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Musikindustrie fällt mit Klage gegen P2p-User auf die Fresse

Sorry für die Ausdrucksweise in der Überschrift. Aber es hat sich mal wieder gezeigt, wie sinnlos die Ideen der Musikindustrie sind: Ohne Rücksicht auf Verluste verklagt sie einfach mal so Leute, die ihren eigenen Logs nach Musik heruntergeladen haben. Es werden auch gerne mal völlig unschuldige Leute verklagt, weil man ja deren IP (angeblich) hat. Mal abgesehen davon, dass z. B. 10000 EUR wg. unerlaubter Verbreitung verlangt werden. (Rechung: 10000 EUR entsprächen mal 10000 Stück (iTunes-Preis), die nicht verkauft wurden, also bei der von der Musikindustrie gerne gemachten irrigen Annahme, dass jeder Download ein nicht verkauftes Stück ist, und bei 3 MB Größe sind das 30 GB, die der „Verbrecher“ hochgeladen haben muss. Das sind bei einer DSL-Leitung mit unrealistisch hohen 1 MBit/s, also 128 KByte/s, also 8s pro MB, also 30000*8 Sekunden, also 60 Stunden, die das Stück mit voller Geschwindigkeit der Leitung hochgeladen wurde. In Wirklichkeit kann man aber von deutlich langsameren Leitungen und deutlich geringeren Nichtkäufen ausgehen.)

Jedenfalls hat es diesmal wohl nicht geklappt: Es wurde jemand verklagt, der gar keinen Computer hatte. Und das gab dann eben eine Gegenklage. Und die Musikindustrie hat zwar eingesehen, dass sie verloren hatte, und die Klage abweisen lassen, um die Gegenklage abzuwehren. Das hat zwar geklappt, hat aber ordentlich Anwaltskosten gekostet. Der eine Fall tut zwar nicht weh – aber wenn sich das häuft, wird selbst die Musikindustrie mit dem Wahnsinn aufhören.

Noch ein Hinweis: Sollte mich jemand jemals versuchen, wegen irgendsoeinem Unsinn zu verklagen, wird das interessant. Ich zieh das durch – denn das versucht in Deutschland im Moment fast jeder aus Angst vor einem Präzedenzfall zu vermeiden. Denn eingeschüchterte Menschen zahlen oft – der Richter würde die Forderungen sofort kassieren. Und dann würde die Einschüchterung nicht mehr klappen. Vor allem wird es dann lustig, wenn sich herausstellt, dass ich gar nichts heruntergeladen habe. (Was ein Glück, dass ich keine Musik höre – aber ankotzen tut es mich trotzdem, wenn jemand abgezockt wird. Man muss nicht betroffen sein, um etwas gegen so einen Scheiß zu haben.)

(via Golem.de)

Kategorien:Newskommentare
  1. 2006-09-23 um 07:52 UTC

    „mit unrealistisch hohen 1 KBit/s, also 128 KByte/s“
    müsste sein:
    „mit unrealistisch hohen 1 MBit/s, also 128 KByte/s“

  2. Jan
    2006-09-23 um 11:13 UTC

    Danke, korrigiert und noch einen Satz hinzugefügt.

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