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Wie Energie sparen der Umwelt schadet

Energie sparen ist jetzt wieder im Trend, erstens aufgrund des Klimawandel-Wahns und zweitens aufgrund extrem steigender Energiekosten. (Letztere lassen sich mit einem Anbieterwechsel lindern, wie wäre es mit JETZT SOFORT?)

Beim verzweifelten Bemühen darum, die Welt sofort vor dem Klimawandel zu retten, indem man überall Energie spart, werden die Nachteile der „besseren“ Lösungen leider oft vergessen. Einerseits kann es sich dabei um Mehrkosten handeln (die allerdings einige Menschen sicher gerne auf sich nehmen, um selbstlos die Welt vor dem Untergang zu bewahren) oder um vollkommen sinnlose Dinge, die nicht wirklich etwas bringen und wo nur „selbstlose“ (und vor allem dumme) Leute dazu gebracht werden, irgendetwas zu kaufen. Damit habe ich kein Problem, ist schließlich nicht mein Geld, was da ausgegeben wird. Andererseits kann es sich um Nachteile handeln, die der „besseren“ Alternativlösung zu Eigen sind. Atomkraftwerke setzen recht wenig CO2 frei, dafür produzieren sie Atommüll. (Das ist eine Feststellung, nicht eine Aussage, ob Atomkraft gut ist! Darüber vielleicht später mehr, aber nicht hier und bitte jetzt in den Kommentaren keinen (Atom-)Krieg darüber anfangen. Danke.)

Aufgefallen ist mir dies konkret in einer Werbebroschüre bei Conrad. Dort wird darauf hingewiesen, dass Energiesparlampen (im Gegensatz zu Glühbirnen) nicht über den Hausmüll entsorgt werden dürfen – sie enthalten nämlich Schadstoffe wie Quecksilber. Wenn also ganz Deutschland auf Energiesparlampen umsteigt, haben wir zwar bessere Luft mit weniger CO2, dafür aber Quecksilber in Müllhalden, der Erde und dem Grundwasser und/oder erhöhten Aufwand (wobei sicher auch Strom verbraucht wird!) mit der ordnungsgemäßen Entsorgung bzw. dem Recycling.

Ein weiterer, immer mehr oder weniger vorhandener Nachteil ist der Produktionsaufwand. Bei der Herstellung einer Solarzelle wurde früher mehr Strom verbraucht, als diese Solarzelle während ihrer gesamten Lebensdauer erzeugen konnte. (kann und dürfte sich inzwischen geändert haben! UPDATE: Hat es auch. Inzwischen produziert eine Solarzelle während ihrer Lebensdauer deutlich mehr Strom, als die Produktion verschlungen hat; nach einer kurzen Recherche dürfte die Zeit, wo dies noch nicht der Fall war, schon recht lange her sein. Ich lass das Beispiel zur Verdeutlichung der Idee trotzdem drin.)  Dieser Strom muss natürlich anderweitig erzeugt werden, d. h. es hätte vom Umweltschutzaspekt her nichts positives gebracht, ganz Deutschland mit Solarzellen zuzupflastern, lediglich der Wirtschaftsaufschwung (von dem der Normalbürger aber nicht viel hat) wäre gesichert. (Ich habe eh den Verdacht, dass der Klimaschutz nur aufgrund wirtschaftlicher Interessen plötzlich so wichtig ist – die Umweltplaketten werden wohl nicht nur das Klima in den Großstädten, sondern auch die Bilanzen der Autofirmen verbessern.)

Neben der Tatsache, dass der Produktionsaufwand sich in den Anschaffungskosten niederschlägt, wird aber bei der Produktion eines neuen „umweltschonenden“ Produkts die Umwelt vergleichsweise stark belastet. Während es also Sinn machen kann, defekte Glühbirnen durch Energiesparlampen zu ersetzen, kann es der Umwelt eventuell sogar Schaden, direkt sämtliche Glühbirnenvorräte zu entsorgen und neue Energiesparlampen zu kaufen. Genauso sieht es mit spritfressenden, alten Autos aus: Ein altes, noch funktionstüchtiges Auto, welches noch 10 Jahre benutzt werden könnte, zu entsorgen und ein neues zu kaufen, lohnt sich nicht unbedingt, selbst wenn das Neue nur halb so viel Sprit verbraucht wie das Alte – und zwar kann es sich (unabhängig voneinander) sowohl finanziell als auch vom Umweltschutzaspekt her nicht lohnen. Die „Restnutzbarkeit“ der alten Lampe/des alten Autos geht schließlich verloren, und somit fällt ein Teil der Produktionskosten und des -aufwands unnötigerweise doppelt an.

