Archiv

Archive for Oktober 2010

CDU-Beschluss zur Netzpolitik, übersetzt

2010-10-26 8 Kommentare

Netzpolitik weist auf einen CDU-Vorstandsbeschluss hin, welcher (als letzten Punkt) auch die Netzpolitik erwähnt. Mit ein wenig Übung kann man aus solchen Beschlüssen durchaus Absichten herauslesen. Für die weniger erfahrenen, hier eine Übersetzung. Zitate sind gekennzeichnet und stammen aus dem verlinkten Dokument. Hervorhebungen von mir.

Sollte sich jetzt irgendwer von der CDU gekränkt fühlen und/oder der Meinung sein, dass die Übersetzung ungenau ist: Ihr habt die nächsten Jahre Zeit, das unter Beweis zu stellen. Aber bitte insgesamt und nicht in irgendwelchen Details. Viel Glück.

 

Die Übersetzung

 

Es ist unser Ziel, die Möglichkeiten des Internets in allen Lebensbereichen optimal nutzbar zu machen und den Standort Deutschland als moderne Informations- und Kommunikationsgesellschaft weiter zu entwickeln.

 

Wir wollen das Internet kommerzialisieren wo auch immer das möglich ist und die kommerzielle (Aus)nutzung des Internets fördern. Wirtschaftliche Interessen haben Vorrang vor allem anderen.

 

Ein Netz ohne staatliche Mindestregulierung entspricht nicht unserer Vorstellung von politischer Verantwortung.

 

Wir wollen das Internet regulieren.

 

Gleichzeitig sind wir uns bewusst, dass zentrale und rein nationale Regelungen nur bedingt wirksam sind, gerade auch wenn es um Kriminalität im Internet geht. Fragen der Netzpolitik sind daher im europäischen und internationalen Dialog zu beantworten, Netzaktive und Branchenverbände werden wir dabei einbeziehen.

 

Wir wissen, dass wir unseren Überwachungswahn hier nicht durchgesetzt kriegen, weil uns die Bürger zu sehr auf die Finger schauen. Deswegen werden wir den Weg über die EU-Ebene und internationale Abkommen gehen. Lobbyisten werden dabei die Gesetzesentwürfe schreiben, während wir ein paar „Netzaktive“ ihre Meinung sagen lassen (die wir natürlich ignorieren), um die Massen ruhig zu stellen.

 

Dabei wird in der CDU die Abwägung zwischen „Freiheit“ und „Sicherheit“ stets eine wichtige Rolle spielen.

 

Die Freiheit darf die Sicherheit dabei nie einschränken. Wir fordern die totale Kontrolle.

 

So halten wir das Urheberrecht und das geistige Eigentum für schützenswerte Grundlagen von Innovation und Wirtschaftswachstum in unserer Gesellschaft.

 

Das Urheberrecht wird weiter nach Wünschen der Verwerterindustrie verschärft.

 

Auch ist es unserer Ansicht nach Aufgabe des Staates, etwa im Bereich des Daten-, Kinder-, Jugend- und Verbraucherschutzes, verbindliche Rahmenbedingungen für das Netz zu schaffen.

 

Unter dem Vorwand des Daten-, Kinder- und Jugendschutzes werden wir die Überwachung und Zensur des Internets vorantreiben und in Gesetzesform gießen. Mit ein paar wirkungslosen Verbraucherschutzregeln zünden wir eine Nebelkerze um ein – wenn auch irrelevantes – Gegenbeispiel zu haben, wenn man uns daran erinnert, dass wir eigentlich fast immer für die Lobbyisten und gegen die Verbraucher arbeiten. Falls wir am Datenschutz was ändern, werden wir „klare“ und einfache Rahmenbedingungen schaffen – „einfach“ dadurch, dass wir die Einschränkungen bei der Datennutzung reduzieren.

 

Die CDU hat eine Arbeitsgruppe „Netzpolitik“ eingerichtet, die für den Bundesparteitag 2011 programmatische Positionen erarbeiten wird, mit denen wir diese Entwicklung fördern, den Herausforderungen begegnen und die Bürger über die Chancen und Risiken der digitalen Welt informieren können.

 

Wir haben eine ganze Arbeitsgruppe eingerichtet, um so zu tun, als ob wir Ahnung vom Thema haben. Gleichzeitig werden wir uns intensiv bemühen, die Freiheit im Netz weiter einzuschränken und Propaganda über das große böse Internet zu verbreiten.

