Massenüberwachung des Internets dürfte ein Fakt sein

Eine Firma hat laut Golem ein Storage-System gebaut, was 10.000.000 Terabyte (!) speichern kann. Wir reden hier nebenbei von ca. 5 Mio. Festplatten nach Angaben der Firma. Der wirklich interessante Teil sind aber folgende Aussagen:

Angesichts des steigenden Internettraffics geht Cleversafe davon aus, dass es 2015 Unternehmen geben wird, die Datenmengen von 80 Exabyte pro Monat analysieren müssen.

sowie der Schlusssatz

Zu den Investoren von Cleversafe gehört unter anderem auch die CIA-Tochter In-Q-Tel.

Im Prinzip steht da unverblümt, dass es „Unternehmen“ gibt, die Internettraffic in großen Massen analysieren. Cisco prognostiziert, dass Ende 2015 der Internettraffic pro Monat *trommelwirbel* 80 Exabyte betragen wird. Es deutet also vieles darauf hin, dass die CIA sämtlichen Traffic global überwacht oder überwachen will, und sich nicht mal sonderlich bemüht, das geheimzuhalten.

Das massiv geschnüffelt wird, ist seit ECHELON eigentlich öffentlich und unbestritten bekannt, auch wenn man es immer wieder gerne verdrängt. Dieses Ausmaß könnte aber vielleicht doch überraschen.

Gleichzeitig gibt es eine Firma namens D-Wave Systems, die behauptet, einen 128-Qbit-Quantencomputer kommerziell anzubieten. Die Behauptung ist natürlich kontrovers und kann durchaus sein, dass es sich dabei um einen Fake handelt. Wären aber derartige Quantencomputer tatsächlich auf dem zivilen Markt erhältlich, wäre meiner Meinung nach davon auszugehen, dass Geheimdienste bereits jetzt leistungsfähige Quantencomputer mit genug Qbits haben, um gängige Schlüssellängen bei RSA und Diffie-Hellman zu brechen. Damit dürften alle gängigen Verbindungen, die asymmetrische Kryptographie nutzen, inklusive solcher, die eigentlich Perfect Forward Secrecy haben, gebrochen sein, auch rückwirkend bezogen auf den in der Vergangenheit gesammelten Traffic.

Als Sahnehäubchen könnte man jetzt noch die Fortschritte bei der Spracherkennungstechnologie nennen, die bereits im zivilen Bereich Transkripte von Anrufbeantworternachrichten erstellt. Das kann man natürlich auch wunderbar verwenden, um Transkripte von abgehörten Gesprächen zu erstellen und sie so maschinenlesbar zu machen.

Schöne neue Welt, nicht?

  1. 2012-01-28 um 01:53 UTC

    Ich möchte dem letzten Absatz noch ein weiteres Sahnehäubchen hinzufügen: Bilderkennung

    Sowohl Facebook, als auch G+ haben im vergangenen Jahr große Schritte unternommen, die Technik in der breiten Masse anzuwenden.

  2. TF
    2012-01-28 um 07:23 UTC

    Und der Informationsfluss sorgt mit den automatisch eingebetteten GPS Tags in den EXIF-Daten in Kameras zu noch mehr „Tranparenz“. Das Wochenende ist mal wieder gerettet…

    Zur Ergänzung möchte ich hier noch eine Hintergrundinfo einfügen, die bereits 2009 von dem ISN der ETH Zürich veröffentlict wurde: „Web 3.0: Installing the Plumbing“

    http://www.isn.ethz.ch/isn/Current-Affairs/Security-Watch-Archive/Detail/?lng=en&id=104189

  3. 2013-09-21 um 23:33 UTC

    Ich hatte diesen Tab jetzt ungelogen 21 Monate offen und sitze soeben mit leerem Blick vor diesen Zeilen.
    Was mir dabei so unbegreiflich ist, ist dass das Volk der Dichter und Denker dies schon so lange lesen und wissen konnte, und dass es morgen die unbestritten verantwortliche Macht in Beton gießen wird:

    Meine 80 Millionen Nachbarn werden trotz alle diesem eine große Koalition wählen.
    Mein Gott Walter, warum hast Du mich verlassen?

  1. 2012-01-29 um 11:04 UTC

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