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Der Grund für die Grundverschlüsselung

Jetzt hab ich in einer unscheinbaren Golem-Meldung einen weiteren Grund für die Grundverschlüsselung gefunden. Es geht nicht nur um die direkten Einnahmen, sondern darum, den Zuschauern das Überspringen von Werbeblöcken per Timeshifting zu erschweren oder gar unmöglich zu machen – also eine Übertragung der unsäglichen Sperrung des Bedienfeldes bei der Werbung bzw. dem „Wenn du eine früher mal legale Privatkopie machst, wirst du fünf Jahre lang im Knast in den A**** gef****“-Spot am Anfang einiger DVDs auf das Fernsehen. Zitat:

Schon heute erlauben es beispielsweise digitale Videorekorder oder Media-Center-PCs zeitversetzt fernzusehen und die Werbung zu überspringen. Mit der digitalen Ausstrahlung von Programmen dürfte sich diese Technik noch stärker verbreiten, wobei eine Grundverschlüsselung allzugroßen Wildwuchs verhindern könnte.

Außerdem soll so die Infrastruktur für PayTV quersubventioniert werden. Weiterhin könnte eventuell eine Folge sein, dass die Inhalte als „kopiergeschützt“ gelten und nach dem neuen Urheberrecht die Aufzeichnung mit einem Videorekorder illegal wäre.

Ich hoffe, dass die Sender merken, dass die Bevölkerung größtenteils nicht bereit ist, über 100 EUR für neue Geräte auszugeben, und deswegen die Zuschauer und somit die Werbeeinnahmen wegbleiben. Denn diese Grundverschlüsselung ist nichts anderes als eine Form von DRM, wie sich jetzt zeigte. Die Möglichkeiten der Kunden sollen immer weiter eingeschränkt werden, sie sollen möglichst nur konsumieren. Schade dass ich nicht zeichnen kann. Sonst gäbe es hier nämlich eine schöne Karrikatur. So bleibt nur ein „Faketicker“, also eine erfundene Schlagzeile aus der Zukunft: „EU verbietet Haltung von Fernsehzuschauern in Sehbatterien“.

UPDATE: Kurt Beck fordert nun laut Golem ein Verbot der Grundverschlüsselung.

  1. 2006-08-04 um 20:45 UTC

    Wer hört heute auf Verbraucher? Hauptsache die rücken die Kohle raus. Alles andere ist doch egal.

  2. politischinkompetent
    2006-08-05 um 13:16 UTC

    Ich weiß nicht, ob die Leute dazu bereit sind, um die 100 Euro für so ein Gerät rauszurücken. Fakt ist aber leider, dass die TV-Junkies bereitwillig 50-80 Euro für DVB-T-Receiver gezahlt haben. Dann bekommen die ein wenig Werbung, wie „toll“ das neue Gerät ist, z.B. angeblich bessere Bildqualität etc. pp., und schon kauft es sich jeder.

    Mfg

    Daniel

  3. Jan
    2006-08-05 um 14:10 UTC

    stimmt. DAS ist das Hauptproblem. Ein „Fernsehboykott“ ist absolut undenkbar.

  4. Procon
    2006-08-06 um 08:27 UTC

    Es gibt doch genug andere Sender die frei empfangbar sind, oder die bereits über die GEZ bezahlt wurden, um mal ein paar Monate auf die RTLs zu verzichten.
    Die würden ganz schnell den Rückzug antreten. Wie empfindlich die Verbraucher mittlerweile auf Preiserhöhungen reagieren, zeigt das Beispiel Zigarettensteuer. Wer den Bogen überspannt, bekommt nicht mehr, sondern weniger. Auf die 90% Junk-Sendungen kann ich eh gut verzichten.

    Gruss Procon

  5. 2006-08-07 um 18:59 UTC

    Das schönste an dem ganzen ist ja noch, dass die € 3,50 erst der Anfang sein werden um das Projekt zu refinanzieren. Der Rest kommt von alleine.

    Auch schön : Der Betreiber belegt die Programmplätze 1-100 nach seinen Kriterien.

    Es bleiben aber Alternativen :

    1) Fernsehen aus UK (BBC, ITV) : http://www.beitinger.de/sat/astra_2d.html

    2) Musiksender aus AT und CZ : http://www.gotv.at und http://www.ocko.tv

  6. patch
    2006-08-07 um 22:55 UTC

    wo ist das problem? soll doch rtl & co. den mist, welchen sie produzieren verschlüsseln. ist fernsehen denn wirklich so wichtig geworden, dass sich der gemeine deutsche nicht mehr ein leben ohne vorstellen kann? wie viele familien verbringen den ganzen tag vor der glotze an statt mal zusammen ein spiel zu spielen, zu kochen oder einen ausflug zu machen? wie viele eltern setzten das fernsehn ein, um dem kind nicht aus dem märchenbuch vorlesen zu müssen? und dann kommt der bürger heim, schmeisst die glotze an und verblödet. ist doch prima, wenn das nun extra geld kosten wird. den einen oder anderen (wenn auch eine minderheit) wird es von der sucht des tv-konsums weg treiben hin zu schöneren hobbys. allein der aufschrei, der durch die republik geht zeigt doch, wie (fernseh-)krank unsere gesellschaft geworden ist.

  7. 2007-05-23 um 06:34 UTC

    Bezüglich der Meinung von Kurt Beck zur Grundverschlüsselung: Der gute Mann war auch mal gegen die PC-Gebühr: siehe hier. War halt 1999. Sinngemäß: „Niemand hat die Absicht, eine PC-Gebühr einzuführen.“ Kennt man ja.

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