass für die Schufa Datenschutz und Datensicherheit &#8220;seit jeher eine hohe Priorität&#8221; hätten, lässt es genauso zweifeln wie am Sicherheitszustand des restlichen Netzes bei der SCHUFA.</p>
<p>Das wird in dem Moment wichtig, wenn man sich klar macht, auf was für Daten mit der Lücke Zugriff möglich war: Der Server muss irgendwie auf die SCHUFA-Datenbank im Hintergrund zugreifen können. Natürlich wäre es möglich, dass hier irgendein ausgeklügeltes Verfahren genutzt wird, bei dem der Zugriff erst freigegeben wird, wenn der sichere Server am anderen Ende das Login des Kunden geprüft hat. Angesichts der oben genannten Punkte halte ich es jedoch für sehr unwahrscheinlich. Am Wahrscheinlichsten ist es, dass irgendwo auf dem gehackten Webserver die Zugangsdaten für die Datenbank im Klartext herumlagen und darüber die Datenbank ausgelesen werden kann. Ein Angreifer konnte diese Zugangsdaten höchstwahrscheinlich mit vertretbarem Aufwand (configdatei finden) bekommen.</p>
<p>Wenn die Schufa schlau genug war, den Datenbankserver hinter eine Firewall zu stellen (so blöd, es nicht zu tun, kann man eigentlich nicht sein, aber siehe oben), bringen diese Zugangsdaten dem Angreifer aber zunächst nichts, weil er sich zu dem Server gar nicht verbinden kann &#8211; das ist dann aber die letzte verbleibende Hürde. Gelingt es ihm, z. B. über vom Webserver geklaute Passwörter in den Webserver einzudringen, oder in einen beliebigen anderen Rechner im Netz der SCHUFA, der auch Zugriff auf den Datenbankserver hat (das könnte eingeschränkt sein &#8211; könnte&#8230;), kann er sich an der Datenbank bedienen. Vielleicht stehen da &#8220;nur&#8221; die Daten der Leute an, die meineschufa.de nutzen, es ist aber mindestens genauso wahrscheinlich, dass der Angreifer sich dann beliebige SCHUFA-Datensätze anschauen und herunterladen kann. Solche Angriffe auf weniger gesicherte &#8220;unwichtige&#8221; Rechner, um sie als Brücke ins Netz zu benutzen, sind üblich und bei vielen Angriffen wie z. B. dem auf Google beobachtet worden. Über weitere Angriffe mit dieser Lücke als Einstiegspunkt dürfte also vieles möglich sein.</p>
<p>Selbst wenn mehr Schutzmaßnahmen getroffen würden &#8211; wenn es einem Angreifer gelingen würde, den offensichtlich mies gesicherten Webserver komplett zu übernehmen, könnte er zumindest die darüber laufenden Daten abfangen, also die Daten derjenigen, die meineschufa.de nutzen, während der Angreifer Zugriff hat. Die Lücke wurde zwar als &#8220;Local file inclusion&#8221; bezeichnet, da die Dateien aber scheinbar so wie sie auf der Platte lagen ausgeliefert wurden und PHP-Skripte nicht geparst wurden, würde ich eher von &#8220;Local file disclosure&#8221; sprechen. Das ist insofern etwas weniger gefährlich, als über diese Lücke vermutlich wenigstens &#8220;nur&#8221; Daten ausgelesen, aber keine Programme auf den Server geschleust werden können. Andere Lücken, die das (und damit die Übernahme des Servers) erlauben, könnten jedoch durchaus existieren.</p>
<p>Meiner Meinung nach kann man die Situation also folgendermaßen zusammenfassen:</p>
<ul>
<li>Der Server wurde gehackt, das hat die SCHUFA bestätigt</li>
<li>Die Sicherheit lässt sehr zu wünschen übrig</li>
<li> Die SCHUFA-Daten konnten vermutlich nicht <em>direkt ausgelesen werden, aber</em></li>
<li><strong>ich halte es für wahrscheinlich, dass ein Angreifer mit etwas Mühe gute Chancen gehabt hat, auch an die SCHUFA-Daten selbst zu kommen</strong>.</li>
</ul>
<p>Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Was nun? Zunächst muss natürlich die Lücke selbst geschlossen werden. Indem die SCHUFA das kaputte Download-Skript gelöscht hat, ist diese Gefahr vorerst gebannt. Dann müssen auch alle potentiell betroffenen Zugangsdaten für die Datenbank und sonstige Server geändert werden &#8211; denn sonst könne ein Angreifer die vor kurzem gestohlenen Daten in ein paar Wochen, nachdem die eigentliche Lücke schon geschlossen ist, nutzen, um die Datenbank auszulesen. Hier müssen wir hoffen, dass die SCHUFA sich nicht die Mühe spart und darauf verzichtet, &#8220;weil man ja von außen eh nicht an die Datenbank drankommt&#8221;. Schließlich &#8211; und das ist der schwierigste Teil &#8211; muss anhand von Logs geprüft werden, ob die Lücke bereits missbraucht wurde, und wenn z. B. Zugangsdaten gestohlen wurden, ob diese missbraucht wurden. Ich bezweifle, dass es ausreichend weit zurückreichende Logs geben wird, um das für die Zeit seit Bestehen der Lücke ausschließen zu können.<strong> Somit dürfte nicht eindeutig zu klären sein, ob Daten geklaut wurden oder nicht.</strong> Ganz abgesehen davon muss die SCHUFA natürlich massiv an der Sicherheit ihrer Server arbeiten.</p>
<p>Eines muss man der SCHUFA (bisher) jedoch zugute halten: Sie hat soweit ich weiß nicht versucht oder gedroht, dem ehrlichen Hacker, der die Lücke gemeldet hat, irgendeine Form von Ärger zu machen. Das ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit und liegt im Interesse der betroffenen Firma &#8211; ehrliche Hacker, die Lücken melden, helfen die Sicherheit zu verbessern. Würde eine Firma einen solchen Hacker bedrohen, werden andere dadurch a) wütend b) angesport weitere Lücken zu finden vor allem c) auf gefundene Lücken nicht hinweisen, sondern sie veröffentlichen oder nutzen um Schaden anzurichten &#8211; und das ganze natürlich so, dass sie nicht zurückverfolgt werden können. Leider kommen solche Drohungen immer noch viel zu oft vor.</p>
<p>Der Vorfall zeigt auch einige interessante Probleme auf:</p>
<p><strong>Sicherheit kann nicht nachgerüstet werden.</strong> Die Sicherheit muss bereits bei der Entwicklung von Software bedacht werden &#8211; nachträgliche Tests und Überprüfungen sind sinnvoll, können das aber nicht ersetzen. Irgendwas wird immer übersehen. Hier haben die Entwickler offenbar nicht ausreichend über Sicherheit nachgedacht, als sie das Downloadsystem entwickelt haben. Das ist gerade in einem solchen sicherheitskritischen Bereich eigentlich völlig inakzeptabel.</p>
<p><strong>Datenschutz lohnt sich nicht.</strong> Es gibt keine empfindlichen Strafen, wenn jemand Daten nicht ausreichend schützt. Natürlich ist es nicht gut für den Ruf und fürs Geschäft, wenn solche Lecks passieren, aber das scheint als Motivation nicht auszureichen. Würden für Datenlecks Strafen von ein paar Euro pro Datensatz drohen, wäre gerade bei große Datenbanken die Absicherung plötzlich finanziell sehr attraktiv.</p>
<p><strong>In kritischen Bereichen wird massiv geschlampt.</strong> Selbst bei so kritischen Servern wie in diesem Fall bei der SCHUFA wird an der Sicherheit gespart und es werden grobe Fehler gemacht. Wie viele andere wichtige Systeme genauso schlecht gesichert sind? Hier sei exemplarisch nur auf SCADA verwiesen, die Industriesteueranlagen, die von der Chemiefabrik bis zum Atomkraftwerk alles Mögliche kontrollieren und meist auf völlig veralteter Software laufen, mit kaum vorhandenen Sicherheitsmaßnahmen (siehe <a href="http://events.ccc.de/congress/2007/Fahrplan/attachments/1052_hacking_scada.pdf">Vortrag auf einem CCC-Kongress</a>).</p>