Advertisements

Stuttgart 21: Gezielte Kopfschüsse mit Wasserwerfern

2010-10-07 6 Kommentare

Zu den Wasserwerfereinsätzen der Polizei in Stuttgart habe ich ein Video gefunden, wo ein Wasserwerfer bei einzeln stehenden Personen aus relativ geringer Entfernung gezielt auf den Kopf zielt, und zwar mit einem ziemlich kräftigen Strahl. Wozu das führen kann, hat man ja leider gesehen. Auf diesem Video bei 2:47 (direkt nach dem kleinen Schnitt) sieht man einen solchen Vorfall – da scheint es übrigens so, als würde gezielt ein Fotograf/Kameraman aufs Korn genommen, was ich besonders abartig finde.

Damit man besser sieht was passiert, habe ich hier mal die relevanten Frames extrahiert und ein langsam abgespieltes animiertes GIF daraus gemacht. Man sieht eindeutig, wie der Strahl genau den Kopf trifft, und man sieht auch die Wucht, mit welcher der Strahl auftrifft. Die ersten Bilder sind vom Einschlag des Strahls, die letzten zwei (in etwas größeren Abständen) zeigen die Situation direkt danach. Im letzten Bild (etwa eine Sekunde nach dem Einschlag des Strahls) sieht man dann, dass vor dem Fotografen mehrere Meter frei waren und der Strahl deutlich über die Plane hinwegging, die ein paar Leute in der Nähe des Wasserwerfers gespannt hatten. „Versehentlich zu hoch geschossen“ dürfte (auch angesichts des Volltreffers) also keine Ausrede sein. Links, rechts und hinter dem Fotografen waren übrigens auch Köpfe – anders als mit Absicht ist das meiner Meinung nach kaum zu erklären.

Das Bild gibts wegen der Größe erst nach dem Klick: Hier klicken zum Weiterlesen

Stuttgart 21: Entgegenkommen, Baustopp oder Verarsche?

2010-10-07 1 Kommentar

Derzeit wird desöfteren betont, dass in naher Zukunft wegen Stuttgart 21 weder Bäume gefällt werden noch der Südflügel abgerissen wird. Das wird dann als Entgegenkommen verkauft, oder gar als der von den Gegnern des Projekts geforderte Baustopp.

Der SWR schreibt dazu:

Mappus (CDU) bekräftigte, dass es bis zur Landtagswahl am 27. März 2011 keine weiteren Abrissarbeiten mehr gebe. „Da ist in den nächsten Monaten nichts notwendig, was in irgendeiner Weise provozieren könnte.“ Außerdem fügte er hinzu, dass bis 2011 auch kein Baum im Schlossgarten mehr gefällt werde. […] Der Südflügel sei für den Baufortschritt nicht notwendig. „Wir werden ihn so bestehen lassen. Und ich glaube, das ist ein Signal“, sagte die Ministerin

Ich lese da keineswegs ein Entgegenkommen oder einen Baustopp. Ich lese da: „Die Bauarbeiten werden wie geplant fortgesetzt. Die Bäume, die gefällt werden müssen, haben wir in der (vermutlich illegalen) Hau-Ruck-Aktion schon gefällt, und alles was wir in nächster Zeit abreißen müssen ist schon abgerissen, den Rest machen wir nach der Wahl, wenn die anderen Tatsachen geschaffen sind, das hat ja eh Zeit.“ Tolles „Entgegenkommen“. Die Medien und die Bevölkerung so zu verarschen ist aber sowohl typisch für das ganze Projekt, als auch geschickt – denn leider werden wohl zumindest einige drauf reinfallen.

Genauso toll ist übrigens, wie ständig davon gesprochen wird, dass „die ersten“ Bäume schon gefällt wurden. Nach der obigen Aussage scheint es so zu sein, als ob alle relevanten Bäume in dem Teilstück gefällt wurden. Und zwar höchstwahrscheinlich rechtswidrig gegen den enstprechenden Beschluss des Eisenbahnbundesamtes. Das problematische daran: Würde noch mindestens ein Baum dort stehen und der Beschluss umgesetzt – wie man leicht vermuten könnte wenn die Medien von den ersten gefällten Bäumen sprechen – würde sich das Bauvorhaben verzögern. Ist aber erstmal abgeholzt, bleibt nur noch die langwierige Diskussion über mögliche (Geld-)Strafen – der Bau kann weitergehen. Ich wette, die Geldstrafe bzw. eventuelle Kosten für Ersatznaturschutzmaßnahmen werden nur einen Bruchteil dessen betragen, was eine Bauverzögerung gekostet hätte, sodass sich das rechtswidrige Verhalten für die Bahn unterm Strich richtig fett lohnt. Vor allem wenn man bedenkt, dass ein Monat Verzögerung plus Winter plus (evtl. sogar vorgezogene) Landtagswahlen ein Aus für das Projekt ergeben können, bevor die Bahn ausreichend viele Fakten schaffen kann. Meiner Meinung nach müsste sichergestellt werden, dass Geldstrafen in solchen Fällen den Gewinn durch das rechtswidrige Verhalten deutlich übersteigen, oder die verantwortlichen Personen Haftstrafen bekommen.

