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Richtig Scannen

Ein Scanner ist ein Gerät zum produzieren sinnlos großer Dateien in unbrauchbaren Formaten, insbesondere wenn er in die falschen Hände gerät. Da ich keine Lust mehr habe, jedem diese Dinge einzeln zu erklären, schreibe ich es hier ein für alle mal hin und verteile bei Bedarf nur die Links. Hoffentlich hilft es jemandem. Verbesserungsvorschläge bitte per Kommentarfunktion.

Scanner

Ein Scanner produziert Bilddaten, die sich nicht ordentlich weiter bearbeiten lassen und abartig viel Platz fressen können, und kaum jemand geht damit richtig um. Daher hier: Wie man richtig scannt.

Grundlagen

Zum scannen benötigt man einen angeschlossenen, betriebsbereiten Scanner, und auf dem Rechner muss der dazugehörige Treiber installiert sein. Dadurch ist das „Scanmodul“ (TWAIN-Programm) auch installiert. Dazu fehlt nur noch eine geeignete Bildbearbeitungssoftware, die das Bild aufnehmen kann. (Scannen geht zwar auch anders, aber um ordentliche Dateien zu erzeugen, sollte man es manuell und nicht mit irgendwelchen Tools machen) Ich benutze immer IrfanView, bei den meisten Programmen geht es ähnlich. Zunächst wird also dieses Programm gestartet. Dann kann im Menü (meist unter „Datei“) der Menüpunkt „Scannen“, „Erfassen“, „Importieren“ (darunter versteckt sich meist aber etwas anderes), „Acquire“, „Scan“ oder ähnliches gewählt werden. Eventuell muss vorher noch die Quelle eingestellt werden (z. B. „Select TWAIN source“), aber meist geht es direkt. Nachdem dieser Menüpunkt aufgerufen wurde, wird die zum Scannertreiber gehörende Software gestartet, der Dialog hängt also nicht vom verwendeten Programm, wohl aber vom Scanner ab.

Einstellungen im Scanfenster

Mittels „Vorschau“ kann man sich einen Überblick verschaffen, wo die Vorlage liegt, und den zu scannenden Bereich auswählen. Dabei sollte man nur so viel auswählen, wie man auch wirklich scannen will, um Zeit und Platz zu sparen. Meist rechts neben der Auswahl stellt man die zwei wichtigsten Einstellungen ein: Farbtiefe und Auflösung.

Die Farbtiefe bestimmt, wie viele Farben ein Bildpunkt annehmen kann. Gängige Auswahlmöglichkeiten sind Schwarzweiß, Graustufe und 24-Bit-Farbe, andere Einstellungen machen meist wenig Sinn. Auch hier gilt: nur so viel wählen wie man braucht, sonst geht die Qualität eventuell sogar runter! Schwarzweiß bedeutet, dass es keine Graustufen geben wird, d. h. jeder gescannte Pixel ist entweder total schwarz oder total weiß. Dies ist ideal für Briefe und sonstige Vorlagen, in denen man keine Graustufen haben will. Graustufen wählt man aus, falls zwar Graustufen, aber keine Farben nötig sind (in einigen Fällen wie z. B. kariertem Papier ist das hilfreich), Farben sollte man nur wählen, wenn man sie braucht (z. B. bei Farbbildern). Wenn man einen handschriftlichen Brief einscannen will, der in blauer Tinte geschrieben ist, und es nur um die Informationen geht, kann man den Brief auch in Schwarzweiß scannen.

Die Auflösung bestimmt, wie gründlich das Dokument gescannt wird. Dabei gelten folgende Richtwerte: Für eine 1:1-Anzeige am Bildschirm knapp 100 DPI, für einen 1:1-Ausdruck 300 DPI. Möchte man Zoomen, muss man entsprechend höhere Auflösungen nehmen – so sollte man ein DIN A5-Bild, welches man auf A4 drucken will, mit einer höheren Auflösung scannen. Wenn die Seitenlänge verdoppelt wird, verdoppelt sich die Auflösung (es geht nicht nach der Fläche). Mehr als 600 DPI machen nur selten Sinn, mehr als 2400 DPI können nur wenige Scanner – es werden höhere Auflösungen zur Auswahl angeboten, aber dabei wird das Bild nur künstlich hochgerechnet. Das kann man später immer noch machen, die Funktion bläht nur die Datei auf. Bei Briefen kann man auch zunächst mit z. B. 200 DPI Schwarzweiß scannen, um dann die Auflösung mithilfe des Bearbeitungsprogramms zu reduzieren und so die Kanten zu glätten.

Speichern

Nachdem alles eingestellt ist, einfach auf die Schaltfläche zum Scannen klicken. Nach einiger Wartezeit erscheint das Ergebnis im Bildbearbeitungsprogramm. Oft sieht man nur einen kleinen Ausschnitt – das macht nichts. Sollte das Bild negativ sein (d. h. Schrift weiß und Papier schwarz dargestellt), kann man das leicht mit dem Programm korrigieren, bei Irfanview „Bild -> Negativ“ oder „Image -> Negative“). Sofern man mit einer höheren Auflösung gescannt hat, kann man nun die Größe reduzieren (Irfanview: STRG+R oder „Bild -> Größe ändern“, dann wird man meist wohl „Halb“ wollen)

Jetzt muss das Bild nur noch gespeichert werden. Bei allem, was wenige Farben, keine/kaum Farbverläufe und dafür viele scharfe Kanten hat, empfiehlt es sich, GIF oder PNG als Format zu wählen. GIF kann weniger Farben speichern, wird aber teilweise schneller oder besser geladen. Die beiden Formate geben sich in diesem Fall nicht besonders viel, eines davon sollte genutzt werden, wenn Text gescannt wurde (also z. B. ein Brief, in diesem Fall egal ob handschriftlich oder gedruckt) – also grundsätzlich immer, wenn schwarzweiß gescannt wurde. Bei Bildern hingegen bietet sich JPG (JPEG) an. Dabei kann man die Qualität einstellen – je niedriger man sie einstellt, desto mehr Artefakte werden zu sehen sein, aber desto kleiner wird das Bild. Hier ist experimentieren angesagt, oder es kann ein Wert um die 75-85% eingestellt werden – Text wäre da schon mit sichtbaren Artefakten versehen, die unangenehm und unprofessionell wirken. Bei gemischten Inhalten wird es unangenehm – GIF kommt nicht in Frage, da die Farben der Bilder zerstört würden, PNG produziert große Dateien und JPG macht bei hoher Qualität auch große Dateien oder bei niedriger Qualität den Text kaputt. Hier muss man entscheiden, was wichtiger ist.

Alternativ kann man das gescannte Bild kopieren (STRG-C) und in Microsoft Word einfügen (STRG-V), oder es erst speichern und dann in Word einbinden. Sofern das Bild eh in Word landen soll, kann man es allerdings auch direkt mit Word scannen („Einfügen -> Grafik -> Von Scanner oder Kamera“). Dies bietet sich vor allem an, wenn auch Anfänger das Bild später drucken sollen und die Größe dabei erhalten bleiben soll. Dann muss das Bild komprimiert werden, dazu siehe meinen Artikel über Bilder mit Word.

Kategorien:Sonstiges
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