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		<title>Wie Sofortüberweisung.de funktioniert</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Jun 2011 16:29:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Scheinbar wissen viele nicht, wie der Dienst &#8220;Sofortüberweisung.de&#8221; funktioniert &#8211; denn ich glaube kaum, dass so viele ihn sonst nutzen würden. Der Dienst verspricht, wie der Name schon sagt, sofortige Überweisungen, was beim Online-Shopping dem Händler die (vermeintliche &#8211; siehe unten) Garantie gibt, dass die Ware direkt bezahlt ist, und dem Kunden so unter Umständen [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1406&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Scheinbar wissen viele nicht, wie der Dienst &#8220;Sofortüberweisung.de&#8221; funktioniert &#8211; denn ich glaube kaum, dass so viele ihn sonst nutzen würden. Der Dienst verspricht, wie der Name schon sagt, sofortige Überweisungen, was beim Online-Shopping dem Händler die (vermeintliche &#8211; siehe unten) Garantie gibt, dass die Ware direkt bezahlt ist, und dem Kunden so unter Umständen zu einer kürzeren Lieferzeit verhilft. Im Gegensatz zum Lastschriftverfahren ist eine Überweisung auch nicht (zumindest nicht so leicht und nur innerhalb kurzer Zeit) zurückrufbar.</p>
<p>Wie aber schafft es der Dienst, Überweisungen durchzuführen? Ganz einfach &#8211; man gibt ihm seine Onlinebanking-Zugangsdaten. Nein, man loggt sich nicht bei seiner eigenen Bank ein und überweist, <strong>man gibt diesem Dienst seine Zugangsdaten für den Onlinebankingzugang</strong>. Damit loggt er sich dann bei der Bank ein und führt die Transaktionen durch. Mit Benutzername/Kontonummer und PIN hat der Dienst schonmal weitreichenden Lesezugriff aufs Konto &#8211; und wurde vor kurzem dabei <a href="http://www.ndr.de/info/programm/sendungen/reportagen/sofortueberweisung101_page-1.html">erwischt</a>, wie er diesen missbraucht, um die <strong>Umsätze der letzten 30 Tage</strong>, den <strong>Dispokredit</strong>, Vorhandensein und <strong>Kontostände anderer Konten</strong> bei der gleichen Bank und/oder vorgemerkte und ausgeführte <strong>Auslandsüberweisungen</strong> abzufragen. Das soll nur der Absicherung der Überweisung dienen, was aber nichts daran ändert, dass Sofortüberweisung.de die entsprechenden Informationen abfragt. Mit der eingegebenen TAN wird dann die Überweisung durchgeführt. Technisch läuft die Kommunikation mit der Bank über das HBCI-Protokoll, worüber auch Onlinebanking-Software wie <a href="http://www.willuhn.de/products/hibiscus/">Hibiscus</a>, WISO etc. mit der Bank kommuniziert. </p>
<p><strong>Rein technisch gesehen ist das ganze Verfahren exakt das gleiche, was die ganzen Phishingseiten machen</strong> &#8211; es werden Zugangsdaten des Nutzers abgefragt und dann verwendet, um eine Transaktion durchzuführen. Bei iTAN wird die Transaktion eben der Bank gegenüber eingeleitet, die Bank sagt, welche iTAN sie möchte, und dann wird diese iTAN abgefragt. Der Nutzer muss darauf vertrauen, dass Sofortüberweisung.de mit der TAN keinen Missbrauch anstellt. Das soll durch ein TÜV-Zertifikat bestätigt werden &#8211; es gab allerdings schon <a href="http://www.heise.de/security/meldung/TueV-Siegel-schuetzt-nicht-vor-Cross-Site-Scripting-207319.html">zahlreiche Fälle</a> (hier ein anderer TÜV-Verein), wo TÜV-geprüfte Webseiten völliger Murks waren. Diese Zertifikate sind also meiner Meinung nach nicht die Bytes wert, die die PDF-Dateien belegen.</p>
<p>Wenn ein Händler also nur eine Zahlung über Sofortüberweisung anbietet, oder bei anderen Zahlungsmethoden miese Konditionen bietet, kaufe ich eben woanders. Sofortüberweisung ist genauso (un)sicher wie Vorkasse per Überweisung, bietet aus Kundensicht in dem Punkt also keinen Vorteil. Wenn ein Händler Lastschrift anbietet, bevorzuge ich das &#8211; kaum Arbeit, sollte es große Probleme mit dem Händler geben (was mir bisher nie passiert ist) kann die Lastschrift zurückgebucht werden und die Missbrauchsgefahr ist nahe Null. Klar kann unberechtigt abgebucht werden, dann wird es eben zurückgebucht &#8211; dazu ist die eigene Bank grundsätzlich verpflichtet, egal ob sie sich das Geld vom Händler zurückholen kann oder nicht!</p>
<p>Bei mTAN und chipTAN dürfte das Verfahren ähnlich laufen &#8211; die Überweisung wird eingeleitet, bei der chipTAN leitet Sofortüberweisung.de die Challenge weiter, der Nutzer gibt die TAN vom Handy/Generator an Sofortüberweisung. Hier ist wenigstens sichergestellt, dass keine falsche Überweisung aufgegeben werden kann &#8211; die PIN kann allerdings immer noch benutzt werden, um &#8211; wie im oben genannten Fall geschehen &#8211; das Konto auszuspähen!</p>
<p>Diese Funktionsweise hängt Sofortüberweisung natürlich nicht an die große Glocke (natürlich steht das alles irgendwo &#8211; aber irgendwo wo es keiner liest), und setzt darauf, dass Nutzer sich schon nicht so recht informieren oder es ihnen egal ist. Die Weitergabe von Logindaten an fremde Webseiten verstößt in der Regel gegen Banken-AGB. Diesen Punkt hat das Kartellamt übrigens in einer grandiosen Fehlentscheidung <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Kartellamt-kritisiert-Banken-AGB-1205034.html">bemängelt</a>, denn viele Banken bieten einen ähnlichen Dienst selbst unter dem Namen GiroPay an. Dieser hat höhere Transaktionsgebühren, wird jedoch von den Banken selbst betrieben und unterscheidet sich in einem &#8220;klitzekleinen&#8221; Detail: Der Kunde loggt sich bei seiner eigenen Bank in sein Onlinebanking ein, und die Bank bestätigt dann die Überweisung. Die Logindaten gehen also nicht an eine dritte Partei, in deren Hände sie nicht gehören.</p>
<p>Die Banken hätten also einerseits ein wirtschaftliches Interesse, Sofortüberweisung zu behindern, riskieren dabei allerdings juristische Probleme &#8211; weswegen z. B. die Postbank den Laden auch nicht technisch aussperrt. Wäre ich zuständiger für die Online-Sicherheit einer Bank und hätte das unabhängig von den wirtschaftlichen/rechtlichen Sachen zu entscheiden, würde ich die IPs von Sofortüberweisung regelmäßig in die Firewalls stopfen, und die bis zur Erkennung als IP von Sofortüberweisung eingereichten, aber noch nicht durchgeführten Überweisungsaufträge stornieren (mit Benachrichtigung des Kunden, aber ohne Benachrichtigung von Sofortüberweisung) &#8211; der Laden müsste dann zusehen, wie er sein Geld vom Kunden bekommt, vor allem, nachdem dieser einen bösen Brief von seiner Bank erhalten hat. Es wäre natürlich auch denkbar, dem Kunden einfach den Onlinezugang wegen Missbrauch zu sperren. Ehrlich gesagt überrascht es mich massiv, dass das nicht durch irgendwelche automatischen Systeme, denen das hohe Transaktionsvolumen auffällt, geschehen ist. Die vereinzelten Posts in Foren, wo behauptet wird, dass Leuten wegen der Nutzung von Sofortüberweisung.de (d.h. unberechtigter Weitergabe von Zugangsdaten) die Onlinebankingzugänge oder gar Konten gekündigt werden, sind bisher (leider, muss man sagen) vermutlich eher Falschmeldungen, das kann sich aber natürlich noch ändern. In Foren als Möglichkeit erwähnt und durchaus denkbar ist es, dass die Banken protokollieren, wer derart gegen AGB verstößt, und im Falle eines Schadens (z. B. durch Phishing) das Verhalten des Kunden als Argument benutzen, um den Schaden nicht auszugleichen. Sofortüberweisung.de &#8220;<a rel="nofollow" href="https://www.payment-network.com/sue_de/general/agb#eztoc2556_0_0_0_9">empfiehlt</a>&#8221; den Shopbetreibern, um Abmahnungen durch Verbraucherzentralen zu vermeiden, zu Erklärungen von Sofortüberweisung einen Text hinzuzufügen, in dem zwischen viel wiederholendem Geschwurbel steht:</p>