Sollte ich mich in irgendeinem Punkt irren, hinterlasst bitte einen Kommentar. Ich bin nicht vor Ort und kann daneben liegen. Wäre in diesem Fall schön, wenn es so wäre. Ansonsten ist nämlich das, was hier als „Geste des guten Willen“ verkauft wird, eine astreine Verarsche.

Bundestag kann SSL abhören

2010-10-04 8 Kommentare

Der Bundestag kann SSL-gesicherte Verbindungen abhören. SSL ist vielen vielleicht nur als „https“ bekannt und sichert neben Onlinebanking auch z. B. Verbindungen zu E-Mail-Servern und ziemlich viele andere Sachen. (Kurzzusammenfassung für Leute die sich mit SSL auskennen: Der Bundestag hat ne CA. Der Artikel erklärt halbwegs laienfreundlich genau das, die Grundidee hinter SSL und warum SSL kaputt ist.)

SSL funktioniert so: Eine vertrauenswürdige Stelle stellt dem Server einen Ausweis aus, den er vorzeigt, und darüber wird die Verbindung verschlüsselt. Das nennt sich Zertifikat und die technischen Details habe ich schonmal erklärt, hier will ich es einfach halten. Ein Angreifer kann sich in die Verbindung nicht einklinken, weil er keinen passendes Zertifikat hat (nur der Besitzer oder jemand der das Original kopiert hat kann ein Zertifikat zeigen, weil beim Zeigen ein Teil geheim bleibt. Klingt komisch, ist aber Mathematik.)

In jedem Browser ist eine Liste der aus Sicht des Browsers vertrauenswürdigen Stellen enthalten. Das sind ungefähr 50 Stück und zwar auch solche, die man vielleicht nicht ganz so vertrauenswürdig findet, wie z. B. die chinesische Internetbehörde.

Die Sicherheit von SSL beruht darauf, dass ein Angreifer kein Zertifikat bekommt für die Seite, deren Datenverkehr er abhören will. Wenn jemand den Datenverkehr zur Postbank abhören will, muss er also jemanden finden, der ihm ein Zertifikat ausstellt, was bestätigt dass ihm Postbank.de gehört. Das kann aber jede der vertrauenswürdigen Zertifizierungsstellen.

Es wird noch „besser“: Die Zertifizierungsstellen können jedermann zu einer Zertifizierungsstelle machen. Derjenige hat dann die gleichen Möglichkeiten wie die im Browser eingetragenen Zertifizierunsstellen. Neben den 50 Stellen können also noch viele viele weitere ein falsches Zertifikat ausstellen – und mit einem solchen kann man eine eigentlich gesicherte Verbindung abhören. (Das funktioniert so, dass der Angreifer die Verbindung über sich umleitet und behauptet, er sei die Postbank – über das Zertifikat prüft der Browser ob das stimmt.)

Zertifizierungsstellen kürzt man übrigens mit CA ab.

SSL ist also unsicher, wenn

  • Eine einzige dieser CAs einen Fehler macht und ein Zertifikat ausstellt ohne zu merken, dass der Angreifer nicht die Postbank ist
  • Eine CA dem Angreifer bewusst oder z. B. über einen erpressten Mitarbeiter ein falsches Zertifikat ausstellt (man denke an Geheimdienste oder Industriespionage, viele CAs werden von Regierungen/regierungsnahen Organisationen und noch mehr von Firmen die eigentlich was ganz anderes machen betrieben)
  • Der Angreifer eine eigene CA hat/ist/kauft
  • eine Sicherheitslücke im Protokoll oder im benutzten Browser/Server auftaucht
  • oder irgendwas was ich vergessen hab passiert

Fehler sind schon oft passiert. Ein paar Forscher haben mal das Internet nach SSL-Zertifikaten abgegrast und das zusammen mit ein paar anderen Sicherheitsproblemen auf der DefCon präsentiert. Sie sind auf über 500 Organisationen gekommen die direkt oder indirekt eine CA haben.

Weiterhin haben sie gemerkt, dass CAs ca. 500 noch gültige Zertifikate, die praktisch „geknackt“ sind (durch eine Sicherheitslücke bei Debian) nicht für ungültig erklärt haben, und gültige Zertifikate für private IPs. Das ist in etwa so wie ein Ausweis der bestätigt dass Büro Nummer 37 einer bestimmten Person gehört – ohne zu sagen, von welchem Haus in welcher Stadt man redet. Das scheint übrigens dann das Ausnutzen eine anderen Sicherheitslücke zu erlauben (vereinfacht: man sagt dem Nutzer, dass er die Postbank im gleichen Flur in Büro 37 suchen soll, geht in dieses fremde Büro und zeigt dann wenn der Nutzer kommt den Ausweis vor. Deswegen darf es so einen Ausweis eigentlich nicht geben).

