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Archive for Juni 2006

Ausnahmezustand

"Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger. Aufgrund eines Übergriffes einiger Hooligans während eines Spiels der Fußball-Weltmeisterschaft und der allgemeinen Sicherheitslage sehen wir uns gezwungen, den Ausnahmezustand über die Bundesrepublik Deutschland zu verhängen. Wir befinden uns nun offiziell im Krieg gegen die Hooligans. Wir möchten Sie daher bitten, Ruhe zu bewahren. Bitte bleiben Sie in ihren Häusern und verlassen Sie diese nur, wenn es absolut notwendig ist. Der Besitz von Alkohol ist aus Sicherheitsgründen untersagt. Sämtliche bestehenden Vorräte alkoholischer Getränke müssen umgehend entsorgt werden.

Es besteht eine vollständige Ausgangssperre. Eine Ausnahme besteht nur für die Besitzer gültiger WM-Tickets für die Zeit von einer Stunde vor Spielbeginn bis eine Stunde nach Spielende. Jeder, der ohne ein gültiges Ticket außerhalb seiner Wohnung aufgegriffen wird, wird sofort verhaftet. Alle Personen, die ein WM-Spiel besuchen wollen, können unter Umständen vollständig durchsucht werden.

Durch den Ausnahmezustand wird das gesamte Grundgesetz außer Kraft gesetzt. Dies gilt auch für Artikel 20 Absatz 4. Das Widerstandsrecht besteht nicht mehr. Wer es dennoch unternimmt, Widerstand gegen diese nötigen Sicherheitsmaßnahmen zu leisten, wird umgehend erschossen.

Die Unverletzlichkeit der Wohnung ist hiermit aufgehoben. Die Polizei ist berechtigt, alle verdächtigen Wohnungen ohne Durchsuchungsbeschluss zu durchsuchen, um terroristische Aktivitäten aufzudecken.

Die Freizügigkeit innerhalb des Bundesgebiets ist aufgehoben. Das Verlassen der Bundesrepublik Deutschland ist zur Vermeidung von Ausschreitungen im Zusammenhang mit der Fußball-Weltmeisterschaft nicht gestattet. Die Grenzen werden vom Bundesgrenzschutz und der Bundeswehr bewacht. Die Posten haben Anweisung, auf jede Person, die sich näher als 5 km an die Grenze annähert, nach einmaliger Warnung das Feuer zu eröffnen.

Zum Schutz vor gefährlichen Fehlinformationen wird der Betrieb aller Fernsehstationen bis auf die ARD, die ab sofort dem Krisenstab unterstellt ist, eingestellt. Das Verbreiten von aufhetzenden Nachrichten im Internet, insbesondere in Weblogs, ist untersagt. Zuwiderhandlungen werden streng verfolgt."

Nein, liebe Leser, noch ist es nicht soweit. Aber bei den Maßnahmen, die rund um die Fußball-WM ergriffen werden, fehlt nicht mehr viel.

Polizisten durchsuchen Personen, weil sie unverdächtig sind, und zwingen sie dabei, sich auszuziehen. Gerichte halten das für rechtmäßig.

Personen, die sich in der Nähe von Hooligans befinden, werden als Gewalttäter registriert und an der Ausreise gehindert. Alternativ wird Personen, die verdächtig sind, Hooligans zu sein, auferlegt, sich regelmäßig bei der Polizeidienststelle zu melden.

Außerdem ist es "schön", zu sehen, welche Grundrechte auch dem Grundgesetz nach eingeschränkt werden dürfen. Das Recht auf Leben sollte eigentlich absolut gelten, oder? Ebenso wie in die Freiheit der Person darf auf Grund eines Gesetzes in dieses Recht eingegriffen werden (Art. 2 Abs. 2). Die Pressefreiheit (Art. 5) findet "ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze [und] den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutz der Jugend […]". Das Recht, sich zu versammeln (Versammlungsfreiheit) darf "für Versammlungen unter freiem Himmel […] durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes beschränkt werden." – und dies wird auch mit dem Vesammlungsgesetz getan! Ebenso kann per Gesetz die Freizügigkeit eingeschränkt werden z. B. um Straftaten vorzubeugen.

Sicherlich sind diese Regelungen oft sinnvoll und nötig, aber auch die Gefahr des Missbrauchs besteht. Dagegen gibt es das Bundesverfassungsgericht. Und das ist, wie es mir scheint, zum Glück noch vernünftig und verhindert eine völlige Aufweichung der Grundrechte. Leider scheint es auch eines der wenigen vernünftigen Verfassungsorgane Deutschlands zu sein. Es ist schön, wenn vieleicht die zu Unrecht Durchsuchten dort recht bekommen. Das macht die Durchsuchung nicht ungeschehen. So etwas darf erst gar nicht passieren!

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GAAANZ simples Handy ohne Schnickschnack

2006-06-10 2 Kommentare

In den heutigen Zeiten, wo jedes zweite Handy schon eine hochauflösende Digitalkamera enthält, genauso wie ein Farbdisplay mit 65 tausend Farben, noch ein zweites Farbdisplay an der Außenseite, 3D-Spiele, Internetzugang, eine mp3-Player-Funktion etc. – da wünschen sich einige sicher ein günstiges Gerät, mit dem man einfach Telefonieren kann. Vieleicht noch SMS schicken. Viele brauchen keine polyphonen Klingeltöne ("Cool, dein Handy kann ja Rülpsen"), zwei (!) farbige Displays ("Boah, ist das Küken süüüüß"), integrierte Digitalkameras und ähnliches Zeug.