<blockquote><p>Vorsorglich weisen wir dennoch darauf hin, dass es in Deutschland Banken und Sparkassen gibt, die davon ausgehen, dass die Nutzung von sofortüberweisung.de wegen der Verwendung von PIN und TAN außerhalb der eigenen Online-Banking-Systeme bei etwaigen Missbrauchsfällen zu einer Haftungsverlagerung führen kann. Dies kann bedeuten, dass im Missbrauchsfall die Bank sich weigert, den Schaden für den Endkunden zu übernehmen und der Endverbraucher den Schaden zu tragen hat.</p></blockquote>
<p>Für Händler hat das Verfahren neben der Abmahngefahr außerdem noch das Problem, dass die Überweisung keineswegs so garantiert ist wie angedeutet wird &#8211; Sofortüberweisung bestätigt nur, dass die Überweisung abgeschickt wurde. Wenn der Kunde die Überweisung direkt danach bei der Bank widerruft, oder die Bank sich einfach entscheidet, die Überweisungen zu stornieren, dürfte der Händler seinem Geld wohl hinterherlaufen.</p>
<p>Giropay hat übrigens auch ein Problem, ist nämlich bei unvorsichtigen Nutzern besonders anfällig gegen Phishing. Der Nutzer wird von einer Drittwebsite (Onlineshop) auf sein Onlinebanking umgeleitet und soll sich dort einloggen. Der Onlineshop könnte den Nutzer nun auf eine Phishingseite umleiten. Wenn der Nutzer weiß, wie Giropay zu funktionieren hat (d.h. Login erfolgt auf der eigenen Bankwebsite) und er (z. B. über das SSL-Zertifikat) prüft, dass er sich auf der richtigen Website befindet, würde er so etwas natürlich erkennen. <strong>Ich</strong> weiß das, weiß wie ich das prüfen kann, und tue es auch konsequent &#8211; ich bezweifle jedoch, dass das auf Otto Normalnutzer auch zutrifft. Das ließe sich mit ein wenig Aufklärung aber wahrscheinlich korrigieren, denn die Nutzer sind inzwischen für Sicherheitsthemen gerade beim Onlinebanking sensibilisiert. Das gleiche Problem (mit der gleichen Lösung) gibt es übrigens auch beim Verified-by-Visa-Programm für Kreditkarten (bei Online-Kreditkartenzahlungen muss man sich bei Visa einloggen, somit sind Zahlungen nur mit den Infos die der Händler klauen kann nicht mehr mögich) sowie beim Authentifizierungsverfahren OpenID &#8211; und natürlich bei Sofortüberweisung, wo ein &#8220;Phishing-Angriff&#8221; sogar mehr oder weniger Teil des Verfahrens ist. </p>
<p>Und nein, ich bekomme für diesen Artikel weder Geld noch habe ich irgendwas mit Giropay oder sonstigen Online-Zahlungssystemen zu tun. Es regt mich &#8220;nur&#8221; tierisch auf, wenn das Verletzen grundlegener Sicherheitskonzepte zum Geschäftsmodell gemacht wird. Wenn man sich die <a href="http://www.heise.de/newsticker/foren/S-Kartellamt-kritisiert-Banken-AGB/forum-195732/">Kommentare im Heiseforum</a> zur Entscheidung des Kartellamts anschaut, bin ich offensichtlich nicht der einzige.</p>
<p><u><strong>Zusammenfassung:</strong></u></p>
<p><strong>Probleme für Kunden</strong>
<ul>
<li>Kontoumsätze wurden und werden abgefragt</li>
<li>Missbrauch möglich</li>
<li>Keine Rückbuchung bei Problemen mit Händler (wie bei normaler Vorkasse auch)</li>
<li>AGB-Verstoß gegen Bank-AGB
<ul>
<li>Bank könnte Haftung bei Missbrauch (auch in unabhängigen Fällen!) verweigern</li>
<li>Onlinebanking-Sperrung denkbar</li>
</ul>
</li>
</ul>
<p><strong>Probleme für Händler</strong>
<ul>
<li>Verlust von Kunden die wissen wie das Verfahren funktioniert und es daher nicht nutzen wollen oder es gar als unseriös ansehen</li>
<li>Abmahngefahr durch Verbraucherzentralen</li>
<li>Zahlungen sind keineswegs garantiert!</li>
</ul>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/datenschutz/'>Datenschutz</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/internet/'>Internet</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/newskommentare/'>Newskommentare</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/piraten/'>Piraten</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/sonstiges/'>Sonstiges</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/'>Statische Tags</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/technik/'>Technik</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/verbraucherrechte/'>Verbraucherrechte</a> Tagged: <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/gefahrlich/'>gefährlich</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/handler/'>händler</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/kritik/'>kritik</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/onlinebanking/'>onlinebanking</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/phishing/'>phishing</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/pin/'>pin</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/sicher/'>sicher</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/sicherheit/'>sicherheit</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/sofortuberweisung/'>sofortüberweisung</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/sofortuberweisung-de/'>sofortüberweisung.de</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/tan/'>tan</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/unsicher/'>unsicher</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/janschejbal.wordpress.com/1406/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/janschejbal.wordpress.com/1406/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1406&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Zensus: Fragebogennummer im Adressfeld</title>
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		<pubDate>Thu, 19 May 2011 22:52:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gerade hat mich jemand kontaktiert, der per Post einen Fragebogen zur Wohnungszählung bekommen hatte. Auf dem Antwortumschlag, in dem man das Teil zurückschicken soll, ist ein (kleiner) rechteckiger DataMatrix-2D-Barcode. Dieser kennzeichnet scheinbar nur, dass es sich um eine Werbeantwort handelt, enthält jedoch keine weiteren Daten (z. B. irgendwas, womit man Absender oder Empfänger identifizieren könnte) [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1401&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade hat mich jemand kontaktiert, der per Post einen Fragebogen zur Wohnungszählung bekommen hatte. Auf dem Antwortumschlag, in dem man das Teil zurückschicken soll, ist ein (kleiner) rechteckiger DataMatrix-2D-Barcode. Dieser kennzeichnet scheinbar nur, dass es sich um eine Werbeantwort handelt, enthält jedoch keine weiteren Daten (z. B. irgendwas, womit man Absender oder Empfänger identifizieren könnte) &#8211; er entspricht exakt dem Beispielbarcode, den die Post auf ihrer Website zu ResponsePlus in einem Beispiel zeigt. (Offiziell muss der Befragte das Porto zahlen, weil viele es aber nicht tun werden und die Zensusämter gerne den Brief trotzdem haben wollen ohne Strafporto zu zahlen, ist das Teil als Antwort gekennzeichnet &#8211; d.h. das Porto zahlt bei unfrankierten Briefen der Empfänger. <a href="http://www.lawblog.de/index.php/archives/2011/05/13/volkszhlung-der-portotrick/">Mehr dazu auch im lawblog von Udo Vetter</a>)</p>
