Kopierschutz – und dann?

An einem aktuellen Vorfall sieht man schön, welche Folgen Kopierschutz haben kann: Eine Firma, welche Spiele online zum Download anbietet, hat dichtgemacht, und nun kann jeder, der sich das Spiel gekauft hat, es nicht mehr spielen. (Mal nebenbei: Raubkopierer haben Geld gespart und sind davon nicht betroffen – nur ehrliche Käufer sind die Gearschten. Hier sieht man, wie Kopierschutz eher legitimen Käufern schadet.) In diesem Fall ersetzt die Herstellerfirma zwar den Käufern das Spiel, es ist also noch einmal gutgegangen, wie man hier nachlesen kann. Was aber, wenn die Firma das Spiel selbst vertrieben hätte und komplett verschwunden wäre? Die Käufer hätten Pech.

Dass Raubkopien dabei nicht nur schädlich sind, hat Disney-ABC bereits eingesehen und nutzt lieber die Chancen, statt wie andere lieber die potentiellen Kunden wie Verbrecher zu behandeln und zu verklagen und dabei auch ehrliche Käufer zu strafen. Mal sehen, wie lange es dauert, bis andere Firmen vernünftig werden.

Mal abgesehen davon, ist das Hauptproblem der Contentindustrie nicht die gelegentliche Kopie von einzelnen Datenträgern (was ihr aber auch ein Dorn im Auge ist), sondern die Verbreitung in P2P-Netzen. Und dagegen kann man nicht viel mit Kopierschutz machen, denn irgendjemand umgeht ihn (vor allem bei Filmen und Musik) immer und dann ist die Musik bzw. der Film ohne Kopierschutz im Netz und der Kopierschutz stört nur noch ehrliche Kunden.

In welchem Fall werden sich mehr Leute für ein Original entscheiden:

a) Die Kopie ist ohne Kopierschutz leicht und kostenlos verfügbar, das Original kostet eine Menge Geld und hat einen starken Kopierschutz, der legitime Nutzung bedhindert

oder

b) Die Kopie ist ohne Kopierschutz leicht und kostenlos verfügbar, das Original kostet eine Menge Geld und ist uneingeschränkt nutzbar?
Ich denke, in Fall b) werden es mehr Leute sein – und das dürfte die zusätzlichen Kopien mehr als aufwiegen. Natürlich sieht es im direkten Vergleich immer noch schlecht für das Original aus, aber vieleicht können die Firmen sich da was sinnvolles einfallen lassen. iTunes ist z. B. recht erfolgreich, obwohl die Musik genauso gut illegal zu bekommen ist. Die Gründe sind der akzeptable Preis und die Einfachheit. Ein weiterer Weg wäre es, z. B. wieder mal Handbücher zu Spielen beizulegen, wie es vor langer Zeit mal üblich war. Heutzutage bekommt man oft nur ein Installations-Booklet und kann sich das Handbuch – genauso wie der Raubkopierer – am Bildschirm anschauen. Vieleicht wäre es auch sinnvoll, angemessenere Preise zu verlangen, dann würden vieleicht auch mehr Leute wieder kaufen. Genau das Gegenteil sieht man im Moment bei Online-Filmdownloads: Der auf eigene Kosten heruntergeladene und mit weitaus mehr Restriktionen als die DVD versehe Film kostet nur minimal weniger als die DVD, die Folge: Die Downloads sind ein Flop. (Und Handelsketten, die DVDs verkaufen, beschweren sich teilweise noch darüber, dass die Downloads überhaupt billiger sind!)

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