Billigfachkräftemangel

Bisher erhalten Menschen, die im Alter von mindestens 58 Jahren arbeitslos werden, zwei Jahre lang Arbeitslosengeld. Das will die FDP jetzt ändern, weil die älteren Arbeitskräfte ja wegen des schrecklichen Fachkräftemangels als Fachkräfte benötigt werden. Nur: Das Arbeitslosengeld liegt laut Wikipedia bei ca. 2/3 des alten Einkommens. Wenn die Firmen die ach so dringend benötigten Fachkräfte also tatsächlich haben wollten und auch angemessen bezahlen würden, dürfte sich durchaus der ein oder andere ältere Arbeitnehmer darüber freuen, doch noch einen Job zu bekommen.

Solange älteren „wertvollen Fachkräften“ für ihre oft jahrzentelange Berufserfahrung Gehälter geboten werden, die unter den Gehältern für junge Berufseinsteiger liegen, muss man sich nicht wundern, wenn manche lieber etwas länger nach einem angemessen bezahlten Job suchen, wenn sie es sich leisten können. Durch die Drohung mit der Hartz-4-Keule kann man diese Leute natürlich dazu bewegen, schnell einen Job anzunehmen, der – eben weil die Arbeitgeber wissen, dass ältere Arbeitssuchende kaum eine Wahl haben – nicht angemessen bezahlt wird.

Wenn die von der FDP vorgeschlagene Maßnahme also irgendetwas bekämpfen würde, dann eher nicht den Fachkräftemangel, sondern den Billigfachkräftemangel. Billige Fachkräfte kann die Wirtschaft nämlich nie genug kriegen…

Was die FDP gerne „übersieht“ ist natürlich auch, dass nicht alle älteren Arbeitnehmer dringend gesuchte Fachkräfte sind (und auch diese nicht unbedingt schnell einen Job finden). Neben der Ausweitung des Lohndumpings auf höher qualifizierte Arbeit wird damit natürlich auch das in den letzten Jahren immer erfolgreichere Lohndumping im Niedriglohnsektor weiter verschärft.

  1. John Dunbar
    2011-11-29 um 18:16 UTC

    Genau so ist es. Ich arbeite auch zum Billiglohn (9,00 €).Ich bin Schlosser und Fachinformatiker. Mal dies mal das, weil kein Arbeitgeber eine richtige Chanche einräumt. Ausbeuten bis zum letzten, Verantwortung übernehmen, aber Lohn oder Gehaltserhöhung: „Das können wir uns nicht leisten“. Das Ausbildungsniveau ist in machen Betrieben erschreckend. Die jetzigen Mechaniker wären vor 20 Jahren max. Hilfsarbeiter. Wofür viele 4 Jahre gelernt haben ist mir ein Rätsel. Ich möchte nicht falsch verstanden werden.Es gibt sicherlich Unternehmen die den jungen Leuten ein solides Grundwissen geben und auch Qualifikationsmöglichkeiten. Ich sauge mir das nicht aus den Fingern. Ich könnte Namen und Adressen nennen. Das ganze Gesabbere von Mindestlöhne etc.Das sollte für wirklich Ungebildete und Hilfsarbeiter gelten. Diese Leute gab und gibt es immer. Heute ist jeder der nicht studiert hat erst mal blöd und soll für einen „Appel und ein Ei“ arbeiten. Manche Stellenangebote schreien zum Himmel. Was nicht alles verlangt wird, aber Lohn weniger als – was was ich. Ich jedenfalls mache in zwölf Jahren den Sack zu. Dann bin ich 60. Ich werden den Garten umpflügen und mir wieder Tiere zum Essen halten. Jedenfalls lasse ich mich nicht kaputt spielen von unseren inkompetenten Oberidioten. Die sind schon jenseits von gut und böse.Allen voran diese komische Marionette AM.

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