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Serie Virenschutz: Exploit-Malware – Plugins schützen!

2010-02-24 13 Kommentare

Dieser Artikel ist Teil einer Serie über Virenschutz. Hier gehts zum Anfang der Serie mit einer Einleitung und einer Liste der enthaltenen Artikel.

Im letzten Teil habe ich erklärt, wie Exploit-Malware funktioniert und was man wie und warum schützen muss. Hier gehe ich im Detail darauf ein, welche Maßnahmen sinnvoll sind, um die besonders fehleranfälligen und gefährdeten Browser-Plugins zu schützen.

Die zwei wichtigsten Plugins, die in der Vergangenheit für die meisten Sicherheitslücken verantwortlich sind, sind Adobe Flash und der Adobe Reader. Ersteres wird hauptsächlich für Youtube-Videos, Flashgames, schlecht programmierte Webseiten und nervige Werbung eingesetzt. Ohne Flash sind viele Seiten leider nicht vollständig nutzbar, ein Verzicht kommt also kaum in Frage. Der Adobe Reader dient zur Anzeige von PDF-Dateien. Auch darauf kann man kaum verzichten. Diese beiden Programme müssen aber auch jeden Fall topaktuell gehalten werden! Wie man das am Besten macht, erklärt der separate Artikel „Updaten – aber sicher“ aus dieser Serie.

Leider gibt es gerade bei diesen beiden Programmen immer wieder Lücken, die erst geschlossen werden, wenn sie überall missbraucht werden. Daher sollte man die Angriffsfläche reduzieren, indem man möglichst wenig Zugriff auf diese Plugins erlaubt.

Mithilfe eines Firefox-Addons namens NoScript kann man bei richtiger Einstellung (auch ohne JavaScript zu blockieren!) verhindern, dass unbekannte Seiten ohne ausdrückliche Freigabe PDF-Dateien oder Flash-Animationen anzeigen (Registerkarte „Eingebettete Objekte“ in den Einstellungen). Das hat den Vorteil, dass wenigstens unsichtbar eingebundene Malware außer Gefecht gesetzt wird. Außerdem verschwindet die blinkende und den Computer bremsende Werbung auf vielen Seiten. Das bereits im letzten Artikel genannte „AdBlock Plus“ bietet zusätzlichen Schutz.

Im Adobe Reader kann man darüberhinaus JavaScript deaktivieren. Während man viele Webseiten nicht mehr vollständig nutzen kann, wenn man JavaScript im Browser deaktiviert, bleibt eine Deaktivierung von JavaScript im Reader ohne große Folgen. Viele Sicherheitslücken befinden sich aber gerade im JavaScript-Teil, und viele Exploits nutzen JavaScript, um zu funktionieren, selbst wenn es theoretisch auch ohne ginge. JavaScript zu deaktivieren ist also auf jeden Fall eine gute Wahl. Dies kann man tun, indem man Adobe Reader startet, im Menü „Bearbeiten“ den Punkt „Voreinstellungen“ wählt, dort die Kategorie „JavaScript“ auswählt und oben das Häkchen bei „Acrobat JavaScript aktivieren“ entfernt. Nach Update sollte man prüfen, ob das Häkchen nicht zurückgekommen ist. Sollte ein Dokument ausnahmsweise doch JavaScript brauchen (wie z. B. bestimmte interaktive Formulare), bekommt man eine gelbe Warnleiste und kann für dieses eine Dokument JavaScript freigeben, wenn es aus einer vertrauenswürdigen Quelle stammt.

Media-Player-Software wie Quicktime, RealPlayer, VLC und DivX installiert oft ebenfalls Plugins. Diese werden gemeinsam mit der Software aktualisiert. Auch die müssen immer aktuell sein! Wenn man nicht weiß, wie man ein bestimmtes Programm aktualisieren kann – meist findet sich im „Hilfe“-Menü des Hauptfensters eine Updatefunktion, was auch der sicherste Weg für Updates sein dürfte.

Java ist inzwischen im Web kaum noch verbreitet, außer für exotische Spiele und Physik-Vorführapplets – dennoch ist es auf vielen Rechnern noch installiert. Die einfachste Lösung ist hier, Java im Browser einfach abzustellen, wenn man es nicht braucht: Im Menü „Extras“ auf „Add-Ons“, oben „Plugins“ wählen, alles wo „Java“ steht deaktivieren. Ansonsten muss man auch Java aktuell halten, am Besten über Systemsteuerung – Java – Aktualisierungen.

Wichtig bei den Plugin-Updates ist es, nicht auf gefälschte Updates hereinzufallen. Dieses Thema behandelt ein eigener Artikel: „Updaten – aber sicher!

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