Startseite > Demokratie, Grundrechte, Piraten, Politik, Sonstiges, Statische Tags > Bundestagswahl 2009: Wählen gehen!

Bundestagswahl 2009: Wählen gehen!

Wer noch nicht gewählt hat, möge bitte JETZT SOFORT sein Hinterteil vom Sessel lösen und sich in das ihm zugewiesene Wahllokal begeben. Ich wär von jedem meiner Leser, der heute nicht wählen geht, schwer enttäuscht! Eine Entscheidungshilfe, wen man wählen kann, gibt es hier (Kurzfassung hier). Beachtet die Tipps von Wahlrecht.de zu den Überhangmandaten.

Ich werde meine Erststimme der SPD geben müssen, um Überhangmandate durch die CDU unwahrscheinlicher zu machen – der Kandidat mit den meisten Erststimmen landet im Bundestag, und nur CDU und SPD haben eine Chance darauf, dass ihr Kandidat die meisten Stimmen erhält (das ist nicht überall so!). Die Zweitstimme ist die Stimme, mit der über die Verteilung der Prozente entschieden wird. Die Zweitstimme ist i.d.r. also wichtiger. Mit der Zweitstimme wähle ich natürlich Piraten.

Warum es kein Problem ist, wenn man die Wahlbenachrichtigung verschlampt/verloren/verbrannt hat steht hier. (Die Wahlbenachrichtigung die jeder bekommt ist nicht ein Wahlschein, den bekommt man nur auf Antrag).

Wer keine Wahlmöglichkeit brauchbar findet, aber bestimmte Parteien besonders wenig mag – trotzdem wählen: Einfach eine zufällig ausgesuchte andere Partei wählen (oder die die man am wenigsten schlecht findet, oder einfach die Piraten ;-) ). Die höhere Wahlbeteiligung bedeutet, dass die für die Parteien die man nicht mag abgegebenen Stimmen weniger ins Gewicht fallen.

  1. 2009-09-27 um 22:36 UTC

    Bei dir höre ich, wie bei dieser Wahl auch anderswo öfter gehört, den Hang zur Negativ-Wahl heraus (Trotz eines „Mit der Zweitstimme wähle ich natürlich Piraten.“):

    „Ich werde meine Erststimme der SPD geben müssen, um Überhangmandate durch die CDU unwahrscheinlicher zu machen“

    „Einfach eine zufällig ausgesuchte andere Partei wählen…“

    Liegt es daran, dass sich die Parteien so ähnlich geworden sind, oder gibt es durch die zahlreichen (Nicht-)Koalitionsaussagen im Wahlkampf nur zuwenig Auswahl. Oder ist vielleicht der Wähler zu oberflächlich oder umgekehrt zu kritisch geworden?
    Oder habe ich da einfach nur eine falsche Wahrnehmung?

  2. Jan
    2009-09-27 um 23:06 UTC

    @4 (Die Wahl Haben): Ich verstehe nicht ganz was du mit „Negativ-Wahl“ meinst. Bei der Erststimme hat man in den meisten Wahlkreisen die Wahl zwischen Pest (CDU), Cholera (SPD) und Stimme wegwerfen (alles andere). SPD und CDU sagen mir beide nicht zu, CDU aber deutlich weniger. Da bei der Erststimme die stärkste Partei den Sitz bekommt, wähle ich da taktisch. Ansonsten wäre die Erststimme vermutlich an die Grünen oder die Linke gegangen, macht aber wenig Sinn. Bei den Erststimmen/Überhangmandaten ist es mir tatsächlich egal, wodurch CDU-Mandate verhindert werden – und wenn ich das als Ziel hab, steht fest wen ich wählen muss, um es zu erreichen.

    Mit der Erststimme kann man auch weder die Parteifinanzierung beeinflussen noch ein wirkliches Zeichen setzen. Außerdem hatte ich durchaus die Hoffnung, dass die Piraten 5% schaffen könnten.

    Das mit der zufällig ausgesuchten Partei ist eher für diejenigen gedacht, denen keine Partei wirklich zusagt. Warum es solche Leute gibt, weiß ich nicht, ich zähle nicht dazu. Aber es ist in so einem Fall besser, beispielsweise 1/10 der eigenen Stimme auf 10 demokratische Parteien zu verteilen und den Nazis nichts zu geben, als gar nicht zu wählen – und genau das will ich deutlich machen: selbst wenn man sich nicht entscheiden kann/will, sobald man mindestens eine Partei mehr als die anderen hasst ist das schon ein Grund, wählen zu gehen. Durch die zufällige Auswahl erreicht man im Endeffekt genau dieses „jeder der 10 Parteien 1/10 der Stimme geben“, wenn es genug Leute so machen. (Stichwort „Gesetz der Großen Zahlen“)

  3. 2009-09-28 um 08:20 UTC

    Genau eben das: „…die Wahl zwischen Pest (CDU), Cholera (SPD) und Stimme wegwerfen…“ und das „sobald man mindestens eine Partei mehr als die anderen hasst ist das schon ein Grund, wählen zu gehen“.

    Also die (möglicherweise falsche) Beobachtung, dass immer Wähler Probleme haben könnten, eine Partei zu finden, die sie überzeugt und daher nur noch versuchen, „noch schlimmeres Übel“ zu verhindern, indem sie versuchen, das kleinste Übel zu wählen.
    Hinzu kommt das Lagerwählen a’la: „Wer Piraten wählt, wählt eigentlich schwarz-gelb, da er die Stimme den Grünen/ den Linken/ der SPD“ vorenthält. Darum muss man XY wählen, um Piratenziele zu erreichen“ usw.

    Mit Negativ-Wahl meinte ich, dass viele sich anscheinend vor der Wahl sehen, etwas „verhindern“ zu müssen als selbst etwas zu finden, was sie ohne Bauchschmerzen wählen können. Das Problem gab es natürlich auch in allen Wahlen davor, aber bei dieser Wahl hatte ich diesen Eindruck deutlich stärker.

  1. 2009-09-27 um 09:14 UTC
  2. 2009-09-27 um 09:22 UTC
  3. 2009-09-27 um 15:06 UTC

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: