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Internetzensur geht einfach nicht

Das Internet in China wird bekanntlich zensiert. Allerdings haben die Chinesen sich eine ziemlich ungeeignete Methode genommen: sie schicken einfach an die Rechenr auf beiden Seiten  einen Befehl, die Verbindung abzubrechen. Nun, wenn die Rechner das ignorieren, gibt es kein Problem. Da Chinesen allerdings für die Installation eines Programms zur Umgehung des Filters ziemliche Probleme bekommen dürften, planen nun die Linux-Entwickler diese Funktion standardmäßig ins Betriebssystem einzubauen. Dagegen wird die chinesische Regierung vermutlich nichts machen – allerdings nehme ich an, dass die Filter angepasst werden, und zwar noch bevor die Funktion weit genug verbreitet ist. Bringt also vermutlich nicht wirklich was.

Sinnvoller wäre der Einbau einer Anonymisierlösung ins System – welche standardmäßig an ist. Wenn jemand versucht, diese zu zensieren, geht gar nichts mehr – und das will die chinesische Regierung sicher auch nicht.

Außerdem soll es für ganze Websites noch einen weiteren Filter geben, sodass die meisten Nutzer weiterhin daran vorbeikommen müssen. Für Leute, die sich sehr gut mit Computern auskennen, kein Problem – für normale Benutzer schon. Und ich glaub kaum, dass jemand die Methoden in China bekanntmachen will: Das kann ganz schnell mit einem Ausflug ins Krankenhaus enden!

In Deutschland sieht die Situation zwar besser aus – man hat keine Probleme zu befürchten, wenn man den Filter umgeht. Aber Internetzensur gibt es auch in Deutschland – und zwar nicht nur in Schulen und Firmen, die versuchen, ein paar Pornoseiten zu sperren und dabei teilweise auch die Seiten legaler politischer Parteien mit blockieren!

Anzumerken ist allerdings, dass es keine Methode gibt, Internet zu zensieren und es dabei noch viertelwegs benutzbar zu halten. Entweder man führt eine Whitelist ein (dann wird das Internet unbrauchbar) oder aber es gibt Methoden am Filter vorbei. Die einzige Möglichkeit sind drakonische Strafen für Umgehung (Schulverweis, fristlose Kündigung, Gefängnis/Tod – je nachdem, ob eine Schule, eine Firma oder ein Staat zensiert).

Abgesehen davon könnte man auch angesichts der gigantischen Mengen an Spam, die über nicht dagegen vorgehende chinesische Provider kommt, einfach an den Knoten-Routern eine eigene Firewall einrichten – solange das Spam- und das Zensurproblem nicht behoben sind, hätte China dann ein eigenes Internet für sich. Der Wunsch der Regierung, internationale Kommunikation über vernünftige Medien betreiben zu können, dürfte den Wunsch, zu zensieren, übertreffen.

(via Golem)

Kategorien:Newskommentare
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