Deswegen war die Golem.de-Nachricht "Motorola V235 : Handy für Puristen ohne Multimedia-Launen" sicher für viele eine große Freude. Für mich auch. Bis ich die Nachricht las. Das ganz simple Handy entpuppt sich als ganz normales Multimeida-Handy, und obwohl der Artikel (der die Überschrift schnell vergessen hat) das Handy auf einmal als "Multimediahandy für Einsteiger" bezeichnet, fangen schnell auch die Zweifel daran an. Kann sein, dass ich was verpasst hab. Aber kann mir bitte jemand erklären, warum ein Handy mit Kamera, einem 65k-Farbdisplay (+Außendisplay), schnellem EDGE-Internetzugang (der in Deutschland aber nicht funktioniert), drei (laut Herstellerseite sogar vier) Frequenzbändern, 11 Tage Standby und dem neusten Handyjava-Standard als EINSTEIGERHANDY präsentiert wird? Ich glaub, ich hab was verpasst. Aber zum Glück nix wichtiges. Wer braucht den Sch***?

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Freie Musik

2006-06-09 2 Kommentare

Ich habe mich immer wieder darüber beschwert, dass freie Musik zu schwer zu finden ist. Jetzt wurde mir in einem Kommentar ein gutes Portal empfohlen. Ich habe daraufhin beschlossen, in diesem Post eine Liste der Portale zu machen. Jeder, der ein solches Portal kennt, kann gerne per Kommentar drauf hinweisen. Bedingungen:

  1. Die Musik ist legal, das hier ist keine Warez-Sammlung! (Das bitte ernst nehmen. Ich will wirklich keine illegale Musik hier sehen. Ja, ich werde bei Verstößen die IP ohne mit der Wimper zu zucken der Polizei geben – ob erst auf Nachfrage oder sofort muss ich mir überlegen! Es gibt genug Warezseiten.)
  2. Die Musik darf von jedem zumindest zu privaten Zwecken frei heruntergeladen werden
  3. Die Musik liegt in einem vernünftigen Format vor (also kein DRM)
  4. Die Seite ist nichtkommerziell (Ein bisschen Werbung ist kein Problem, aber wenn die Seite voll mit Popups, LayerAds, Blinkwerbung, JavaScript-Fenstern etc. ist, hört der Spaß auf)
  5. Es sollte sich um ein Portal handeln, welches VIEL Musik enthält (oder von dem guten Gewissens angenomen werden kann, dass es dies in Zukunft tun wird). Einzelne Seiten von Künstlern, die einige Stücke enthalten (bitte keine Einzelstücke) können vorerst auch gepostet werden, allerdings bitte ich darum, sie eindeutig zu kennzeichnen.

Es kann sein, dass ich die Portale nicht aus dem Kommentaren in den Text übernehme, weil ich auch nicht unendlich viel Zeit hab.

Ergänzungen willkommen und erwünscht!

CC Hits (Blogeinträge darüber: 1)

Auch interessant, wenn auch keine freie Musik, ist magnatune.com, eine Möglichkeit für Kunstler, ihr Werk zu vertreiben, ohne von der Musikindustrie ausgequetscht zu werden.

Kategorien:Newskommentare

Doppelt abkassieren

Internetprovider dienen dazu, Kunden gegen Bezahlung meist uneingeschränkten Zugriff zu allen Webseiten zu bieten. Dafür bekommen sie eigentlich genug Geld von den Kunden. Doch irgendjemand ist wohl auf die Idee gekommen, dass man doch mit unlauteren Methoden mehr Geld verdienen könnte. Man könnte doch ganz einfach die Anbieter von Dienstleistungen im Internet ausquetschen – wer will, dass seine Seite von einem bestimmten Provider aus zugänglich ist, muss an den Provider zahlen.

Um etwas derartiges zu vermeiden, sollte nun zunächst in den USA (in Deutschland ist bisher keiner auf eine derart abartige Idee gekommen, sodass bis jetzt kein Gesetz nötig war) ein Gesetz beschlossen werden, was genau so etwas verbietet. Nun, Pustekuchen. Wie Golem berichtet, haben sich die Internetprovider durchgesetzt.

Meiner Meinung nach ist so etwas Erpressung und sollte genauso behandelt werden: "Entweder sie zahlen uns einen bestimmten Betrag, oder wir sperren unseren Kunden den Zugriff auf ihre Website". Das richtige Vorgehen wäre meiner Meinung nach, nicht zu zahlen, sondern per e-Mail die registrierten Kunden, die den betreffenden, abzockerischen Provider nutzen, zu benachrichtigen: "Leider hat Ihr Internetprovider den Zugang auf unsere Website gesperrt, um von uns Geld zu erpressen. Wir verhandeln nicht mit erpressern. Wenn Sie unseren Service weiter nutzen wollen, suchen Sie sich einen anderen Provider oder beschweren Sie sich bei ihrem bisherigen". Ich denke, dann wär schnell Schluss mit dem Spuk. Und wenn der Provider die Seite von z. B. Amazon sperrt, aber nicht die einen kleineren Buchhändlers (weil er den gar nicht kennt und der nicht genug Geld hat, das man ihm abnehmen könnte), ließe sich sicher über unlauteren Wettbewerb etc. argumentieren und ne schöne Milliardenklage anzetteln. Ich hoffe, dass genau das passiert.

Das Internet basiert darauf, dass jeder auf alles zugreifen kann und keine Unterschiede gemacht werden. Wenn die Provider zensieren wollen, sollten die Unternehmer das nicht unterstützen. Die Kunden müssen klar ihre Meinung sagen.

Ich bin dafür, dass den Providern, die so etwas veranstalten, verboten wird, mit dem Begriff "Internet" zu werben. Denn das, was sie da planen, ist kein Internet mehr! 

Kategorien:Newskommentare

Lernresistent – wie war das mit der Privatkopie?

2006-06-08 1 Kommentar

Golem berichtet – ebenso wie es auch einige Blogs tun – wie die Musikindustrie ein Angebot torpediert, welches wahrscheinlich zu gesteigerten Verkäufen führen würde. Der Grund: Es gibt eine Möglichkeit, die Musik kostenlos anzuhören, allerdings kann man sie nicht speichern. Wenn man die Musik haben will, muss man sie kaufen. Wohl aus Angst, zu viele Nutzer würden die Musik immer über Streaming hören, und daraufhin auf den Kauf verzichten, geht die MI lieber gegen das Angebot vor.

