Der Bundestrojaner ist unbeliebt

Als „Bundestrojaner“ werden die Pläne bezeichnet, private Computer ohne Wissen der Besitzer durch den Einsatz von Trojanern zu durchsuchen. (Mehr dazu bei der Wikipeida) Natürlich dürfte das verfassungswidrig sein, aber das stört ja mal wieder keinen von der Regierung oder Polizei, die halten am Vorhaben fest. Deswegen gibt es jetzt Protest dagegen: Ein schönes Trojanisches Pferd als Symbol für den Bundestrojaner, einmal aus Holz und Schwarz-Rot-Gold angemalt, einmal aus jeder Menge Elektroschrott, sollte nun den Verantwortlichen überreicht werden.

Die Holzversion wollte der CCC (Chaos Computer Club) an den NRW-Verfassungsschutz, der in der Hinsicht besonders aktiv ist, vergeben, und zwar am Cebit-Stand des Verfassungschutzes. Wie der CCC-Meldung zu entnehmen ist, wollte diesen Negativpreis jedoch keiner entgehennehmen und so war der Stand zum Zeitpunkt der „Preisverleihung“ verlassen. Über diese Aktion berichtete auch Golem.

Die Elektoschrott-Version ging hingegen von der Piratenpartei Bayern an Beckstein, einen der stärksten Befürworter dieses Vorhabens. Dazu gibt es die News und Bilder der bayrischen Piraten sowie einen Gulli- und einen Indymedia-Bericht. Auch hier wurde das freundliche Geschenk nicht angenommen.

Fazit: Der Bundestrojaner ist äußerst unbeliebt, auch bei den Verantwortlichen…

  1. Christopher
    2007-03-20 um 23:26 UTC

    Irgendwie ist es schon traurig. Als normaler Mensch steht man doch zu seinen Taten. Und wenn man nun mal für etwas eintritt, wie in diesem Fall der Bundestrojaner, dann sollte man auch mit Kritik rechnen und diese auch akzeptieren. Alles andere ist doch nur peinlich und zeugt meiner Ansicht nach davon, dass man nicht genug Selbstvertrauen hat, mit Kritik umzugehen. Natürlich muss man dafür auch offen für diese sein, was mir bei manchen unserer Politiker nicht wirklich so scheint.

  2. 2007-03-25 um 16:55 UTC

    Hessens SPD gegen heimliche Online-Durchsuchungen
    Die SPD-Fraktion im hessischen Landtag hat sich gegen eine staatliche Bespitzelung vernetzter PCs und von Speicherplattformen im Internet ausgesprochen. In einem Antrag an das Landesparlament wollen die oppositionellen Sozialdemokraten die Regierung in Wiesbaden aufgefordert wissen, über den Bundesrat eine gesetzliche Regelung entsprechender heimlicher Online-Durchsuchungen zu verhindern. Die verdeckte Ausforschung eines privaten Computers stelle einen Eingriff in die Privatsphäre dar und „ist durch nicht zu rechtfertigen“, heißt es zur Begründung der Beschlussvorlage. Ein demokratischer Rechtsstaat müsse dem Einzelnen einen vor staatlichen Zugriffen geschützten Kernbereich privater Lebensgestaltung sichern und dürfe diesen nicht durch heimlich vorgenommene Überwachungsmaßnahmen aushöhlen.

    Mehr:
    http://www.heise.de/newsticker/meldung/87341

    Zum Glück gibt´s noch ein paar Politiker, deren Gehirnströme noch im normalen Bereich zu liegen scheinen…

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