Um es nachvollziehbar zu machen: Wenn jemand sich alle 5 Jahre ein neues, spritsparenderes Auto kauft, statt jedes Auto 15 Jahre lang zu nutzen, wird er zwar deutlich mehr Benzin verbrauchen, in 30 Jahren müssen aber nur 2 statt 6 Autos hergestellt werden). Ob (bzw. eher wann) es sich lohnt, dennoch zu wechseln, hängt (wenn man das Ganze unter finanziellen Gesichtspunkten sieht) von den Anschaffungskosten (abzüglich eventueller Verkaufspreis des alten Wagens) und den laufenden Kosten (Strom/Benzin und Steuern) ab, ob es für die Umwelt gut ist, hängt davon ab, ob mehr Energie bei der Nutzung gespart wird (in Form von geringerem Strom- oder Benzinverbrauch) als durch die häufigere Herstellung verbraucht wird.

Das Modell ist natürlich stark vereinfacht, aber das Prinzip sollte klar sein. Das Modell ist übrigens der Grund, warum die geringere KFZ-Steuer auf neuere/umweltschonendere Fahrzeuge den Umstieg begünstigt: die jährlichen Kosten unterscheiden sich stärker, d. h. der Umstieg lohnt sich schon früher.

Die Bemühungen, die Umwelt zu schützen, können also, insbesondere bei Autos, der Umwelt mehr Schaden als Nutzen bringen.

Im Endeffekt ist es mir relativ egal: Energiesparlampen kommen rein, wenn die Glühbirnen kaputt sind. Bei den derzeitigen Energiepreisen dürfte es sich lohnen. (Es könnte sich sogar lohnen, die Glühbirnen wegzuschmeißen!) Die Umwelt allerdings ist mir bei dieser Sache recht egal, es gibt einfach zu viele Unklarheiten, zu viele Lügen, als das ich mir eine gute, fundierte Meinung darüber bilden könnte.

  1. fabiank22
    2008-01-13 um 11:15 UTC

    Siehs doch mal so:

    Selbst wenn deine Behauptung das Solarzellen bei der Herstellung mehr Energie verbrauchen würden als sie zur Lebzeit produzieren(was sie nicht tut!), so bleibt eins zu beachten: es gibt kaum sichere Wege Strom auf Dauer aufzubewahren. Batterien würde keiner ernsthaft in die Diskussion werfen(mal abgesehen davon das da die Folgekosten noch viel größer sind) und nicht jeder hat einen gesicherten Keller in dem er Erdöl(gas) fürs neue Millenium aufsparen kann ohne das bei einem falschplazierten Funken die Bude abbrennt. Andererseits hat sich gezeigt das konventionelle Energieerzeugung immmer teurer wird – seit der Zeit in der deine Solarzelle erzeugt wurde ist der normale Preis ihrer Herstellung um mindestens 30% gestiegen(und ich bin mir sicher das da noch locker 20-30% hinzukommen)

    Es ging nie um das unbewiesene Phenomän Klimawandel – ich bin mittlerweile überzeugt das das nur ein Buzzword ist um der ADAC-Anti-Ökosteuer-Fraktion zu erklären warum die fetten Jahre vorbei sind. Das was wir alle durch die sinnlose Diskussion zu gewinnen haben ist Unabhängigkeit – zunächst nur vom Modewort CO² also Öl und Benzin, aber danach auch von anderen Dingen wie zuviel Industriesäure im Regen usw.

    Am Ende bleibt die Frage ob der Zweck die Mittel heiligt – Ich, ein alter Fan von Moore’s „Watchmen“ sage nein – andere sagen ja. Also alles wie immer.

  2. Jan
    2008-01-13 um 16:47 UTC

    Danke, hab das mit den Solarzellen doch noch mal nachgeschaut und den Artikel entsprechend aktualisiert.

