Google weiß alles

Mal eine Zusammenfassung, was Google über eine Person, die viele Google-Dienstleistungen nutzt alles gespeichert hat

  • Suchanfragen und somit einen großen Teil der besuchten Seiten
  • Alle besuchten Seiten, wenn der Nutzer die Google Toolbar mit PageRank hat
  • Wohnort (Google Earth oder GMail-Adressbuch)
  • Komplette E-Mails
  • Freunde (GMail – Empfehlungen, Mails und Adressbuch, teils inkl. Photos, Orkut)
  • Teilweise eventuell Bewegungsprofil (bei Notebooknutzern) oder zumindest An- und Abwesenheitszeiten (Google Talk)
  • Kopien von Dateien (inoffizielle Google-Drive-Funktion, die Dateien in Google Mail speichert)
  • Kalendereinträge, persönliche Notizen, Dokumente, Daten (Google Calendar, Notes, Text&Tabellen)
  • …und bald eventuell auch Infos über den Gesundheitszustand der Nutzer
  • Ergänzung: Interessen anhand der personalisierten Startseite, insbesondere welche Nachrichten man gerne liest (besonders gefährlich, da so leicht Menschen mit der „falschen“ Meinung gesucht werden können)
  • Und noch was: Über Google Checkout kriegt Google zahlreiche Bezahlvorgänge mit

Daraus ließe sich ein Persönlichkeitsprofil erstellen, welches wohl mindestens genauso erschreckend wie eine Stasi-Akte wäre – aus all diesen Daten lassen sich meist weitere ableiten. Abgesehen davon hat Google eine ziemliche Macht: Informationen, die nicht in den Suchergebnissen auftauchen, sind aufgrund des Marktanteils zumindest in Deutschland fast schon nicht existent. Google könnte wohl mindestens genauso viel wie normale Medien, vermutlich aber viel mehr, die öffentliche Meinung manipulieren. Das könnte zum Guten und mit akzeptablen Mitteln geschehen (z. B. einer kleinen Nachricht auf der Hauptseite („Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) will Ihre Kommunikation vollständig überwachen, Ihren Computer geheim durchsuchen, Ihre Suchanfragen zensieren und Ihre Grundrechte aufheben. Wenn Sie das nicht wollen, wählen Sie die CDU einfach nicht“) oder durch versteckte Manipulation der Suchergebnisse (bei einer Suche oder in den Google News oder in den sonstigen Diensten könnten z. B. Google-kritische Artikel weniger auftauchen etc.)

Ein paar positive Punkte möchte ich aber auch erwähnen. Google Mail verbirgt die IP des Absenders vor dem Empfänger, was recht selten ist. Google ist eine ziemlich gute Suchmaschine (was zum Teil auch durch die Sammlung persönlicher Daten unterstützt wird).

Auch über jemanden, der Google ablehnt und gar nicht nutzt, werden Daten gespeichert:

  • Öffentlich sichtbare Infos auf Webseiten etc. werden zusammengetragen
  • Adressen, Telefonnummern und Fotos werden eventuell durch andere in deren GMail-Adressbücher gespeichert.
  • Über die Statistikfunktionen in der Google-Werbung und Google Analytics zahlreiche besuchte Seiten (ich befürchte, dass mein Bloganbieter auch Google Analytics einbaut!)
  • An GMail-Nutzer geschickte Mails, oder Mails, die von einer normal aussehenden Adresse vom Besitzer der Adresse an GMail weitergeleitet wurden
  • An einen Google-Nutzer weitergegebenen Dokumente, welche von diesem mittels Google Text&Tabellen weiterbearbeitet werden
  • Ergänzung (wie konnte ich das nur vergessen): Satellitenbilder des eigenen Grundstücks (Google Earth) und teilweise sogar Fotos der Wohnung (von außen durch die Fenster) und Fotos von Straßenzügen, auf denen dann (z. B. auch gerade aus dem Sexshop kommend) Personen erkennbar sind (Google StreetView)

Solange die Daten nicht missbraucht werden, ist es schön. Aber das Missbrauchspotential ist extrem, und zwar nicht nur durch Google und immer wieder auftauchende Sicherheitslücken, sondern auch durch staatlichen Zugriff auf die Daten. Sowohl die Vor- als auch die Nachteile in Einem veranschaulicht schön diese Geschichte. Und der „Terrorist“ hätte auch der echte Leo User sein können, und wer versichert, dass er nicht verhaftet worden wäre, wenn es keinen Vandalismus gegeben hätte, einfach nur, weil seine Einstellung unerwünscht ist? Wer versichert in einem Staat, dass es auch in 5 Jahren nicht passiert?

  1. 2007-10-22 um 13:23 UTC

    Mit der Annahme das google-analytics bei dir im Blog integriert ist hast du recht. Der blog enthällt im Quelltext das script

    _uacct = "UA-52447-2";
    _udn = "wordpress.com";
    urchinTracker();

  2. 2009-10-19 um 21:08 UTC

    Diesem Artikel kann man nichts mehr hinzufügen! :D
    Danke.

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