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Killerspiele nein, echtes Töten ja?

2007-02-18 11 Kommentare

Nach Ansicht der Regierung sollen sogenannte „Killerspiele“ verboten werden oder zumindest Jugendlichen der Zugang dazu stark erschwert werden. Das Ganze geschieht (angeblich), um zu verhindern, dass Jugendliche irgendwann Amok laufen.

17-jährige Jugendliche sollen also auf keinen Fall solche Spiele spielen dürfen/können. Nach § 5 Abs. 1a WPflG können Jugendliche ab 17 Jahren jedoch auf eigenen Wunsch hin bereits zum Grundwehrdienst herangezogen werden. Während 17 Jahre alte Jugendliche also noch nicht sämtliche Computerspiele, in denen die Tötung von Menschen dargestellt wird, kaufen und spielen dürfen, können sie sich durchaus bereits vom Staat (!) dazu ausbilden lassen, in der Realität auf echte Menschen zu schießen.

Und im Gegensatz zu „Killerspielen“, die oft durchaus auch eine von Gewalt abschreckende Wirkung haben können (Krieg wird in vielen Kriegsspielen wie z. B. „Call of Duty“ äußerst negativ dargestellt), werden Jugendliche bei der Bundeswehr gezielt darauf trainiert, auf Menschen zu schießen, mit dem Ziel, diese zu töten, und dabei eventuell vorhandene Hemmungen zu überwinden. Sie bekommen echte Waffen und Munition in die Hand gedrückt, lernen damit umzugehen. Somit sind sie, im Gegensatz zu Computerspielern, durchaus in der Lage, eine echte Waffe zu bedienen und damit jemanden zu treffen. Zudem wird es sicherlich leichter sein, beim Wehrdienst inklusive Waffe zu verschwinden und am nächsten Morgen an der alten Schule aufzutauchen, als sich zunächst eine Waffe anderswoher besorgen zu müssen (auch wenn es natürlich nicht besonders einfach sein wird). Auf der einen Seite hat man also angeblich Angst vor Killerspielen, die die Jugendlichen verrohen lassen, und auf der anderen Seite versucht man genau das zu erreichen. Ich liebe es, wenn die Politik konsequent und vernünftig handelt…
Weitere Gedanken zu den sogenannten Killerspielen

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