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Musikindustrie (RIAA) unter der Gürtellinie

2007-03-25 1 Kommentar

Die Musikindustrie verklagt gerne mal jemanden, der angeblich und den eigenen Beweisen zufolge in Peer-to-Peer-Netzen illegal urheberrechtlich geschützte Werke verbreitet hat. Da die einzigen „Beweise“ von der Musikindustrie stammen, sind diese oft zweifelhaft. Dies ist der Musikindustrie jedoch relativ egal, da die Betroffenen meist auf eine „freiwillige“ Einigung eingehen und es somit nicht dazu kommt, dass ein Richter entscheiden muss/kann und die „Beweise“ ablehnen könnte. Dummerweise scheinen die „Beweise“ wohl teilweise fehlerhaft zu sein, denn teilweise waren die Beklagten tot, hatten keinen Computer, konnten mit selbigem nicht wirklich umgehen etc. Eines der Opfer hat zurückgeschlagen und die RIAA (also die US-Musikindustrie) mit einer Gegenklage erfreut. Die RIAA ist bereits dafür bekannt, dass sie recht skrupellos vorgeht (ein Todesfall in der Familie ist ja noch lange kein Grund, mit dem Klagen aufzuhören – auch nicht, wenn der Tote der Urheberrechtsverletzer war).

Nun geht der Fall in eine weitere Runde: Die RIAA fordert, dass die zehnjährige Tochter der wehrhaften Beklagten vor Gericht als Zeugin gehört wird, und zwar nicht schonend per Videokonferenz oder Telefon, nein, direkt im Gerichtssaal. Insbesondere letztere Forderung weckt in mir den Verdacht, dass die RIAA sich einfach nur mit Mafia-Methoden rächen will, weil ihr Opfer sich auch noch gewehrt hat, und dazu auch noch ein zehnjähriges Mädchen benutzt. Ich hoffe, dass das eine Gegenklage setzt (ich wette, das US-Recht hält da ein paar nette Dinge bereit, auf die sehr hohe Strafen stehen), und ich hoffe, dass der Fall sehr öffentlich wird – und dass jemand von den Verantwortlichen in den Knast wandert, falls sich herausstellt, dass es sich wirklich um eine Abschreckungstaktik gehandelt hat. Bei diesem Verhalten fallen nicht nur mir, sondern offenbar auch den Teilnehmern im zugehörigen Heise-Forum primär Stichworte wie Kindesmisshandlung, Erpressung, Mafia etc. ein.

Der Fall liegt offenbar übrigens schon ca. 3 Jahre zurück – da wird sich die Zeugin sicher an seeehr viel erinnern. Das Vorgehen der RIAA ist zwar unter aller Sau, aber offenbar nichts neues: Wenn die Eltern nicht drangekriegt werden können, dann eben die Kinder.

Hoffentlich verreckt die Musikindustrie an ihrem Verhalten.

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