Ach ja, und um zu prüfen, ob jemandem eine Domain gehört, wird eine Mail verschickt. Über oft unverschlüsseltes SMTP. Nachdem über bisher ungesichertes DNS nachgeschaut wurde, wohin die Mail gehen soll. Wenn also jemand es schafft, eine dieser Verbindungen zu manipulieren, bekommt er falsche Zertifikate.

Trotzdem sollte man SSL benutzen. Ohne SSL kann ein Angreifer einfach so mithören, was passiert. Mit SSL muss er selbst bei groben Sicherheitsproblemen (z. B. Zertifikate gar nicht prüfen) auch Kommunikation manipulieren statt einfach nur mitzuhören (geht recht leicht, ist aber eine Hürde). Selbst wenn eine CA falsche Zertifikate ausstellt, muss der Angreifer diese finden und sie muss auch ihm so ein Zertifikat geben. Wenn z. B. die Telekom dem BND ein Zertifikat geben würde (was ich jetzt nicht unterstellen möchte), würde sie es immer noch nicht mit einem gewöhnlichen Kriminellen tun. Auch hier wird also eine Hürde geschaffen.

Schützen kann man sich nur bedingt. Die Firefox-Extension CertPatrol zeigt an, wenn sich ein Zertifikat ändert, und auf Wunsch auch bei neuen Zertifikaten, wer es ausgestellt hat. Dabei machen sowohl die Extension als auch Firefox (beim Klick auf das blaue „gesicherte Verbindung“-Feld in der Adressleiste) einen groben Fehler, den ich hier allerdings noch nicht erklären werde. Erinnert mich in nem Monat dran wenn ich nicht dran denke. (Update: In CertPatrol inzwischen behoben – es wird/wurde nur die CA angezeigt, die das Zertifikat ausgestellt hat. Ein Angreifer, der eine falsche CA hat, kann aber erst eine andere falsche CA mit beliebigem Namen erstellen, und damit dann das Cert ausstellen.) Mit dieser Extension habe ich auch gemerkt, dass der E-Petitionsserver des Bundestags plötzlich ein von der mir bis dahin unbekannten Bundestags-CA ausgestelltes Zertifikat hat. Damit könnte der Bundestag theoretisch falsche Zertifikate ausstellen und so SSL-Verbindungen abhören.

Beim Ausstellen falscher Zertifikate geht die CA aber ein gewisses Risiko ein – normale Nutzer merken das nicht, aber wenn es mal einer mit z. B. CertPatrol merkt und das Zertifikat abspeichert, kann die CA sich nicht völlig herausreden, das Zertifikat verrät unabstreitbar wer es ausgestellt hat. Sie muss es auf einen Fehler schieben und hoffen dass nichts passiert. Wenn sich solche Fehler häufen, düfte die CA aus den Vertrauenslisten in den Browsern rausfliegen und andere CAs dürften sich hüten, diese Organisation wieder in den CA-Status zu heben. Um Zertifikate direkt abspeichern zu können, wenn sie auftauchen (und so das Risiko zu vermeiden, dass beim Abruf mit einem anderen Tool wieder das „saubere“ Zertifikat drin ist), kann man die Extension Cert Viewer Plus nutzen.

Die Bundestags-CA wurde vom DFN (Deutsches Forschungsnetz) bestätigt, welches wiederum seine CA von der Telekom bestätigt bekommen hat. Hier die Zertifikate:

Certification path for "epetitionen.bundestag.de"
Inhaber: C=DE,ST=Berlin,L=Berlin,O=Deutscher Bundestag,OU=PetA,CN=epetitionen.bundestag.de
Aussteller: C=DE,O=Deutscher Bundestag,OU=Deutscher Bundestag,CN=Deutscher Bundestag CA - G01,E=pki-ca@bundestag.de
Validität: from 2010-09-27 13:09:06 UTC to 2015-09-26 13:09:06 UTC
-----BEGIN CERTIFICATE-----
MIIFYDCCBEigAwIBAgIEEMAVAjANBgkqhkiG9w0BAQUFADCBlDELMAkGA1UEBhMC
REUxHDAaBgNVBAoTE0RldXRzY2hlciBCdW5kZXN0YWcxHDAaBgNVBAsTE0RldXRz
Y2hlciBCdW5kZXN0YWcxJTAjBgNVBAMTHERldXRzY2hlciBCdW5kZXN0YWcgQ0Eg
LSBHMDExIjAgBgkqhkiG9w0BCQEWE3BraS1jYUBidW5kZXN0YWcuZGUwHhcNMTAw
OTI3MTMwOTA2WhcNMTUwOTI2MTMwOTA2WjB/MQswCQYDVQQGEwJERTEPMA0GA1UE
CBMGQmVybGluMQ8wDQYDVQQHEwZCZXJsaW4xHDAaBgNVBAoTE0RldXRzY2hlciBC
dW5kZXN0YWcxDTALBgNVBAsTBFBldEExITAfBgNVBAMTGGVwZXRpdGlvbmVuLmJ1
bmRlc3RhZy5kZTCCASIwDQYJKoZIhvcNAQEBBQADggEPADCCAQoCggEBANxlR8dG
FjtzBE05l7RKRgQwy6DSzLE8qeoPuycX4VrYvgRdX0NyeoZ3h9MqT0DJHvXAWS+d
BHkNrnhRHFf4cxZsIbSjnrSr311QUmwityCoinESNqXAdY/i466/TEE+GcUOS4t2
Mfmba8Zi3qKGspgcGec14xuyNc8ENlKvTjKBC+mJrjlh/Gpb3VW/rNh65V8EXvbW
vlXbyDbZ/5n57TZqM2bblPWRnh/Zual54Y/khqlPdWuNxHMSr+OtvgXW/aJGWOzh
uusPIzxp1uYgd7PMCvP5aHf1w5mMy3Em1c6w8PiH7Fq1yDa1CbpFpq+SHQ0NF2lu
lQecru1cdFefpsUCAwEAAaOCAcwwggHIMAkGA1UdEwQCMAAwCwYDVR0PBAQDAgXg
MB0GA1UdJQQWMBQGCCsGAQUFBwMCBggrBgEFBQcDATAdBgNVHQ4EFgQUJUpy4/No
XDOu0LAY+DNj7g+E51QwHwYDVR0jBBgwFoAUd42VgQQK41VYmdALyblb5SJ+LjYw
gZkGA1UdHwSBkTCBjjBFoEOgQYY/aHR0cDovL2NkcDEucGNhLmRmbi5kZS9kZXV0
c2NoZXItYnVuZGVzdGFnLWNhL3B1Yi9jcmwvY2FjcmwuY3JsMEWgQ6BBhj9odHRw
Oi8vY2RwMi5wY2EuZGZuLmRlL2RldXRzY2hlci1idW5kZXN0YWctY2EvcHViL2Ny
bC9jYWNybC5jcmwwgbIGCCsGAQUFBwEBBIGlMIGiME8GCCsGAQUFBzAChkNodHRw
Oi8vY2RwMS5wY2EuZGZuLmRlL2RldXRzY2hlci1idW5kZXN0YWctY2EvcHViL2Nh
Y2VydC9jYWNlcnQuY3J0ME8GCCsGAQUFBzAChkNodHRwOi8vY2RwMi5wY2EuZGZu
LmRlL2RldXRzY2hlci1idW5kZXN0YWctY2EvcHViL2NhY2VydC9jYWNlcnQuY3J0
MA0GCSqGSIb3DQEBBQUAA4IBAQB4XvDdQcukMgEEvgLklMuAjrU7GT4SgyiHZCkY
hcEqqOHA0WiP6i1H66MTui00TDVv9QRpjnMgy9jD0QXynWgHG0F07ZrpO+8YBQvL
NsuslkYr9SXMnOOw3AfwDTUbo+sLKWaRiBiVeP6WOrbtCddrbmMvWexf/1M8dx/E
ynIEIyhRgXD/1YyFLzi85I8UP4eCKa38HPxIgI5An5baOjA4rgOH/LyAKV+9659T
/vjTZZ4R2t/ratiLZEoZ1byUqdit3msDQoq5YXKF5DVgMGF+jL6V+wXg8Vu10ajg
KO6AxrzMS+WBgY4PXuwLMY3iO8GL8s0IlAtMu9Ew0svPAH2V
-----END CERTIFICATE-----
Inhaber: C=DE,O=Deutscher Bundestag,OU=Deutscher Bundestag,CN=Deutscher Bundestag CA - G01,E=pki-ca@bundestag.de
Aussteller: C=DE,O=DFN-Verein,OU=DFN-PKI,CN=DFN-Verein PCA Global - G01
Validität: from 2008-12-17 14:39:27 UTC to 2019-06-30 00:00:00 UTC
-----BEGIN CERTIFICATE-----
