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Wahlcomputer lohnen sich nicht

Die für Köln bestimmten Wahlcomputer sind verbrannt. Zum Glück (auch wenn es schade um die 1,5 Millionen EUR ist, die dafür rausgeschmissen wurden). Auch wenn ich nicht verstehe, warum derjenige, bei dem sie verbrannt sind (es war wohl der Hersteller) nicht für den Schaden aufkommen muss, ist es mir recht egal, die Dinger sind wir erstmal los. Und da sich der Hersteller offenbar nicht kulant zeigen will, sondern direkt neue Wahlcomputer verkaufen will – frei nach dem Motto: „Hey, die letzten Teile die ihr uns geliehen habt sind uns abgebrannt, versichert waren wir nicht (war ja nicht unser Kram), kauft gefälligst neue bei uns!“ Köln findet es jedoch offenbar nicht so toll und deswegen gibt es wahrscheinlich keine Wahlcomputer – super. Interessant ist, dass selbst nach Angaben des Herstellers (!) sich die Dinger frühestens nach 5 Wahlen lohnen. Wenn sie allerdings zwischendurch verbrennen, gestohlen werden, zerstört werden, kaputt gehen, verboten werden, der Hersteller den Support einstellt und man die Dinger nicht mehr für die nächste Wahl anpassen kann oder irgendwas anderes unvorhergesehenes passiert, hat man Pech und viel Verlust. Bei Wahlzetteln kann immer höchstens der Vorrat für eine Wahl verbrennen, außerdem können sie nicht gehackt oder verboten werden, brauchen keinen Support, düften für Diebe und Hacker uninteressant sein und zu guter Letzt: Sie stellen die Wahrung der Grundprinzipien demokratischer Wahlen wie Nachprüfbarkeit und Wahlgeheimnis sicher. (Wer sich fragt, wieso das Wahlgeheimnis betroffen ist, möge diese Seite aufrufen – sorry für die Werbung des Freehosters – und die Anweisungen befolgen. Ja, das geht auch mit Wahlcomputern – nicht so einfach, da kein Röhrenbildschirm, aber es geht. Und ja, man kann so herausfinden, was gewählt wurde, siehe hier ab S. 45.) Hessen will die Dinger trotzdem einsetzten – spricht ja nix dagegen, oder?

  1. munteanu
    2007-10-04 um 09:21 UTC

    Nein, das werden die nach der Sache in den Niederlanden nicht wagen, oder? Ich sag nur: Heute Informatik Spektrum holen und mal lesen. Sonst ist die ja eher dröge.

    Wahlcomputer
    Wunschwahl in 60 Sekunden

    In den Niederlanden wird künftig wieder mit Stift und Papier gewählt – weil die Wahlcomputer, die auch in Deutschland verwendet werden, zu leicht manipulierbar sind. Das zumindest hat eine Studie ermittelt. VON DANIEL SCHULZ

    http://www.taz.de/index.php?id=start&art=5518&src=ST&id=europa-artikel&cHash=7576ddb70f

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