<p>Auf dem Fragebogen, der per Post verschickt wurde, steht im durch das Fenster im Umschlag sichtbare Adressfeld ein weiterer DataMatrix-Barcode, der als Freimachung dient. In dieser Freimachung kann eine Art Referenznummer/Kommentar untergebracht werden &#8211; bekannt wurde das, weil einige Banken es für eine gute Idee hielten, dort (also von außen lesbar!) <a href="http://flaschenpost.piratenpartei.de/2011/04/15/kennt-der-postbote-dein-kontonummer/">die Kontonummer unterzubringen</a>. Nachdem ich den DataMatrix-Code zugeschickt bekommen und mit <a href="http://www.bctester.de/index.htm">bcTester</a> dekodiert hatte, schickte ich den Inhalt des Barcodes an die Person, der der Fragebogen gehörte &#8211; und diese bestätigte mir, dass darin die Fragebogennumer kodiert ist.</p>
<p><strong>Die Fragebogennummer kann somit von außen eingesehen werden, ohne den Umschlag zu öffnen.</strong> Jetzt stellt sich natürlich die Frage, ob das ein Problem darstellt, und darauf weiß ich keine Antwort. Falls jedoch die Anonymisierung der Daten über die Fragebogennummer durchgeführt wird, könnte es ein Problem sein &#8211; wenn die Daten anonymisiert werden, indem sie getrennt vom Namen unter der Fragebogennummer abgelegt werden, wäre die Zuordnung Fragebogennummer-Adresse nicht ganz unproblematisch. Solange die aber nur auf dem Umschlag steht, wäre das jetzt nicht so das Problem. Es ist aber möglich, dass die Informationen, die im Barcode stehen, auch noch bei der Post landen und dort ggf. zusammen mit der Adresse gespeichert werden. (Ob das der Fall ist, weiß ich nicht!)</p>
<p><em>Wenn</em> also 1. die Anonymisierung über die Fragebogennummern erfolgt und 2. die Post die Informationen aus dem Barcode inkl. der dazugehörigen Adresse speichert, dann existiert eine Datenbank außerhalb der Kontrolle der Statistikämter, die eine Deanonymisierung der Zensusdaten ermöglichen würde.</p>
<p>Das ist also ein großes &#8220;<em>wenn</em>&#8221; &#8211; <strong>es ist <span style="text-decoration:underline;">nicht</span> klar, ob die Nummer in den Barcodes überhaupt ein Problem ist</strong>. Trotzdem wollte ich es hier erwähnen, vielleicht sieht jemand damit noch weitere Probleme oder findet es aus irgendeinem anderen Grund interessant. Für sich allein genommen dürfte die Fragebogennummer relativ uninteressant sein, in den Hinweisen zum Fragebogen steht:</p>
<blockquote><p>Die Fragebogennummer enthält eine frei vergebene Ziffernfolge und ermöglicht es, den Fragebogen der betreffenden Person zuzuordnen. Darüber hinaus enthält sie eine Prüfziffer. Sie enthält aber keinerlei Informationen zu der betreffenden Person.</p></blockquote>
<p>Warum die Nummer auf diese Art, von außen sichtbar, eingebaut ist? Einerseits kann man so unzustellbare Briefe maschinell einfacher zuordnen, ohne sie öffnen zu müssen um an den innenliegenden Barcode auf dem Fragebogen zu kommen. Andererseits kann es auch einfach sein, dass bei der Erstellung der Barcodes eine Referenznummer angegeben werden kann/soll/muss und dafür eben die Fragebogennummer genommen wurde.</p>
<p>Zu beachten ist: Die Fragebögen werden AFAIK nicht zentral für ganz Deutschland verschickt, d.h. es kann regionale Unterschiede geben. Bei dem Fragebogen, um den es hier geht, handelt es sich um den <a href="https://www.zensus2011.de/uploads/media/Fragebogen_GWZ_20101007_32.pdf">Bogen zur Gebäude- und Wohnungszählung</a>, nicht um die Haushaltebefragung.</p>
<p>Die Barcodes kann man übrigens mit passender Software mit jedem ordentlichen Smartphone dekodieren. Wenn die Druckqualität so schlecht ist, dass eine Erkennungssoftware versagt (viele Programme scheinen generell nicht richtig zu funktionieren) kann es helfen, den Barcode vorher etwas unscharf zu rechnen (Gaussfilter). Vielen Dank an die Person, die die Barcodes zur Verfügung gestellt hat und die Idee mit dem Deanonymisierungsproblem hatte!</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/uberwachungsstaat/'>Überwachungsstaat</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/datenschutz/'>Datenschutz</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/piraten/'>Piraten</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/politik/'>Politik</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/sicherheit-statische-tags/'>Sicherheit</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/sonstiges/'>Sonstiges</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/technik/'>Technik</a> Tagged: <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/2d-barcode/'>2d-barcode</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/adresse/'>adresse</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/adressfeld/'>adressfeld</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/barcode/'>barcode</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/bctester/'>bctester</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/datamatrix/'>datamatrix</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/fragebogen/'>fragebogen</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/fragebogennummer/'>fragebogennummer</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/kontonummer/'>kontonummer</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/post/'>post</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/postmatrix/'>postmatrix</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/strichcode/'>strichcode</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/zensus/'>zensus</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/janschejbal.wordpress.com/1401/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/janschejbal.wordpress.com/1401/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1401&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Plagiatsdoktor-Count: Neun</title>
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		<pubDate>Sun, 15 May 2011 16:59:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Langsam wirds zu viel für mein Linkblog, deswegen habe ich die Sammlung hierher verschoben. Das wären schon vier fünf neun Doktortitel, die wegen Plagiaten weg (aberkannt, zurückgegeben, &#8230;) oder in Gefahr sind: Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) – weg Silvana Koch-Mehrin (FDP) – Verfahren läuft Matthias Pröfrock (CDU) – Verfahren läuft Veronica Saß (Tochter von Edmund [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1394&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="content-362">