Zum Glück lässt sich der Anbieter, Tiscali, nicht von der MI herumschubsen und statt lange rumzudiskutieren, um der MI ihre Gewinne und ihre Zukunft zu retten, hat er es satt und macht den Dienst einfach dicht. Zusätzlich macht er seinem Ärger gründlich Luft, was auch im Golem-Artikel deutlich zum Ausdruck gebracht wird.

Es zeigt sich also wieder einmal:

  1. Die Musikindustrie ist so geldgierig, dass sie nicht einmal mehr in der Lage ist, langfristig zu denken.
  2. Die Musikindustrie sieht in jedem kostenlos gehörten Song eine große Gefahr für ihre Gewinne, ohne darüber nachzudenken, ob diese Möglichkeit dem Verkauf wirklich schadet oder ihn fördert.
  3. Die Musikindustrie wird aus obigen Gründen vermutlich jede vernünftige und faire Methode des Vertriebs von Musik im Internet verhindern, auch wenn sie sich ihr eigenes Grab damit schaufelt.
  4. Die Musikindustrie denkt: mp3 ist PÖÖÖÖHßE! Musik ohne DRM ist PÖÖÖÖHßE! Privatkopien sind ganz PÖÖÖÖÖÖÖÖHßE!!!11

HALLO! AUFWACHEN! Schon mal dran gedacht, dass viele Leute die Musik auch unterwegs hören wollen? Wo kein Streaming geht? Diese würden sich die Musik vieleicht sogar KAUFEN! Das wiederum heißt GELD, Gewinn. (Sorry, scheint die einzige Art von Sprache zu sein, die die MI vieleicht noch verstehen kann). Ach ja. Hab ich vergessen. Geht ja nicht. Die Musik muss ja mit DRM versehen sein, damit keiner sein Recht auf Privatkopien verwirklichen darf (siehe Regeln 2 und 4). Na dann geht das mit dem verkaufen der Musik natürlich nicht. Denn um sie auf billigen mp3-Playern abspielen zu können, muss die Musik im DRM-freien mp3-Format vorliegen. Na dann bleibt den Leuten wohl nichts anderes, als Tauschbörsen zu nutzen.

Früher war alles besser. Privatkopien waren erlaubt, jeder durfte für Familie und Freunde Musik kopieren. Alles funktionierte auch bestens, die MI machte genug Gewinne, alles war fair und in Butter. Heute sieht die Musikindustrie nicht ein, dass es eben dazugehört(e), wenn man Musik verkaufen will, auch das Recht zur Privatkopie einräumen zu müssen. Wer nicht damit einverstanden war, konnte seine Musik halt nicht verkaufen. Schnell sahen alle ein, dass große Gewinne durch Musik mit Privatkopie besser als keine Gewinne ohne Privatkopie waren. Dummerweise dachten sich einige schlaue Leute: Warum sollte man sich mit großen Gewinnen mit Privatkopie zufrieden geben? Warum nicht astronomische Gewinne ohne Privatkopie? Dazu müsste man natürlich das Gesetz ändern. Das ging damals noch nicht so leicht. Heute aber, wo die Demokratie durch den Lobbyismus korrumpiert wurde, geht es. Leider.

(Was ein Glück, dass ich keine Musik höre…)

Kategorien:Newskommentare

MS macht dumme Fehler [UPDATE]

2006-06-08 3 Kommentare

Tja, Microsoft mag keine Raubkopierer. Zumindest keine gewerblichen, die die MS-Produkte fälschen und als Original verkaufen. So weit, so gut – im Gegensatz zu privaten Raubkopierern sind die professionellen Fälscher echte kriminelle und es sollte mit aller Härte dagegen vorgegangen werden. Das geht am Besten, indem man den Kunden darüber benachrichtigt, dass er kein Original gekauft hat. Also hat Microsoft die WGA-Prüfung eingeführt. Eigentlich ein ganz guter Service. Sie war freiwillig, hat also den privaten Raubkopierer nicht gestört (der vermutlich nicht wirklich Ziel von Microsoft ist, der einzige „Kopierschutz“ bei Microsoft-CDs war lange Zeit – auch als alle anderen schon möglichst starke technische Kopierschutzmaßnahmen einsetzten – eine Aufschrift „Sie sind nicht berechtigt, unrechtmäßige Kopien dieses Datenträgers herzustellen“). Eigentlich war die WGA-Prüfung ja ein nettes Feature.

Ein Feature wird aber oft mit einem Bug verwechselt bzw. ein Bug zum Feature umdeklariert. Meiner Meinung nach ist die Unterscheidung ganz einfach: Wenn der Anwender das „Feature“ einfach deaktivieren kann, ist es ein Feature, sonst ein Bug. Wenn sich aber die Prüfung leicht deaktivieren ließe, könnten Händler, die Raubkopien vorinstalliert verkaufen, dies tun. Also hat Microsoft dieses Feature nicht mehr so leicht deaktivierbar gemacht, außerdem nervt es jetzt anscheinend bei jedem Start und auch während des Betriebs in einer Art und Weise, die die Benutzung zumindest sehr unangenehm macht (Balloon-Popups können extrem nerven, zum Glück habe ich es nur mit erwünschten zu tun, und selbst die können zu unpassenden Zeitpunkten unangenehm sein). Auch kein großes Problem, Raubkopierer werden so auf ihre Missetat hingewiesen.

Dummerweise müssen sie dazu ein Programm installieren. Und da kommt der Fehler. MS will, dass möglichst viele Anwender ein Programm installieren, das sie eigentlich nicht wollen (eine Raubkopie kann man genauso wie das Orignal benutzen, wenn diese Software nicht installiert ist, und das Geld gibt es vom Straßenhändler eh nicht wieder). Was macht man also? Richtig, das Programm als Windowsupdate einspielen, frei nach der Art, wie sich Trojaner verbreiten. Und damit alles legal ist, stimmt der Benutzer zu. Nur wie? Ganz einfach – man macht den Linzenzvertrag so lang, dass ihn keiner liest, und versteckt das interessante mittendrin. Merkt ja keiner. Dummerweise hat sowas auch Starforce schon versucht – und viele Firmen wenden sich inzwischen vom Kopierschutz ab.

Das eine Hauptproblem an der Software ist, dass sie erstens private Raubkopien erschwert. Viele werden sich jetzt fragen, warum das ein Problem ist. Nun, mir ist es egal. Auf meinem Laptop ist ein XP Home vorinstalliert, ich brauch kein Pro und bin mit meiner legalen Version zufrieden. Aber Bill Gates (oder war es Steve Ballmer?) soll gesagt haben, dass ihm eine Windows-Raubkopie auf einem Rechner lieber als ein legales Linux ist. Damit wird deutlich, dass MS keinen wirklichen Wert darauf legt, private Raubkopierer an ihrer „Arbeit“ zu hindern. Im Gegenteil: Als einzige Firma hat Microsoft bisher erkannt, dass private Raubkopien oft sogar nützlich sind, weil sie die Verbreitung des Produkts steigern und somit die Monopolstellung sichern, wodurch Firmen bereit werden, das Produkt zu kaufen. Und die Raubkopierer würden sich das Produkt nicht kaufen, wenn sie es nicht kopieren könnten – weil es ihnen zwar die Mühe mit der Raubkopie, aber keine 200 EUR wert ist.

Ein noch schlimmeres Problem ist, dass die Software anscheinend manchmal ausrastet und einen falschen Alarm veranstaltet. Das kann nicht nur das Vertrauen in Microsoft, sondern auch den Ruf der legitimen OEM-Händler schaden. Und zumindest ich würde keine Geschäfte mit jemandem machen, der meinen Ruf zerstört – im Gegenteil, die OEM-Händler könnten sehr hässliche und vor allem teure Klagen anstrengen.

Und zum Abschluss der krönende Fehler: Laut Heise und Golem hat Microsoft wohl Angst, dass die Prüfung amoklaufen könnte. Und statt, wie andere Kopierschutz-Methoden (wie z. B. Starfoce) in dem Fall den zahlenden Kunden zu vergraulen, indem man false positives zulässt und in dem Fall der Kunde die Arschkarte gezogen hat, geht man auf Nummer sicher: Sollte die Prüfung Probleme machen, kann man sie – vermutlich abhängig vom BIOS – deaktivieren. Dazu holt laut Heise die Software diese XML-Datei per HTTP von einem Microsoft-Server. So weit, so gut – eigentlich ist dieses Vorgehen sehr lobenswert. Gut, man hätte den Verbraucher vieleicht mehr darüber informieren sollen als irgendwo, wo man davon ausgeht, dass es eh keiner liest. Aber seis drum. Das Hauptproblem, das ich sehe, ist, dass diese XML-Datei keine Spuren einer digitalen Signatur oder ähnliches zu sehen sind. Falls der Heise-Artikel also nichts ausgelassen hat und wirklich eine HTTP-Verbindung (statt https) aufgebaut wird, wird es vermutlich ein leichtes sein, dem Programm eine falsche Datei unterzuschieben. Ich werde hier nicht näher auf die Methoden eingehen, aber mir fallen auf Anhieb bereits einige ein. Nein, ich werde nicht ausprobieren, was passiert. Aber ich glaub nicht, dass ich der einzige bin, der auf diese Idee kommt. Ich bin gespannt.

UPDATE: Na, das hat aber lang gedauert ;-) Golem berichtet, dass es ein Tool gibt, was sich des „Problems“ WGA-Prüfung freundlicherweise annimmt.

UPDATE 2: Und jetzt hat MS die tägliche Prüfung am Server gelassen, nur noch bei Updates (oder alle 90 Tage, je nach Quelle) wird geprüft. Vermutlich hat es einige Kunden gestört, dass das Programm nach Hause telefoniert. (Oder MS hat gemerkt, dass man so zu leicht die Prüfung abstellen könnte.) Golem berichtet.

UPDATE 3: Und schon wieder hat Golem eine neue Nachricht – diesmal sehr erfreulich: MS wird wegen der Abfrage verklagt! Leider wird die Klage vermutlich keine großen Chancen haben, da der Benutzer es über den Lizenzvertrag erlaubt hat, aber ich hoffe, dass irgendwann beschlossen wird, dass bei derartigen Sachen ein kleiner, versteckter Hinweis nicht ausreicht. (Ja, Wunschdenken. Ich weiß. Leider.)

UPDATE 4: Entgegen der Erwartungen wird die Prüfung wohl freiwillig bleiben. (Golem berichtet)

The Pirate Party of the United States

"The Pirate Party is a newly formed worldwide political party with a chapter in the U.S.. We want to fundamentally reform copyright law, overhaul the patent system, and ensure that citizens' rights to privacy are respected. With this agenda, and only this, we are making a bid for representation in anywhere we can get elected."

Tja, DAS passiert wenn es ein paar Leuten reicht, was der Lobbyismus (der in den USA außerdem noch stärker als in Deutschland ist) mit der Demokratie angerichtet hat und dadurch schon andere Staaten zu möglicherweise illegalen Beschlagnahmen bewegt werden.

Leider wird die Partei im zwei-Parteien-System der USA keine wirkliche Chance haben. Das einzige, was sie also tun kann, ist, auf das Problem aufmerksam zu machen. 

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Kategorien:Newskommentare

Gute Idee?

2006-06-07 2 Kommentare

Laut Golem.de plant EMI kostenlose Musik-Downloads – ich dachte schon, da hat jemand endlich mal eine gute Idee. Die Kosten sollen über Werbung wieder reingeholt werden, was eigentlich auch keine schlechte Idee ist. Aber da hört der Spaß schon auch auf:

Zusätzlich soll es ein Abo-Modell geben. Eigentlich ja keine schlechte Sache, oder? Doch. Denn warum sollte jemand ein Abo-Modell kaufen, wenn es die Musik auch kostenlos gibt? Nur um die Werbung loszuwerden? Natürlich nicht. Man kann sich die Musik nur ein paar mal anhören. Also keine wirkliche Neuerung. Denn Musik zum Probehören bieten viele Onlineshops.

