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Ach wie schön der neue Kopierschutz doch ist

Die Industrie hat beschlossen, dass sie die totale Kontrolle über ihre Inhalte will. Wäre ja noch schöner, wenn der legitime Käufer sich nicht besonders teure Hardware kaufen müsste, nur damit er die Materialien ansehen kann. Oder gar Privatkopien machen könnte. Schrecklich. Wozu das führt, kann man hier lesen.

Es sah so aus, dass der Plan aufgehen würde – alle Hersteller haben mitgemacht, Microsoft will in sein Betriebssystem ein DRM einbauen, böse von offener Software besessene Leute, die womöglich auch noch Linux einsetzen, haben Pech gehabt. Raubkopierer auch (theoretisch).

Was will man mehr? Vieleicht seine Filme ohne Einschränkungen betrachten können? Wen interessiert das schon, schließlich gehen der armen Medienindustrie Milliarden durch Raubkopierer verloren (man muss sich nur die P2P-Netze anschauen, und jeder illegale Download bedeutet einen gekauften Film weniger – ist doch klar, oder?) und man muss sich dagegen wehren. Natürlich leidet das Recht auf Privatkopie darunter, aber das will die Musik- und Filmindustrie ja eh abschaffen.

Aber Moment – vieleicht wollen ja Linux-User auch Filme schauen? Gekaufte Filme – und zwar ohne sich dabei strafbar zu machen? Vieleicht werden weniger Menschen die Player kaufen, die sich weigern, die Filme auf dem eigenen Fernseher abzuspielen, weil der keine Maßnahmen zum Schutz gegen Raubkopien unterstützt? Vieleicht ist ja eh klar, dass bald "illegale" Player rauskommen, denen das ganze eh egal ist? Nun, so früh hätte selbst ich keinen erwartet – und erst recht keinen, mit Zustimmung der Industrie von einem der stärksten Vertreter von DRM. Unglaublich? Aber wahr: Hochauflösende DVDs: Sony und Microsoft unterlaufen Kopierschutz – Netzwelt – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten

DANKE MS! Endlich mal was vernünftiges. Jetzt wird das ganze System vermutlich eh nix mehr wert sein, und vieleicht verstehen die Publisher, dass die Verluste durch Kunden, die sich lieber den Film saugen um alles damit machen zu können, höher sind, als der Gewinn durch Kunden, die sich wegen des Kopierschutzes den Film kaufen, weil sie ihn nicht kopieren können. Die kaufen sich den nämlich dann meist einfach nicht. Entweder sie ziehen ihn trotzdem und lachen über den wirkungslosen Kopierschutz, oder sie können sich den tatsächlich nicht ziehen – dann verzichten sie eben drauf. Ehrlich gesagt: Sind für eine DVD 25 € nicht ein wenig viel verlangt? Vor allem, wenn man noch bei der Werbung am Anfang nicht wegschalten kann?

Außerdem sieht man ja, wie schlecht es der Industrie geht. Ständig gehen Firmen pleite, weil ihr Film nicht gekauft, sondern kopiert wurde. Nein? Ach. Ist es vieleicht eher so, dass es den Firmen immer noch gut geht, obwohl – vor allem in der Musikbranche scheint dies der Fall zu sein – die Produkte immer schlechter werden. Einmal sah ich ein Plakat für einen Film namens "Daniel der Zauberer" mit der Überschrift "Scheißfilme bleiben Scheißfilme" – eine wunderbare Parodie auf die miserble Qualität der Produkte. Bis ich sah, dass es den Film wirklich gibt.

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