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Propeller-Granaten

Ich hatte mich ja bereits vor Jahren darüber aufgeregt, dass in der Presse oft völlig falsch übersetzte Begriffe oder sonstiger völliger Bullshit zu finden sind. Heute ist mir wieder die Galle hochgekommen. Ich weiß nicht wer von wo abgeschrieben hat (reuters scheint ein guter Kandidat zu sein), aber zahlreiche Medien behaupten, dass Piraten „Propeller-Granaten“ hochgehalten hätten. Ich kenne sicher nicht jeden Waffentyp auf der Welt, aber von einer „Propeller-Granate“ habe ich noch nie was gehört. Google und Wikipedia auch nicht wirklich. Dafür habe ich dank meiner umfangreichen Special-Forces-Ausbildung (aus dem Killerspiel „America’s Army“) durchaus eine Ahnung, was gemeint sein könnte: Ein RPG-7. Die Abkürzung ist zwar eigentlich russisch, aber die Amis haben sich eine englische Bedeutung dafür einfallen lassen: „Rocket Propelled Grenade“, zu deutsch raketenangetriebene Granate. Bis auf den Klang des Worts und der Tatsache dass ein Propeller auch antreibt, hat „propelled“ mit „propeller“ wenig zu tun.

Ein RPG-7

Ein RPG-7

Die russische Bezeichnung „rutschnoi protiwotankowy granatomjot“ bedeutet „Hand-Anti-Panzer-Granatwerfer“. Umgangssprachlich würde man das Ding schlichtweg als „Panzerfaust“ oder „Raketenwerfer“ bezeichnen. Es dürfte sich höchstwahrscheinlich um diesen Waffentyp oder eines der Vorgänger- oder Nachfolgermodelle handeln, denn diese Dinger gehören eigentlich wie die AK-47 „Kalaschnikow“ zur „Standardaussstattung“ bewaffneter Gruppen, und bereits auf früheren Bildern waren Piraten öfter mit den Teilen zu sehen. Die RPG-7 werden auch in Afghanistan und Irak intensiv genutzt. Ebenfalls bekannt geworden sind sie durch die Schlacht von Mogadischu und den darauf basierenden Film „Black Hawk Down„, wo mit RPG-7 US-Hubschrauber abgeschossen worden sind.

Kategorien:Newskommentare
  1. David
    2009-05-02 um 14:27 UTC

    Bei Spiegel Online genau dasselbe Trauerspiel – aber immerhin: Schon kurze Zeit später waren aus Propeller-Granaten „Panzerabwehrraketen“ geworden. Bei Focus ebenso
    .
    Verwunderlich, das. Denn gerade dieser bestimmte Übersetzungsfehler ist schon seit Jahren (Beginn des jüngsten Irakkriegs) wohlbekannt und wird gern als abschreckendes Beispiel für schlechte Recherche zitiert. Da will man gar nicht wissen, wie es mit der Prüfung all der anderen Daten und Faken aussieht, die einem nicht gerade mit dem Propellerflügel ins Auge stechen.

  2. 2009-05-18 um 10:13 UTC

    unglaublich, wie dumm doch einige leute sind….

  1. 2009-05-03 um 01:06 UTC

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