Um wenigstens etwas neues bieten zu können, hat man sich noch ein neues, proprietäres Format ausgedacht, weil es davon ja bisher anscheinend nicht genug gibt. Und wenn man die Musik kauft, wird sie vermutlich eher nicht in ein normales Format wie mp3 konvertiert. Ich denke eher, man hat immer noch halb unbrauchbare DRM-verseuchte Dateien, die nur ganz bestimmte überteuerte mp3-Player abspielen können. (Nein, ich meine nicht den iPod, auch wenn die Beschreibung darauf zutrifft. Ich rede von den Sticks, die das Microsoft-Zeug, auf dem das Format anscheinend basiert, abspielen können).

Ich hätte eine bessere Idee. Und da ich nicht vorhab, sie selbst auszunutzen, veröffentliche ich sie lieber hier, bevor sie noch jemand patentiert (sofern es nicht schon jemand getan hat). Google könnte was draus machen, die sind ja in webbasierten Sachen ziemlich bewandert. Also: Der Benutzer stellt sich ne Playlist zusammen. Kostenlos. Kann sich die Musik kostenlos per Streaming am PC anhören. Zwischen den Stücken (nicht innerhalb eines Stücks, bevor noch jemand auf die Idee kommt) wird Werbung eingeblendet. Alternativ kann man die Musik als mp3-Datei herunterladen. Die Werbung wird dabei zufällig an den Anfang oder an das Ende des Stücks eingebaut und die Länge variiert (zw. 5 und 20 Sekunden), sodass man sie nicht automatisch rausschneiden kann. Und schon hat man einen werbefinanzierten Musikdienst. Dummerweise werden die Plattenlabels nicht mitmachen, weil sie gerne über einen Dollar pro Stück haben – und dann nur mit DRM. Wird also nix.

Noch ein besserer Vorschlag. Genau das gleiche wie oben, nur ohne Werbung. Höchstens ein paar Google-Ads neben der Playlist beim Aussuchen der Musik. Da kann man natürlich auch keine teuere Musik reinmachen. Warum auch? Es gibt genug freie Musik im Internet. Nur kein Portal, welches es ermöglicht, diese zu finden – oder, falls es eines gibt, ist es nicht bekannt genug. Denn wenn es ein gutes, bekanntes Portal gäbe, welches einen signifikanten Anteil der freien Musik enthält (als mp3 oder ogg vorbis) und gut durchsuchbar ist, wäre für die Musikindustrie schnell schluss mit lustig.

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Briefing

2006-06-05 1 Kommentar

Was zur Hölle ist das hier? Dieser Link erklärt es – bitte zuerst lesen!

Die Kamera nimmt eine Straße auf. Ein randvoller Bus fährt mit Höchstgeschwindigkeit vorbei (das Geräusch des Busses verursacht einen schönen Dopplereffekt), die Kamera nimmt die Verfolgung auf. Der Bus fährt in einen Tunnel, dessen Tor sich vor ihm geöffnet hat und hinter ihm schließt. Im Inneren des Tunnels steigen die Passagiere aus und betreten duch einen von Leuchtstoffröhren hell erleuchteten Gang die unterirdische Basis. Keine Musik, man hört nur die Schritte bzw. anderen Geräusche. Sie werden alle gründlich durchsucht und müssen durch einen Metalldetektor gehen. Bei keinem wird etwas gefunden, keiner hat etwas metallisches dabei. Ein Großraumaufzug bringt alle auf einmal nach unten – die Fahrt dauert ca. 30 Sekunden, die Personen im Aufzug gleichen dabei mehrfach den Überdruck in ihren Ohren aus, aber keiner spricht. Unten angekommen, betreten die Soldaten einen Gang, in dem gerade die Beleuchtung angeschaltet wird. Die Leuchtstoffröhren gehen an, man hört das Geräusch, die Soldaten gehen den Gang lang und in einen großen Besprechungsraum am Ende dieses Ganges. (Dabei hört man die in der ansonsten menschenleeren Sektion der unterirdischen Basis die Schritte unheimlich hallend, aber auch gedämpft, um die Tiefe, in der sich die Soldaten befinden, zu vermitteln.) Dort setzen sie sich zu den bereits im Raum wartenden Soldaten. Sie sitzen wie in einer Schule in langen Tischreihen und schauen nach vorne. Vor jedem liegt eine Mappe mit dem Emblem der US Air Force und einem Vermerk „TOP SECRET“. Ein General steht vorne an einem Pult. Er gibt zweien an der Tür wartenden Wachen mit M16-Gewehren ein Handzeichen. Diese verlassen umgehend den Raum und drücken auf einen Schalter, woraufhin sich die schwere Stahltür schließt.

Der General drückt auf einer Fernbedienung einen Knopf, woraufhin das Emblem der US Air Force auf die Wand hinter ihm projeziert wird, und beginnt: „Welcome at Cheyenne Mountain. You probably do not have a clue why you are here. Most of you do not have any special training, nor did you have any kind of security clearance. We did a small background check on you – it was not hard. You do not have any relatives, you do not go to work, and you did not talk to a lot of people during the last few months. This means, that you won’t have any problems explainig where you are or anyone you could be tempted to talk about this mission. This is why you were selected. It is important, because the mission has the highest security level.“ Er schaut sich die Mappen vor den Soldaten an, und fährt fort: „When I get that stupid piece of shit that incorrectly labeled this as TOP SECRET, I will make sure he does not touch anything beside a broom for cleaning the less sensitive parts of this facility. This mission is of a higher level. This means, that the pure existence of anything related to this mission – including you – is secret. You do not officially exist. Beside this, I am not really worried about one of you runnung to the press and telling them every single thing you know. You would just end up in a mental hospital. Additionally, you would get arrested and might die in Guantanamo Bay. You do not have a choice – you have a direct order to perform this mission, no questions asked, and you better do it well.