  3. 2008-01-13 um 23:07 UTC

    Das „unbewiesene Phenomän Klimawandel“ ist ein Argument der Art „das unbewiesene Phänomen Evolution“. Wer es nicht wahrhaben will, glaubt eben etwas anderes. So gesehen, ist die Erderwärmung sicher eine Prüfung, der Gott die Menschen unterzieht.
    Was nun Energiesparen anbelangt, macht es Sinn, Energiebilanzen zu erstellen und leicht öffentlich zugänglich zu machen. Daß wir in einer Konsumgesellschaft leben, bedeutet aber nicht eben, daß die Menschen doof sind und sinnlos Zeugs kaufen, sondern daß die Wirtschaft eine spezielle Form des „Wachstums“ erzeugt. Dieses Wachstum ist unmittelbar mit der Steigerung des Energiebedarfs verbunden. Auch diese Steigerung steht im Dienst der Akkumulation von Macht und Ressourcen im Interesse derjenigen, die Kapital einmsetzen, um es zu vermehren. Dem steht jede Transparenz von Produktionsbedingungen entgegen. Je mehr die Verbraucher über das Produkt erfahren, das sie erfahren, desto eher werden sie am Sinn des Erwerbs zweifeln. Es sei denn, sie würden wirklich informiert. Zum Beispiel über Energiebilanzen oder die Arbeitsbedingungen, unter denen ein Produkt zustande kommt, so daß sie etwas mit gutem Gewissen kaufen könnten. Dies aber stört die eingefahrenen Marktabläufe, die von Lüge und Verdummung, sprich: „PR“ belgleitet werden. Man stelle sich vor, das Privatfernsehen würde von den Verbraucherzentralen finanziert!

  4. quecksilber
    2008-01-15 um 12:57 UTC

    Hallo Jan,
    zum Beispiel Energiesparlampen: bei der Stromproduktion werden größere Mengen Quecksilber frei gesetzt, als in einer Lampe enthalten sind (max. 5 Milligramm). Kohle und Erdgas enthalten Quecksilber und viele andere Schadstoffe, die nur schwer gefiltert werden können. Daher ist es in jedem Fall sinnvoll Strom zu sparen – z.B. mit Energiesparlampen! Natürlich sollte (muss!) man die Dinger dann nicht in den Hausmüll werfen, sondern (wie alle anderen Elektroschrott) vernünftig entsorgen (z.B. Recyclinghof, Schadstoffmobil, in manchen Läden …), damit sie recycelt werden.

    Und zur Schadstoffplakette: die dient nicht vorrangig dem Umweltschutz, sondern der Gesundheit der Menschen, die in Innenstädten leben. Ich freue mich jedenfalls schon aus reinem Eigennutz darüber, dass in Berlin bald weniger alte Stinker fahren, die meine Atemluft verdrecken.
    Viele Grüße,
    Florian

  5. thomas276
    2008-07-08 um 11:56 UTC

    Ein kurzer Kommetar: Wie bei allem ist immer zwischen dem Einsatz von Ressourcen und dem Output zu vergleichen. Auf dieser Basis funktionieren auch unsere Wasserkrfatwerke. Die Energie die zum Schluß erhalten wird, muß kleiner sein als die Energie, die zuvor für das hochpumpen des Wassers benötigt wird. Und so wird auch bei der Energiesparlampe ein Schuh daraus. Die höheren Kosten und die Umweltunverträglichkeit muß niedriger sein, als der Nutzen, der durch den Einsatz erzielt wird. Ich habe mich ausführlich beraten lassen und für mein Bürogebäude die optimale Abwägung erhalten. Das geht aber nur mit Fachleuten, Elektroplanern oder Lichtplanern. Ich habe gute Erfahrungen bei KS in Essen gemacht. Kostenlose Beratung, modernste Technik und guter Service zum guten Preis. Infos: http://www.ks-licht.de

  6. Klaus Simmel
    2011-01-25 um 10:11 UTC

    Warum sollen wir immer darauf schauen Energie zusparen??? Wenn China und die U.S.A auch nichts dagegen machen! Die setzen tonnenweise CO2 in die Luft. Wir Deutschen müssen sparen bei Autos,Strom,Heizung oder beim kauf von Waschmaschinen,Geschirrspüler usw. wird uns vorgeschrieben wir SOLLTEN energiesparende Geräte kaufen damit wir weniger Strom brauchen( ist falsch) denn wenn Ich zum Stromablesen in Wohnungen und Häuser komme hat sich wenig verändert und das wenig ist weil viele Leute meinen“ Ich habe ein energiesparendes Gerät gekauft also kann ich öfter Waschen usw .“ es gibt viele Gerät im Haushalt wo energiesparend drauf steht! Aber wenn man nicht weiß wie man damit umgehen muss nutzt dies gar nix!!! Bei denn Energiesparlampen sehe ich auch keinen grossen Vorteil da für die Herstellung und Entsorgung auch wieder Müll in die Welt gesetzt wird. Auch wenn ich jetzt Kritik bekomme ich arbeite bei den Stadwerken und bin für Strom zuständig bin jeden Tag unterwegs um Strom abzulesen und zu prüfen wie und was gespart wurde.

  7. Anonymous
    2013-02-12 um 15:59 UTC

    Achte mal besser auf deine Wort Wahl! „dumme“ Leute!!

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