Serie Virenschutz: Datei-Malware

Dieser Artikel ist Teil einer Serie über Virenschutz. Hier gehts zum Anfang der Serie mit einer Einleitung und einer Liste der enthaltenen Artikel.

Wenn man die bisherigen Artikel dieser Serie gut verfolgt hat, ist man schon recht gut gegen Exploit-Malware geschützt. Was nun mit der Datei-Malware? Diese behandle ich erst jetzt, weil man sich dagegen relativ gut schützen kann – ganz ohne spezielle Software. Dafür sind allerdings Grundkenntnisse erforderlich. Wer sich wirklich schlecht mit Computern auskennt, hat leider kaum eine Chance, weil immer neue Fallen erfunden werden.

Datei-Malware sind Viren und andere Schädlinge, die einem als Datei geliefert werden und darauf hoffen, dass der Anwender sie startet. Deswegen sind sie für erfahrene Nutzer weitgehend ungefährlich, Anfänger fallen immer wieder auf diverse Tricks rein.

Bei Datei-Malware kann ein Virenscanner übrigens tatsächlich manchmal helfen, weil die Viren oft älter sind und so mehr Virenscanner sie kennen. Wenn aber der Virenscanner einen retten muss, hat man schon einen Fehler gemacht. Verlässt man sich hingegen auf den Virenscanner und hält alles, wovor er nicht warnt, für harmlos, ist man verlassen – und zwar von allen guten Geistern. Denn Virenscanner übersehen immer noch ziemlich viel, und zwar alle. Warum Virenscanner nichts taugen, erklärt ein eigener Artikel. Besser ist es also, zu lernen, worauf man achten muss.

Wie bereits erwähnt, sind Updates extrem wichtig. Deswegen bieten diverse Seiten jetzt gefälschte Updates an, die in Wirklichkeit Viren enthalten. Wichtig ist daher, Updates nur aus vertrauenswürdigen Quellen zu installieren. Weil damit viele Menschen große Schwierigkeiten haben und das Updaten nicht nur der wichtigste, sondern auch der aufwändigste Teil der Sicherheit ist, widmet sich diesem Problem der Artikel „Updaten – aber sicher!„.

Das man seltsame Anhänge nicht öffnet, ist inzwischen bekannt. Während Profis über die hundertste Mail mit einer angeblich überhöhten Rechnung im Anhang („Rechnung.pdf.exe“) nur müde lächeln können, fallen trotz aller Warnungen ständig Leute darauf hinein. Die häufigste Fehlannahme: Das Antivierenprogram werde einen schon schützen. Dass man vermeintliche „Sicherheitsupdates“, die man per E-Mail geschickt bekommt (egal ob als Anhang oder Link) nicht installieren sollte, versteht sich von selbst.

Absenderadressen bei E-Mails können beliebig gefälscht sein. Wenn einem ein Freund also schreibt, dass man auf der Party total besoffen war und sich unbedingt das Foto im Anhang anschauen soll, muss die Mail noch lange nicht echt und von ihm sein. Ebensowenig, wenn „Microsoft Security“ einem ein neues Update anbietet.

Genau wie ein Anhang sind auch Links in Mails zu behandeln. Von einem Fremden nimmt man keine Süßigkeiten an. Wenn der Fremde einem jetzt stattdessen sagt, man solle um die Ecke gehen und dort die (von ihm abgelegte) Schachtel nehmen, sollte man das also auch nicht tun – und genausowenig sollte man irgendwelchen Links folgen und dort dann Sachen herunterladen.

Inzwischen signieren übrigens immer mehr Hersteller ihre Software. Beim Ausführen (nach dem Herunterladen) zeigt in der ersten Warnung Windows dann an, von wem die Software ist. Wenn man Firefox von Mozilla installieren möchte, und als Ersteller nicht Mozilla (genauer: derzeit die „Mozilla Corporation„) drinsteht, hat man vermutlich nicht, was man wollte. (Wenn die Datei „Hotbar installer.exe“ heißt, erst recht nicht.) Und wenn die Website, von der man das Teil herunterlädt, offensichtlich nicht die Herstellerwebsite ist oder ein so gebrochenes Deutsch spricht, dass klar ist dass es zweimal durch einen automatischen Übersetzer gegangen ist, möchte man von da auch nichts herunterladen. Soviel gesunder Menschenverstand sollte auch im Internet selbstverständlich sein. Ist er aber leider nicht.

Neue Programme sollte man aus vertrauenswürdigen Quellen besorgen und nicht auf der erstbesten Seite herunterladen. Wenn man bei Google nach „Firefox“ sucht, bekommt man manchmal Werbung angezeigt, die einem einen Firefox-Download anbietet. Für diese Werbung zahlen die Leute richtig Geld. Das bekommen sie dann von ihrem Auftraggeber wieder, wenn man deren Version von Firefox herunterlädt – da ist nämlich Werbe-Malware dabei. Lustigerweise installiert sich diese erst nach einer recht deutlichen Warnung, und trotzdem kenne ich einige, die sich das Teil eingefangen haben.

Vermeintlich nötige „Codecs“, die zwielichtige Video- und Pornoseiten einem gerne anbieten sollte man so auch auf keinen Fall installieren. Meistens ist es ein Virus.

Noch beliebter sind falsche Virenscanner/-warnungen, die einem vormachen, man hätte zahlreiche Viren und müsste jetzt ein tolles Produkt kaufen, um sie loszuwerden. Leider geht die Werbung halbwegs seriöser Antivirenhersteller inzwischen oft in eine ähnliche Panikmach-Richtung. Merke: Wenn etwas versucht Panik zu machen, um gekauft zu werden, sollte man es nicht kaufen. Allgemein macht es wenig Sinn, für Antivirensoftware und Firewalls bzw. „Internetsicherheitspakete“ Geld auszugeben, siehe die Artikel zu Virenscannern und Firewalls.

  1. Es gibt noch keine Kommentare.
  1. 2010-02-27 um 05:19 UTC

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