<p>Langsam wirds zu viel für mein <a href="http://janschejballinks.wordpress.com/">Linkblog</a>, deswegen habe ich die Sammlung hierher verschoben. Das wären schon <del>vier</del> <del datetime="2011-07-20T00:35:47+00:00"><strong>fünf</strong></del> <strong>neun</strong> Doktortitel, die wegen Plagiaten weg (aberkannt, zurückgegeben, &#8230;) oder in Gefahr sind:</p>
<ul>
<li><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Plagiatsaff%C3%A4re_Guttenberg">Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU)</a> – weg</li>
<li><a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/universitaetheidelberg-will-koch-mehrin-doktortitel-aberkennen/4156034.html">Silvana Koch-Mehrin</a> (FDP) – Verfahren läuft</li>
<li><a href="http://www.tagblatt.de/Home/nachrichten/hochschule_artikel,-CDU-Abgeordneter-fuehrt-Doktortitel-vorerst-nicht-mehr-_arid,133841.html">Matthias Pröfrock</a> (CDU) – Verfahren läuft</li>
<li><a href="http://www.sueddeutsche.de/karriere/plagiate-in-der-dissertation-stoiber-tochter-verliert-doktortitel-1.1095825">Veronica Saß (Tochter von Edmund Stoiber (CSU))</a> – weg</li>
<li><a href="http://www.taz.de/1/zukunft/bildung/artikel/1/falsch-zitiert/">Jorgo Chatzimarkakis</a> (FDP) &#8211; Plagiatsverdacht</li>
</ul>
<p>Mehr Infos gibts übrigens <a href="http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Home">beim VroniPlag Wiki</a>.</p>
<p><strong>UPDATE:<em>Die ganzen Fälle inkl. der vier Neuen habe ich mal im Piratenwiki in eine <a href="http://wiki.piratenpartei.de/Plagiate">schicke Liste</a> eingepflegt.</em></strong> <em>Man könnte fast sagen, dass die Parteien- und Fachbereichstendenz sich bestätigt.</em></p>
<p>Der Fall von Matthias Pröfrock war mir neu, als ich die Liste erstellt hab. Kurz darauf gabs schon den Fall von Jorgo Chatzimarkakis &#8211; und der ärgert mich besonders ob der Dreistigkeit, mit der das Plagiieren verteidigt wird: Auf seiner <a href="http://www.chatzi.de/">Website</a> weist er darauf hin, dass er verschiedene &#8220;Zitierweisen&#8221; benutzt habe, unter anderem &#8220;Zitate im Fließtext, nicht eingerückt und ohne Anführungszeichen, ausgewiesen durch Fußnote&#8221;. Um sicherzugehen, dass ich ihm kein Unrecht tue, habe ich mir die &#8220;Zitate&#8221; mal angeschaut, die Arbeit ist <a href="http://hss.ulb.uni-bonn.de/2000/0140/0140.pdf">online verfügbar</a>, die <a href="http://de.vroniplag.wikia.com/wiki/Gc/Fragmente">Plagiateliste auch</a>. Und da werden ganze Seiten en bloc &#8220;zitiert&#8221;, mit einer Fußnote am Ende (Beispiel: Seite 55-56, Fußnote 115), ohne dass zu erkennen wäre wo das &#8220;Zitat&#8221; anfängt (böse Zungen würden sagen: Dort, wo das Ende des vorherigen durch die Fußnote erkennbar ist). Besonders schön ist, dass eines der &#8220;Zitate&#8221; wiederum einen (gekennzeichnet) zitierten Satz enthält, und die Fußnote dann passend bei diesem steht (Seite 54, Fußnote 113).</p>
<p>Interessant vielleicht auch die beteiligten Unis und Fachbereiche:</p>
<ul>
<li>Guttenberg: Bayreuth, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften</li>
<li>Koch-Mehrin: Heidelberg, Philosophie</li>
<li>Pröfrock: Tübingen, Juristische Fakultät</li>
<li>Saß: Konstanz, Rechtswissenschaft</li>
<li>Chatzimarkakis: Bonn, Philosophische Fakultät</li>
</ul>
<p>Ob der große Anteil der Jura-Fachbereiche (+ Rest Philosophie) damit zusammenhängt, dass Politiker oft Jura studieren, oder damit, dass im Jura- und Philo-Bereich überdurchschnittlich viele Studenten unterwegs sind die es mit ehrlicher Arbeit nicht so haben, weiß ich nicht.<br />
Für eine statistisch fundierte Aussage reicht es ja (noch) nicht aus. Vielleicht ja beides und ggf. ist ja das eine auch die Ursache für das andere ;-)</p>
<p>Für die auffällige Häufung bestimmter Parteien könnte man das mit dem überduchschnittlichen Anteil natürlich auch…</p>
</div>
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		<title>Volkszählung: Online-Übermittlung unsicher</title>
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		<pubDate>Sat, 07 May 2011 15:04:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Überwachungsstaat]]></category>
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		<description><![CDATA[Aus aktuellem Anlass (die Fragebögen sollen bald raus und jemand der einen bekommen soll hat mich kontaktiert) habe ich mir den Zensus-Kram nochmal angeschaut und mir ist eine Sache aufgefallen: Laut dem Musterfragebogen zur Haushaltsbefragung: werden die Leute, die den Fragebogen online ausfüllen wollen, auf &#8220;www.zensus2011.de&#8221; geleitet &#8211; sollen die Seite also per unverschlüsseltem HTTP [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1378&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Aus aktuellem Anlass (die Fragebögen sollen bald raus und jemand der einen bekommen soll hat mich kontaktiert) habe ich mir den Zensus-Kram nochmal angeschaut und mir ist eine Sache aufgefallen: Laut dem <a href="http://cdn.zensus2011.de/live/fileadmin/material/pdf/fragebogen/Fragebogen_Haushaltebefragung_20101007a.pdf">Musterfragebogen zur Haushaltsbefragung</a>: werden die Leute, die den Fragebogen online ausfüllen wollen, auf &#8220;www.zensus2011.de&#8221; geleitet &#8211; sollen die Seite also per unverschlüsseltem HTTP aufrufen. Das ist unsicher, und ob danach sofort eine Umleitung auf HTTPS erfolgt, ist im Fall eines aktiven Angriffs irrelevant, da die erste Anfrage über HTTP rausgeht und somit vom Angreifer manipuliert werden kann, bevor der Server überhaupt was mitbekommt und den Nutzer umleiten kann.</p>
<p>Um diese Art von Angriff zu demonstrieren, gibt es eine fertige Software namens &#8220;<a href="http://www.thoughtcrime.org/software/sslstrip/">sslstrip</a>&#8221; von Moxie Marlinspike. Schaltet man diese in die Leitung, so fängt sie https-redirects automatisch ab, sodass der Nutzer weiter http nutzt und die Daten im Klartext über die Leitung gehen. Ich weiß nicht wie weit die Software entwickelt ist, d.h. ob sie auch in diesem Fall ohne Anpassungen funktioniert, aber in dem Moment wo die erste Anfrage unverschlüsselt rausgeht, ist der Angriff machbar.</p>
<p>Um Missverständnisse zu vermeiden &#8211; das bedeutet <strong>NICHT</strong></p>
<ul>
<li>dass die Server gehackt wären</li>
<li>dass Daten schon offen/geklaut/geleakt wären</li>
<li>dass jeder mit dem Tool einfach so sämtliche Zensusdaten abgreifen kann</li>
<li>dass Daten im Normalfall (d.h. ohne Angriff) unverschlüsselt verschickt würden</li>
<li>dass ein <strong>rein passiver</strong> Angreifer die Daten abgreifen könnte</li>
</ul>
<p>Ein <strong>aktiver</strong> Angreifer kann aber die Daten abfangen. Es zeigt vor allem, dass Sicherheit offenbar nicht wirklich ernstgenommen wird &#8211; die Lösung wäre einfach gewesen ein http<span style="text-decoration:underline;">s</span>:// auf den Zensusbogen zu schreiben und darauf hinzuweisen, dass diese Adresse exakt einzugeben ist. Nachträglich könnte man das vermutlich am Besten mit einem zusätzlichen Infoblatt noch retten, was man zusammen mit den Fragebögen austeilen könnte.</p>
<p>Was bedeutet &#8220;aktiver Angreifer&#8221;? Wie auch die <a href="http://janschejbal.wordpress.com/2010/11/09/ausweisapp-gehackt-malware-uber-autoupdate/">AusweisApp-Geschichte</a> setzt dies voraus, dass der Angreifer den Datenverkehr nicht nur abhören, sondern auch manipulieren kann. Das ist nicht trivial, aber machbar und schon vorgekommen. In der IT- und Netzwerksicherheit geht man &#8211; nicht ohne Grund &#8211; eigentlich immer von einem sogenannten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dolev-Yao-Modell#Das_Angreifermodell">Dolev-Yao-Angreifer</a> aus, der genau diese Möglichkeiten hat. Die Zertifikate, ein ziemlich komplexer Baustein bei SSL, sind auch nicht ohne Grund da. Die verschiedenen Methoden wie sowas passieren kann müsste ich mal ausführlicher bloggen, einige wären:</p>
<ul>
<li>DNS-Server der Domain manipulieren (wie z. B. beim Sicherheitsdienstleister <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Domain-des-Sicherheitsdienstleisters-Secunia-gekapert-1141988.html">Secunia passiert</a>)</li>
<li>DNS-Server/Cache des Providers manipulieren/vergiften</li>
<li>DNS-Cache des Routers manipulieren/vergiften</li>
<li>Falsches kostenloses WLAN</li>
<li>Angreifer im gleichen Netzwerk (WG, Firma, Schule, verseuchter PC im Haushalt), dann ARP spoofing/poisoning (oder Kontrolle über Proxy/Router)</li>
</ul>
<p><strong>Diese Angriffe betreffen den Nutzer auch, wenn sein Computer an sich sicher ist!</strong> Um sich zu schützen, muss man vor dem Login prüfen, dass a) HTTP<span style="text-decoration:underline;">S</span> verwendet wird und b) man immer noch auf der richtigen Seite ist.</p>
<p>Die Zensus-Seite für das Online-Ausfüllen ist noch nicht online &#8211; ob da noch weitere peinliche Lücken auftauchen weiß ich nicht, ich hoffe nur, dass Finder sie melden oder veröffentlichen statt sie zu missbrauchen.</p>
<p>Eine andere unschöne Geschichte ist noch, dass beim Zensus die ausgefüllten Fragebögen wahlweise bei den Interviewern gelagert werden (siehe auch: <a href="http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/neonazis-als-volkszaehler/">NPD ruft Mitglieder auf, Volkszähler zu werden</a>) oder per Post eingeschickt werden können &#8211; aber nicht immer an die statistischen Landesämter, sondern teilweise an <a href="http://www.zensus2011.de/faq-detail/die-ruecksendeadresse-ist-nicht-das-statistische-landesamt-ist-das-richtig.html">private Firmen an die der Kram outgesourced wurde</a>.</p>
<p>Zur generellen Kritik am Zensus sei noch gesagt, dass der Zensus keineswegs anonym ist und die Daten <a href="http://bundesrecht.juris.de/zensg_2011/__19.html">jahrelang personenbeziehbar</a> abgelegt sein dürfen. (&#8220;Hilfsmerkmale&#8221; sind die personenbezogenen Daten)</p>
<p>Abgefragt (und ggf. bei den Interviewern zuhause gelagert!) werden unter anderem:</p>
<ul>
<li>Name, Adresse</li>
<li>Geburtsdatum</li>
<li>Telefonnummer</li>
<li>alle Staatsangehörigkeiten</li>
<li>Religionsgesellschaft (Pflichtfrage!)</li>
<li>Glaubensrichtung (freiwillig &#8211; bei Islam möchte man es gerne genau wissen: sunnitisch, schiitisch oder alevitisch?)</li>
<li>Zugewandert? Falls ja, wann und woher?</li>
<li>Das gleiche nochmal für die Eltern!</li>
<li>Exakter Beruf(z. B. &#8220;Blumenverkäuferin&#8221;, nicht &#8220;Verkäuferin&#8221;)</li>
<li>Stichworte zur Tätigkeit (z. B. &#8220;Beratung, Verkauf, Verpacken von Pflanzen&#8221;)</li>
</ul>
<p>Im Bezug auf die Datenschutzversprechen könnte auch mein Artikel über <a href="http://janschejbal.wordpress.com/2007/09/21/datenschutz-bei-der-volkszahlung/">die herumliegenden Daten die gar nicht da sein sollten</a> beim Statistischen Bundesamt interessant sein.</p>
<p>An dieser Stelle sei noch verwiesen auf:</p>
<ul>
<li>Die &#8220;<a href="http://vobo11.de/volkszaehlungsfibel2011.pdf">Volkszählungsfibel</a>&#8221; des <a href="http://zensus11.de/">AK Zensus</a> (Zensuskritiker) mit einem guten Überblick über den Zensus und die Kritik daran</li>
<li>Die <a href="http://www.zensus2011.de/faq.html">FAQ</a> auf der offiziellen Seite</li>
</ul>
<p><strong>UPDATE:</strong><br />
Um die Angriffe zu verdeutlichen, hier ein paar Diagramme (können per Klick vergrößert werden).<br />
Schwarze Linien zeigen unverschlüsselte Verbindungen an, blaue Linien sind HTTPS-Verbindungen (d.h. verschlüsselt und die Identität des Servers wird geprüft).</p>
<p>Zunächst einmal der normale Ablauf ohne Angriff:</p>
<p><a href="http://janschejbal.files.wordpress.com/2011/05/diagramm-statusquo.png"><img src="http://janschejbal.files.wordpress.com/2011/05/diagramm-statusquo.png?w=600" alt="" title="diagramm-statusquo" width="600" height="109" class="aligncenter size-full wp-image-1386" /></a></p>
<p>Der Nutzer gibt die Adresse auf dem Papierfragebogen ein, sein Browser geht (unverschlüsselt) zum Server und bekommt einen HTTPS-Link auf den Online-Fragebogen. Der Nutzer klickt drauf, sein Browser holt über eine gesicherte Verbindung den Fragebogen ab, der Nutzer loggt sich ein und füllt ihn aus.</p>
<p>Nun ein Angriff:</p>
<p><a href="http://janschejbal.files.wordpress.com/2011/05/diagramm-angriff1.png"><img src="http://janschejbal.files.wordpress.com/2011/05/diagramm-angriff1.png?w=600" alt="" title="diagramm-angriff1" width="600" height="109" class="aligncenter size-full wp-image-1388" /></a></p>
<p>Der Angreifer leitet sämtliche Verbindungen des Nutzers auf sich um.<br />
Der Nutzer gibt die Adresse auf dem Papierfragebogen ein, sein Browser geht (unverschlüsselt) zum (falschen!) Server und bekommt eine Antwort mit einem HTTPS-Link auf einen <strong>falschen</strong> Fragebogen auf einer Domain die dem Angreifer gehört (und für die er daher ein Zertifikat hat). Beispielsweise <a href="http://www.zensus2011-befragung.de" rel="nofollow">http://www.zensus2011-befragung.de</a> ist noch frei (die echte Seite heißt zensus2011-befragung<strong>en</strong>.de, was der normale Nutzer aber nicht wissen kann). Eventuelle Sicherheitshinweise auf der Seite mit dem Link sind natürlich auch auf den falschen Namen angepasst. Der Rest läuft wie beim normalen Zensus, nur dass der Nutzer den Fragebogen des Angreifers ausfüllt. Der kann entweder eine Kopie des echten Fragebogens sein, <strong>oder gleich noch zusätzliche Fragen enthalten</strong>.</p>
<p>Mit sslstrip kann man einen anderen Angriff automatisiert machen:</p>
<p><a href="http://janschejbal.files.wordpress.com/2011/05/diagramm-angriff2.png"><img src="http://janschejbal.files.wordpress.com/2011/05/diagramm-angriff2.png?w=600" alt="" title="diagramm-angriff2" width="600" height="189" class="aligncenter size-full wp-image-1389" /></a></p>