MIIFJDCCBAygAwIBAgIEDWiMrzANBgkqhkiG9w0BAQUFADBaMQswCQYDVQQGEwJE
RTETMBEGA1UEChMKREZOLVZlcmVpbjEQMA4GA1UECxMHREZOLVBLSTEkMCIGA1UE
AxMbREZOLVZlcmVpbiBQQ0EgR2xvYmFsIC0gRzAxMB4XDTA4MTIxNzE0MzkyN1oX
DTE5MDYzMDAwMDAwMFowgZQxCzAJBgNVBAYTAkRFMRwwGgYDVQQKExNEZXV0c2No
ZXIgQnVuZGVzdGFnMRwwGgYDVQQLExNEZXV0c2NoZXIgQnVuZGVzdGFnMSUwIwYD
VQQDExxEZXV0c2NoZXIgQnVuZGVzdGFnIENBIC0gRzAxMSIwIAYJKoZIhvcNAQkB
FhNwa2ktY2FAYnVuZGVzdGFnLmRlMIIBIjANBgkqhkiG9w0BAQEFAAOCAQ8AMIIB
CgKCAQEAyV2H0tJjqK2L25XRrdkSyAmCm5AO71u+xAme6ppAunax/aW11Bhn2cet
N3nj0govnSVnOCre2inqvm49d/MVj0zyhhw7v5AG2Ab5WK/4TryLofCHJEEn+1oy
CWnNqBQIjFLawUbhfjOOspPxLujDTdaYDn7Z00nY85c7cRESdW3BbeL0a2OrSJyJ
yW93nR/+of9tsyTLsy9LiKZvRaGnXtYUDy/Sq3MSpgiWjsq95VFBT0lMBE1J+xv7
4ZrXikfZs+o3cfVxFQluLPwmxSqrd4BmH6rTxUb9iFLWwEFWJIYLlV8Z6GG9kxOd
KG9Q+T3QxUqi0Mw7/5hrl8Zs0wXbDQIDAQABo4IBtTCCAbEwEgYDVR0TAQH/BAgw
BgEB/wIBATALBgNVHQ8EBAMCAQYwHQYDVR0OBBYEFHeNlYEECuNVWJnQC8m5W+Ui
fi42MB8GA1UdIwQYMBaAFEm3xs/oPR9/6kR7Eyn38QpwPt5kMB4GA1UdEQQXMBWB
E3BraS1jYUBidW5kZXN0YWcuZGUwgYgGA1UdHwSBgDB+MD2gO6A5hjdodHRwOi8v
Y2RwMS5wY2EuZGZuLmRlL2dsb2JhbC1yb290LWNhL3B1Yi9jcmwvY2FjcmwuY3Js
MD2gO6A5hjdodHRwOi8vY2RwMi5wY2EuZGZuLmRlL2dsb2JhbC1yb290LWNhL3B1
Yi9jcmwvY2FjcmwuY3JsMIGiBggrBgEFBQcBAQSBlTCBkjBHBggrBgEFBQcwAoY7
aHR0cDovL2NkcDEucGNhLmRmbi5kZS9nbG9iYWwtcm9vdC1jYS9wdWIvY2FjZXJ0
L2NhY2VydC5jcnQwRwYIKwYBBQUHMAKGO2h0dHA6Ly9jZHAyLnBjYS5kZm4uZGUv
Z2xvYmFsLXJvb3QtY2EvcHViL2NhY2VydC9jYWNlcnQuY3J0MA0GCSqGSIb3DQEB
BQUAA4IBAQCTl0KbJX0XEEVgNkLeS/dmgJzwcSC6z8aFvhQPzbE08Q/qhWItV4iU
YYZ9nkfuoKzoz1V1CoqEFhE7QRKr0OLMHVs+yJnWXfWEuQ11ph6KMEAvK8b/9J0O
Hz83WRO7pqZp1VWZGZ0Prj3CWkqxUEmFiPcCC3N1pRcVvufimpchB3SA2NeUKE4C
G2fo3XT3q99ltN53wAPGXhqzSVXO8zYIW+bglion3IdeYna/Hzx94RpXNKl5q4pK
e0lSRUtj0k0yWS/YDptFsVPhr5wLm+uVXz/G43/7I5TYEZ56Yz6LqUhrY59XkSeG
6trUzc7DpXEZWvoqFQy/0jonReRX15x9
-----END CERTIFICATE-----
Inhaber: C=DE,O=DFN-Verein,OU=DFN-PKI,CN=DFN-Verein PCA Global - G01
Aussteller: C=DE,O=Deutsche Telekom AG,OU=T-TeleSec Trust Center,CN=Deutsche Telekom Root CA 2
Validität: from 2006-12-19 10:29:00 UTC to 2019-06-30 23:59:00 UTC
-----BEGIN CERTIFICATE-----
MIIEITCCAwmgAwIBAgICAMcwDQYJKoZIhvcNAQEFBQAwcTELMAkGA1UEBhMCREUx
HDAaBgNVBAoTE0RldXRzY2hlIFRlbGVrb20gQUcxHzAdBgNVBAsTFlQtVGVsZVNl
YyBUcnVzdCBDZW50ZXIxIzAhBgNVBAMTGkRldXRzY2hlIFRlbGVrb20gUm9vdCBD
QSAyMB4XDTA2MTIxOTEwMjkwMFoXDTE5MDYzMDIzNTkwMFowWjELMAkGA1UEBhMC
REUxEzARBgNVBAoTCkRGTi1WZXJlaW4xEDAOBgNVBAsTB0RGTi1QS0kxJDAiBgNV
BAMTG0RGTi1WZXJlaW4gUENBIEdsb2JhbCAtIEcwMTCCASIwDQYJKoZIhvcNAQEB
BQADggEPADCCAQoCggEBAOmbw2eF+Q2u9Y1Uw5ZQNT1i6W5M7ZTXAFuVInTUIOs0
j9bswDEEC5mB4qYU0lKgKCOEi3SJBF5b4OJ4wXjLFssoNTl7LZBF0O2gAHp8v0oO