You all went trough basic training, which has to be sufficient, as we do not have time for more. You will be told only what you need to know. For the moment, this is the fact that the bus will take you to an secret military airport. From there you will be flown to another base. This one is not known to exist to anyone except people working on this project. You will then enter a Chinook helicopter, which will have the callsign Clock Two. As you can already imagine, there will be another Chinook, called Clock One.“

Er legt eine kurze Pause ein und bringt mit einem Druck auf die Fernbedienung das Bild zweier Chinook-Helikopter auf den Bildschirm.

„In case Clock One has to land or goes down, the crew is ordered to immediately destroy the helicopter. If Clock One goes down, you immediately secure the site and, if the crew of Clock One fails to do so, destroy Clock One. If Clock One is not destroyed when hitting the ground, you have to assume the crew is dead and destroy the helicopter and it’s cargo with your incendiary grenades.“ Dabei holt er eine Thermatgranate hervor und hält sie in die Höhe. „Every single of you gets two of them. Clock one is fitted with more thermate, so your grenades will ignite it.

After destroying the helicopter, stay close to the site and do not allow anyone to come close to the helicopter. If anyone tries to approach the helicopter, even if it is a civilian, tell him to get away. If the person does not obey immediately, open fire at once. You surely understand that the freight of Clock One is top secret. You will not be given any information until you need them. The exact destination will be transmitted to your pilot only as soon as necessary. He isn’t allowed to tell it to anyone, so please do not ask for it. You are not allowed to talk to anyone from now on up to the end of the mission. That’s it. Get your equipment and do not omit anything we told you to take. If we say you will need night vision goggles, you take them, and do not take more water instead. We suppose this is done in half an hour, but even if it took a month, you will be prepared. Move out.“

Per Knopfdruck öffnet der General die Tür, und ohne ein Wort zu sagen und mit einem bestürzten Gesichtsausdruck gehen die Soldaten aus dem Raum. Die Wachen, die die ganze Zeit vor dem Raum gewartet haben, zeigen ihnen den Weg zur Waffenkammer. Still bekommen die einzelnen Soldaten dort die Ausrüstung: Jeder bekommt eine schwere schussichere Weste, ein Gewehr entsprechend ihrer Aufgabe (also M-16 Sturmgewehr, M-16 mit M-203-Granatwerfer oder M249 MG), viel Munition, fünf Splitter-, drei Rauch und zwei Thermatgranaten; danach sieht man die Soldaten noch dabei, wie sie sich mit sonstiger Ausrüstung eindecken und die gesamte Ausrüstung anlegen. Ein Leutnant, der das Platton leitet, sagt: „OK, everyone ready?“ Die Soldaten nicken zustimmend, woraufhin er losgeht und die Anderen ihm folgen. Man sieht die Soldaten den Aufzug nach oben nehmen, in den Bus steigen, der Bus fährt los.

Mehrere langsam weich ineinander übergeblendete Szenen einer langen Fahrt folgen, begleitet von langsamer und einschläfernder Musik. Schließlich kommen die Soldaten an Area 51 an. Die Musik wird schneller und höher. Der Bus fährt duch ein schweres Tor, welches sich wie von Geisterhand geöffnet hat, und hält an einem Kontrollpunkt. Neben dem Tor erstreckt sich ein Elektrozaun nach beiden Seiten in die weite der Wüste. Am Zaun hängen Schilder: „Military Zone – No Trespasing – Guards will shot to kill“, „Danger: High Voltage“ sowie „Warning: Landmines beyond this point“. Schwer bewaffnete Einheiten untersuchen den Bus, man sieht, wie er von unten durch ein Gitter in der Straße, unter dem sich ein Gang befindet, untersucht wird. Die Identität aller Businsassen wird mit portablen Fingerabdruck- und Irisscannern überprüft. Alles ist in Ordnung. Das schwere Tor hinter dem Bus wird geschlossen. Als es sicher verriegelt ist, öffnet sich das vordere Tor. Der Bus fährt hindurch. Das Tor schließt sich.

Man sieht die Soldaten durch die Heckklappe in ein Transportfllugzeug einsteigen, dabei trägt eine Gruppe anderer Soldaten aus den Tiefen von Area 51 einen Kasten an Bord des Flugzeugs. Diese Gruppe lädt den Kasten ab, setzt sich davor und entsichert die Waffen. Ein roter Strich verläuft im Laderaum von links nach rechts, vor dem Strich befindet sich die Kiste mit den Bewachern, dahinter setzen sich die Soldaten. Während diese einsteigen, sagt ein Soldat aus der Gruppe, die die geheimnisvolle Kiste bewacht: „Noone crosses this line. All the flight long. Is that clear?“, woraufhin die zusteigenden Soldaten nicken und sich grummelnd hinsetzen. Die Heckklappe schließt sich, die Motoren laufen an, und das Flugzeug erhebt sich in die Luft. Die Kamera betrachtet den Start von außen, schnell schließen sich dem Frachter einige Kampfjets als Geleitschutz an. Die Kamera zeigt wieder das Innere des Transporters: die übermüdeten Soldaten schlafen größtenteils ein, nur die Wächter der Kiste bleiben hellwach. Fade to black.

Kategorien:2k vs. 0

Jetzt nur noch 9 statt 4 EUR

2006-06-03 1 Kommentar

Ich glaub Fernsehen ist echt nichts mehr für mich. Im Internet bekomme ich von der ganzen Werbung dank Adblock fast nichts mehr mit. Aber im Fernsehen nervt sie – trotz Laptop im Vordergrund (WLAN hat doch seine Vorteile). Die "Sparabos" einer gewissen Firma mit fünf Buchstaben sind inzwischen wohl so bekannt, dass keiner mehr darauf reinfällt. Deswegen wirbt jetzt eine andere Firma, die zwar nur drei Buchstaben als Namen hat, sich sonst aber wohl nicht sonderlich von der mit fünf Buchstaben unterscheidet, damit, dass sie ein viel besseres Angebot hat. Anderswo muss man laut dieser Werbung vier Euro für einen "Realtone" bezahlen. (Was recht selten ist, meist darf man sich gerne noch zwei weitere Töne dafür runterladen, wenn man darauf kommt, wie das geht. Darauf kommt aber keiner. Denn jeder, der DAS rausfinden kann, nimmt gleich ein Datenkabel. Kostet weniger als ein Klingelton. Und wird nicht im Abo vertickt. Garantiert.) Bei diesem supergünstigen Anbieter zahlt man nur noch 30 cent pro Produkt. Und man bekommt das ganze sogar 30 Tage lang. Also zahlt man statt 4 Euro nur noch 9 Euro. Wenn das mal kein Vorteil ist.