<p>Das sieht erstmal komplizierter aus, ist es aber nicht, weil es weitgehend automatisch passiert. Der Nutzer bekommt hier einen http-Link auf die echte Domain, die ungesicherten Anfragen fängt der Angreifer wieder ab, leitet sie (per https, weil der echte Server keine unverschlüsselten Anfragen will) an den Server weiter und liefert die Antwort wieder an den Zensus-Teilnehmer. Dabei liest er natürlich mit, wenn der Teilnehmer den Fragebogen ausfüllt.</p>
<p>Statt einem HTTP-Link (der das Opfer eventuell wegen der fehlenden Verschlüsselung stören könnte) kann der Angreifer auch einen HTTPS-Link auf eine andere, eigene Domain (wie bei Angriff 1) liefern, und die an ihn gestellten Anfragen von sslstrip weiterreichen lassen.</p>
<p>Wenn auf dem Fragebogen die Adresse mit https stehen würde, würde es so aussehen:</p>
<p><a href="http://janschejbal.files.wordpress.com/2011/05/diagramm-sicher-normal.png"><img src="http://janschejbal.files.wordpress.com/2011/05/diagramm-sicher-normal.png?w=600" alt="" title="diagramm-sicher-normal" width="600" height="109" class="aligncenter size-full wp-image-1391" /></a></p>
<p>Bereits die erste Anfrage geht über HTTPS, es gibt keine unverschlüsselten Anfragen! Würde der Angreifer hier angreifen wollen, würde es so aussehen:</p>
<p><a href="http://janschejbal.files.wordpress.com/2011/05/diagramm-sicher-angriff.png"><img src="http://janschejbal.files.wordpress.com/2011/05/diagramm-sicher-angriff.png?w=600" alt="" title="diagramm-sicher-angriff" width="600" height="61" class="aligncenter size-full wp-image-1390" /></a></p>
<p>Der Browser merkt beim Aufbau der gesicherten Verbindung, dass er nicht mit dem richtigen Server spricht, und bricht mit einer sehr deutlichen Warnmeldung an den User ab.</p>
<p>Die Diagramme sind übrigens mit <a href="http://www.mcternan.me.uk/mscgen/">mscgen</a> erstellt.</p>
<br />Einsortiert unter:<a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/uberwachungsstaat/'>Überwachungsstaat</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/datenschutz/'>Datenschutz</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/grundrechte/'>Grundrechte</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/internet/'>Internet</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/piraten/'>Piraten</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/politik/'>Politik</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/sicherheit-statische-tags/'>Sicherheit</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/sonstiges/'>Sonstiges</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/'>Statische Tags</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/category/statische-tags/technik/'>Technik</a> Tagged: <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/fragebogen/'>fragebogen</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/https/'>https</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/ssl/'>ssl</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/statistisches-bundesamt/'>statistisches bundesamt</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/unsicher/'>unsicher</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/volkszahlung/'>volkszählung</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/zensus/'>zensus</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/zensus-2011/'>zensus 2011</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/zensus11/'>zensus11</a>, <a href='http://janschejbal.wordpress.com/tag/zensus2011/'>zensus2011</a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/janschejbal.wordpress.com/1378/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/janschejbal.wordpress.com/1378/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1378&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Atomkraft? Sicher! [Foto/Wallpaper]</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Mar 2011 09:06:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dieses Werk von Jan Schejbal steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Deutschland Lizenz. Position der Piratenpartei zur Atomenergie Wallpaper: 640&#215;480 720&#215;480 768&#215;576 800&#215;480 800&#215;600 854&#215;480 1024&#215;768 1152&#215;768 1280&#215;720 1280&#215;768 1280&#215;800 1280&#215;854 1280&#215;960 1280&#215;1024 1366&#215;768 1440&#215;900 1440&#215;960 1400&#215;1050 1600&#215;1200 1680&#215;1050 1920&#215;1080 1920&#215;1200 2048&#215;1080 2048&#215;1536 2560&#215;1600 2560&#215;2048 Einsortiert unter:Grundrechte, Piraten, Politik, Sicherheit, Sonstiges, Statische Tags, Technik [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1336&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
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<p>Dieses Werk von <strong><a href="http://janschejbal.wordpress.com/">Jan Schejbal</a></strong> steht unter einer <a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/3.0/de/">Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Deutschland Lizenz</a>.</p>
<ul>
<li><a href="http://wiki.piratenpartei.de/Atomausstieg/Sicherheit_kerntechnischer_Anlagen">Position der Piratenpartei zur Atomenergie</a></li>
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<p>Wallpaper:</p>
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		<title>Sicheres Onlinebanking? Kostet extra!</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Jan 2011 04:14:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Postbank schaltet das iTAN-Verfahren zugunsten &#8220;sichererer&#8221; Verfahren ab. Das iTAN-Verfahren, also die Eingabe eines Einwegkennworts von einer gedruckten Liste, ist bei einem verseuchten Computer über einen Trojaner angreifbar, der die Überweisungsdaten verändert. Der Schritt ist also erstmal logisch, nachvollziehbar und scheint sinnvoll zu sein. Als Ersatz werden zwei alternative Verfahren angeboten: Die mTAN, bei [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=janschejbal.wordpress.com&#038;blog=220404&#038;post=1321&#038;subd=janschejbal&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Postbank <a href="http://www.postbank.de/-snm-0184330278-1295388214-0360400005-0000000448-1295409720-enm-privatkunden/pk_sicherheit_tanverfahren.html">schaltet das iTAN-Verfahren zugunsten &#8220;sichererer&#8221; Verfahren ab</a>. Das iTAN-Verfahren, also die Eingabe eines Einwegkennworts von einer gedruckten Liste, ist bei einem verseuchten Computer über einen Trojaner angreifbar, der die Überweisungsdaten verändert. Der Schritt ist also erstmal logisch, nachvollziehbar und scheint sinnvoll zu sein.</p>
<p>Als Ersatz werden zwei alternative Verfahren angeboten: Die mTAN, bei der eine TAN auf das Handy geschickt wird, und die chipTAN (auch smartTAN genannt), bei der die TAN von einem speziellen Gerät in Verbindung mit der Bankkarte erzeugt wird. Bei beiden Verfahren werden die Trasaktionsdetails (Betrag, Empfängerkonto, &#8230;) auf einem separaten Gerät (Handy bzw. TAN-Generator) angezeigt. Dadurch kann ein Trojaner nicht mehr die Überweisung unbemerkt ändern. Vor diesem Problem schützen beide neuen Verfahren. Alle drei Verfahren, also iTAN, mTAN und chipTAN, stellen zusammen mit der PIN des Nutzers eine Zwei-Faktor-Authentifizierung dar: der Nutzer muss geheimes Wissen (die PIN) beweisen, und den Besitz eines physikalischen Gegenstands (TAN-Liste, Handy, TAN-Generator+Karte).</p>
