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Lernresistent – wie war das mit der Privatkopie?

Golem berichtet – ebenso wie es auch einige Blogs tun – wie die Musikindustrie ein Angebot torpediert, welches wahrscheinlich zu gesteigerten Verkäufen führen würde. Der Grund: Es gibt eine Möglichkeit, die Musik kostenlos anzuhören, allerdings kann man sie nicht speichern. Wenn man die Musik haben will, muss man sie kaufen. Wohl aus Angst, zu viele Nutzer würden die Musik immer über Streaming hören, und daraufhin auf den Kauf verzichten, geht die MI lieber gegen das Angebot vor.

Zum Glück lässt sich der Anbieter, Tiscali, nicht von der MI herumschubsen und statt lange rumzudiskutieren, um der MI ihre Gewinne und ihre Zukunft zu retten, hat er es satt und macht den Dienst einfach dicht. Zusätzlich macht er seinem Ärger gründlich Luft, was auch im Golem-Artikel deutlich zum Ausdruck gebracht wird.

Es zeigt sich also wieder einmal:

  1. Die Musikindustrie ist so geldgierig, dass sie nicht einmal mehr in der Lage ist, langfristig zu denken.
  2. Die Musikindustrie sieht in jedem kostenlos gehörten Song eine große Gefahr für ihre Gewinne, ohne darüber nachzudenken, ob diese Möglichkeit dem Verkauf wirklich schadet oder ihn fördert.
  3. Die Musikindustrie wird aus obigen Gründen vermutlich jede vernünftige und faire Methode des Vertriebs von Musik im Internet verhindern, auch wenn sie sich ihr eigenes Grab damit schaufelt.
  4. Die Musikindustrie denkt: mp3 ist PÖÖÖÖHßE! Musik ohne DRM ist PÖÖÖÖHßE! Privatkopien sind ganz PÖÖÖÖÖÖÖÖHßE!!!11

HALLO! AUFWACHEN! Schon mal dran gedacht, dass viele Leute die Musik auch unterwegs hören wollen? Wo kein Streaming geht? Diese würden sich die Musik vieleicht sogar KAUFEN! Das wiederum heißt GELD, Gewinn. (Sorry, scheint die einzige Art von Sprache zu sein, die die MI vieleicht noch verstehen kann). Ach ja. Hab ich vergessen. Geht ja nicht. Die Musik muss ja mit DRM versehen sein, damit keiner sein Recht auf Privatkopien verwirklichen darf (siehe Regeln 2 und 4). Na dann geht das mit dem verkaufen der Musik natürlich nicht. Denn um sie auf billigen mp3-Playern abspielen zu können, muss die Musik im DRM-freien mp3-Format vorliegen. Na dann bleibt den Leuten wohl nichts anderes, als Tauschbörsen zu nutzen.

Früher war alles besser. Privatkopien waren erlaubt, jeder durfte für Familie und Freunde Musik kopieren. Alles funktionierte auch bestens, die MI machte genug Gewinne, alles war fair und in Butter. Heute sieht die Musikindustrie nicht ein, dass es eben dazugehört(e), wenn man Musik verkaufen will, auch das Recht zur Privatkopie einräumen zu müssen. Wer nicht damit einverstanden war, konnte seine Musik halt nicht verkaufen. Schnell sahen alle ein, dass große Gewinne durch Musik mit Privatkopie besser als keine Gewinne ohne Privatkopie waren. Dummerweise dachten sich einige schlaue Leute: Warum sollte man sich mit großen Gewinnen mit Privatkopie zufrieden geben? Warum nicht astronomische Gewinne ohne Privatkopie? Dazu müsste man natürlich das Gesetz ändern. Das ging damals noch nicht so leicht. Heute aber, wo die Demokratie durch den Lobbyismus korrumpiert wurde, geht es. Leider.

(Was ein Glück, dass ich keine Musik höre…)

Kategorien:Newskommentare
  1. 2006-06-09 um 14:55 UTC

    Du hast in der deiner Aufzählung was vergessen:

    5. Und vor allem: ALLE HÖRER BÖSE!

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