Ich wollte gerade noch herausfinden, ob sich das Abo (hier wird es fairerweise sogar als Club bezeichnet) automatisch verlängert. Die Website des Anbieters brachte mich schnell auf andere Gedanken. Zum Glück hab ich in den letzten zwei Stunden nichts gegessen. Die Farben sind ja eine Sache. Aber das Layout ist etwas durcheinandergeraten (und das nicht nur wegen Adblock, welches dafür sorgt, dass die Hälfte der Seite nur weiß anzeigt) und mit dem Zeichensatz scheint es die Seite auch nicht so zu haben. Mag sein, dass die Seite davon ausgeht, dass ich den IE benutze. Mache ich aber nicht. Vor allem nicht auf Seiten, wo die Hälfte des Inhalts vermutlich durch meine hosts-Datei gefressen wird – die vor allem auf weniger seriöse Werbefirmen getrimmt ist… – oder gar nicht vorhanden ist. Mit strengen Sicherheitseinstellungen wage ich das Experiment im IE-Tab – die zerstückelten Menüs sind jetzt ok, der Zeichensatz nicht. Ich gelangte schließlich doch zum Ziel: Den AGBs. Zitat:

Das neue Club-Modell bietet die M�chkeit, f�en Clubbeitrag von EUR 1,49 innerhalb von 5 Tagen 5 Produkte nach Wahl (beschr㭫t auf zwei Real Music Chart Hits und ein Handy-Spiel) aus dem gesamten Portfolio des Club zed herunterzuladen. Nach Ablauf der 5 Tage verfallen nicht genutzte Credits und das Abonnement wird automatisch um 5 Tage verl㭧ert.

(sic!, ich hoffe, die Sonderzeichen wurden nicht durch WordPress automatisch korrigiert.) Es scheint also, als ob das Werbeangebot im Fernsehen sich von dem im Internet unterscheidet. Oder ich habe (obwohl ich weiß, worauf ich schauen soll, und bei Klingelton nicht an "Cool, kaufen" sondern an "Cool, noch so ne dumme Abzocke" denke) die Werbung nicht schnell genug lesen können, und es gibt gar kein einmonatiges Abo, dass danach – wie man denken könnte, wenn man der netten Stimme, die von "30 Tagen, 30 Produkten redet, glaubt – automatisch endet, sondern ein ganz normales mieses Abzockabo, das keinen Deut besser ist als das von der Firma mit fünf Buchstaben? Ja, DIESMAL hab ich die Werbung genau gelesen. Und genau so ist es. Das "faire" Angebot ist also genauso unfair – nur dass es behauptet, es nicht zu sein. Wunderbares Angebot. Aber wenigstens sind es keine 4 EUR. Es sind nur 1,49. Dafür alle fünf Tage. Macht immer noch ca. 9 EUR pro Monat.

Kategorien:Newskommentare

Vorspann

Was zur Hölle ist das hier? Dieser Link erklärt es – bitte zuerst lesen!

Dies ist der Vorspann des Films – mit allem was dazugehört. Und dazu gehört nun mal ein Spot zur Abschreckung der Raubkopierer. In diesem Spot wird der Raubkopierer auf eine an den Film "Hostel" angelehnte Art grausam ermordet, um größtmöglicht Abschreckung zu erreichen. Es handelt sich um eine Übertreibung, die die Kampange "Hart aber Gerecht" parodiert.

Anti-Raubkopierer-Spot

Ort: Ein kahler, fensterloser Raum mit grauen Wänden, von denen der Putz abblättert. Eine von der Decke lose an einem Kabel hängende Glühbirne spendet ein wenig Licht. Ein Mann sitzt, nur mit einem zerrissenen Unterhemd und einer Unterhose bekleidet, auf einem Stuhl gefesselt. Sein Körper ist übersäht mit Spuren von Misshandlungen, Blut läuft aus seinem Mundwinkel. Entsprechend mitgenommen ist sein Gesichtsausdruck. Er schluchtzt ununterbrochen. Hinter ihm befinden sich zwei vermummte Männer in Tarnanzügen. Der eine steht schräg rechts im Bild hinter ihm und hält eine AK-47, während er geradeaus blickt. Der andere hockt hinter dem Gefesselten und flüstert ihm von dessen rechter Seite mit säuselnder Stimme ins Ohr: "Do you want to tell Mr. Camera why you are here?" Der gefesselte Mann bringt zwischen seinen Schluchtzern mühsam hervor: "I – I downloaded a movie on a peer to peer network". Der Mann direkt hinter ihm nickt, blickt in die Kamera, stellt sich aufrecht hinter sein gefesseltes Opfer und spricht: "Now you know what this guy did. And now I am going to show you, what happens to people that do such things." Der Gefesselte fängt an zu zittern, und zu rufen "No, no, please, no, please, don't do this, no" Der Vermummte hinter ihm zieht langsam ein Messer aus einer Scheide an seinem Gürtel und schneidet dem schreienden Gefesselten damit die Kehle durch. Die Szene wird nach schwarz ausgeblendet, man hört noch ein Röcheln im Hintergrund. Auf dem schwarzen Grund erscheint ein Schriftzug: "Do not pirate movies".

Handys aus!

Zu einem Kinofilm gehört auch ein Hinweis, dass man bitte die Mobiltelefone ausschalten möge. Und wer ist besser dafür geeignet, diese Bitte rüberzubringen als ein brutaler Mörder?