<p>Im Folgenden wird davon ausgegangen, dass es einem Angreifer irgendwie gelungen ist, an die PIN zu kommen &#8211; was ohne einen Trojaner auf dem Rechner schwierig ist und in dem Fall die Gefahr relativiert, mit einem Trojaner jedoch trivial ist. Aufgrund der Zwei-Faktor-Authentifizierung sollte der Angreifer alleine mit der PIN (ohne den Besitz des entsprechenden Gegenstandes) nichts anfangen könnten.</p>
<p>Solange kein Trojaner auf dem Rechner ist und die TAN-Liste geheim bleibt, ist das iTAN-Verfahren sicher. Beim mTAN-Verfahren hingegen sieht es bereits anders aus: Hier muss nicht der PC, sondern das Handy sicher sein. Mit steigender Verbreitung von Smartphones und eher mangelhafter Sicherheit derselbigen wird das immer schwieriger. Während es für gewöhnliche Nutzer schwieriger ist, den Computer statt das Handy sauberzuhalten, kann das bei &#8220;Powerusern&#8221; genau umgekehrt aussehen. Gelangt ein Angreifer in den Besitz der PIN und kann gleichzeitig das Handy mit Malware verseuchen, kann er das Konto plündern. (<strong>Update</strong>: Kunden einer spanische Bank sollen auf diese Weise <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,746974,00.html">angegriffen</a> worden sein, das ist also keineswegs graue Theorie. Danke an wopot für den Hinweis! <strong>Update 2</strong>: Jetzt <a href="http://www.teltarif.de/bsi-online-banking-mtan-gefahr-trojaner-phishing-sicherheit-technologie/news/41900.html">warnt</a> auch das BSI vor dieser Art von Angriff. <strong>Update 3</strong>: Und jetzt gibts schon <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Angriffe-auf-deutsche-mTAN-Banking-User-1221951.html">gezielte Angriffe auf deutsche User</a>, ausgehend von einem verseuchten Rechner. QED.)</p>
<p>Eine weitere Gefahr bei der mTAN entsteht durch das Mobilfunknetz: Die mTANs werden per SMS verschickt. Diese sind bei der Übertragung nur sehr schlecht geschützt, und es existieren <a href="http://derstandard.at/1240297913058">Angriffe</a>, die SMS-Nachrichten an eine bestimmte Nummer bereits im Handynetz umleiten können. Beispiele für Angriffsmöglichkeiten wären: Die Nummer des Opfers portieren lassen, Klonen der SIM-Karte/des Handies, Abhören der SMS-Übertragung irgendwo zwischen Bank und Handy, das Bestellen einer neuen SIM-Karte, und und und. Darüber hinaus ist das meist immer mitgenommene Handy einer höheren Diebstahlsgefahr ausgesetzt als die TAN-Liste, die sicher zu Hause verwahrt wird.</p>
<p>Die mTAN ist im Szenario &#8220;PIN dem Angreifer bekannt, Rechner sauber&#8221; somit <strong>weniger sicher</strong> als die iTAN.</p>
<p>Auch im Szenario &#8220;Computer verseucht&#8221; beitet die mTAN keinen vollständigen Schutz: Heutige Smartphones werden oft mit dem Rechner verbunden, und ein Virus, der vom Computer auf das Smartphone überspringt um die mTANs zu stehlen ist technisch möglich und höchstwahrscheinlich nur eine Frage der Zeit. (In diesem Fall versagt jedoch das bisherige iTAN-Verfahren ebenfalls.)</p>
<p>Das andere Verfahren, die chipTAN, ist nahezu ideal: Ein separates Gerät, welches ausschließlich für die TAN-Erzeugung genutzt wird, zeigt die Überweisungsdaten an und generiert anhand der Bankkarte eine nur für diese Überweisung gültige TAN. Auch hier gibt es zwar <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/chipTAN-Verfahren-der-Sparkassen-ausgetrickst-866115.html">Angriffe</a>, diese nutzen jedoch ähnlich wie mein letzter ePerso-Angriff Fehler des Nutzers aus. Mit einer eindeutigen Bedienungsanleitung können diese weitgehend vermieden werden. Dieses Verfahren ist selbst dann sicher, wenn alles außer dem chipTAN-Generator virenverseucht ist, da die Prüfung der Überweisungsdaten auf dem Display des Generators stattfindet. Da dieses Gerät eine abgeschlossene Einheit mit minimalem Funktionsumfang (und somit kaum Angriffsfläche) darstellt, dürfte es vor Viren sicher sein.</p>
<p>Das Problem: Die iTAN wird bei der Postbank abgeschafft, Kunden haben also nur noch die Wahl zwischen mTAN und chipTAN. Nur die mTAN kann allerdings ohne weitere Kosten für den Nutzer genutzt werden. Das weitaus bessere chipTAN-Verfahren erfordert, dass der Nutzer 12-15 Euro für ein passendes Lesegerät ausgibt. Das wird die Akzeptanz dieses Verfahrens nicht gerade fördern. Das mTAN-Verfahren ist aber in bestimmten Fällen weniger sicher als die bisherigen iTANs. Durch das von den Banken behauptete hohe Sicherheitsniveau könnte das im Missbrauchsfall für den Kunden ein ziemliches Problem vor Gericht werden.</p>
<p>Gleichzeitig machen die Preise für die TAN-Generatoren übrigens deutlich, was für eine Gelddruckmaschine die ePerso-Kartenleser mit Verkaufspreisen im dreistelligen Bereich sind bzw. welche Preisklasse die ordentlichen Lesegeräte haben dürften, wenn man sie statt der unsicheren Basisleser in großen Mengen herstellen lässt.</p>
<p><strong>Zusammenfassung:</strong><br />
- Die iTAN ist gegen verseuchte Computer anfällig. Dies ist derzeit das größte Problem beim Onlinebanking.<br />
- Die Abschaffung der iTAN wird insgesamt betrachtet die Sicherheit erhöhen<br />
- Die mTAN kann das Problem lindern, aber nicht lösen.<br />
- Die mTAN bietet in bestimmten Szenarien einen geringeren Schutz als die iTAN<br />
- Die chipTAN hat ein sehr hohes Sicherheitsniveau, kostet aber den Nutzer Geld<br />
- Einige Nutzer werden durch diese Änderung ein niedrigeres Sicherheitsniveau als bisher haben. <strong>Sicheres Onlinebanking kostet extra</strong>.<br />
- <strong>Die Nutzung des chipTAN-Verfahrens kann ich nur empfehlen.</strong></p>
<p>Meiner Meinung nach sollten die Banken die chipTAN als Standardverfahren verwenden und genauso wie sie den Kunden ec-Karten zur Verfügung stellen, kostenlose TAN-Generatoren anbieten.</p>
<p><strong>Durch die Nutzung eines separaten Geräts für die Erzeugung der TANs dürfte das chipTAN-Verfahren übrigens deutlich sicherer sein als die eID-Anwendung des ePersos &#8211; obwohl die Hardware einen Bruchteil kostet.</strong> Mit einem ähnlichen Ansatz (sichere Eingabegeräte mit Display und Tastatur im Besitz des Nutzers) ließen sich auch EC-Kartenzahlungen deutlich sicherer gestalten &#8211; da gibt es nämlich auch schon <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/PIN-Pruefung-im-EMV-Verfahren-bei-EC-und-Kreditkarten-ausgehebelt-929528.html">Sicherheitslücken</a>.</p>
<p>Auch bei digitalen Signaturen sollte ein sicheres Signiergerät den zu signierenden Inhalt in einem simplen Fomat (z. B. Plaintext oder Bitmap) nochmal auf einem eigenen Display anzeigen und nur genau das signieren, was angezeigt wurde. Aber bis sich so etwas etabliert, dürften Jahrzehnte vergehen.</p>
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