GwDDhulcKzERewzzgiRDjBw4i2poAJru3E94q9LGE5t2re7eJujvAa90D8EJovZr
zr3TzRQwT/Xl46TIYpuCGgMnMA0CZWBN7dEJIyqWNVgn03bGcbaQHcTt/zWGfW8z
s9sPxRHCioOhlF1Ba9jSEPVM/cpRrNm975KDu9rrixZWVkPP4dUTPaYfJzDNSVTb
yRM0mnF1xWzqpwuY+SGdJ68+ozk5SGqMrcmZ+8MS8r0CAwEAAaOB2TCB1jBwBgNV
HR8EaTBnMGWgY6Bhhl9odHRwOi8vcGtpLnRlbGVzZWMuZGUvY2dpLWJpbi9zZXJ2
aWNlL2FmX0Rvd25sb2FkQVJMLmNybD8tY3JsX2Zvcm1hdD1YXzUwOSYtaXNzdWVy
PURUX1JPT1RfQ0FfMjAdBgNVHQ4EFgQUSbfGz+g9H3/qRHsTKffxCnA+3mQwHwYD
VR0jBBgwFoAUMcN5G7r1U9cX4Il6LRdsCrMrnTMwDgYDVR0PAQH/BAQDAgEGMBIG
A1UdEwEB/wQIMAYBAf8CAQIwDQYJKoZIhvcNAQEFBQADggEBADvhWnfASBfcqRjs
ga9aifC9KJKmylkYEnDsKPLnrn+WLOfyXRkx9hMrdL29gLK592fJOaJ5O+EREe5r
eJEzfjtfJid1U2WOM2Puz3PDsJIjSSFQdSOhHxjilIU9PzPpdyCNor3moYUpQPY/
czJYDQlrptqFbMA/u41mZFYkTq4NPzI1AVvpjILZcllPsYaF8XSFVuXD+Fzzje5H
s1MFcOflTYppgyjhEwmGnl7I6lgeDB/5pNRaBGj9KD6LArZYtfahLDdXAGerI2iN
Y6XvmWtc/UtW9qtAhzTUEZJs7IfFCgsHM3K0bwwdVCzYUcfMvzDTQ3LxMr+Mzklj
qAD38hw=
-----END CERTIFICATE-----
Inhaber: C=DE,O=Deutsche Telekom AG,OU=T-TeleSec Trust Center,CN=Deutsche Telekom Root CA 2
Aussteller: C=DE,O=Deutsche Telekom AG,OU=T-TeleSec Trust Center,CN=Deutsche Telekom Root CA 2
Validität: from 1999-07-09 12:11:00 UTC to 2019-07-09 23:59:00 UTC
-----BEGIN CERTIFICATE-----
MIIDnzCCAoegAwIBAgIBJjANBgkqhkiG9w0BAQUFADBxMQswCQYDVQQGEwJERTEc
MBoGA1UEChMTRGV1dHNjaGUgVGVsZWtvbSBBRzEfMB0GA1UECxMWVC1UZWxlU2Vj
IFRydXN0IENlbnRlcjEjMCEGA1UEAxMaRGV1dHNjaGUgVGVsZWtvbSBSb290IENB
IDIwHhcNOTkwNzA5MTIxMTAwWhcNMTkwNzA5MjM1OTAwWjBxMQswCQYDVQQGEwJE
RTEcMBoGA1UEChMTRGV1dHNjaGUgVGVsZWtvbSBBRzEfMB0GA1UECxMWVC1UZWxl
U2VjIFRydXN0IENlbnRlcjEjMCEGA1UEAxMaRGV1dHNjaGUgVGVsZWtvbSBSb290
IENBIDIwggEiMA0GCSqGSIb3DQEBAQUAA4IBDwAwggEKAoIBAQCrC6M14IspFLEU
ha88EOQ5bzVdSq7d6mGNlUn0b2SjGmBmpKlAIoTZ1KXleJMOaAGtuU1cOs7TuKhC
QN/Po7qCWWqSG6wcmtoIKyUn+WkjR/Hg6yx6m/UTAtB+NHzCnjwAWav12gz1Mjwr
rFDa1sPeg5TKqAyZMg4ISFZbavva4VhYAUlfckE8FQYBjl2tqriTtM2e66foai1S
NNs671x1Udrb8zH57nGYMsRUFUQM+ZtV7a3fGAigo4aKSe5TBY8ZTNXeWHmb0moc
QqvF1afPaA+W5OFhmHZhyJF81j4A4pFQh+GdCuatl9Idxjp9y7zaAzTVjlsB9WoH
txa2bkp/AgMBAAGjQjBAMB0GA1UdDgQWBBQxw3kbuvVT1xfgiXotF2wKsyudMzAP
BgNVHRMECDAGAQH/AgEFMA4GA1UdDwEB/wQEAwIBBjANBgkqhkiG9w0BAQUFAAOC
AQEAlGRZrTlk5ynrE/5aw4sTV8gEJPB0d8Bg42f76Ymmg7+Wgnxu1MM9756Abrsp
tJh6sTtU6zkXR34ajgv8HzFZMQSyzhfzLMdiNlXiItiJVbSYSKpk+tYcNthEeFpa
IzpXl/V6ME+un2pMSyuOoAPjPuCp1NJ70rOo4nI8rZ7/gFnkm0W09juwzTkZmDLl
6iFhkOQxIY40sfcvNUqFENrnijchvllj4PKFiDFT1FQUhXB59C4Gdyd1Lx+4ivn+
xbrYNuSD7Odlt79jWvNGr4GUN9RBjNYj1h7P9WgbRGOiWrqnNVmh5XAFmw4jV5mU
Cm26OWMohpLzGITY+9HPBVZkVw==
-----END CERTIFICATE-----