Während der Schriftzug noch zu sehen ist, klingelt ein Handy. Der Raum aus der vorherigen Szene erscheint (das Opfer hängt tot an den Fesseln vom Stuhl herunter), sein Mörder blickt auf und sagt: "Please turn off your mobile phones, would ya?"

Der Anfang

Die Kamera nimmt den kahlen, harten, braunen Boden aus ca. 30 cm Höhe und senkrecht von oben auf. Langsam zu langsamer, bedrückender Musik mit wenigen, seltenen, tiefen Tönen schwenkt sie leicht nach oben. Wenn sie den Boden in einem Winkel von ca. 45 Grad betrachtet, schlägt mit einem entsprechenden Geräusch (sonst ist es absolut still) ein Pfeil von rechts direkt vor der Kamera ein und bleibt in einem Winkel von ca. 45 Grad im Boden stecken. Von links oben hört man eine männliche, militärische Stimme: "Over there!", gefolgt von einem Feuerstoß (drei Schuss) aus einer M16. Stille. Die Patronenhülsen fallen in Zeitlupe klimpernd von oben auf den Boden vor der Kamera und prallen ein wenig ab. Fade to black.

Der Schriftzug "Schejbal productions presents" erscheint und wird bald durch den Schriftzug "2k vs. 0" ersetzt. Die Musik wird dabei ein wenig (aber nur wenig) schneller und höher. Harter cut zur nächsten Szene.

Kategorien:2k vs. 0

Hochsichere Verschlüsselung: Klartext

2006-06-01 1 Kommentar

Verschlüsselungsverfahren dienen normalerweise dazu, dafür zu sorgen, dass nur berechtigte Personen in der Lage sind, den Text bzw. die Daten zu lesen. Daher versucht man üblicherweise, zu vermeiden, Fremden einfach so die verschlüsselten Daten zu geben. Noch mehr versucht man dabei zu vermeiden, das über eine unverschlüsselte Verbindung zu tun. Normalerweise. Ausgerechnet Steganos, Hersteller einiger Verschlüsselungsprogramme, verletzt nun eigentlich jede dieser Grundregeln, wie Golem.de berichtet.

Man kann den Text auf einer Website eingeben, das Passwort eintippen, und der Text wird verschlüsselt. Kostenlos. Eigentlich könnte man meinen, es handele sich dabei um einen guten Service und eine super Idee. Allerdings werden dabei die Daten an den Steganos-Server geschickt und erst dort verschlüsselt. Und da der Golem-Link noch nicht mal auf die https-Version, sondern die http-Version verweist, und es dort auf die Möglichkeit, https zu nutzen, keinen Hinweis gibt, kann man davon ausgehen, dass die meisten Nuter die Daten auch noch über eine unverschlüsselte Verbindung schicken. Statt also für Sicherheit zu sorgen, sorgt dieser Service für Unsicherheit, da:

  1. Die Daten ungesichert übertragen werden und so leichter abgehört werden können, als wenn sie über eine https-Verbindung eines Webmailers verschickt werden
  2. Der Benutzer dazu animiert wird, ein Passwort im Klartext zu verschicken
  3. Die Datenan einen weiteren Server gehen
  4. Die Daten dadurch, dass der Benutzer sie zu verschlüsseln versucht, für den Angreifer interessanter werden
  5. Der Dienst suggeriert, er sei sicher
  6. Man nicht sieht, wie die Implementierung des Algorithmus aussieht, da die Verschlüsselung serverseitig geschieht, für den Benutzer also eine "Blackbox" ist.
  7. Der Dienst suggeriert, man könne sich vor Datenklau schützen, selbst wenn der Rechner im Internetcafe, in dem man sitzt, voll mit Trojanern und Keyloggern ist (ja, damit hat man zu rechnen. Immer. Auch wenn man es nicht erwartet. Ich weiß wovon ich spreche, weil ich selbst schon mal einen Keylogger an einem Ort, wo ich ihn definitv nicht erwartet hätte, gefunden habe)

Mein Tipp: FINGER WEG! (Es gibt aber auch andere Meinungen)
Wenn man unbedingt das Bedürfnis verspürt, auf fremden, potentiell unsicheren Rechnern geheime Daten einzugeben, sollte man sich wenigstens JavaScrypt holen. Der https-Link erschwert (lies: erschwert, nicht verhindert), dass ein Angreifer den Code verändert – bei einem sauberen Rechner sollte eine Warnmeldung erscheinen, falls jemand das versucht. Die Daten werden hier mithilfe von JavaScript (daher der Name) verschlüsselt, übrigens mit dem gleichen Verfahren (AES-256), welches auch Freecrypt (die Website von Steganos) benutzt. Die Daten werden also nicht ins Internet gesendet. Den JavaScrypt-JS-Code kann jeder selbst überprüfen, wodurch die Chance auf Fehler oder Hintertüren reduziert wird. Im Gegensatz zur Steganos-Webseite klärt JavaScrypt auch über die Gefahren (Keylogger/Spyware, Fehler etc.) auf. Ach ja: Keine Angst – Javascrypt ist nicht wirklich schwer zu bedienen. Es ist nur nicht so schön bunt.

Auf jeden Fall sollte man für die Verschlüsselung ein Passwort nehmen, was man sonst nirgendwo verwendet. Das erhöht die Sicherheit der Verschlüsselung (Was bringt AES, wenn der Angreifer sich das Passwort aus einer anderen unverschlüsselten Verbindng zum Mailserver holt?) und senkt den Schaden, der entsteht, wenn durch die Verschlüsselungssoftware das Passwort selbst kompromittiert wird (was bei der Freecrypt-Website aus den oben genannten Gründen ja nicht so unwahrscheinlich ist).

Aber: Wenn die Kiste, an der man sitzt, kompromittiert ist, bringt alles nicht. (Nein, Virenscanner können keine Sicherheit geben.) Und ich würde defnitiv einem Rechner im Internetcafe nicht trauen.

UPDATE: Inzwischen hat Steganos zumindest das Problem mit der Nichtverwendung von https korrigiert. Danke an Mirko für den Hinweis. 

Kategorien:Newskommentare