Einzelne CAs im Browser rauswerfen bringt wenig, weil gerade die kleinen/neuen CAs oft (nicht öffentlich sichtbare!) Bestätigungen von anderen CAs haben. Wenn man eine CA rauswirft, die viele Zertifikate ausstellt, kann man deren Zertifikate nicht mehr von gefälschten unterscheiden. Da man nicht jedes Zertifikat manuell prüfen kann – ganz schlecht. Am Sinnvollsten dürfte CertPatrol sein und für kritische Sachen eben auf die Warnungen achten und beim ersten Mal das Zertifikat genau prüfen. Interessanterweise hat Microsoft dieses Problem scheinbar erkannt – bei WLAN-Verbindungen wo die Anmeldung über Zertifikate gesichert wird muss man ausdrücklich auswählen, welchen CAs man für diesen Zweck traut, und nur die werden akzeptiert. So kann eine Firma sicherstellen, dass ihre Rechner für die Anmeldung in ihrem WLAN nur ihrer eigenen CA und nicht der des Konkurrenten trauen. Und in der Fehlermeldung wird unterschieden zwischen „Zertifikat einer unbekannten CA“ und „Zertifikat einer bekannten aber nicht angekreuzten CA“ sodass man sich zumindest halbwegs sicher verbinden kann, wenn man die richtige CA nicht weiß.

Für Serverbetreiber gilt: Es spielt keine Rolle, wie sicher die CA ist, die man wählt – wichtig ist nur, welche CA in den Browsern akzeptiert wird. Selbst erstellte (nicht von einer CA bestätigte) Zertifikate sind eine relativ schlechte Lösung – eine CA bietet zusätzlich die Möglichkeit, halbwegs sicher zu sein, selbst wenn man das Zertifikat nicht selbst prüfen konnte. Kostenlose Zertifikate für Webserver gibts bei StartSSL, was bis auf Opera von allen Browsern akzeptiert wird. Das oft vorgeschlagene CAcert ist in den meisten Browsern standardmäßig nicht enthalten und daher IMHO nur zweite Wahl – bietet dafür aber auch andere Zertifikatstypen an.

Fefe hat das Thema auch schon kommentiert und ein weiteres Horrorgeschichtenkabinett findet sich in den „A mighty fortress is our PKI“-Mails von Peter Gutmann: Teil 1, Teil 2, Teil 3